Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 109 (1.7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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fShhte, «uf denen bk »ttiüdming do» de» De»tzch«Lsche» Schutz- und Tnchbtmde zu de» Bnrtrns daes PNenßischen Landrats a. D. über „BölkHchen Wieder- «ft”" anyfatbfn wurde. Insowen in diesen PlaLnten die Forderung des Ausschlusses der Inden vom aktiven und passive» Wahlrecht. von den UnioersiLäten und von -er Prerr mchgepelll wurde, mögen derartige krause Phantasie» in der großen Hitze, die in diesem Sommer besonders nütz i» Bevern eingesetzt har. iffx pathologische Begründung tIkKil Aber mir diesem Plakar hat es noch er« besondere BcwQn^nis. Es weist nämlich als Belegstellen für den angeblich gemeingefährlichen Charakter des Judentums aus eine Reche von (zurrchtgcstutzten) Bibelworrrn hin. Gewiß breuckt der Polzeireferenr kein Bibeleremplar zu besitzen, gewiß braucbr er nird; zu wissen, daß dw kachotischen LirctLNvaicr von einer der besonders angegriffenen Bibelneücn d'-e Abstammung t-es Stifters der christlichen Religion adle rwn — aber man braucbr kein katholischer, kein prorestan nicher und kein jüdischer Theologe zu sein, um einige Zwei rci di.üb-Tr M hegen, ob denn ausgerechnet die Bibel das cxigrzit Srreittzdjekl und die passende Unterlage für die t-ol wischen Kämpfe und Auseinandersetzungen in hetzerischen ^oUsrvrsammlnnLen bildet, und ob ein Polizeirrferrnt, der in dem katholisches. Bayern ein derartiges. die Bolksleideuichaiien wild aurpefrscbendes Plakat mir seinem Zenmrs.empc! oernehl. seinem Am re überhaupt gewachsen ist. Tre praktischen Konsequenzen dieser unglaublichen Hetze ließen denn auch keine zweimal 24 Stunden auf sich WLW77U: Nachdem diese, in ihrem religiös-dogmatischen Teile auch gegen da- Wesen und die Geschichte des Christentums gerich-reren unslärigen Anwürfe nur vier Tage lanu. i DiTnstLg der vorigen Woche an allen Straßent cdcz der kaneriitben Landeshauptstadt plakatier: waren. wu.de lui Donnerstag abend in tar Heiitg-Geist-Kirche in München die öblick'e Herz-Iesu-Andackr dadurch in bedauerLiche. Weste gestört, daß. als der Geistliche über o.e Wunder Istns auf Erden sprach, die Predigt durch einen böb rü chen Zwischenruf unterbrochen wurde: „Wie tenn denn Ieius uns helfen, nachdem er selbst ein Jude war!"' Ser 2ib:zr des Gottesdienstes, ein Kellner, wurde mit GewTÜt ous der Kircbe emfentt und zur Poli^i gebracht, die ita wöenfalls für geistesgestört erklären wird, obwohl es stch bei diesem bedauerlichen Zwischenfall doch nur um die aLiomarische und psychologisch durchaus verständliche Auswi-i-ng des erwähnten Hetzplakates handelt. StargUrd i. Pommern. Tie Untersuchung wegen der Vorfälle iw Imernierungslager Stargard ist nun abg7sidione» und har das Ergebnis geling:, dag die Wachleute Erüd Lno. Willnow und Raps w-egen schwerer Mißdandlumwn am Donnerstag aus denr Dienst entlassen worden sind, und daß deren Bestrafung erfolgt, i-egen drei weitere Seme schwebt das Vorfahren: es ist noch sicht aögeschloyen. Die Internierten behaupten mir positiver BestitmmLeii. daß sie von einem Wachmann mir dem t eDedrückde» geschlagen worden find, und daß dabei das Gewehr enrzweigefprnngen ist, während die Wachleute dies ktarijen. Tatsache ist jedoch, daß das Gewehr eines Wackram anderen Tage nach dem Bnmde in zwei Stücke war, doch will der betreffende Wachmann nu auf den rJf£jdboden" (!) geschlagen Wachleute wollen zu den Mißhandlungen von den Inwrnierien gereizt wxwden sein. Daß dse unglücklichen Opfer geschlagen worden s i n d. hat die llnterfuchnng einhimdÜTi ergeben. Allen Wachleuten wird von jetzt ab ein Levers «pyfrpt, worin sie sich «tterschristlich verpflichten. alle Mißhandlungen usw. zu unterü^sen. 8er gegen diese Barschrift verstoßt, Nürd sofort eutstrsseu. HafsenLch lagt nmn die artfaftenrtt Ptügelhelden nicht buch«, fuhrt sie ihrer wohlverdiMten Striche zu. Das ^Zentrasbüro^fir Wische des Hilssdereins der -! i -! Lant den neuen Kanadischen EuOUMderungsvoachrisuWen alle Passagiere, welche nach Statuta reks«t,'dfvekt von Heimatland in einer ununterbrochenen rReise nach^Lrmado fahren und deshalb-muffen sie auch die SchrffsLarrr noch Kanada bereits in ihinern H e r k u n f t sl an de lösen. Ausnahrnen werden nur in besonderen Füllen gemacht. In solchen muß eine Landungsgenehmigung von Col. l. ZUb Lwich Superintendent os Emigration for Canata. I Aegew Srreer, London, erlangt werden. In Rücksicht auf die vorgenannten Umstände sind die k-eustchen Schissahrtsgestllschäften angewiesen, an E m i - granrenansdem Osten Schiffskarten nach Kanada nicht mehr zu verkaufen. Lugädrag.- Bom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Srisgruppe Augsbuig, wird den „Augsburger Neuesten NackriLre«" geschrieben: ,.D«' Führer des Freiwilligenkorps -Oberland" wies jüdische Studenten, die sich zum Kampfe für die Befreiung Oberjchlesiens meldeten, mit den Werre» zurück: Mir Juden kämpfen wir nicht. Gegen diese übwachröüen Borgänge, die nicht nur die Ehre bei deutsche» Juden, sondern auch die Ehre Deutschlands besudeln, 'eoi der Reichsbund füdifcher Frontsoldaten ganz energisch 'öfnratanng ein im Namen der Zehntausende jüdischer FrcunoLdaren. die in diesem Kriege für Deutschland gekämpfr. gelinen und ihr Leben dahingegeben haben." Berlin. Prvsesior Einstein ist von seiner Amerikareiv. die er zwecks Förderung der llniuerfltät Jersalem uArfinoKEnrn her. nach Berlin zuruckgekehrt. Pvlen. Wilna. Im Zusammenhang mir der Ztvangsnwbilriution. die von Genoral Zeligowski in „ZLntral-Litauen" berrfeden wird, werden jeyr in Wilna sehr oft Razzien in den Straßen «ranftalre:. LeMe, hauptsächlich- Juden, die idrenr An-^vben noch im militärischen Alter stehen, werden aufgchalrcn. Diejenigen, die der polnischen Sprache nicht mätfekt sind, also Weißrmhenen, Juden und Litauer, werden uns Zwingsarbeiten ^schickt. Es kommen dabei sehr oft Ansichierttingen schlimmster Art seitens der ÄewachungsmamisilMten vor, unter welchen hauptsächlich die Juden zu leiden haben. Dreier Tage ist auch der Redakteiw der jüdischen Zei- 1308 Najer Morgen" aufgehalten tvorden, der von den Pole» bestmders arg mißhandelt wurde. Sencke», Dem' .Wpered" zufolge, fand in Lemberg eine rnayenhaft besuchte Protestversammlung der jüdischen SlLdennmnkatt Ostgaliziens statt, in der gegen die NichtzulaUUMH der jüdsicken Hochschüler zum Studium an der Lemberger Universität energitch Stellung genommen wurde. Es wnrden Bestbiüge gefaßt, in denen die Abschaffung derAnsnahmebestimm ungen bezüglich der jüdikben Hmdichölse gefordert wird. Wn»ßch»M. Mfr Beginn des ersten Juli' wird die polnische Grenze für ukrainische Flüchtlinge und Emigranten gtiiU^oL Dagegen werden 14 Grenzstellen für den Durchlaß der polnischen Bürger, die aus Rußland' und der llkrnöre hennLehrrn. eröffnet. In Verbindung damit har ium angeordnet, daß älle neuangekom- Anchüinge und Emigranten sich vom 23.—30. müssen. Wie verlautet, soll der argentinische Kond« Mitteilung gemacht haben, daß nrit f die schwere Lage der Ukrainischen Flüchtlinge L die «genrinische Regierung diesen eine Masien- ' MDntli l habe. ^Jn Anwesenheit eines größeren Publi- Berlnttern fast aller jüdischen Org. fand am n der jüdischen GMwiNde^die Eröff- »jüdißhen Atmstausstrllung in War- Ae der GnSsteütmg ist ein Großteil der be-