Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 102 (13.5.1921)
- Date
- 1921-05-13
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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bestellen si-ch der ungarischen Sprache bedienen. Wollten sie die jüdische oder die hebräische Sprache nicht, so mutzten sie die staatliche, also die riunänische Sprache »vählen. Die Unterrichtsbehörden seien bestrebt, dori, wo Neigung vorhanden wäre, statt der jüdischen allmählich die hebräische Unterrichtssprache durchzuführen, diese Neigungen im Sinne der rumäischen Gesetze zu unterstützen. Zürich. Auf Bitten der Bereinigung der einheimischen Inden hat der Kriegsministcr einen Erlatz herausgegeben, nach dem die ukrainischen Flüchtlinge nicht verurteilt lverden dürfen, wenn sie ohne Erlaubnis über den Dnjestr.nach Bessarabien gekommen sind. Sie sollen vielmehr Auwnth<'.ltsbewilligung für eine bestimmte Dauer bekommen. Griechculand Berlin. Der Oberrabbincr von Saloniki, Bcnzion Usiel, «eilte den« Waad Hazirim mit, daß in Saloniki eine große Bewegung nnier den jildischcn Arbeitern für die Auswanderung nach Palästina bestehe, und bat den Waad HaIrim, diese Be- 'tvegung zu fördern. Australien. Berlin. Der im Aufträge der Zionistichc» Organisation nach den« Fernen Osten entsandte Israel Cohen berichtet, das; in Wellington, Australien, lvo nur 700 Juden wohnen, die Begeisterung sür den Ausbau Palästinas auch unter den christlichen Bewohnern so grotz ist, datz sich nutzer den 700 Juden noch 1*00 Christen an der Aktion für den Karen Hajessod beteiligen. Auch in anderelt Städten Australiens beteiligen sich viele Christen an den Sammlungen. (Ziko.) Amerika. Nero-Aork. (I. C. B.j Die Zionistische Delegation bat auf die Deklaration, die Richter Mack namens der Amerikanischen Zionistischen Erekulive gegen das Keren Hajeüord-Manifest Wcizmanns veröffentlichte, eine Gegercerklärung publizicrt, in welcher die amerikanische Iudenhcit darauf aufmerksam gemacht wird, datz Tr. Wcizmann mit der Erlassung lediglich einen Beschlutz der Londoner Konferenz ansgeführl hat, an der die amerikanischen Zionisten zahlreich vertreten waren und alle amerikanischen Delegierten für dicsecn Beschluß einmütig gestimmt haben. Tr. Weizmann kann als der veraittwortliche Präsident der zionistischen Weltorganisation keine nachträglich gefaßten und diesen Beschluß zurücklaufende Resolutionen anerkennen, um so mehr als sich diese vom ersten Momente an im Widerspruche zu den Londoner Beschlüssen befuitden haben. Ncw-Hork. (I. C. B.f In das Parlament des Michigan wurde eine Gesetzvorlage eingebracht, kraft rvelcher die schriftliche Hetzpropaganda verboten werden soll. Das Gesetz hat insbesondere den Zweck, die Indenhctze des Automobilkönigs Fort zu verhindern und sieht sowohl für den Verfasser der Hetzschriften als auch für deren Kolporteure eine Strafe bis zu einem Jahre Gefängnis bezw. eine Geldstrafe bis zu 1000 Dollar vor. London. (I. C. B.) Wie aus Ncw-?)ork gemeldet wird, hat Prof. Einstein seine Vorlesungen in den Vereinigten Staaten mit einem Vortrag über die Relativitätstheorie an der Columbia-Universität begonnen. Obzwar er seinen Vortrag in deutscher Spreche hielt, war der große Saal der Universität bis an den Rand ausgefüllt. Das Publikunt bestand ausschließlich aus Professoren und fortgeschrittenei« Studierenden. England. ' Ncw-Uork. Professor Einstein, der sich gegenwärtig zur Vorbereitung der jüdischett Universität Jerusalem zusammen mit einer zionistischen Delegation in Amerika befindet, wird auf der Rückreise Mitte Mai in England cnvartet. Er wird auf Einladung des Kings-College in London eine Reihe von Vorlesungen über seine Theorie halten. Palästina. Jaffa. (Telegramm des Oberkommisiars Herbert Samuel vom 2. Mai.) Am 1. Mai fand in der jüdischen Vorstädt Jaffa eine Maifeier statt, die von jüdischen Kommunisten gestört wurde. Die letzteren wurden in das mohammedanisch-jüdische Viertel, woher sie gekommeü waren, zurückgedrängt. Es ist noch nicht aufgeklärt, wodurch es hierbei zu einem ersten Zusammenstoß zwischen Arabern und Juden kam, wobei mehrere Juden und Araber getötet wurden. Es wurden sofort Regierungstruppen aus Ludd sowie einige Pwqerautomobile aus Jerusalem herbeigerufen, die die Rnhe ohne weiteres Blutvergießen wiederherstellten. Die Rächt verlief ruhig. A» felgenden Morgen begannen die Unruhen von neuem, »nd einige weitere Juden und Araber wurden getötet. Es mußte« weitere Trnppen, Panzerautomobile und Polizei herbeigeholt wettw». Bei dem ersten Gerücht über die Unruhen begab sich General DeütS »och Jaffa. Einige höhere Beamte, sowie angesehene Führer der Araber und der Juden gingen durch die Straßen, und es gelang ihnen daS Volk zu beruhigen. Der Belagerungszustand brauchte nicht verhängt zu werden'. Im ganzen wurden über 30 Juden und 10 Araber getötet and 140 Juden und 37 Araber verwundet. Mehrere Läden wn^en geplündert und über 00 Personen verhaftet. Im übrigen ist das Land vollständig ruhig. Am 2. Mai erneuerten sich die Unruhen, wurden aber schneE luicbcr beige.egt, ohne daß cs zu Zwischenfällen kam. Am 3. Mai morgens kamen neuerlich vereinzelte Ueberfälle vor. Taranfhin wurde das Standrccht proklamiert. Seitdem ist die Stadt rnhig. Jaffa. (Offizielle Meldung der Zionistischen Kommnnon.) Am I. Mai kam cs in der Altstadt von Jaffa zu Unruhen, die zn schweren Ausschreitungen führten. Ein von den Behörden aosdriuNüb zugelassener Umzug der jüdischen'Arbeiter verlief vollkommen friedlich, ungeachtet des Versuchs einer Handvoll Kommunisten. Zwischenfälle hervorzurufcn. Araber benutzten die Gelegenheit za Angriffen gegen Juden und zur Plünderung jüdischer Läden. Ein heftiger Angriff richtete sich gegen die jüdische Herberge, wobei Männer, Fronen und Kinder mißhandelt wurden. Offenkundige Beweise liegen vor für die Teilnahme der arabischen Polizei an den Unruhen. Die arabische Menge «vurde von den Parteiführern aufgereizt. die gegen das britische Mandat und die jüdisch-nationale Heimstätte hetzten. 27 Juden wurden ermordet, ungefähr 150 verwundet. Die Stadt ist jetzt vom Militär besetzt. Das jüdische Stadtviertel Tel-Awiw ist unter den Schutz demobilisierter jüdischer Soldaten unter Führung jüdischer Offiziere gestellt. Nach einem Telegramm des Lberkomminars von Palästina. Sir Herbert Samuel, entstanden infolge falscher Gerüchte am 2. Mai neue Unruhen, die aber sofort beigelegt wurden und keinerlei ernste Zivischcnfälle hervorriefen. In Jaffa ist die Ruhe wiederhergestellt, nirgendwo sonst im Lande waren Zwischenfälle zu verzeichnen. Tie Schuldigen werden in beschleunigtem Verfahren abgenrteilt werden. Die Beerdigung der Opfer fand am 3. Mai unter großer Teilnahme der Bevölkerung statt. (Ziko.) Jaffa. (I. E. B.) Der ehemalige Kommandant der jüdischen Legion Colonel M a r g o l i n hat eine jüdische Selbstwehr organisiert. Seitens der Regierung wurde ein außerordentlicher Unter- «uchungsgerichtshof eingesetzt. Ten letzten Informationen zufolge betrögt die Zahl der jüdischen Opfer 32 Tore, hauptsächlich Ebalnzim. deren Beerdigung bereits stattgefunden hat. Palästina. Nach einer Meldung der Zionistifcheu Kommnnon baden sich die Herren Sokolow und Eder nach Jaffa begeben. Jaffa. Der bekannte hebräische Schriftsteller I. Eh. Brenner «vurde in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Berlin. Im März 1021 kamen 950 neue Einwanderer nach Palästina, darunter 300 aus Anatolien und Pernen. Von diese« neuen Ankömmlingen haben sich 60 Familien za gemeinsamer Ansiedlung ans dem Lande zusammengetan. Das Einwandernngs- Dcpartemenl der Zionistischen Kommission ist bemüht, die Einwanderer verschiedene Handwerke lernen zu lanen. wie Banen, Leben «tilv. Es bemübt sich ferner, die Einwanderer in Gegnden nnter zubringcn, wo die jüdische Bevölkerung noch gering ist, so z. B. in Berscba, Gaza. Akka, Ludd usw. Biele Einwanderer werden jetzt bei den Eisenbahnen beschäftigt. (Ziko.) Jerusalem. Dr. Rubbinow, Leiter der Hadasta, hat sich am 15. April nach Tiberias begeben, um den Grundstein fnr ein jndchhes Krankenhaus iit Tiberias, wofür Frau Schweizer die nötige« Mittel gespendet hat, zu legen. Jerusalem. Der Präsident des Lberrabbinats. * Rabbi Kook, stattete dein Vnnderrabbi von Ger einen zweistündige» Befvch ab. Koodgebong der Gfdattc der OrgotfifiM. Die Exekutive der Zionstifchen Organisatwn i» L fentlcht unter dem 4. Mai folgende Knndgrbnng: Die . richte über die antijüdischen Ausschreitungen in Jaffa keine Erneuerung der Erzefse seit Montag den 2. ist. Der übrige Teil des Landes ist rnhig. .Die Palästina, ergreift alle Maßnahmen, erhalten und Leben und Eigentum z» baß