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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-07-08 · 110 (8.7.1921) · p. Seite 210

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
110 (8.7.1921)
Date
1921-07-08
Page
Seite 210 (sequence 2)
Language
German
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räusthte. Beide hüKen wir aus und noch vieles, andere mehr. Daß wirs aber immer ausgehalten haben, aushalten und aushalten werden, das macht die jüdische Seele zur ewigen Trimme, auf der sich der ganzen Menschheit Geistes¬ und Seelenkämpfe abspielen, das macht Israel zum ewig .sich l»erjüngenden. ewig wiedergeborenen Erlöser der Menschenwelt. Eins aber muß der Jude wissen: Um als einzelner aushalten zu können-und tragfähig zu fein, muß man sich semes Judentums als des positivsten und unbedingtesten Wertes bewußt und sicher sein, All die tausendfachen, bald erdrückenden, bald ablenkenden, bald ergreifenden, bald verwirrenden immer aber höchst machtvollen, weil wirklichen Werren der andern entstammenden Eindrücke der uns sremden Umwelt, sind dem positiven, dem ganzen Juden Anreger und Befruchter, dem kritischen, zersetzenden oder zerrisienen. aber Zerstörer und Seelenzermürber. Nur wer mit gläubigem jüdischen Auge aus Welt und Leben schaut, dem allein ioird jeder, auch der gewaltigste und erhabenste Eindruck ans einer andern Geisteswelt der eigenen Schatzkammer rollig und restlos einverleibt tverden, rveil ein solck^Auge - im Augenblick des Schauens, ja, durch die Art des Schauens schon alles, was cs sieht und empfängt, zum eigensten Werte verwandelt, verarbeitet und verdaut. Positivismus ist die einzige Macht, die den Mensckren sichern kann, und deshalb auch dem Juden die Tragfähigkeit der Seele verbürg:, durch die allein er als Jnd»e lebt, webt und ist. Emil E o b n. Wochenschau Tatsachen und Ergebnisse Deutschland. Berlin. In Erkenntnis der unsäglichen Nor unserer Brüder in der Ukraine und der alles überragenden Dichtigkeit des für sie unternommenen Hilfswerkes har der „Bund jüdischer Akademiker" (B. I. A.) beschlossen, sich in den Dienst der heiligen Sache zu stellen. Zur Vermeidung von Krästezersplitterung har der B. I. A. dem Kriegswaisenfond der Agudas Jisroel, der das Hilfswerk in die Hand genommen hat, mitgeteilt, daß sowohl seine Organisation, lvie auch die Zeit und straft seiner einzelnen Mitglieder nach Möglichkeit zur Verfügung des Kriegswaisenfonds für die Ukraine- Hilfe stehen. Breslau. Für die hiesige jüdische Bibliothek bewilligte das Repräsentantenkollegium zur Neuanschaffung von Bäckern .1000 M. Eine sehr scharfe Kritik erfuhr hierbei die Venvaltung der Bibliothek. Eine kürzlich stattgefundene Revision ergab das Resultat, daß 1000 Bücher verloren gingen. Davon seien über 700 nicht mehr zu beschaffen. Die meisten dieser Bücher befinden sich noch in den Händen von Männern, die heute in hohen Ämtern und Würden stehen, z. B. von Rabbinern und anderen bedeutenden Gelehrten. Berlin. Wie wir erfahren, hat der Keren Hajesiod mit dem Hilfsverein ein wirtschaftliches Abkommen getroffen, wonach die Grundstücke. Gebäude und das Inventar der ehemaligen Schulen des Hilfsvereins in Palästina an den Keren Hasiod gegen eine bestimmte Summe, die in einigen Raten abzuhalten ist, übergehen. Die Übernahme ist vor kurzem bereits erfolgt. Berlin. Das Amtsgericht Berlin-Wedding haue vor einigen Tagen über folgenden Fall zu entscheiden: Ein Arzt des jüdischen Krankenhauses mußte schnell zu einer Operation ins Krankenhaus fahre« und nahm hierzu ein Aütö. Der Chauffeur fuhr ihn an die bestimmte Stelle und erhielt vom Arzt 8aL Achchuhe der den Fahrpreis anzergende» Tarameternhr und dapr noch T,50 M. Triutzeld. Dies reichte aber dem Channrür nicht ans, und er begann mit polternden Worten den Ärzr zu bestimmen, ihm noch mehr Trinkgeld zu geben. Als der Ärzr ihm höflichst erwiderte. er habe doch scheu das Achtfache des Preises und überdies noch Trinkgeld gegeben, rief der Chausstur ihm zu: „Ach, die Juden sind alle GaunerI" Der Arzt machte hiervon der Sraatsawwakl'chast Mir^ilung. da er selbst darauf verzichtete, Privarklage wegen Beleidigung zu erheben. Der als Amtsanwalt fungierende Referendar Dr. Kirsch beantragte im Termin gegen den Angeklagten Chauffeur wegen Vergehens gegen die Droschkenorbnnng und öffentlicher Beleidigung eine empfindliche Geldstrafe. Das Gericht erkannte nach dem Antrag des Amisanwalts und verurteilte den Ebauffeur zu einer Geldstrafe von 50 M. Halberstadt. Die hiesige Jüdische Volksschule,' die im Jahre 1796 von Isaak Köslin gegründet worden ist, feierte kürzlich Las Fest ihres I25jdfmp?n Bestehens. Berlin. Im Scbach-Ma'ch um die Deltmeisterschasi besiegle der berühmte jüdische Schackschpieler, A. Rubinfrcin Tenor Eapablanca. der vor kurzem Dr. Lasker schlug. Aale, i Warschau. Der Se:mahaeordne:e Farbsrein haue mi: dem Minister für die ebema!- deuucden Gebiete Kucarski eine Unterredung über die in Warschau umlausenden Gerüchte über bevorstehende Juden- und Demfchenunruhen. Der Minister erklärte. daß in Prien keine Unruhen vorgekommen seien, daß jedoch eine große Gereiztheit herrsche, die durch gegen die Juden und Deutschen gerichtete in Tausenden von Eremplaren verbreiteren Aufrufe hervorgerufen werde. Der Minister versicherte, daß die Regierung weitreichende Vorsichtsmaßnahmen ergrirren Hobe und enrsil,logen sei, keine Erzesie zuzulasien. Lemberg. Der Jüdische Musikverein in Lemberg eröffnet ein Preisausschreiben für die besten Bearbeitungen jüdischer Volkslieder, und zwar für Männer oder gemischten Chor a cavella oder mir Klavierbegleitung. Diese Bearbeitungen müsien Originaüirbeilen, dürfen weder im Druck veröffentlich:. noch bereits auigefühn sein Als Preise wurden festgesetzt: 4 erste Preise ä poln 3000 Mark, 4 zweite ä poln 1500 M.. 4 deine ä voln 100 M., owie weitere Anerkennungsschreiben Die Preisgekrönten sowie mit Anerkennungsschreiben ausgezeichneten Werte werden alleiniges Eigentum des Jüdischen Musikvereins in Lemberg, dürfen von demselben verlegt und nur von ihm ausgesühn werden. Die leserlich geschriebenen mir Mono versehenen Manuskripte (Partituren) sowie ein geichlosienes mir demselben Motto versehenes Kuvert, welches Namen und genaue Adresie des Autors enrbaliew. sind bis spätesteus 1. Oktober 1921 als rekommandierte SenSuna an den Vorsitzenden des Jüdischen Musikvereins H. Alfred Plodn in Lemberg (Polen) ul. Legionow 5. zu ienLen. Ter Jüdische Muntrerem übernimmt für die eingesandten Manuskripte keinerlei Verantwortung und empfiehlt es sich deshalb, eine Kopie zurück^rbehalten. Die Namen der Preisrichter werben Mine September 1921 das Ergebnis des Pretsausstbreibens am 1. Dezember 1921 bekannt gegeben. Alle jüdischen Zeitungen werben um freundlichen Abdruck ersucht. Warschau. Rabbi Spiro. Vorstand der berühmten Jejchiwah in Woloszyn. ist soeben gestorben. Ter Tod die< ses berühmten jüdischen Gelehrten ries einen riesen Eindruck in onhodoren Kreise» hervor. DolosMr war durch Jahrzehnte die Bildungsstätte vieler jüdischen Geistes Heroen und ist als solche in PialW .Humannid^ verewigt. Riga. Die jüdischen Abgeordneten harre» im Kttischen Parlament erreicht, daß znm OonnlagSinhegestz ein Amen-

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