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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-07-22 · 112 (22.7.1921) · p. Seite 228

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
112 (22.7.1921)
Date
1921-07-22
Page
Seite 228 (sequence 4)
Language
German
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semudungen) zur Bekämpfung des Antisemitismus, hat im letzten Jahre über 300 000 Broschüren und Bücher unter Erzieher, Beamte, Geistliche, Publizisten und öffentliche BLliotheken der Vereinigten Staaten verteilt, in denen die Beschuldigungen gegen das Judentum beleuchtet und zurückgewiesen werden. Die Liga beabsichtigt, ihre Tätigkeit auch auf das Ausland auszudebnen. Rewyork. (I. E. B.) Die hier mit einem Kapital von 2 Millionen Dollar begründete „Palästina-Baugefellschaft" entsandte zwei Vorstandsmitglieder, Rabbi Teitelbaum und Mr. Harry Fishel, nach Palästina zwecks Untersuchung der Möglichkeit des Beginnes der Bautätigkeit im Lande. England. London. (3. C. B.) Die Föderation der ukrainischen Juden in England bat mit Rücksicht auf die Lage der ukrainischen Heimlosen in Polen und Besiarabien in seiner letzten Sitzung beschlossen, 3000 Psd. Sterling für die Flüchtlinge und 1500 Psd. Sterling für die in Polen stecken gebliebenen Chaluzim nach Warschau zu übersenden. Ferner wurde beschlosten, 1000 Psd. Sterling für die ukrainischen Flüchtlinge in Kischinew, 800 Psd. Sterl. für die Flüchtlinge in Bukarest, 500 für die in Konstantinvpel weilenden Heimlosen, 2000 für die Kriegsbetroffenen in Litauen und -100 für die dortigen jüdischen Erziehungsanstalten zu übersenden. Außerdem schickt der Verband alle zwei Wochen einen Kleidertransport für die Flüchtlinge in Warschau. einige» kurz«, aber treffende» Schlußworte» ba»» der Festredner zur gemeinsame« Arbeit bei» Lieb«»»!»»» bei so sehr Darnieder liegenden Vaterlandes auf. bei dem ale Bokksteile. ganz | welcher Religion, sich zur gemeinsamen Arbeit finden »äste». Dann, j aber auch nur daun können wir einer bessere» Zukunft. einer nenen : Morgenröte entgegen gehen. — „Morgenrot, Moraenrot. leuchtest > mir zum frühen Tod"-erscholl es daran anschließend. — Die Tafel selbst besteht aus einer schwarze» Granit-Platte, die in golde» I neu Lettern die Namen der Gefallenen und d«nnter den Sprnch trägt: „Teine Zierde, Israel, auf seinen Höhen erschlagen, wie find gefallen die Helden." Gekrönt wird das Ganze dnrly eine Bronzeverzierung, die einen Stahlhelm und ein lorbeernmnnmdenes Seitengewehr darstellt. — Mit einem Kadischgebet für die gefallenen Hel^n schloß die erhebende, eindrucksvolle Feier, die bei alle» Beteiligten von bleibender Erinnerung sein wird. Bollendors d. Trier. Herr Lehrer Kalchmanu hat hier eine» Iugendvcrein mit Namen „Achduth" vor einigen Wochen gegründet. Ter Verein hat cs sich zur Ausgabe gestellt, durch Abhaltung von Vorträgen über Lehre und Leben im Judentum. Errichtung eines ' hebräin'schen Sprachkursus sowie gemeinsmner Ausflüge eine ^boratreue Jugend heranzubilden, geeint durch das Zusammengehörigkeitsgefühl zum jüdischen Volke. — Ter Verein Aä^tuch zählt bereits 30 Mitglieder und verfügt bereits über eine kleine, aber ansgewählle jüdische Bibliothek. — Vorsitzender ist Herr Albert Levy; Kassierer Frl. Ncuchen Mayer; Schriftführer Lehrer Aalchmann. Bo,,. Am Sonntag, den 24. Juli. 11.30 Uhr vormittags, verarmaliet die zionistische Ortsgruppe Boou in ihren Räume». Sebernraßc 31. ihre diesjährige Herzlfeier. Herr Instizrat Bodenheimer. Köln. wird die Gedenkrede halten. Musikalische vud poetische Tarbietungen werden der Feier einen würdigen Eharakter verleihen. Gäne und herzlich willkommen. > SelitzschS zweite Kampfschrift ge-e« das dibeümch. Paüistin». Berlin. Fn den letzten Tagen des Juni wurden mehrere Lodzer Kaufleute von Eir Herbert Samuel empfangen. Der Führer der Kaufleute, Herr Lüsternik, teilte dem Obcrkommistar mit, daß eine Lodzer Tertilfabrikantenaruppc den Ausbau der palästinensischen Textilindustrie beabsichtige. Voraussetzung sei allerdings der Bau einer eigenen Industriestadt mit Arbeiterwohnungen. Herr Lüsternik entwickelte dem Oberkommissar seine Pläne bis ins einzelne und bat schließlich um die pachtweise Überlassung eines entsprechenden Terrains. Sir Herbert Samuel versprach, das Projekt beim Landwirtschastsdepartemcnt zu unterstützen. lZiko.) miTiTi mm riiTi imiimmmm rmn q Von Berg und Tal rmiml'iTTTi rrni i ■ ■ ■ rrrrrrn i minrr Köln. *30 erholungsbedürstige Kinder wurden vom Verein jüdischer Bürger Köln sgegründct 1906 in Ehrenfeld) von den Ueberschüssen ihrer Vohliatigkeiisveranstaltungen. mit neuer Ausstattung versehe», zur Kräftigung ihrer Gesundheit in Ferien geschickt. Tie» selbeu verreileu sich je nach dem ärztlichen Gutachten nach Norderney. Kreuznach. Nauheim und Bad Ems. Allen Freunden und Gönnern unseres Vereins, die unsere Bestrebungen unterstützt haben, an dieser Stelle herzlichen Tank. Geilenkirchen. Auch unsere Gemeinde hat ihren gefallenen Söhneu eine Gedenktafel gewidmet, die am Sonntag, den 10. Juli, feierlich enthüll» wurde. Gegen 4 Uhr nachmittags versammelten wir uns in der Synagoge, die bis aus den letzten Platz von Angebörigen aller Konfessionen gefüllt war. Ter Geilenkirchener Männer-Gesang-Vere:n halt-- sich in selbstlosester Weife zur Verfügung gestellt und die von ihm vorzetragenen Lieder paßten sich würdig dem Rahmen einer Kriegergedenkseier an. — Tiefe selbst begann mit dem vom Männcr- Gesang-Verei» zum Vortrage gebrachten Choral: „Bie sie so saust ruh'»." Hieraus wurde das Mnicha-Gebet verrichtet und darau anschließend hielt Herr Lehrer Frohmann eine tief zu Herzen gehende Veiherede. Er gedachte der draußen in fremder Erde ruhenden Brü-, der., die. kämpiend für ihr Vaterland, kämpfend Schulter an Schulter mit ihren christlichen Kameraden kämpfend in treuem Gedenken a» ihre teure Heimat, den Heldentod gefunden. — Mit ihrem Herz- -M«t haben sie es besiedelt, waS sie einst geschworen, die Trene zu Volk und Reich? — Wahrend hierauf die Seormktafel von zwei ehem«li«e» Frontsoldaten'enthüllt wurde, sang der Männer-Gesang- Berrt» das schlichtschöne Lied: „Ich halt' einen Kameraden." )» Von Gebeimrat Pros. Eduard König fDonn). Die mir großer Wahrscheinlichkeit ru erwarten war. daß Telitzsch dem hunderlfäliigen Diderspruch gegenüber, den seine vorjährige Anklageschrift gesunden hat, nicht schweigen werde, 'o m es nun auch geschehen. Er hat in der Form einer Ergänzung ein zweites Buch über dasselbe Thema „Die große Täuschung" geschrieben und in Stärke von 123 Seiten znm Preise von 12 M. erscheinen lassen. In dieser nxzien Schritt geht er nach wenigen formellen Bemerkungen sofort auf die Partie des al.hebräischen Schrifttums ein. in der er den führenden Geistern Israels ,>ie weltgeschich.lich größte Täuschung" vorwerfen zu können meint. Er behaupte: abermals, daß ein bloßer Stammgot: von den Propheten in den Beltengon umge stempelt worden und so die Menschheit betrogen worden sei. Um diese Behauptung zu widerlegen, genügen schon folgende drei Beweise. Erstens gibt es keine» positiven Grund mr seine Aufstellung: sie ist einfach in die Lun gebaut oder vielmehr auf die darwinistische Voraussetzung aufgatürmr, daß die Religionsaeschichte Israels sich von mnen nach oben enwückelt haben müsse. Zweitens sprich das gesinnte althebräische Schrifttum die gegenteilige Tatsache, daß der Schöpfer Himmels und der Erde dann aus religiös-sittlichem Anlaß mit Abrahams Berufung einen neuen dÄq zur Segnung der Menschheit sl. Mos. 12, 3) eingeschlagen har, nicht bloß in einstimmigem Ehor. sondern auch mir vollkommener Ruhe aus. Denn diese biblische Nachrich.cn ein Te.rdenzprodukr wäre, wozu Telitzschsie machen will, dann würde sie mit dem unwillkürlichen Eirer der Tendenzarbeil beionr und mit Verteidigungsversuchcn verknüpft sein. Endlich drittens wagt er den Propheten die von ihm behauptete Umstempelung ^rzuwersen, und doch haben diese Männer den klarsten Begriff von Tatsachenfälschung gehabt und sie ams entschiedenste . au den Pranger gestellt. Man höre nur Jesajas Worte „Wehe deucu, die das Bose gut und das Gute bös nennen!" (5. 20), wmwn Telitzsch freilich nichts weiß und seinen Lesern nichts sagt. Aber auch seine neiw Kampfschrift fordert, da sie von unzähligen einzelnen Angriffen gegen das Bibelvuch stricht, wieder eine vollständige kritische Beleuchtung, wie sie gegen seine vorjährige Anklageschrift geschrieben werden mußte. Denn so la«ge nicht alle einzelnen Ausfälle, di« er gegen die alte» Rekgim^ urkunden macht, in ihrer Richtigkeit aufgedeckr such, kamt sich kein nach geschichtlicher Wichrheit strebender Geist beruhigen. Eine solche Gegenschrift soll aber auch uüht lauge auf sich warten lassen. Schon ist sie von mir onsMarbeitet, und sie soll unter dem Titel Kritik des zweite» Teiles vo» Delitzschs „Die große Täuschung" am Anfang I»K i» Verlag vo» S. A. bchvetschke und Sohn in Berlin zu billigem Preise erscheine».

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