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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-10-07 · 123 (7.10.1921) · p. Seite 336

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
123 (7.10.1921)
Date
1921-10-07
Page
Seite 336 (sequence 4)
Language
German
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336 9toaL (9. E.-B ) Der txrifymtc russische Opernsänger Schatjapin, der-sich von bier auf eine Tournee nach LoSon u»d New-Dork begab, nahm in sein Repertoire einige jüdsiche und hebräische Kompositionen Rosowskis auf, um sie mit Orchester und Klavierbegleitung in England und Amerika zu singen. Budapest. Der neunzehnjährige Schüler Alfred Herzfeld beging in der Wohnung seiner Eltern Selbstmord durch Vergiftung. In einem zurückgelassenen Briefe begründet der junge Mann seine furchtbare Tat damit, daß er, trotzdem er die Matura mit Auszeichnung bestand, infolge des Numerus clausus nicht in die Unversitat ausgenommen wurde. Budapest. Die der „fernen Freien Presse" aus Budapest gemeldet wird, hatte der dortige Magistrat die in statischen Diensten stehenden jüdischen Lehrer und Lehrerinnen entlassen, die jüdischen Schuldirektoren degradiert, die jüdsichen Handelshochschulprofesioren ohne Begründung an Bürgerschulen versetzt und zahlreichen jüdischen Lehrern den Unterricht in gewisien Gegenständen untersagt. Auf diese Weise wurden über 400 Personen gcmaßregeil. Die demokratischen Stadtreprasentanten haben dagegen eine große Aktion eingeleitet, bisher ohne Erfolg. Pra^ 26. ^epr tIEB> Heute um 10 Uhr vormittags wurde im ^ipungsiaale der israelitischen Kultusaemeiirde in Prag in Anwestnbeit von 35 Delegierten. die 24 südüche Lrganisationen au- 14 Ländern vertreten, die jüdische Weltdillskonieren; 'eierlich eröffne!. Dr. Leo Matzkin. Paris, leitete die erste Sitzung mi: einem Eposö über die Ziele der Konferenz ein. Die jüdische öffentliche keir. sühne er aus. muß sickr denen bewußt werden, daß Millionen von Juden in den einzelnen Ländern in der (Gefahr und. airsgerottet zu werden. Die Juden dieser Länder sttzen ückr in Bewegung, irgendwobin auszuwandern, und wenn dies bei den schwierigen Kommunikationsperhältnit^en heute erst Hundentauiende ven'uchen. jo wird diese Zahl bei der nässten Gelcgertdeit viel größer werden. Wir stehen vor einer fürchterliche» Katastrophe und die Iudenbeir bat bisdcr nicht in der richtigen Weise reagiert. Es haten sich zwar in den letzten Iabren verschiede« jüdische Korporarionen große Verdienste envorben. In den einzelnen Ländern, wie zum Beispiel Kanada. Bereinigten Llauten. Argentinien. England. Frankreich.! Tschecho-Slowakei uiw. baden sich einzelne Verbände und! Komitees ^ait diesen Fragen befaßt: es haben dies aber nicht alle Faktoren getan, die in Benackr kämen. 21 n die-! Km Umstand ist viä gescheiten. Einen erichutreruden Bericht erstattete der eben aus j der Ukraine ««gekommene Delegierte Hillels. Er schilj dene die fürchterliche Lage der Flüchtlinge, die von den DMusttbehördeu! am Ueberfchreiteu der Grenze gebindert werden, und sor- ' dene. daß sich das Hilfswerk auch auf die Sowjetukraine! erstrebe und in direkter Form die Hilfe eneile. \ Jot Namen der Hürs (Iüdisch^amerikanische Hilssge- > jellsthast) begrüßte Häd (Amerika) die Konferenz. Äe j Hias sieht auf dem Standpunkt, daß es ihre Mlicht ist. die ^umrgrünLen vor Schwindlern und Ausbeutern zu schützen. 8mh ist es notwendig, viele gutgemeinte Wohltöchgkeitsaktio«eR in die richtige» Bahnen zu lenken Unsere Er^rung daß die Emigrattonsarbeit durch Soopantion DesoSerr »erden kaum Wohltätigkeit ist nötig, jedoch uur für Mchüinge und andere Zwecke. Für &umgu*fe* dvmutze» »rr ei« gut funktionierende Zentruie, die zur ftjiiki Selbsthilfe für die Einwanderer fitz«» soll. (BeifiL.) Prag, 25. Sept. Die jüdische EmigrationSkonserenz schloß gestern nachts ihre Beratungen. Es wurde der Beschluß gefaßt, eine E,m iarationsbank zu schaffen und eine Emigration-zenitale in Paris mit 'Abteilungen in Berlin und London zu errichten. Ins Direktorium wurden gewählt: Mozkin. Temkin. Esroikim und Gurewitsch für Paris^Iocbelmann. Goldenberg und Pines für London. Dr. Klee. Dr. Moses. Tr. Bruzkus. Kreinin und Lazki für Berlin. Tie .Hias" (Jüdischamerikanisches Emigranten-Hilsskomieee) hat lhren Änichluß vollzogen. Der Zcniralrat sott von den einzelnen angeichlonenen ^raani'ationen gewählt werden. A»erik«. Newyork, 22. Sept. Dem vom amerikanischen Geiundheitsministerium veröffentlichtes statistisches Datenmaterial zufolge ist die Sterblichkeit unter den Newyorker Juden eine viel lleinete als unter der anderen Bevölkerung Newyorks. In der „Bast Stde". wo die Einwohner fast ausschließlich Juden sind, beträgt die Sterblichkeit trotz der Engschast. in der man dort lebt, bloß 6,44 u. T.. während die in den anderen Teilen Newports 12.93 u. T. beträgt. Kuba Newyork, 24. Sept. Die .Hias" entsandte einen Delegierten nach Kuba, um die Lage der dort aus dem Wege nach Nordamerika stecken gebliebenen jüdischen Emigranten zu studieren und ihnen nach Möglichkeit zu helfen. Diese, Emigranten befinden sich, infolge de- Einlaßverbotks in die Bereinigten Staaten in größter 9lot. Die jüdische Gemeinde von Havanna rut zwar ihr Möglichstes zur Linderung der Nor dieser Emigranten, aber die Gemeinde sei zu klein an Zahl und zu arm an Mitteln, um ausgiebige Hilfe erteilen zu können. PoüiSd». Zerusalem, 26. Sept. (Iüd. Korr.-Bur.) Der Bau des Hafens in Haifa ioll in kurzer Zeit beginnen. Die Arbeit wird von der Firma S. Pean'on u. Eo. unternommen und bedeutet eine Ausgabe von 10 000 000 Pfund Sterling, welcher Betrag der palästinensischen Negierung von der Firma vorgeitteckr und durch die der Firma zu gebenden Konzenionen gedeckt werden wird. Jerusalem, 10. Sept. Die Uebersälle und Insulten an der Wcstmauer häuten sich in letzterer Zeit in erschreckender Weite. An einem der letzten Sabbate wurden die an der heiligen Mauer zum Gebete versammelten Juden plötzlich aus den umliegenden Araberhösen mit einem Steinhagel bedacht, der nicht nur den Gottesdienst störte, sondern einige Juden sogar ernstlich verletzte. Die Betenden stoben voller Angst auseinander. Die Polizei erschien am Platz, obne daß die Schuldigen festgestellt werden konnten. Jerusalem, 25. Sept. (Iüd. K.-B.) „Palesrine" meldet aus Genf: Tie arabische Delegation beschloß, nach Amerika zu gehen, um dort von den ausgewandenen palästinensischen Arabern moralische und ftnanzielle Unterstützung zu erhalten. Kölner Nachrichten Köln. Am Donnerstag den 29. September fand im Sitzungssaal der hiesigen Synagogen-Gemeinde eine Zusammenkunft statt, zu der die Nhemlandloge, der Zemralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die Zentralstelle für Wanderfürsorge und die jüdische Arbeiterfürsorgestelle eingeladen hatten. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Herrn B. Feilchenfeld sprach zunächst Herr Rechtsanwalt Dr. Heinz Frank Ser die Oftjubenftage in Deutschland, wobei er im Besonderen aus die Tätigkeit des Arbetterfürforgeamtes der Mischen Organisationen

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