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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-09-23 · 121 (23.9.1921) · p. Seite 313

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
121 (23.9.1921)
Date
1921-09-23
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
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hat einen netten Erfolg £■ verzeichne». vhse einen unen Appell an die jüdische Oepentüchkeil geratet z» haben, «lang es de« Komitee in der Zeit seit dem 15. Angnst IVO 000 Dollar in Barem zu Ehren des Kongreffes anizÄ'ringen. Befti»M„ze> über die Eimoonveruna. Paß des Heimattandes und eine Geldsumme im Werte von 250 Dollars kanabischer Kähruno außer den Mitteln »nr die Bahnfahrt dis zum Reiseziel. Antritt der Reise direkt vom Heimarlante und in unun- :erbrochmer Fabrt mit dort gekauften oder in Kanada bezahlten Äyinskarten. tPrepaids). Sörperliibe und geistige vollkommene Gesundheit, moralisch einwandfrei, genaue Adresse einer - Person in Kanadl. zu der der Einwanderer sicb begeben will. Ausnahmen: 1. Bon dem Besitz von 250 Dollar sinv befreit Eltern, oic zn ihren Kiiwern fahren, Kinder unter 18 $0$ren, die zu ihren Äteru reisen, Frauen, die ihre Männer anffntben. Landarbeiter und Dienfwoten mit gesicherter Arbeit. — Ein Hochschüler kann zugela^en rverden, ohne den obigen Bestimmungen unterworfen zu 'ein. Jedoch muß der Betreffende Nachweisen können, taß ei wirklich Student ist und in eine» kanadischen Kollege oder an der Universität immatrikuliert werden soll. 3. Touristen, Reisende, Mitglieder dramatischer, künsi. ierischer und athletischer Gesellschasien können zeitweilig zuac-! lasten werden, ohne daß die obigen, demmmunzen Anwendung , nnden. Patästin.. ^ernsUtem. tI E. B.j 5o. H. u n .' u 1; i p i tri e n B ov c n s i n Palästina. Tie con der paläsiinensischen Regierung im August 1920 ernannte Bodenko^misiwu zur 11i-:er'u chmm der Bodenr-erhälruine im Lande und zur Fe'tsiellung der Grvtze des zur Kolonisierung geeianetkN Bodens har soeben ihen offiziellen Berich: der Regierung unterbreite?. Tieiem Berich? zufolge sind 5u o. >?. des zur Kolonisierung oeeioneren Bodens nicht kultioier:. iI. E. B.j 75-ö Tonnen Werkzeuge aus Amerika. Aus Reunork tsi hier ein Tarnpter mit einer Ladung von 7«.»0 Tonnen Werkzeugen erugerrosien, die unter den Auspizien der Poale-Zionimichen 's^aiici con den jüdischen Arbeitern Amerikas gesammelt wurden. Tie Ladung sielt: . einen Wer: von 80000» Tollar dar. Knrtsb«d. lI- E. B.) Tie P e' i c t l u n g o o n E m e k j Israel. Die Zionistische Arbeiterpartei erhielt von den anderen am Kongreß vertretenen Parteien die Zustimmung zur : Anfie^lung von Arbeitern üut dem Emek Iisrael-Ländereien. In Betracht kommen 200») Land- und Trraßenarbeiter ein-? ichtiestlich der gewesenen jüdischen Legioninen und der yemcni- ' rischen Juden. Tie Kolonisierung soll teilwiese am kooperativer Basis, teilwei'e durch Privatinit'anoe kleiner Pächter : durchgemhrr werden. | Kölner Rachnchten 5Vl». Am vergangenen Sonntag fand hier in den Räumen des Gabriä Riefler-Bereins eine Führertagung des Berbandes jüdischer Iugendvereine Deutschlands statt, auf der alle inneren Fragen der Jugendbewegung erörtert würden, um befruchtende Anregung hrnausgche» zu lassen ms Land. Der Abend vereinigte alle Freuiche der Jugend - dewegung im großen Saale der Rhemlandloge zu einer eüchrucksvollen Kundgebung. Bor überfLtem Saale sprachen die bekanntesten Führer der Bewegung und gaben durch ihre sein gegeneinander adgestimmten Reden ein schönes Bild vom Werden, Dachsen und Sein der jÄischen lügend nuferer Zeit. Fräulein Dr. Lora Berttuer sprach von der enffchiedenen Abkehr der Jugend von aller Gewalt, chrrr Verinnerlichung und chrem Idealismus. Paul Auffeester stieg hinab ins jüdische Altertum und zauberte die Gestatt Moses' vor die Blicke seiner Hörer, der ganz aus Liebe »ach Diätst gestellt, seinem Bott die Frechett gegeben. Kurt Reu-Bersiu behandett prägaaut uud klar das Ber- HÄtuis der Jugend zur PoM.pellte das «Kpoktffche Wese» zumal unserer, jüdffcheu Iugeud fest und rief ebeüfalls zur Abkehr von aller Poltttt und Gewalt auf, mtt dieser Fordetunneue GBchvpMitte.b»v»ßBk»bMkJrfo Rmupf gegen den AntisenÄKmus, berWebe «ndWWche zuÄeich von uns verlade. Sehr schö» und herMch vvndte nach chm Kurt Zacharuw-Bremen diese Forverimgaus unser Verhältnis zu unser» östliche» Brüdern au, fchSberte das namenlose Elend vor allem in der Ukraine mA rief zu Tat und Hilfe aus. Dan» sprach Smny Rose»berg-Leer als Vertreter der Landjugend, chre Sehnsucht, chre» Kmnpf und chre kleinen und großen Freuden lefardig schKdernd. Die Arbeit sei schwer, aber wen» die Stadt fas Laad unterstütze, würde der Erfolg nicht ausblechen. Endlich nahm der Vorsitzende des Berbandes, Dr. Alfred Apfel, das Wort und faßte in längerer Rebe zusammen, was alle wollten. Er schilderte lebendig die Entwicklung der Jugendbewegung, die urfprmrgttch de« ominösen Namen der neutralen trug, sich allmählich aber mrs den überlieferten Begriffen des negative« Adwehrlampfes sich befreit und zum positiven Kampf sich durchgerunge«. Er wies hin auf die Tagung des Berbandes, die fo recht beweise, daß es sich um leine Iugendpftege, sondern eüre Jugendbewegung handle, und wandte sich schließlich erweckend,, mahnend, aber auch warnend an seine eigenen Freunde und Mitarbeiter. Vor allem galt seine Warnung denen, die sich dem Zeitgeiste willenlos preisgegeben, einem schwärmerisch exotischen Mystizismus hingLen. Ihnen Halt zuzurufen, sei Pflicht jedes Führers. Aufgeregthett fei kein Programm. Auf der anderen Sette dürfe man auch die Politik als solche nicht verdammen: was sie lestten könne, bewiese der 12. Zionistenlongreß, den er als historisches Ereignis und besten Führer er als die größten Männer der jüdischen Gegenwart feierte. Er rief die jüdstche Jugend zur Einigkeit und wandte sich zum Schluß besonders an die Kölner Jugend, die nach langem Wttttrrfchlas zu neuem Leben erwachen und wieder, wie einst, zu einem Horte der jüdischen Jugendbewegung werden sollte.. Rauschender Beifall folgte seinen Worten, denen sich die Schlußrede des jungen Paul Eppstein-Ludwigshafen anschloß, der in idealem Gedankenflug seine Hörer mtt sich fortriß. Alles in allem eine eindrucksvolle Versammlung, wie wir sie in Köln nur ganz selten erleben. Das Modell der Schmerze« Novelle von Israel Zangwill l Fortsetzung.) Ich näherte mich ihm endlich und sagte: „Guten Morgen!" Er erhob sich und ohne ein Klagewort schien er sich rasch entfernen zu wollen, wie einer, der es gewohnt ist. ül»erall fortgejagt zu werden. „Guten Morgen!" sagte ich noch einmal, aber diesmal in deutscher Sprache, denn bei meinen nutzlosen Wanderungen durch London hatte ich mehrfach die Erfahrung gemacht, daß die Juden der-verschiedenster Nationen sich in einem verdorbenen Deutsch, dem sogenannten Jiddisch, zu verständigen pflegen. Er hielt inne, scheinbar beruhigt. „Gut Morgen!" sagte er leise. Ich sah nun, daß er von königlichem Mrchse war, wie einer der Söhne Enaks, und daß in seiuevr ganzen Wesen ein seltsames Gemisch von Majestät uud Demut zum Ausdruck kam. chch„Berzeihen Sie," fuhr ich in absichtlich schlecht gesprochenem Deutsch fort, „darf ich eine Finge an Sie richte«?" Er machte ein seltsam bejahendes Zeichen, indem er die Achseln zuckte, wobei auch ferne Handflächen Leicht in die Höhe fuhren. „Suihen Sie vielleicht Arbeit?" „Warum wünschen Sie das zu wissen", erwiderte er meine Frage, wie das die Juden sehr gern tun, mit eitler andern Frage.beantwortend.

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