Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 108 (24.6.1921)
- Date
- 1921-06-24
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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195 daß wir bori, wo wir leben, verwurzelt sind und bleiben. ( Redner polemisiert ferner gegen die Überschätzung der Land- : Wirtschaft, die dazu geführt habe, dag inan jeden Kaufmann für einen „Schie^r" erklärt. §odann verbreitet er sich ausführlich über die ^coiwendigkeit der Beteiligung der Privatinitiative beim Aufbau und verwahrte sich dagegen, daß man mit „wirtschaftscheoretischcn Voreingenommenheiten" an den Aufbau herangehr. Er sei gegen Bündnisie und gegen Kompromisse, sondern für Frieden. In der Tebane spricht zunächst Kurt Blumenfeld. Er ulender sich dagegen, daß derartige Angriffe gegen die Zionistische Organisation vorgebracht würden, wie es die Redner getan E^lben. Es ist eine ungeheure Ungerechtigkeit. Herbert Samuel heute gegen Deizmann auszuspielen. Tie Redner hauen auf die niedrigsten Instinkte svekulieri, Indern sie dauernd versichern, der Zionismus bedeute keine entscheidende Änderung und es könne im Leben des Einzelnen alles beim alten bleiben. Tamil entkleiden sie den Zionismus seines Charakters als Bewegung, schließlich stellt der Redner fest, daß die Bemerkungen von Binjan Haarez über seine Erfolge bei den Nichtzionisten unbegründet seien. Bisher habe die Politik von Binjan Haarez die Aktion für den Keren Hajesiod unter den Nichtzionisten nur aufs äußerste erschwert. Tr. Gustav Vitkowskn polemisiert mit dem Vorredner und erklärt, seine Freunde tuenden sich gegen den Radikalismus des Wortes und der Phrase. Tr. Lelewer meint, der Radikalismus sei vor San Remo notwendig gewesen. Damals trat auch er dafür ein, daß man eine Mauer zwischen den Zionisten und Nickuzionisten baue, damit der Zionismus innerlich stark würde. Jetzt aber münen alle Schranken fallen gelösten werden, damit sich alle Juden am Aufbau beteiligen. Nach cinein Schlußwort von Tr. Kollenicher wurde die Versammlung geschlossen. Königsberg. Teil einem halben Jahrhundert lestand in Königsberg i. P. neben der Spnagogengeweinde die Re ligionsgesellichaft Adaß Jisroel. Tie hatte sich. im. La..''e der Jabre alle für eine onhodorc Religionsgemeinichait notwendigen Institutionen geichassen. Ter Dunsch nach L"- dervereiniaung mit der Hauptgemeinde blieb viele Jabre ein Ideal. Man kann es daber als ein Ergebnis von we-rrragendster Bedeutung bezeichnen, daß es den beiderseitig:: Bemühungen nach schwierigen, aber im Geiste der Versöhnung geführten Verhandlungen in den letzten Lochen gelungen ist. den Frieden wiederherzustellen. Tie Adaß Jisroel geht in der Tpnagogengemeinde auf. Ihre Institutionen gehen auf die Synagogengemeinde über. Es sind von der Geineinde alle nur denkbaren Vorkehrungen betroffen, daß auch der strengsten Observanz Genüge geleistet wird Tie Königsl-erger Svnagogengemeinde darf daber mir berechtigtem Stolze aussprechen, daß nur eine jüdische (Gemeinde am hiesigen Orte ist, der die Juden aller Richtungen angehören. Halberfmdr. Wie aus dem Bundesburcau der gesenesrreueu Gemeinden Tcunchlands m'ugercili wird, sind daselbst von April bis Juni dieses Jahres 101 Urnerstützungsaaträge leislungsichwacher Gemeinden eingelaufen. Tavon sind fünf abgcleh«:. neun noch in Prüfung, während 87 Gemeinden Zuschuß erhalten. Zur Auszahlung sind im lausenden Jahre 62 100 M. angewiesen. Berlir. Tie Eltern Albert Einsteins begingen am 1. Juni das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Unter den zahlreichen Glückwünschen, die dem greisen Jubelpaare in reichem Maße zuteil wurden, befand sich auch eine Adresse der jüdischen Gemeinde. Österreich. Vie,. Ter Rabbinerverband in Wien ha: in seine c Taaung an» 6. d. M. einstimmig den folgenden Beschluß gefaßt: „In Uebereinstimmung mit einer in gleichem Sinne gehaltenen Berötkentlichung des deutschen Rakchinerverbandes erklär: der Rabbinerverband in Wien es für eine unerläßliche Aufgabe des gesamten Judentums, an dem Aufbau einer jüdischen Heimstätte in Palästina tatkräftig milzuwirken." Wie«. Tie Wiener Israelit. Sultusgemeinde muß mit. einem ungedeckten Testzil von 40 Million?« Kronen re^rer. irc^dem sie ihre soziale Tätigkeit erheblich eiugeschrö»^ ha: Krerkcnbaus ist nur zu einem Tritte! belegt «fw.s. P»le». Warfttz«», S. Juni. Zurzeit weilt rn Larjcha« der Boiiche Waisenkinder nach Südosri T'-k englische Regierung versicherte ihn des größte» tommeus bei der Ueberführung der Waisenkinder. Tie Änswahk der Waistn har bereits mit Hilst der zuständigen Sfr Er U.-rr-crL Berll«. Aus Ungarn wird gemeldet, daß eine Bersam»- >tt orihotvrcn Rabbiner süttmnden so3, anf deren Tadie Verhängung des großen Bannes gegen die rio- . C Tocni'Diirrr steht, iJüdische Pre"e). fiuinoL : i Ufr B»k»re«. Tic rumänische Zeitung „Temirnjaka' oriugr '.ng'aubiich: Rochricht. daß 400 jüti'-ch« Flücktliuge aus der i-'t im Moment. als ne d-en Tyjester üoerichreireu wollten. rumänisckLn Soldaten mittels Salven bis am den letzte« wurden. Zt«ke«. " "VT/ IT jisa. 2r:"cbcu crupi eine hochpalit.sche Ansprache. die Popst 'm aestrioeu geheimen Konsntorienu gehalten har. d-rrin christlichen Regicrunoea, auch die llich:- . . 'ch or. ce\ bei der Erörterung des englischen Maurates P.aläinoa vor d<m Völkerbund für die Wahrung der Rechte Cbristcn ,m Heiligen Lande eiuzinreien. Ter Papst be- "i ruskeiondere die Zunahme einer reich dotierte», richt- . ,i.t'cheu Propapet'd-a ieider englischen Befttzsug, die Dew-p-u? r-er Juden, durch die Christen aus ihre« L;ell«»gen rt.'ren worden seren, und die Erniedrigung heiliger Cn«j* :l ch>er: V-orgrüaungslokalcn. Tie Juden follreu prar in - rrgründ-eteu Rechten nicht geschmälert, aber wohl verhrro: rrrrden. stch über die Christen ru erbeben. Sä^stßlich ge n"t rer Papst anerkennend der Wiederaufnahme der dixlsman Be-e:rt-.-."t -wi'chcn dem Vatikan und Frankreich. Schweiz. e>r;cl. L?o ...t.Li Leitung von Rabbiner Tr. Cr?h2. Basel . tttd-5 Sc:rrct:crt'che Komitee iür Ere; J'.srrei hielt am 22. i st re T-crcralr.er'ammluna. in der Herr Gabriel Ertlstv .7 stir.c Ercz Jtsro-el-Reife berichte.e. Tas Komitee har i»; 192 rund 20 000 Jranken vereinnahm: »ud 19 00»^ 5en. an Ho'p:täier. Ältershänstr und Talmud Thora- -.52 in Palästina übenoiesen. Bertiau^nsmauu des K»»i- :2 Jrnrckxn ist Herr Wolf Schocher. Es w»rde befchiosden t?orband<vcn Bestand von 19 OOO Frauke« alsdak» «ach Jcru'alem *r üb-errr-eistn. Belg«». Berli». In. Anb-errachr der großen Bede«t«»g, iic .ir.ii Zeit t:e jüdi'che Emigrationsbewegusg ass Estmrropa er- .ana: strrie in Rücksicht am die in Pole«, R«»ä>ne« uwSbedeutend'ren kontinentalen Hästn m rrsxntcrfcea A«'»- "and<rermasien hat die Jewifh (ürloui-atio« Sftociatios^lJc«) Kvnierrn; der hauptsächlichste« jüdische» N»s- ««d T»rch- 77<t7.d<rer-Komi:ees in Errropa eiuberu^e«, «» das A«s»a»dcr-rrroblem einer Prüfung zu unterziehen uu» Mi^el «»sn»di-t tu mache«, um das Auswauderuugswe'en;u rrg»!iere« ««d p kontrolliere«. Tie Konferenz hat, laut Mitteilung des Hiliö»erei»s der Teuricht« Juden, in Brüssel am 7. und 8. jjnri fk Es kam z« einem interessanten Austausch der ^— Ei'ahrurrgeu der Telegierten, ssd es '»st k" onrer der Aegide der Jca die Täriqkeit der_ mitees und E rgansiatio»» zu gemeinsamer Arbeit amfpmö**- ÜKifr anderem wurde die Rolwnckngkeit a»erßa««t, ä»e d»rch rrerstude deamsichfiigmtg aller EmigratUe» im saZümrer Beiehmig, »owohj bei der -Abreise, EmfchiW««L muugsort «r.r cn bestimmte« Turchgangsfl»ij• «r» ranL Nebereinstimmeud wurde auerkauut, d«U Üf iichste Aufgabe der Komitees dari» bestehe» fall, sich driugeude« Fälle« zu beschäftige«, «ud daß keümrlei Mi genüffe» «?erde» darf, die geeiguel wäre, j» wa»der»«g au-ureize». t