Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 101 (6.5.1921)
- Date
- 1921-05-06
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9r»-£mL Tie B<r-andla»Mn zwischen 8 e i z m a » n and brr Uwerikarriche» ^relative stnb am Sonntag, den 16. April, abgebrochen worden. Scizrnann fat am Sonntag ein Manpen an die arneritaninLen Inden erlaüen. in welchem die Errichtung des Kerrv Hastöod-Bürvs in Amerika angeknndigl wird. Das Manifest in ge Zeichner von Wkizmaun. llnisthkin, Levin nnd Mastiniohn, lI. B.) Im Amckrlvtz an den Empfang 8«izmanns beim Präütanr Harding gab der englische Gesandte ein Tiner ja Ehren Tr. Veizmanns. bei welcher Gelegenheit der Gesandte eine längere Beiprechnna roii Veizmann über wzialistüche Kragen gepflogen hat. Mn» Aoek. Ter Senat des Staates New-Kort hat einstimmig beichloiirn. Weirsasn »nd Einstein das Ehrenbnrgerrech! des Staates New-Dort ja verleihen. 3kmc£mL lI. E B.) Znfolgc dem »oeben veröffentlichten Jahresberichte der fiböcknn agriknlnrrellen Geiellichan in den Bereinigten Staaten, befinden ach gegenwärtig in H. S. 2L 50 000 jüdische Former nnd Läerbonlreibende. die über eine Million Acker amerikanischen Bodens »elbst bestellen. MenHork. Ter cmezifanifäe Generalkonsul in Kanada ha: der kanadrschen ^Hias" nurgeteilt, taß er dir Päsie von russischen uad baltischen Eimrondereru. die vio Kanada nach Amerika geben wollen, nicht visieren werde, wenn ne kein Biivm des amerikanischen Kownls ihrer Aasreiseländer bcibringen. Tie südi- 'chen AnÄoanderer werden dest-alb vor dem Beriuch gewarnl, ohne amerikanisches Bnnm die Einrei'e nach Amerika am dem Wege durch Kanada :.n »nche . Kn«»kreich. Paris. Io»es Zieinach in hier iw Aller von 65 Jahren gestorben. Aeinach wurde 1S5*0 in Baris geboren und gehörte der bekannten Familie Reinach an. rvelchc ans Frankfurt am Main nach Frankreich eingewandert war. In hüben Jahren wandte nch Reinach der Potirik za nnd wurt-e einer der eifrigsten Anhänger Gambetta-, der ihn anch tz >än*m Labine::schef ernannte. Er war einer der einen Borkämk'er für Treynrs' llm'chnld, und die Geschichte dieses Projekts, welcher er »echs Bünde widmete, hat in ihm ihren Historiker oefnnden. .^.einach war der Bruder des bekannten Gelehrren Solomon Reinacd. de^en Tätigkeit im Präsidium der ALinnce ^zaefht Universelle und denen Gegnerschaft gegen den Zionism« bekannt ist, Anch Ioief R ei nach hat nch viel mit dem Indentnm beschönigt, ba: es ober ans das Niveau eines „totemistiichen Aberglanbe«^ berabdrncken wollen. Lanba». 8ie der Srrär Korreipondent des .Morning Journal" berichtet, da: der Tirekror des Arbeitsamtes beim Völkerbund, Albert Thomas, der A7iance I'raelite milgeteilt, tat; er die Emigrnrivnsfrags beim BöUrrbuttde zur Sprache bringen und empfehlen werde, tast den Emiaranren ir-ternanonale Hille zulei! werden ,'oll. Lambam lI. C. B.j Anläßlich der Einbringung der neuen Bnbgekvo klage für tas Jahr 102122 im englischen Unterhause, bringen die .Tailv körest" nnd ,T«rilq Mai!" Leitartikel, in denen ne ihrer Unjnfriedenheir mit den fortwährenden Ausgaben für Palästina and Meiovotaanen Ausdruck geben. IerZchatem Am 7. April marde die angeküadigte Knust- und GsverbeanssteLnng in Migdol-Tovib (Tovibfestnng) vom OberkoMminär nnd General Starres, Prästdent der GeseLschaft pro Iernjalear, in Anwesenheit von Bertretern aLer Gemeinden nnd Kv»jej»»«n Jerusalems eröffnet. An der Aasstelnng beteiligen ßch hauptsächlich bas Knnstmnienm „Bepllel", ber Berboard jüdischer Künstler, sowie arabüche GewerbeinbnstrieLer von Bel-Scheu. Hestra» »nb anbern Lrtschafte» Tie Inden sind an dieser ersten schon in de» erste» der LAerLantwistär > Iernsolew. Die polästinenfischen Zeitungen vom 10. April der- | öffentlichen die Texte der Denkschiästen, die der Waad Leumi und i die Exekutive des arabischen Kongreffes in Haifa dem englischen > Kolonialminister Churchill in Jerusalem überreicht haben. ESist bemerkenswert, dag die Denschrift des Waad-Leumi von den > Arabern wie von Brüdern spricht und der Hoffnung Ausdrück gibt, tag beide Böller, die nach Etümm. Sprache und orientalischer Eigenan einander nahe stehen, ein gemeinsames friedliches Leben zum Vohle aller führen werden. . Tem gegenüber ist die Denk- , schrin der Exekutive des Haifakongreffes in gehässigstem Tone gegen ' die Juden versagt worden. Sie beschuldigen die Zionisten des russischen Bolschewismus. Trotzdem sie gegen die Person des Ober- komminars nichts Belastendes sagen können, fordern sie jedoch deffen Abietzung und Ernennung eines arabischen Oberkommiffäxs. Jernstckem. Ter Wunderrabbi von Ger (Polen) ist in Begleitung seiner Frau Gemahlin und sieben angesehenen Chasfidim am i 12. April hier eingtrost'en. Die Agutah Jisroel sowie die Zöglinge j der zahlreichen Jeschihot und andere orthodoxe Institute bereiteten ihm am Bahnhof einen herzlichen Empfang. Er wird in Palästina , 6 bis acht Wochen weilen. , Jerusalem. Wie der Toar-Hajom berichtet, wird auch Ostjortanien, das. wie bekannt, als autonome Provinz betrachtet wird, unter der Oberleitung von Herbert Samuel stehen. Verwalter dieies Gebietes wird Emir Ebed-Allah. dem auch ein Engländer zur Seite stehen wird. Abardaoel. Von S. M e i s e l s. Au den Namen Abarbouel knüpft sich die Erinnerung cn die furchtbarste Tragödie in der jüdischen Geschichte. Wir , scheu ein Volk aus dem Böden entwurzeln und in die fremde jagen. Innerhalb vier Monate und bei Todes- ' strafe müssen die Juden Spaniens aus den Gebietsteilen j Kastiliens, Aragomens, Siziliens und Sardiniens .auswandern — heißt's im Edikt des Königs Ferdinand. Das üeißr einem Kranken genau bestimmen, wann sein letztes Sründlein geschlagen hat—ß- RDGVC bella machen kein Heb! daiaus, daß sie dem Gott der Liebe dieses Opfer bringen. ein Tankopser dafür, daß das herrliche heidnische Granada in ihre christlichen Hände fiel. Dreihunperttausend Menschen gingen ins Eril, dreihunderttausend Menschen — . Hekatomben — wahrlich, ein stattliches Opfer, wie es fern 1 p>eu* je gesehen . . . Sie mußten nicht auswandem: es , gab einen Rernmgslveg, der durchs „Wasier" führte. Viele i gingen ihn und blieben im Lande. Aber das Gros, das j Volk, schwanke keinen Augenblick. Die dreihunderttausend i Ausnandernden folgten einem inneren Instinkt, > einem ' Her-enslrieb. ohne erst das^Für und Wider zu überlegen. Vor die Alternative gestellt": christliche Spanier und eine Heimat oder spanische Juden und Auswanderung — tzöhli ren sie ohne weiteres das letztere. Sie verließen die Heimat, , odwobl sie keine schlechteren Patrioten waren als die Zmmck- ' gebliebenen. Aus die Frage, ob in ihnen der Spanier oder der Jude die Hegemonie besaß, ist in ihrer Auswanderung keine definitive Antwort enthalten. Die Auswanderung beweist nur, daß diese Menschen, dir seit der Auslosung ihres Reiches mit zwei Attributen dmch die Welt wvndem; (es ist bezeichnend, daß selbst die Juden Palästinas „paläftinenfische Juden" genannt werden!), sich und ihren zwei! Attributen treu geblieben sind. Sie sind in der Fremde! bis aus den heutigen Tag spanische Juden geblieben. Ja, j sie liebten ihre spanische Heimat, sie ttebten sie so sehr, daß ne es als Schmach empfimden hätten, sie durch Lüge und Treubruch zu erkaufen. Die Chroniken erzählen, sie hätten vor der Auswanderung drei Tage und drei Nächte lang auf den Gräbern iister Vorfahren gesessen und gewieint, und dgr Boden Spaniens trank gierig die letzten Aöschiedstränen dieser, spanischen Juden. Dte Chromben erzählen' f&K?, sie hätten Grabsteine aus dem Bl^en gerissar, Bärvne chuS der Erde entwurzelt und sie als heilige R^iquien mch-al^ Lymbole ihrer eigenen Enttourzünng. nrü