Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 117 (26.8.1921)
- Date
- 1921-08-26
- Page
- Seite 266 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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tilgt ungeheuren Verantwortung, da bleibt seine Stimme ungehört, und jeder zionistilcheJpnge hat, ohne je da- Buch geft^n zu haben, bereits zm Hand: „Ach, Cohen, - j - Mrr jcheMt/:eMMchlecht- ,div so Hohes „eckmyt »zu haben glaM, darf selbst als-erledigt gelten/ » 7' - M—m. •; Wochenschau Tatsache« und Ergebatffe o;o.o.o;o;oTcoooo roVnoooo;oooooooooooc,Voo;oVo"oVo Deutschland. Berlin. Im Hauptausjchuß des preuß. Landtages sollte nach Angabe zahlreicher, insbesondere rechtsstrherwer Zeitungen der preußische Minister des Innern Dominicus von einer Einwanderung von mehreren hunderttausend Ostjuden nach Deutschland gesprochen haben. Auf eine Anfrage des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands bei dem Minister hat dieser dem Arbeiterfürsorgeamt mitgeteill, daß er keineswegs von einer Einwanderung von mehreren hunderttausend Ostjuden gesprochen habe, sondern von mehreren hunderttausend Fremdstämmigen. Die Zahl der in den Jahren 1914—1921 nach Deutschland eingewanderten Ostjuden beträgt, wie aus den Mitteilungen des Arbeiterfürsorgeamtes bekannt ist, im ganzen zirka 100 000, von denen über 40 Prozent inzwischen entweder in die eigentlichen Auswanderungsländer abgewandert oder in ihre HAmat zurückgekehrt sind. Hakberstadt, 16. Aug. Aus dem Büro des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel wird uns geschrieben: Gegenüber den Gerüchten, die uns aus verschiedenen Städten zugebracht werden, und die auch in der Presse Eingang gefunden haben, erklären wir: Der Hilfsverein der deutschen Juden, der jetzt ebenfalls eine Aktion zugunsten der ukrainischen Juden eingeleitet hat, ist an die Agudas Jisroel mit der Anfrage herangetreten, in welcher Weise eine gewisse Gemeinsanckeit zwischen beiden Organisationen erzielt werden könnte. Es wurde für die Orte, wo eine Sammlung noch nicht eingesetzt hat, ein Verständigungsvorschlag für eine gemeinsame Art des Sammelns erzielt, welche den beiderseitigen Vertrauensleuten zur Befolgung empfohlen werden soll. Wie weit die praktische Arbeit für die Ukraine vereinigt werden kann, soll festgestellt werden, ivenn die Berichte der beiderseitigen Abgesandten vorliegen, die jetzt in die Flüchtlingszentren reisen. Das in der Presse angegebene bisherige Sammelergebnis entspricht nicht den Tatsachen. Memmingen. Der Großhändler Wilhelm Rosenbaum wurde vom Landgericht Memmingen wegen Butter- und Mehlschiebungen sowie Wuchers zu einer' Gesdmtgefängnisstrafe von fünf Wochen und einer Geldstrafe von 3000 Mark verurteilt. Bekanntlich gaben diese. Verfehlungen Rosenbaums den Antisemiten in Memmingen Anlaß, zu einer allgemeinen Jubenhetze und es kam zu schweren Krawallen und Ausschreitungen gegen jüdische GeschästSlnüe. In einer Eingabe der Israelitischen Kultusgemeinde Memmingen an den Stadtrat wurde das Schieber- und Wuchertum schärfstenS verurteilt, aber anderseits Är die rechtlich denkenden lüdischen Geschäftsleute Schutz gefordert.' Der Stadtrat hat die antisemitische Hetze schärfstenS verurteilt und dem Bür-' germeister wurde das Recht zugesprochen, bei künftigen Krawallen Reichswehr zu Hilfe zu rufen, da die Polizei zu schwach sei, um die systematisch betriebene Judenhetze zu verhindern. Gegen die Anstifter und Teilnehmer an den Krawallen in Meumnngen ist Strafverfahren ein geleitet worden. - ' Dmyig, 17. Aug. (Jüd. Korr^Bnr.) Die hiesige Zionistische Oraanisatüm^iutervemerte beim Sekretär deS Völkerbundes, M. C>^ü6j«heit der in Danzig wvhMsi^i, LZstjuden>''die>rdob ArPwäsMM beütchk find. M^olbün uvejprach Möglichstes zurlvWiftermrg Ihrer Page u, IStat&tttfie! Bei - Berätiiwgldes EntzoDs betr. Änderung des'Gesetzes über^ die Aufbesserung gering besoldeter Pfarrer aus Staatsmitteln, beschloß der indische Landtag, die Gelder, nämlich 350 000 Mark für den katholischen, 300 000 Mark für den evangelischen und 800 Mark für den jüdischen Kultus künftighin der Kirchenbehörde ohne Forderung des Nachweises für Verwendung direkt auszuzahlen. Die Vorlage fand einstimmige Annahme. _» *- Wien. Die Wiener Ukraine-Sammlung hat bisher etwa eine halbe Million Mark (deutsche) erbracht. In einer hier stattgehabten Sitzung des leitenden Komitees, in der Herr Dr. Krämer über eine Reise nach den an die Ukraine angrenzenden polnischen Gebieten berichtete, wurde eine siebengliedrige Waistnkommission eingesetzt und beschlosten, zunächst 50 ältere Knaben zur Versorgung zu übernehmen. Bewilligt wurden ferner für die Ukraine-Flüchtlinge in Ostgalizien 4 Millionen polnische Mark, für den Bezirk Kowel 1,5 Millionen polnische Mark und für Rowno 5 Millionen polnische Mark. Aus den Geldern sollen Emigrantrnheime, Tagesheimstätten für Kinder. Küchen, Teehallen, Werkstätten erichtet und der Transport von Auswanderern ermöglicht werden. Ein Kleidertransport soll in Kürze nach Wolynien abgehen. Wien. Gegen die beabsichtigte Ausschaltung der Arden aus dem Ungarischen Oberhaus hat die Uwelitische Landeskanzlei in einer Eingabe vom 26. Juli an den Aistizminister Stellung genommen und darauf hingewiesen, daß seit 1885 die Juden stets durch zwei Mitglieder, entsprechend den zwei religiösen Richtungen, im Magnatenhause vertreten gewesen lvaren. Prle». Warschau. Berichte aus Pinsk melden von einer schrecklichen Feuersbrunst, die in wenigen Stunden über 700 Häuser einäscherte und über 5000 jüdische Familien oRmchlos machte. Die vereinigten Feuerwehren aus Pinsk, Brest. Kobrin und anderen Städten standen machtlos dem Elemente gegenüber.' Der Schaden beträgt Milliarden. Leider gab es auch Menschenopfer, deren genaue Zahl noch nicht festgestellt ist . Die „alte Schul" wurde mitsamt anderen Synagogen und öfentlichen Gemeindebauten ein Raub der Flammen und mit ihnen verbrannten einige hundert Thorarollen. Die jüdische Bevölkerung kampiert ohne ORmch, Kleidung und Nahrung auf den Feldern. Bon Warschau aus ging heute das erste Hilfsauto mit LebenLmitteln und Medikamenten dahin ab. Warschau. Die „Gesellschaft zur Entwicklung des nationalen Lebens in Polen" beruft jur November d. I. eine Konferenz ein, auf deren Tagesordnung ausschließlich die Bekämpfung der Juden auf allen GebÄen des wirtschaftlichen und politischen Lebens in Polen stÄht. Unter den Referaten, welche für diese Konferenz bereits angekündigt werden, seien unter anderen hervorgehoben: „Die internationale Machtstellung der Juden." „Die Rolle der Arden im Kriege". „Die Politik der Krden in Polin und in Beziehung zu Polen." „Die Herrschaft der Inden in den polnischen Städten." „Der jüdische Einfluß in Ateratur und Kunst." „Die jüdische Ethik." „Dre Befreiung der polnischen Städte von den Juden."