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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-10-07 · 123 (7.10.1921) · p. Seite 339

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
123 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
Seite 339 (sequence 7)
Language
German
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Ztg.") und deren Kreijeir, immer' wieder Gelegenheit zu gehäsiigen Ausfällen. Es braucht wohl kaum erst erwähnt zu werden, daß für diesen Schlag Leute die Juden die Anstifter aller Streiks, aller Unruhen in Irland und selbstverständlich des ruffischen debacle find. Das kennen wir ja. Eigenartig dagegen wird es manchem deutschen Leser erscheinen, lwß man in diesen Kreisen Lloyd George anfeinder. weil er „unter dem Einfluß jüdischer Finanziers. Deutschland zu gut wegkommen läßt". Bei uns har das Liedchen. j das desselben Geistes Kind ist, einen anderen Refrain: bei uns sind es die bösen jüdischen Finanziers, die Deutschland ins Verderben stürzen wollen. Der guten Willens ist. denke darüber nach. Ich will diesesDhema hier abbrechen. Mit aller Deutlichkeit möchte ich hier nur nnh »aaen. daß drüben wie hier alle, die einen großen Glauben an die Zutuns: in ' sich tragen, alle, die aus der Stickluft des gegenwärtigen Europa heraus wollen, diesen Hexensabbat der verschrobenen; Platz verweilen konnten und im Zwange, sich verstärchiD» zu müssen, von überallher ein Stuck Sprache mit sich »Ohmen ans ihre unrastvolle Wanderung. Darum ist im Jhtz-Ph lebhafte Hast, eiliges Flüstern, Angst. Und das ist ihre stärkste dramatische Kraft. Ter weiche, üppige Wohllaut des Vokals der in sinnlicher Schönheit ausschwingt, ist hier ve^ sagt. Sie ist die Sprache der Flucht und wurde im Schatten des Lebens aeboren." » <fm Deisheitsspnrch vor» -er» Gynckgvger». Wo viele reingehen, gehen nicht viele rein, und wo nicht viele reingehen, gehen viele rein. Bücherschau. Gut oomtob, Humoresken und Erzählungen von 1/ion Volff. Leipzig. Gustav Engel. 7 kleine Geschichte» des bekannten Verfassers, die. ohne Anspruch auf künstlerische Wertnnq Engherzigkeit von Zwergseelen nicht mirmacben. Sie wissen, daß eine innerlich reinere und freiere Mew'ckbeil sieghaft dieses Stück Mittelalter abstreisen wird. Diese kurze Skizze wäre unvollständig, wenn üb nicht ein paar Worte über das religiöse jüdische Leben ' iagen würde. Mein Eindruck war der. daß die Zeit des Aiff«:- halts in England und die Abnahme der Religiosität bei den meisten Eingewanderten im direkten Verhältnis steh:. Daß die große Mehrzahl der (wenigen) eingesessenen. vielfach adligen und der Hochfinanz angebörigen Familien nicht orthodox sind, liegt aus der Hand. Unter der erstaenanniew Klaffe gibt es natürlich viele Ausnahmen. Es und immerhin eine Reihe Geschäfte am Samstag geschloffen (ne dürren dann am Sonntag offen halten) und die große Mehrzabl der Mittelstandshaushaltungen sind rituell, wenn auch nicö: im strengen Sinne. Das jüdische Gefühl ist meistens stark ausgeprägt; nur hat man sich — in den meijten Fällen ans schierer Bequemlichkeit, die sich einer lahmen Sopbimk bedient — vom formalen orthodoxen Leben abgewandl. Ein großer Teil der englischen Juden sieht die Snnagoge nur 'am Jom Kippur, Roschhaschona und Peffacb. Dieie drei Feste lverden im allgemeinen strikt gebalren: Ausnahmen gibt es auch hier. Die größte geistige Bewegung in der englischen Judenheit ist zweifellos der Zionismus. Der Gedanke des Zionisntus wird in England von der „intellegemia" gepflegt und hat in tveiten Kreisen eifrige — wenn auch platonische Anhänger. Dadurch, daß die Ziele des Zionismus und die des britischen Imperialismus gegenwärtig parallel lawen. hat der englische Zionist eine starke Stellung. Eine Welle von Unwillen und Enttäuschung lies durch die zionistischen Kreise, als die Bluttaten von Jaffa bekannt wurden. Jnteresiieren wird noch die Stellung des englischen Juden Deutschland gegenüber. Sie ist genau so wie di: aller Engländer, das heiß:, bedingt durch die politische Orientierung und die Individualität des Einzelnen. Ein Teil des englischen Volkes steht noch unter dem Einfluß der narkotisierenden Hetzpreffe, ein anderer (kleinerer) ringt nw langsam zur Wahrheit durch und erkennt die Wirklichkeit. Aus die beiden Lager sind auch die englischen Juden verteil:. * Jiddisch — die Sprache der Flucht. Anläßlich der Besprechung einer Aufführung der Freien jüdischen Volksbühne im Theater in der Josesstadr in Wien findet der Kritiker der „Neuen Freien Presse" folgende intereffante Erklärung für die Entst^ung des „Jiddisch": „DieSprache dieses Theaters ist das.jiddisch", ein nervös bewegliches Idiom mt außerordentlich vbel Kchllauten. Ueberaü in der Welt zu Hause, von Million« gesprochen und dennoch heimatlos, ist sie seltsam durchwachs« von fremden Elementen. Man findet in ihr leicht die Spu-' ren des Leidensweges, der endlos lange Züge von Jnd« aus dem Ost« nach Westen und von hier übers Meer geführt hat. Sie wurde wahrscheinlich überhaupt von Mächtigen erfunden, von Leuten, die nicht lange auf einem fest« zu machen, schliecht und liebenswürdig erzählt sind und deshalb un'ern Geiern empfahlen sein mögen. Sottes-ie«st. ftöta. Freilag dev 7 OtL. abends 5.45 Uhr. Samstag *.15 Uhr. Minchah Glockengüsse 3 Uhr. Iugendgottesdienst Noo»- ftratzc 3 Uhr. Sadbatausgavg 6.36 Uhr. Wochentags morgens 6J5 Uhr, abends Glockengüsse 5.45 Uhr. Roonstrahe 7.30 Uhr. — Io» Nrppnr-Gottesdienst. Dienstag abend Kol-Nidrey 6 Uhr. Mittwoch morgens 7.30 Uhr. Seelenfeier 11.30 Uhr. Ansprache or Neila 5 Uhr. Ivm-Kippur-Ausgang 6^2 Uhr. DiHetdorf. Synagoge Kasern enstratze. Freitag de» 7. Oktober, abends 5.45 Uhr: Samstag den 8. Oktober, vor«. S Uhr, abends 6.40 Uhr. — 3o» Kippur: Dienstag den 11. Oktober, abends 5.45 Uhr. predigt: Mittwoch den 12. Oktober, vorm. 9 Uhr, Predigt 11 Uhr iSeeleujeier); Rachmittagspredigt 4.30 Uhr; Fastenende 6J8 Uhr. Wochentage: morgens 7 Uhr, abends 7 Uhr. Bon». Freitag Abendgottesdienst 6 Uhr: Samstagmorgen 9 Uhr. Sabbatausgang 6.35 Uhr. Der ktagsgottesdievst: Morgens 7 Uhr, abends 6 Uhr. iAA ■4 •4 2 * <4 GottesdienstrOr-nrmg am Verföhmmgsßag 1921 E Bonn. t <4 •4 -4 l Kol Äidrei. . . 5' , Uhr Morgens: Sch^chans . . . b% , Äusheden b. Thora 1t'/, , prellst ... 12 0 Mostaf bie . . 3 » Aufheben der Thora 3 Mincha.3 predigt u. Seelenfeier S'/, Ipllah.5 Schluß des Fastens 6.20 \ Uhr Lahrzeiten. Bon». Sonntag den 9. Oktober: Adolf Fischel. Dienstag de» 11. Oktober: Linterstein. Mittwoch den 12. Oktober: Gebr. Schmitz Donnrrstog den 13. Oktober: Gebr. Roleff. Nebst Borabend. SUteabtr 6er Woche. Freüaa .... 7. Oft 7 Tcschri Samstag. . . 8. n 8 '/ rtt»c na» rpv Sonntag . . . 9 99 9 99 Montag. . . . tv. n 10 99 Dienstag . . . 11. tf 11 99 Mittwoch. . . 12. 99 12 •9 ■vor or Donnerstag. . 13 t9 13 99 Freitag.... 11. 99 14 99 Samstag. . . 15. ff 15 99 ■»:**T*n Kalea-er -es Zahees 5662. . Montag. ... 3 Ost-tzer 4 Tffchri Mittwoch ... 12. / 10 „ Montag ... 17. # 15 m Dienstag . .; 25.' , 23 , Montag. . . 26. Ski. 25 Melew . Dienstag . . .14 Mär, 14 Atz» Donnastag . .13. L»nl 15 3»G» ' Freitag .... r. Fsni 4 «w» ]

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