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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-05-13 · 102 (13.5.1921) · p. Seite 148

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
102 (13.5.1921)
Date
1921-05-13
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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Lei» Bericht, weder die offiziellen noch die inoffiziellen, berechtigt z» der Annahme irgend eine- Zusammenhanges zwischen den ErriAiisie» und der Aktion der Kommunisten, auf die in dem offizieRe» Bericht beruggenommcn wird. Die Kommunisten find ganz uab^euteud an Zahl, und da sie eine Politik der Verbrüderung mit de» Arabern »»erfolgen, ist es klar, dag sie die Araber nicht angegriife» haben können. Offensichtlich wurde die Gelegenheit von anriiädischen Agitatoren ausgenutzt, um die Juden anzugreifen. Hierfür spricht die aktive ontijüdische Propaganda, die seit Monaten vor sich geht. Die Exekutive der Zionistischen Organisation ruft jeden Zionisten auf. ruhig zu bleiben. Tie britische Regierung und die öffentliche Meinung werden sich von Gewalttat und Unordnung nicht beeinstnisen lanen. Der Oberkommifsar besitzt das unerschütterliche Vertrauen des ganzen jüdischen Volkes und aller friedliebenden Elemente in Palästina. Die zionistische Cache steht fest. Ter Verlust kostbarer jüdischer Lebe» wird eine Welle der Sympathie in der ganzen Judenheit Hervorrufen. Unsere Herzen sind erfüllt mit Schmerz um die Opfer der Ausschreitungen, aber dieses Verbrechen wird nur den Entschluß des jüdischen Volkes verstärken, Palästina als seine nationale Heimstätte wieder aufzubauen. Jeder Zionist und jeder Jude muh einsehen, dasi diese Ereignisie nicht vorgckommen wären, wenn cs möglich gewesen wäre, die Zehntausende in das Land hincinzubringen, die vor seine» Tore» »varten. Das einzige Hindernis, das bewirkt hat, daß sie nicht »ach Palästina kommen konnten, ist die Unzulänglichkeit der materiellen Mittel, die der Zionistischen Organisation vom jüdischen Volk zur Verfügung gestellt wurden. Tie Antwort des jüdisiben Volkes auf die Ereignisie von Jaffa muh in der Bereitstellung genügender Mittel für die mächtig angewachsene Einwanderung und für Vorbeugungsmaßnahmen gegen Ruhestörungen bestehen. Ergebenheit an die Zionistische Sache wird io und kann nur io bcwieien werden. Jede Verzögerung heißt Verrat an unseren Brüdern, die für unser Ideal in Palästina kämmen. Tie Verantwortung für die unmittelbare Zukunst liegt jetzt bei den Londesorganöationcn. Tie Exekutive erläßt diesen ernsten Warnungsruf an alle Verbände und fordert Vertrauen in die zionistische Sache, abiolule Ruhe und unverzügliche, energische Arbeit. sZiko.» Sie SeUmpsvog de- Zionismus io Rußland. Ter „Wolja Rosiji", dem ausgezeichnet über Sowjet-; rußland infoimierlen Organ der rechten Sozialrevolmioj rärf, das in Prag erscheint, entnehmen tvir die Wiedergabe j der folgenden Ge h e i m i n ftr uk t i o n. deren Urheber l kein geringerer ist als der allmächtige Lazis. Leiter der ..Allrussischen außerordentlichen Kommission zur Bekämpfung der Konterrevolution". Am Kopfe dieses Zirkulars stehn ..Zirkularbiief Nr. 5 vom 1. Juni 1920. An alle (Gouvernements — Außerordentliche Kommissionen. An die besonderen Abteilungen und Ranontransporrkommissionen." Tas Zirkular beschäftigt sich zunächst mit den rechten und linken Sozialrevolutionären. wendet sich dann den Menschewiki zu und schließt mit den Z i o n i ft e n. Tieien Scklußleil geben wir im Nachstehenden wieder: In der letzten Zeit haben wir eine ganze Reihe ein- | greifender Maßnahmen gegen die zionistische Organisation erarinen. Tie Verhaftung der allrussischen zionistischen Monieren;. die Verhaftungen und die Haussuchungen bei den aktivsten Männarn des Zionismus in einer ganzen Reihe von Städten. ihre Absetzung von einigen ihnen anvertram?n verantwortlichen Sowjetämlern, all das zerrütteteres die Organisation und demoralisiere ihre Mitglieder Leider erhalten wir nichr selten Nachrichten. die zeige». daß die Genossen, indem sie die Anordnungen der Zentrale an Ort und Stelle ausführen. sich doch nicht darüber klar find, was eigentlich vorgehr, tvozu all das getan wird, und so entsteht eine rein mechanische Handlung seitens bereu, von denen man in erster Reihe ein vollkommc- »es Beistäudnis für das unternommene Werk verlangen MAß» Bor allem wüsten die Genosten lvisien, daß weder in fScjknDOpa «och in der von Loltschak oder.Tenikin okkupierten Gebieten die Zionisten einer Verfolgung ausgesetzt wurden, sondern es hat im Gegenteil den Anschein, als ob man sie wohlwollend behandelte. Dieser Umstand an und für sich schon verleiht dieser Organisation einen bestimmten politischen Beigeschmack. Und hätten wir keine Materialien gegen die Zionisten in unserem Besitz, diese Tatsache allein würde genügen, um gegen die Organisation eine ablehnende Haltung einzunehmen. Ist sie für die Bourgeoisie annehmbar. so kann sie folglich für das Proletariat der Sowjetrcgierung nicht annehmbar sein. Warum ist dem aber so und worin wurzelt diese Unannehmbarkeit? Hier müsien wir den Genossen empfehlen, noch einu. al die Bekanntschaft unseies Zirkularbriefes Nr. I zu macken, wo sie in der Abteilung „Jüdische politische Parieren" alles finden lverden, was jeder wisien muß, der einige Vorstellung vorn Wesen des Zionismus erlangen will. Wir fügen dein jetzt noch folgendes hinzu: Ter Zionismus als nationalistische Organisation ist insoweit schädlich, als er die ganze Kulturarbeit der Olgaue der Sowjetregierung, vor allem aber die Arbeit der jüdischen Kommunisten bei der Einpflanzung der Ideen des Kommunismus in den jüdischen Massen vereitelt. Indem sie die nationalistischen Instinkte unterstützt und anfacht, verhindert diese Organisation den Zusammenschluß verschiedener Nationen zu einer tinderlichen Familie. Außerdem hat der Zionismus zu seiner Grundaufgabe cle Schaffung eines südisckM Staate-? in Palästina oder «wie ne es in ihrem Piogramin nennen) „einer öffentlichrcch'lich gesicherten Heimstätte in Palästina". Was har nun dies alles aber mit Konterrevolution zu idii? Darum sollen wir sie in ihrem Vorhaben behindern? Weil starr der Türkei die englischen und anderen Jmveiialmen sich auf den Hals des arabischen Bauern, der die Majorirär in Palästina bildet, setzen werden, zu ihren Angestellten aber werden sie die jüdischen Kapitalisten machen, die sakrisch an der Spitze der zionistischen Bewegung stehen. Einen iolcken Willen kann das Proletariat nicht anerkennen und wird ibn nicht nur aus prinzipiellen, sondern auch aus v. aktiichen Envägungen heraus bekämpfen. Welche praktischen Erwägungen sind das aber?. Tie zionistischen Angestellten der Entente, die ja dopi'dr < für ück und für ihren Chef — die Entente) interessiert sind, roerden den Willen der Imperialisten verwirklicken und die Aufstände der erniedrigten Araber unterdrücken. wie es neuerdings in Aegypten der Fall war, da die von den Zionisten organisierten jüdischen Legionäre den Volksaufstand der Aegypter unterdrückt haben. Die proletarische Sowjetrepublik ist daran interessiert, daß der | gerechte Zorn der unterdrückten Völker des Orients sich nicht zersplittert. noch abnimmt, sondern unmittelbar über ihre Unterdrücker, die Engländer und Frairzosen, nicht aber über ihre Angestellten (die Zionisten) hereinbricht. Außerdem würde der Zionismus, der fast die gesamte jüdische Intelligenz umfaßt, in dem Falle, wenn ihm eine unverzüglich? Verwirklichung beschieden sein sollte, uns eines ungeheuren Kaders der für die Wiederherstellung unserer Winichan notwendigen Arbeiter: Jngenieme, Aerzte, Pharmazeuten. Architekten und anderer Spezialisten berauben. auf die wir bei unserer Armut vorläufig großen Wert legen müsien. Dies ist zwar keine prinzipielle Erwägung, wollen wir aber unsere kommunistischen Prinzipien durchsetzen, so müsien wir diese praktische Erwägung nicht außer ackr lasten. Tie Kampsmethoden bestehen: 1. Im ideellen Kampf, der den jüdischen Koinmunisten anvenraut wird. Es ist aber sehr erwünscht, daß auch die russischen Genossen an dieser Arbeit teiknehmen, da der Zionismus ein über die Grenzen der innerem jüdischen Frage weit hinausgehender Faktor ist. 2. In der Zerstörung dieser Organisation, tvas indessen nicht über derr^olgenden Rahmen hinausgehen darf:

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