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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-08-12 · 115 (12.8.1921) · p. Seite 251

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
115 (12.8.1921)
Date
1921-08-12
Page
Seite 251 (sequence 3)
Language
German
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führt. Die Griechen führten bei ihren Prozessionen die Karikatur eines RabbiS mit, »»durch sich Mitglieder eines jüdischen TurnklubS beleidig fühlten. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem die interalliierte Polizei dazwischen trat. Eine Anzahl Griechen wurden verhaftet. Der Cyachan Baschi protestierte gegen die Herausforderung sowohl bei der Kommission der Alliierten, als beim Justiuninister und beim griechischen Patriarchat. Der Patriarch sagte den Erlaß eines Hirtenbriefes zu, in dem zu anständigem erhalten gegen die Juden gemahnt wird. Leider gelangen auch aus Smyrna Nachrichten hierher, daß man von griechischer Seite den jüdischen Einwohnern eine sehr schlechte Behandlung zuteil werden läßt. Saloniki. DaS griechische Kriegsministerium hat die Juden Salonikis von der Mobilisation befreit, solange die Nationalversammlung nicht das Gesetzprojekt über die Militärpflicht der Juden verabschiedet haben wird. Laut diesem Projekt sollen die Juden Salonikis das Recht haben, sich gegen ein Lösei geld vom Militärdienste frei zu machen. j I Bulgarien. Soft». (I. C. B.j Tie bulgarische Kammer nahm das neue Schulgesetz in allen drei Lesungen an »demzufolge die Erziehungs- und Bildungsansprüche der nationalen Minderheiten erfüllt wurden. Im Einklänge mit dem neuen Gesetze übernahm die bulgarische Regierung die Deckung des Budgets des gesamten jüdischen Schulwesens durch staatliche Mittel, obwohl die Verwaltung dieser Schulen auch künftighin den gewählten jüdifchen Schulräten anvertraut bleibt. Eine vom russischen Detektiv Putnin herausgegebene Broschüre zur Aufhetzung der Bevölkerung gegen die Judeii, wurde von der bulgarischen Negierung konfisziert. Schweiz. Zürich. Die Schweizerisch-Teu.tsche Hilsskommission für notleidende deutsche Kinder (Dr. Swyzer, Kastanienbauni-Luzern) bat ihr Arbeitsfeld erweitert, indem sie auch der Studentenfürsorge ihre Aufmerksamkeit schenkt. Ohne von jüdischer Seite dazu ersucht worden zu sein, hat Dr. Swyzer dem Israelitischen Hilfsfonds in der Schweiz (Sitz Luzern) einen Beitrag zur Verfügung gestellt, welcher jüdischen unterernährten Studenten und Thora-Hochschülern aus Deutschland einen längeren Ferienaufenthalt in DeutWand oder in der Schweiz ermöglichen solu Der Israelitische Hilfsfonds, welcher bereits 125 000 Franken für die Kinderheime erhalten hat, ernannte eine eigene, sur die Studentenhilse arbeitende Kommission. Um die Mittel möglichst zu vergrößern, hat der Hilfsfonds bei den Akademikern der Schweiz eine Sammlung eingeleitet. Belgien. Antwerpen. Die Mitglieder der jüdischen Welihilfskonserenz, Anitta Müller und H. Jefroikin, verweilten in Begleitung des Delegierten der kanadischen Waisenkommission einige Tage in Antwerpen, um für die über Antwerpen nach Kanada und Argentinien zu dirigierenden jüdischen Waisentransporte aus der Ukraine Unterkunft zu beschaffen. Auf einer großen Fraueiwersammlung, in der Anitta Müller als Rednerin über die jüdische Kinderfürsorge auftrat, meldeten sich gleich 50 Familien zur Uebernahme solcher Waisen für die Zeit ihres Aufenthaltes in Antwerpen. Amerika. Reutzork. Die in Denver abgehaltene Konferenz der amerikanischen Arbeitersöderation hat die Frage der Einwanderung in die Bereinigten Staaten beraten und einstimmig eine gegen die Einwanderung gerichtete Resolution gefaßt.' Besonders unangenehm wird die Resolution, da sie in Anwesenheit jüdischer Delegierter ohne deren Einspruch angenommen wurde. Frankreich. Paris. Edmond de Rothschild hat der notleidenden französischen Wissenschaft eine große Stiftung gemacht, nicht weniger alS'10 Millionen Franken auf einmal. Tie wissenschaftlichen und künstlerischen Zentralinstitutr von Paris haben zur - Verwaltung dieser Stiftung einen Ausschuß eingesetzt, der ähnlich wie die^ Rcügemeinschast der deutschen Wissenschaft, aus Vertretern der verschiedenen Wissenschaftszweige besteht. 600000 Franken werden jährlich verteilt werden können und zwar die Hälfte an einzelne unterstützungsbedürftige Gelehrte, die andere Hälfte im ganzen oder in Teilen für besonders kosssvielige und wichtige Forschungen. Die Unterrichts- und Forschung^- institute des Staates sollen an den Bewilligungen aus der Stiftung keinen Teil haben, die Unterstützungen sollen vielmchr nur an unabhängig arbeitende Gelehrte und hauptsächlich für physikalische und chemische Arbeiten vergeben werden. England. London. Die Zionistische Erekutive in London berichten Freitag, am 22. Juli, hat Dr. Äeizmann an einer wichtigen Konferenz über die Palästinafrage teilgenommen, bei welcher der Premierminister Lloyd George, Balfour, Churchill und Sir Maurice Hanken anwesend waren. Weizmann setzte ausführlich die zionistische Anschauung über die gegenwärtige Lage in Palästina auseinander und machte eine Äeche von Vorschlägen für durchzuführende Reformen, die für die Verwirklichung der Balsour-Teklaration unerläßlich sind. Diese Vorschläge lverden nun von der englischen Regierung beraten. London. Die ukrainische Hilfsgesellschaft in London (26a Soho Square) hat mit dem Ukrainischen Hilfskomitee in Kischinew ein Abkommen getroffen, durch das die Möglichkeit geschaffen werden soll, Aufenthaltsort und Befinden ukrainischer Juden im Interesse auswärtiger Verwandten festzustellen. Jnleressenlen können entsprechende Fragebogen an der oben genannten Adresse erhalten. London.!J. E. B.) Tic Föderation der Ukrainischen Juden in England gibt ein Schwarzbuch heraus, das das gesamte Material über die Judenpogroms unter dem Regime Denikins enthalten wird. London. iJ- E. B.) Tie Ankunft der arabischen Delegation aus Palästina, wird hier täglich erwartet. Wie wir erfahren. werden Vertreter der Exekutive der zionistischen Weltorganisation zu einer formellen Konferenz mit der arabischen Delegation zusammentreten, um eine Grundlage für die Verständigung zwischen Juden und Arabern in Palästina zu finden, die eine friedliche Zusammenarbeit beider Völker am Wiederaufbau Palästinas ermöglichen soll. Das Kolonialministerium bekundet großes Interesse für diese arabisch-zionistischen Verhandlungen. In politischen Kreisen wird erwartet, , daß zwischen den zionistischen Aspirationen und der arabischen ' Ambition ein Modus vivendi gefunden werden wird. PaUiftb». Pari. Die arabische Delegation, die von Palästina nach London fährt, ist hier angekommen. Sie besteht aus 4 Mohammedanern und 2 Christen, sämtlich geborene Palästinenser. Der Führer der Delegation ist Musa Kafim Pascha. Bei ihrer Abfahrt von Palästina hat die Delegation ein Manifest erlassen, worin sie erklärt, der Zweck ihrer Reise sei die Forderung einer selbständigen Regierung für Palästina, an welcher kein fremdes Volk sich beteiligen soll. Sie will verhüten, daß die Araber ihres Landes beraubt werden und für Schutz ihrer Interessen sorgen. Die Delegation ist auch gegen die Balsour- Teklaration und fordert ihre Annullierung. In Palästina soll eine nationale Regierung der Eingeborenen gebildet werben, die einem gewählten Parlament verantwortlich ist. Bei ihrer Durchreise in R o m hat die arabische Delegation den Vertretern der dortigen Presse erklärt, daß sie fthr befriedigt ist über die Kundgebung, welche der Papst jimgst gegen den Zionismus gemacht hat. Jerusalem. (I. C. B.) Eine soeben verlautbarte Verarg nung des palästinensischen Einwanderungsdepartements führt eine Kopfsteuer von 1 Pfund Sterling für jeden, in eine« palästinensischen Hasen landenden Einwanderer ein, mit Ausnahme solcher unter 16 Jahren, die bloß 20 Piaster an Kopfteuer zu entrichten ha en. Die in den l^ten Tagen eingetrvfenen jüdischen Emigranten konnten ohne jeden Zwischenfall ' anden. - Kairo. (I. C. B.) Rabbi Teitclbaum und Harrh Fischet, sind als Delegierte der unlängst begründeten.,,4unerrklMWen Ballgesellschaft für Palästina, hier emgetrofsen und traten fegleich die Weiterreise an, um mit den Vorarbeiten Ö» He Aufnahme der Bautätigkeit nach den Plänen ihrer Gesellschaft zu beginnen.

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