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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-10-21 · 125 (21.10.1921) · p. Seite 357

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
125 (21.10.1921)
Date
1921-10-21
Page
Seite 357 (sequence 5)
Language
German
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zur Verfügung gestellten Subventionen eingestellt worden sind. Höchste Anstrengung der deutschen Judenheit ist erforderlich, um das notwendige Werk weiterzuführen. Berlin. Ter unter dem Namen „Knüppel-Kunze" berüchtigte antisemitische Hetzer hot in Deutschland vor! einigen Tagen eine neue Partei begründet, die sich! „Deutschsoziale Partei" nennt und bei den Berliner Stadtj verordnetenwahlen mit einer eigenen Liste auf den Plan! tritt. Tie Partei hielt in den letzten Tagen ihren ersten j Parteitag, auf dein Knüppel- Kunze das Referat erstattete, i in welchem er zwisckwn der neben Partei ünd den Deutsch- ' imtionalen einen scharfen Strick zog. da auch die äußerste i Rechte stark verjudet sei! Kunze verlangte die Ausweisung j aller seit dem l. August 1914 eingewanderten Juden, die Stellung der in Deutschland t>erbleibenden Juden unter Jrcmdenrecht und Einführung einer Höchstzahl bei der Besetzung öffentlicher Aemter und bei der Zulassung zu den Hochschulen für die Juden. Ten Tod Erzbergers bezeichnctc Kunze als längst verdient und meinte unter stürmifd>em Beifall, baß Erzberger längst als Verräter an die Wand hätte gestellt tverden müsien. Ten Streit um^die Staatsform bezeichnete Kunze . einstweilen als nebensächlich. Als er „den Unsinn" ablehnte, daß seine Partei Wilhelm II. aus Holland zurückholen tvollte, gab ihm die Versammlung mit dem entrüsteten Ruf „Nicht den Judenkaiser" recht. Das alte Kaiserreich habe Deutschland ins Elend geführt, „nxif es verjudet war". Die übrigen Redner übertrafen Kunze noch an antisemitischen Roheiten. Ein Redner erklärte, der Kaiser könne in Holland über das Wort Nachdenken, „iver vom Juden frißt, stirbt daran", denn Wilhelm habe den jüdischen Regierungkurs in Deutschland eingeführt. Berlin. Zum 7',. Geburtstag des Ekheimrats Professor Tr. Albert Moste hat der Berliner Magistrat nachstehendes Glückwunschschreiben an den Jubilar gerichtet: Hochverehrtester Stadtältester! Zum heutigen Tage drängt es uns, Ihnen von Herzen kommende Glückwünsche darzubringen und der ausgezeichneten Dienste zu gedenken, welche Sie der Stadt Berlin im Ehrenamt geleistet haben. Als eines unserer tätigsten und erfolgreichsten Mitglieder, denen Klugheit. Tatkraft und juristischer Scharfsinn und Uneigennützigkeit io oft der Berliner Bürgerschaft von größtenr Vorteil getvesen, bleiben Sie uns in treuer, dankbarer Erinnerung. Wir wünschen aufrichtig und herzlichst, daß Ihre Gesundheit sich recht bald wieder bestern und daß Ihnen im Kreise der Jamilie noch lange Jahre körperlicher und geistiger Rüstigkeit beickieden sein mögen. Magistrat. Böß. Berlin. Prof. Einstein sandte an die Direktion des Jüdischen Theaters in Berlin folgendes Schreiben: „Es ist mir ein Bedürfnis. Ihnen zu danken für den hohen lUcnuß. den Sie mir gestern durch Ihre wunderbare Auf- . führung des Stückes „Tie verlastene Schenke" bereitet haben. Selten habe ich ntensckliche Leidenschaft und überhaupt menschliches Schicksal so ergreifen und so von innen heraus ohne fühlbar Konventionelles dargestellt gesehen. Besonders habe ich die Vollendung des Zusammenspiels bewundert und die Hingebung, mit der alle Darsteller sich denk Geist des Stückes unterordnen." gez. A. Einstein. Österreich. . der der Obmann der Javalidenoryamsation anküudigte. daß die Abhaltuna weiterer antisemitischer Berlavnnlnnge« gleichfalls verhird-ert werden würor. Budapest. Wie der „Pester Lloyd" meldet hat der uvgariih.. Remskenveftr durch einen Gnndenakt die N jede r l ch l a g n n a des P r o z e l i c s gegen den deS Hochverrats der Aufwiegelung und der Beleidigung des Relchsverii'ewrs angeklagten Sze.wv'•.*; Rabbiner Tr. Emmanuel L ö w verfügt. — Dieter .Gnadenakt" rst der Erfolg einer durch fast ein Jahr geführten Untersuchung, die zu keinem Substrat gelangen konnte. Die die. „Ungarische Rundschau" aus Budapest meldet, erhielt der Verteidiger des Szegediner Oberrabbiners Tr. Emanuel Löw, Rechtsanwalt Tr. Baracs, Dienstag abends von amtlicher Seite die Verständigung>»daß in dem Prozesie gegen seinen Klienten durch einen-Gnadenakt deS Rcicksvenvefers H o r t h n die Abelinon angeordnet wordeit sei. Tr. Baracs wurde ersucht, diese Botschaft dem Ll>?trabbiner mit Rücksicht auf den jüdischen Versöhnung s t a g sofort telephonisch nach Szegedin mitzuteilen. P«le, Warschau. Tie antisemitische Boykottgesellschaft „Rozwoj" hat sich den Vorttag des Rosch-Haschanah-Festü» ausgesucht, um in den Straßen von Warschau, vorwiegend in denen des jüdischen Viertels, ein mit gemeinen, aus dem rüdesten Antisemiteninstinkt geborenen Zeichnungen bedecktes Plakat zu afsichieren. in welchem sie für ihre Institutionen und für die eigene Zeitung Propaganda macht. Tiefe Plakate wurden von den Behörden in keiner Weise beanstandet. Jüdische Pasianten. welche die Plakate da und dort entfernen wollten, wurden von Feuerwehrm ä n n e r n. die in Warschau anscheinend ganz besondere Tienstinftruktionen haben, blutig geschlagen. Ein Amerikaner. Nichtjude, geriet bei dem Versuch, ein solches Plakat, das ihn offenbar anwidene, zu entfernen, in einen regelrechten Borkampf mit einem ganzen Trupp von Feuerwehrmännern. Tie Krone wird jedoch diesen skandallisien Vorfällen in der polnischen Metropole dadurch aufgesetzt, daß Jude n. darunter auch zwei jüdische Soldaten. welche die Plakate abrisien, arretiert wurden. Lettlond. Riga. Tie lettische Regierung führt, trotz der gegenteiligen Versicherungen, die ne an die Adresse deS AuSlarckes abgibt, ihren Kampf gegen die-Juden unentwegt fott. Ruumehr ist ein Erlaß des Mcnüteriinns des Innern herausgekvmmen, laut welchem cs Ausländer, verböte» ist, i» Arg» ssfe Ad»», den .zwei einzigen bedeutenden CTlm Lettlands, zu wohnen. Auf die Vorstellungen der jüdischen Deputierten beim Innenminister wurde von diesem der Bescheid erteilt, der Erlaß richte sich nicht gegen die Juden uad bezwecke nur, der Dohnrmgsnot in den größeren Ltädten abzuhelren. Temyegnmber wurde durch die juristische Kommission der Rigaer jüdischen Gemeinde festqestellt, daß der Berurerk „Aufiedlung außer in Riga und örbau gestattet" nur auf Pässe von Jude» gesetzt wird, ferner, daß vielfach Juden, welche bereitseit Iah^chnlcn in Riga ansässig sind, als „A u s 1ä n d e r* voy dort ausgewiesen werden. fffrift. Wien. Auf dem vom Antisemitenbund in Salzburg ein berufenem A n t i) c m i t c n t a g am Sonntag kam es .-.'ährend der Ausführungen des Sekretärs des Wieper Anti semiienbundes Gattermaner zu Störungen, die durch aus einer anderen Versammlung kommend Invaliden bcrvorgerufen wurden und in ^Tätlichkeiten ausarteien, Es entstand eine Schlägerei, und die Versammlung des Anttsenlitenbundes mußte vorzeitig geschlossea werden. An ihre Stelle riat eine Versammlung der Invaliden, in - Reuysrk. Präsident Hording ersuchte die Reuyorker „Irwish Tribüne" anläßlich des Rosch-Haschanah-Festes die fol-» gende Botschaft zu vermttteln: Aus Anlaß der Heier des Rasch-Hasthana^Festes freue ich mich, meine guten Wunsche und »ei« Wohlwollen für die jüdische Bevölkerung der Bereinigte» Staate» mA ilsrr Glau»oSbrüder in der ganzen Welt zum Ausdruck drmge» zu SuM». Wir können uns nicht oft genug deraruße» Dropf eruuEru, welche das jüdische Bott der Adelt ge«stet Hot «gd miffßät leistet. Cg ist em guted Gefih^ 0 | ig r»Mder

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