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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-08-12 · 115 (12.8.1921) · p. Seite 250

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
115 (12.8.1921)
Date
1921-08-12
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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nrcht urteilen. Das Alter kann ans dem 19. Jahrhundert nicht mehr gut hiaus. Es ist unrettbar verloren an dieses Zeitalter der Vernunft und wird die neue Zeit immer nur mit zurückgewandtem Blicke erleben. Ter Gburbe an die! Vernunft wird aus^ diesen Köpfen nicht mehr herauszu- ' schlagen sein. Auch der Glaube an die Naturwissenschaften! wird bei denjenigen, die diese ganze Entwickelung mitgentacht haben und das MachtLewußisern dieser Entwickelung gefühlt haben, im allgemeinen nicht mehr erichüttert werden; können. Aber Sie, die Jugend, Sie sind doch die Männer und die Frauen des 20. Jihrhunderis. Sie find doch die Jünglinge und Mädchen der neu aufkommarden Zeit. Wenn Sie verhaftet bleiben in diesem Vernum:zeiraller und in diesem Zeitalter der Naturwissenschaften, dann ist es aus. - Aber, das merken Sie wohl: Bei all der Fragwürdigkeit, in j die wir hineingeraren find. wird, meine lieben Freunde, weder der Erpressionismus, noch der Kommunismus, noch all die anderen Ismen unserer Zeit uns berausbelfen, weil alle diese Bewegungen und ihr geistiges Wirken in der Zeit nicht den Versuch machen, ernstlich und wabrhaft zum Unendlichen in Beziehung zu treten, nickt den Deriuch machen, den letzten Dingen unerschrocken ins Auge zu Kben. — iveil nämlich bei all diesen Bestrebungen eins refch. nämlich die große Erkenntnis, daß man nickt durck den Willen und nicht durch die Erkenntnis und nickt durck die Pernunft — denken Sie an die Dorre des Vorredners, die w bezeicknend find, an seine ganze Arr zu iprecken — :£> iaae. nickt der Wille, nicht die Vernunft, nickt dte Erkenntnis vermögen das Unendliche zu erraffen, sondern nur die aus diesem allen zusammengefaßle und zusammengefloiBene Simibeie: Ter religiöse Sinn, der den rationellen Krähen nicki mehr wahrnehmbar ist. Emil Cobn. I Schluß ™[gt. Wochenschau Tatsachen und (Lrge-mffe crolololololololoio.oio.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.o. 0.0.0 .OAOAOAOAOAOAOAOAOAOAOAQA<»AOAC.OAOAOA«>AOA0, De»tschla»d. Berlin. Tie Sekretäre des Arbeirei^ünuigeauitrs der^jüdischen L-rganisationen Teutfchlands Herr Heroer und Tr. Scnator wurden am 27. Juli vom Reichsminiüer des Innern Herrn Tr. Gradnauer empfangen. Im Lau'r der Unterredung die ungefähr eine Swnde lang wähne, wurde iestgestellt, daß der Minister mit der Politik des ArbeitenMnorgemures durchaus einverstanden sei. Er gab der Ansicht Ausdruck, daß zwar ein neuer Zuzug von Lftficken in das unter der Uebersüllung aller Berufe leidende deutsche Reichsgebiet nach Möglichkeit verhindert werden muffe, daß aber andereneits die bereits in Deutschland ansässigen, zum großen Teil arbeirssähigen und arbeitswilligen ostjüdischen Elemente am dem Wege über eine verständige Sozialpolitik der deutschen Bsükswrnschait^ reibungslos würden eingegliedert werden können. Er begrüße daher die Tätigkeit des Arbeiterfürsorgeamies. die in der oben angedeuteten Richtung beste Erfolge erziele Habe- Berlin. Die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. unterbreitete der Zenrralwohisahrrsstelleder deutschen Juden, Berlin, vor kurzem folgende Anregung: Infolge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse find ein großer Teil des Mittelstandes, insbesondere jüdische Kultnsbeämte, Lehrer, Kantoren nicht mehr in der Lage, in Krankheitsfällen irgend ein Bad oder eine« Kurort anszuMchen, da die Preise für Wohnung und Berpflegung für diese Kreise in keinem Verhältnis zu ihrem Einkomme» stehen. Es sollte nun versucht werden, mit den bereits bestehende» Kuranstalten in den BÄern zu vereinbaren, eiuen Mutagstisch rum Selbstkostenvreis einzurichten. Die Zentratwohlfahrlssteue der deutsche» Juden setzte sich mit dem Berei» zur Förderung ritueller S^eisthäuser in Lambarg in Berbi»d««g, der eine Umfrage bu he» chm angeschlosseuen Speisthchqer» veranstaltete. Das ErgÄviS war ein günstiges. W habe» sich bis jetzt Hotels »nd SPeischäustr in nachstcheuden Knrorte» bereit erklärt, jndischen Kultusbeamten zum Selbstkosten- Letz«, z» eine« er»Lßigten Preise Verpflegung zu gewahren: Büdev-Bade«, Btld Brückenau, Bad Kreuznach, Bad Mergenchei», Bald Rauhei», Bad Nenndorf, Bad Orb, Bad Reicheuhall, Sagebegg, Bad Tölz. Wiesbaden, Wildbad, Bad Wildungen. Wegen weiterer Mitteilungen wolle man sich an den Verein zur Forderung ritueller Speisehäuser E. B., Hamburg, Königstraße 21/23 wenden. München. (I. C. B.) Die „Süddeutsche Prelle" soll dieser Tage von einem neuen Konsortium mit dem Grafen Bernstorff an der Spitze übernommen werden, um die Zeitschrist in rin starkes demokratisches Organ zu verwandeln, das vornehmlich die Aufnahme einer offenen energischen CampaMie gegen den Antisemitismus in Bauern zum Ziele haben werde. Frankfurt. lJ. C. B.j Die „Frankfutter Ztg." veröffentlicht ein literarisches Feuilleton über Goeches Kenntnisse der jiddischen Sprache, in welchem der Verfasser auf die bisher wenig bekannte Tatsache binweist, daß Goethe bei einem Lchrer im jüdisch-deutschen Dialekt Unterricht nahm. Dieser Lehrer unir ein getaufter Jude, der als Wachtmeister in der deutschen Polizei diente. Wien. Bei der Behandlung der Optionsgesuche werden jüosschcn Optanten dauernd Schwierigkeiten gemacht. Ein Os>- rant, der persönlich nach Abweisung eines Gesuchs vorstellig wurde, erhielt die Auskunft: „Israeliten werden nicht ausgenommen". Veranlassung zu dieser Praxis hat Bundesminister iür Inneres Waber gegeben. Einem Geheimerlaß desselben zufolge sind auch Westjuden a^uweisen. Waber stützt seine Ansicht auf eine angeblich ständige Praxis des österreichischen Verwallungsgerichtshofes, welche das Recht auf Option davon abhängig mache, daß der Optant nach Rasse und Sprache zur Mehrheit der Bevölkerung gehöre. Pole». Warschau. Seit dem 25. Juli tagt in Warschau eine Konferenz von Delegierten der in Polen befindlichen jüdischen Emigranten und Flüchtlinge. Auf dieser Konferenz find 7b Delegierte aus allen Teilen Polens vertreten; übrigens wohnen ihr auch Vertreter der in Bessarabien und in der Bukowina befindlichen jüdischen Flüchtlinge bei. Die Konferenz beschloß, ein zentrales Exekutivkomitee fine alle Fragen, welche die Emigration und das Flüchdlingswesen betreffen, mit dem Sitze in Warschau zu gründen. Warschau. Laut Neuyorker Mttdung des Warschauer „Emigrant" habe das Staatsdepartement der ,HiaS" in Reuyork mitgeteilt, daß Frauen, die zu ihren Männern nach Amerika fahren, nicht unter die Prozentnorm fallen. Obwohl beim Warschauer amerikanischen Konsulat eine Bestätigung dieser äußerst wichtigen Meldung noch aussteht, dürfte laut „Moment" an deren Richtigkeit nicht zu zweifeln sein. Sowjet-R«sti«»tz. Warschau. Hier eingetroffene Uüchtlinge aus Minsk erzählen von einem in Witebsk stattgesundenen gräßlichen Judenpogrom, in welchem 50 Juden getötet und nahezu 200 verwundet wurden. Viele jüdische Häuser wurden bis auf den Grund verbrannt. London. lJ. (5. B.j Tie russische Handelsmiffion teilt auf Grund erhaltener Informationen aus Moskau mit, daß alle Meldungen in der Auslandspresse über etwaige Judenpoarome oder Exzesse in Rußland erfunden sind. Das heutige Rußland kennt keine Judenpogrome mehr. Budapest. sRückkehr zum Judentums Laut dem auf der Generalversammlung der Pester Araelttischm RAigionSgemeinde erstatteten Jahresbettcht sind in den Jahren 1919 und 1920 3454 Personen zum Christentum übergetrtte», von denen in der ersten Halste des JahreS 293 p Judentum wieder zckrückgekehrt sind; die Zahl der Zuruckkehrenden nehme immerfort zu. Gneche»l«»b. KonstantinOpel. Der griechische Johannistag hat terieber einmal^ zu höchst bedauerlichen ZusavnneufLtze» tzoisch« Griechisch-Orchodoxen und Juden in der türkischen HatzPlstM gv>

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