Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 121 (23.9.1921)
- Date
- 1921-09-23
- Page
- Seite 312 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die GewHensfrerheit wolle mtmaab damit beemträchtigeu. (ZoftzmMLLg rechts, Lachen links.) Zar Eimvaadermysfrage wurde folgender Befchlaß gefaßt: Der zwölfte Zionistenkongretz fordert die freie and uneingeschränkte Einwanderung der 3u5en nach Palästina als die wichtigste Borbedingung für die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes. Die Regeln^ der Einwanderung soll durch die zionistische Organisation unter Einvernehmen mit der palästinensischen Regierung erfolgen. Zur Durchführung der Einwanderung wird eine Emigra- : tions^ntrale eingerichtet. Zu einer prinzipiellen Entscheidung über die Berwen-! düng des Keren Hajesiöd fPaläftina-Aufbauionds) kam es > bei einem Anträge, den der Wortführer der Opposition, Julius Simon-London, der bis vor kurzem selbst der Exekutive angehörte, gemeinsam mit Hermann Struck-Berlin, Goldberg-Amerika und anderen eingebrachl bat und der j dahin geht, daß die Inhaber der Zertifikate des Keren! Hajesiöd keinen Anspruch auf Erträgnisse aus aewinnbrin-! geuder Anlage baden, da der Keren Hajesiöd ausschlietz- ' liches Eigenwm des jüoischen Volkes sei. Ter Antrag fand nur 11 Stimmen, und mit überwiegender Mehrheit wurde ein von Dr. Handike-Berlin namens der Verwaltung des : Keren Hajesiöd gestellter Gegenantrag angenommen, wonach die Zertisikatinhaber des Keren Hajesiöd bis zu 3ü; v. H. chrer Zeichnung nach Ablauf von füni ^abren, wenn sich Erträgnisse ergeben, eine Dividende zugesichen er-; halten. Die Schluß-Sitzung begann gegen 1 Uhr morgens. Rach langwierigen Vorverhandlungen konnten die Vorschläge für die neue zionistische Delterekutire dem Plenum des Kongresses unterbreite! werden. Unter jubelnden Beifasiskundg^ungen wurden Prof. Dr. Weizmann-London und Nachum Sokolow-Paris pi Vorsitzenden der Exekutive wiedergeroählt. Die deutschen Zionisten sind durch Richard Lichtheim und Prof. Pick venreten. Außer diesen gehören der Exekutive an der litauische Minister Solowestschit und Leo Motzkin-Paris, Wladimir Iabotinfki-London, sowie die ^Palästinenser Dr. Eder, Dr. Ruppin und Ussischkin. Hieraus hielt der Kvnareßprasident, Rachum Sokolow, die Schlußrede. Er wies darauf hin, daß das jüdsiche Rationalheim kein Traum mehr sei, da man den Ausbau bereits begonnen habe. Er schloß, indem er der Regierung des Landes und der Stadt Karlsbad besonders für die - Gastfreundschaft dankte. Es war 3 Uhr morgens, als der Kongreß unter dem Gesänge der jüdischen Rationaldvmne auseinanderging. Wochenschau Tatsache« mrd Ergebmffe Deutschland. Berti». 250 Jahre jüdische Gemell:7e. Im iRzamtr. res üblichen G»t:csdi«stes cm 10. 2tpiim'uz ir der Aller. Synagoge die Feier de- 250jährigen Bestehens rer jüdischer Gemeinde zu Berlin na::. TieFestrede ba.:e Rcbviuer Tr. Petmhowski übernommen. Tie Eboraeiänge 'ährte der Syna» gogevchor an-.. Berk». Tie Ebewra Sariicha Groß-Berlins gehr tjwmehr daran, in den verschiedenen Bezirken Aerz:e auzusrellen, deren Ausgabe 'ein wirb, bedüringe Kranke, insbesondere Bereinsam:e, unemgelllich zu behandeln. In besonders würdigen Fällen soll« den Kroack« auch Aedikamenre aus Mineln der Ehaora verabreich: werden. Im Zusammenhänge »ir dies« Bestrebungen ist auch eine Bewegung i« Gange. iämiliche Jude» Berlins, soweit sie Mitglieder der Jüdischen Gemeinde stad, in die (SSjeuna Kadischa aufzunehmen. Bei der allgemin« Wertsthätznng, deren sich die CSxirra Zkadiicha bei all« religiö. s» Richtnng« innerhalb der Iuderchrit Berlins erfreu:, dari angenommen werd», daß diese Bestrebung« Grstckg Hab« werden. t I HambnrO. Die eene Iefi^iba. Rach viel» ^ahr- \timtai erhebt sich hier an der Statte, wo Ehacha» Zen», R Jonathan Eibenschütz und R. Iaklch Emden gelehrt haben, wieder eine Icichtba. Am 15. Juni wurde die Jeschiba «uter der Leimng des siberrabbiners Tr. Spitzer crönnet. ^»iche». Aui dem deusichnatioualen Parteitag führre Pro». Tr. Brunstaedr-Erlangen folgendes aus: ,Wir Densichnationalen sind alle einig in dem Bestreben, die willige Krage des Iuden:ums leidenschaftslos zu betrachten. Tas Judentum :st ein »remdes Volkstum, das innerhalb der Grenzen msiereS 2:aa:ts verbicuei ist, nach der geschichtlichen Entwicklung, die m:r nich: rückgängig machen können. Wir müsien dafür trag«. 7aß kein Jude mehr zum Führer deS Staates bestellt wird. rrie herrschen durcb Geldmittel. Ter Kampf gegen das Judentum :»'i ein kleines 2iüd des großen Kampfes des d«lschen Volkes, um dre Seele des Volkes überhaum. Nicht durch gesetzliche Maßnahm« kann die Iudenherrschast gebroch« werden. Ta muß jeder mirheli«. vor allem die Deutschnanoaaien." Zum Scküuß gab er unier Beifall der Versammlung seine« Tanke -r. d:e Gründer der Teurschnationalen Bolkspartei bcrefet« Ausdruck tür ihr energisches, furchtloses und unentwegtes Ei». ..'eien 'ür die Ideale der Partei und für ihren Staatsge- :ank«. Berti». Tämmerrs? Ueber die Haltung der Iud« .-. Sberichlesien schreibt die deutsch-nationale ^Deutsche Tageszeitung": .Es war verkehrt, daß einzelne Leute erst durch 'rrenge Verboie der Leitung dazu bewegt werden konnten, das Hakenkreuz van Hut und Kragen abzmegen. Tenn abgefeh« r-aoon, daß ein sehr tluger Mann neulich den Verdacht aüsge-?roch«. ha:, das Hakenkreuz sei eine jüdische Erfindung (!!), -m Amifemiien sich: bar zu kennzeichnen, war dieses Sinnbild £be^'ch!en« nicht am Platze. Tie Juden berschlefiens bil- 7c.-. e.ne zahlenmäßig ziemlich starke Bevölkerungsgruppe. Ihre 3vUz ist ungefähr wie anderwärts — mit derjenigen der demokran'chen S:immen gleich. <?) In ihrem eigen« Jntereffe bade.- die ob<rschlesischen Juden überall gegen die polnische Ge- 'ahr Lid-erfrand geleistet, was man nur von ihn« erwart« kann. Zwar, um auch darüber osi« zu sprechen, im Selbst- ''chnp waren ibrer sehr wenig zu finden; ich habe nur von drei« *?.') gehört, von denen sich einer anerkannt scho«dig in vorderer Frour geschlagen hat. Aber bei jeder Arr Hilfelei- 'mng r:i den Seibfrschutz tvar die jüdische Bevölkerung sehr rege und bvch gerühmt wurde der Mut eines jüdisch« Kansma-nrs im L^drohren Gebiet, der zu einer Zeit, wo für d« Tennchen aui den Besis eines Revolvers eine zweijährige, iu Frankreirb zu verbüßende Zuchthausstrafe stand, ganze Wag« mi: Wa^e.-. nnd Munition unter dauernder Gefahr herangezzi&r. bc:“ . x. . eem _.— K«risb»d. tI. C. B.j Die hier unter Vorsitz dcabum Sokvlos araebal:ene Konfer«z der jüdisch« Nationalräte hat be- 'chlosie.-., eine ans d« Herr« Leo Motzkin, A. Mejnikow und N. Sckolrw befrchende Telegcnion rur Tagung des Bölkerbundes G^ni zu «lsenden. ' Ihre Amvesenheit in G«f wchrend 7-er Tagung des Bölkerbmches wird aus diesem Grunde als iTs.ctrk notwendig betrachte:, damit sie auf eine günstwe Lö- 'nn.g einiger wichtiger jüdischer Probleme einwirk« wun«. 7.e bei bevorstehenden Tagung vom Völkerbünde behandelt werden 'oll«. Ruhlnud. Ne»tz,rt. Russisch - amerikanischer Briefocrkebr. iI. E. B.) Ter „Idgezkom" sjüdisches gesellfchaftl'ckes Komitee) ha: bei allen sein« Büros besondere Abteilungen stir die Beorderung und llebermittelung von Brisen rusisicher Iud« an ihre Verwandten und Freunde in Amerika errichte:. Einzelheit« über die Tätigkeit dieser Aenuer soll« ir. kurzem oerönensilicht werden. Loudo». Hinrichtung von zwölf Pogroma u st i s l e r n. lI. C. B.j Einer Meldung des Barschaner Times-Korremtud«!« zufolge hat das RevolutwustribmuA in Slazk zwölf Person«, die am lieberfalle auf die j^ischen Glasarbeiter im Starzew teilgenomm« haben, bei de» ncha Juden ermorde: und rwöls schwer verwunde: wurd«, zun» Tode verurteil:. Lmeriku. Report. Erfolg des Lereu Hajessod in A»er i k a. s^. C. B.) Das ameristmische Ker«-Haseffod-Lo»rtre