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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-07-01 · 109 (1.7.1921) · p. Seite 203

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
109 (1.7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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denkendsten jüdischen Künstler mit ihnen besten Arbeiten vertreten. Sowjet-Ratzland. Rcval. Zufolge einer hier von Mr. Baltin, dem Vertreter des ukrainischen Verbandes in Knnuda, der sich jetzt in &n: Ukraine aufhält, erhaltenen Nachricht, gestatte die Sowjetregierung auf Einschreiten der Poale Zion 12 000 Flüchtlingen, die Grenze bei Raszkoff zu überschreiten. Es erübrigt noch die Bewilligung der rumänischen Regierung zum Pasim.cn des rumänischen Gebietes zu erwirken. Mr. Balkin wairdte sich telegraphisch an den amerikanisch-jüdischen Kongreß und die „Haias" mit den: Ersuchen, die diesbezügliche Erlaubnis bei der rmnänischen Regierung zu erwirken. Litauen. Kowno. Tie „Ford's American Eonipany. ivo!d?c die Eisenbahn Mounio—Mariumpol übernommen halte, crnlies; alle jüdifcksen Bemmen. Lettland. Riga. In eine?. Proklamation fordert die denrokransche Partei die Letten auf, die Jaden zu boykottieren und ne so zur Autwanderung zu neranlasien. ferner erlangt diese Partei die sofortige Ausweisung aller Ausländer, unter welchen sich eilte große Anzahl von Juden öefinbcn. Mir Ausnahnw kr Arkiterzeitungen umersnitzl die ganze Preffe diese Betrcgrmg. Der Abgeordnete Fischinann l>e- »uchte den P.emier und lenkte feine Aufmerksainkeir auf diese Lage. Der Premier r^ersprach die Juden zu beschützen.' i Amerika. .? New'-Nork. .vier traf eine von Dr.?)cflrf)nn Bmrbauui j geführte Delegation der Agudas Jisroel ein. Der Delegation gehören Rabbine: Dr. Hildesheimer. Berlin, Rab- I biner Lemel Spitzer, Kirchendais, und Rabbmer Jakob! Herrscher an. l)r. Birnbauni erklärte den bei ihm erschiene-! iwn Vertretern der Presse, daß die Agudah keinen agressivcu! Kampf r^gen die Zionistisck>e Organisation oder gegen bcn! Misrachi führe. Die Agudas Jisroel habe ihr eigenes Pro-! gramm für die Palästinaarbeit und könne sich der Zionistischen Organisation nicht anfchließen. da diese auf einem religionslosen Narionalisinus aufgebaul fei. Die Agudah fo'deie eine Vertretung in'der im Palästuta-Mandat vorgesehenen „Jewish Agency". Ucber die Absichten der Delegarkon in Amerika äußerte sich Dr. Birnbamn zurückhaltend, sie wolle vorläufig das religiöse Judentum in Amerika organisieren. Rew-Uork. (J.E.B.) Anläßlich der Eröffnung des Jmmigrantenheimes durch beit Präsidenten Har ding -lichtere letzterer an die „Hias" ein Schreiben, in km er ihr für ihre langjährige humane und patriotische Arbeit Anerkennung zollt. Die Wohltätigkeit und Liberalismus des jüdischen Volkes seien stets besonders bekannt und für die anderen anregend gewesen. Die Tatsache, daß das neue Hei in durch Spenden von ehemaligen Immigranten zustande gekornmen sei, gebe das beste Zeugnis für die Nützlichkeit und Wirksamkeit kr „Hias"-Arkir ab. Argentinien. Buenos-Aires. Hier ist die erste Nummer eiracr neuen hebräischen Monatsschrift unter dem Titel,,Habilnah" erschienen, die der Lilscatur und Kunst gewidmet ist. London. Anläßlich einer Anfrage im Oberhaus über die Einwanderung in Palästina erklärte Duke of Southerland im 9!mnen der Regierung, daß zwei Becunte des Palästinadepartements sich nach Konstantrnopel und Triest begeben haben, wo dieEmiMamen steckengebliebm waren. Die Regierung hat beschKoffar, sofort den 1500 Emigranten, die vom Emwaudermnzsverdvt varixx* u>egs übervascht worden waren, bk EdueGe zu kewilktzen. Sobald diese Chaluzim im Lande untergebracht sem werden, wird zusammen mir der Zionistischen Organisation beraten, wievwke Emigranten weiter beschäftigt werden kennen, denen dann bSe Einreiseerlaubnis sofort erteilt lvird. Ferner bemerkte Redner, daß es n i ch t stimmt, daß eine große Zahl der nach Palästina kommenden Emigranten von kommunistischen Ideen aagesteckt seien. London. Vor einigen Tagen ist hier der Rabbiner Dr. Jung gestorben, der ein führendes Mitglied der englischen Aguda-Bewegung war. Dr. Jung stammte aus Ungarn und war durch nrehrere Jahre Rabbiner in Un-g. Brod (Mäliren), wo er ein orthodoxes Gymnasium begründete, das jedoch mangels an Unterstützung seitens ber jüdischen Orthodoxie muh wenigen Jahren geschloffen werden mußte. Sein Versuch, in Galizien und der Bukowina ähnliche Institutionen zu begründen, ist ebenfalls gescheiten. Jerusalem. Bei den Ausgrabungen in A s k a l 2 n wurde ein Teil des von Her ödes dem Großen eabauten Palastes bloßgelegr, besten Schönheit und Größe der Geich ichrsschreiber I o s e p h u s als bewunderungswürdig bezeichnet. Es wurden Bildwerke des Apollo, der Venus, einer Viktoria und eines Giganten und eine Stcuue. des .Königs Herodes gefunden. LharchW parlaneuttn-e über Palästina Am 14. Juni hielt Churchill seine lange ausgeschobenc Erklärung über die Politik im Mittleren Osten. Churchill gab zunächst eine allgemeine tibersicht über die Entivicllnng. die zur gegenwärtigen Ziruation geführt. und dann einen detaillierten Bericht mit besonderer Berücksichnguug der Militärausgabcn. Im Verlauf seiner Red« führte er folgendes aus: In bezug auf Palästina wurde im Jahre 1917 ein Versprechen von großer Bedeutung gegeben, dahingehend, daß. wenn Großbrilannicn aus dem Kriege" siegreich her^rg^Asein Möglichstes >iin würde, um dort ein jüdisches nationales Heim zu errichten. Wir können nun derartig cingegallgene Verpflichtungen nicht leichtkn Herzens von uns weisen und dadurch die Bevölkerung dem Anarchismus und der Konfusion schlimmster Ar» ausliefern, noch die Juden in Palästina der Vijlkür der Araber preisgeben. Ein derartiges Vorgehen würde sich nicht mit dem bisherigen Pslichtbegrisf des Parlaments decken. Es ist nutzlos, jetz» Zeit und Energie mit Debatten darüber zu verschwenden, ob wir klug oder unklug mit der Übernahme solcher Verpflichtungen gehandelt hoben. Wir sind unbedingt verpflichtet, einen aufrichtigen, ehrlichen und geduldigen Versuch zu machen, unser gegebenes Versprechen eiuzulösea, und ob dies nun populär oder unpopulär ist. so ist es doch der einzige Weg. den die britische Regierung und das Unterhaus eiuschlagen kann. Unsere Verpflichtung ist nicht unbegrenzt. Es konnte ei» Punkt erreicht werden, wo wir gezwungen loerden. zv erklären, daß" wir zu schwach sind, daß wir nicht berechtigt sind, weitere Opfer vom britischen Steuerzahler zu verlangen, daß die Lage »nserer Finanzen oder unsere militärische Leistungsfähigkeit uns keine weitere Leistung gestatten. Ties wäre ein sehr kschamendes und trauriges Bekenntnis. und nach sorgfältigster Überlegung glaube ich. daß es nicht wahr wäre, derzeit zu sagen, daß wir z> schwach sind, oder daß nnsere Leistungsfähigkeit uns nicht gestattet, unsere Verpflichtungen zu erfüllen. iBeifall.) Im Gegenteil, unsere Pflicht ist eS. auszrcharreo, H|)ib ich hoffe, wir werden einen ehrenhaften und schließlich gmistigen Ausweg finden. Nachdem er eingehend über Mesopotamien gesprochen hat. wendet sich Churchill Palästina zu. Er sag»: Vas Palästina betrifft, so ist dort gegenwärtig das Problem schwieriger als in Mese potamien. Andererseits ist es im militärische» Sinne geringfügiger. Mesopotamien ist ein großes, schtner zugängliches Land, wähn» PaläsNna an allen Punkten vom Meer ans erreichbar ist. Es ist ein Land, das vermittels Kraftwagen von einem Ende za» mckere» i» Laufe eines Tages oder noch schneller, durchkreuzt werden kan». Obgleich, nach mir zugeoaagenea Informationen, die Gefahr in Palästina gegenwärtig größer ist, als in IKefiywtamie». so konnte man doch, tollten dort Unruhen avsbrechen. ihrer leider Herr werde«.' Ter Grund der Unruhe in Palästina — der einzige Srnnd— liegt in der zionistischen Bewegnng »nd in de, von uns gemachten Versprechungen. und übernommene» BerPflichtnnae». Wäre es nicht um dieser Versprechen willen, so besteht kein Soeifel. daß die in. Palästina auf Kosten Englands unterhaltene Garniio» entwrechend reduziert werden könnte. Unsere streitsihiae WNrnison ist Wtt/*“* 5000 Mann reduziert worden. Ich kan» veine Hassnnng emmti

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