Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 100 (29.4.1921)
- Date
- 1921-04-29
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Herli». Noch wie vor erregt die Anwesenheit Professor Emsküns und der Zionistischen Delegation die außeroibentliche Anfmerksamkeit der amerikanischen Leffentlichkeit. Besonders auffallend ist es, daß die blau-weiße jüdische Flagge fortdauernd geführt wird. So wrrrde sie von der Motorjacht des Bürgermeisters Hylan geführt', als sie die Delegation vom Schaff alcholte. Auch das Hotel Eommodore, wo die Delegation wohnt, hat die blauweiße Flagge gchißt. Beim Empfang Weizmanns hielte:: Mitglieder der ehemaligen Jüdischen Legion Wache, die im Weltkrieg Palästina hat erobern Helsen. Auf dem Wege zum Hotel wurde die Delegation aus allen Fenstern begrüßt und mit Blumen überschüttet. Professor Einstein hat bereits mit wichtigen Persönlichkeiten unterhandelt und von dem PikSburger Milliardär Rosenblum eine größere Summe für die Universität Jerusalem erhalten. sZiko.j Nenhork. Anläßlich des Besuches der zionistischen Delegation in Amerika hoben sich die 5Y00 in Groß-Neuyork lebenden jüdischen Aerzie zu einem „Verein zur Förderimg der hebräischeu Universität in Jerusalem" zusammengeichlosscn. Auf dem ersten Meeting wurde der Ents<Hr»ß gefaßt, eine Million Dollar für di« Universität in Jerusalem zu sammeln. An der Spitze dieses Komitees sichen die Herren Dr. Rachnmv, Dr. Hilweet und Tr. Rongy. Man erwartet, daß auch andere indilche Fachleute sich zu ähnlichen Vereinen zusammenschliesi'n werden, um die Erislenz der hebräischen Universität in Jerusalem zu sichern. Itilien. Triest. Der Gcrer Nabbe und Rabbiner Hvrowicz von der Deutsch-Holländischen Palästinavertvaltung sind von hier nach Palästina abgefahren. Rom. Ernesto Nathan, der frühere Bürgermeister von Rom, ist — 76 Jahre alt — verschieden. Frankreich. Revtzork. sJ. E. B.) Der französische Staatsmann. Viviani der sich in Amerika anshält, ei klärte in einem Gespräch mir einem jüdischen Journalisten, daß die Haltung der französischen Regierung gegenüber ihren jüdischen Bürgern dieselbe wie gegenüber den Bürgen: anderer Religionen sci. Die französischen Juden seien gute Staatsbürger und heiße Patrioten. Antisemitismus existiere in Frankreich nicht nwhr — er sei tot. Eine Wiedecholung einer Treymß-Assäre sei jetzt in Frankreich eine Unmöglichkeit. j kaum und seinen 80. Geburtstag — haben gezeigt, wie er! aus der Bonner Judengass^ herauswachsend, als singender Handwerksbursch in die Welt zog und als tüchtiger Mann heimkehrend. sich sein Leben gebaut und erobert, aber <mch durch einen tiefen Sinn fürs Schöne, durch Lied und Reim, und nicht zuletzt durch sein Judentum verklärt und geadelt hat. Die Grabrede wandte das Gebet des heimkehrrnden Jakob auf sein Leben an: „Mit meinem Wanderstab Hab ich diesen Jordan überschritten und nun ward ich zu zwei - Lagern". — und deutete die beiden Lager auf „Poesie und Judentum". Wir glauben das Andenken des trefflichen * und verdienten Mannes nicht bester ehren zu können, als Ute* Herschel. ■j » ttetettin,* Berlin. Beim Empfang in Rischon-lc-Zion gab Churchill vor seiner Abreise aus Palästina nochmals eine Bestätigung der Balfour-Deklaration. Er bewunderte die hingebungsvolle Arbeit der ersten Siedler und sagte, die britische Regierung, welche die Kraft und die Zähigkeit der Juden kenne, habe im Vertrauen auf diese Eigenschaften den Juden das nationale Heim in Palästina versprochen. Die Balfour-Deklaration sei nicht die Aeußerrmg eines einzelnen Ministers, sondern der ganze» Regierung. Die Jrcken hätten aus Wüsten ein Paradies gemachr und würden aus ganz Palästina ein blühendes Land machen. Kein Hindernis stehe der Arbeit im Wege, welche der gesamten Bevölkerung Glück bringen werde. Tie Söhne sollten die Arbeit der Eltern fortsehen. sZiko.j Max Herschel Am Mittwoch, den 13. April, wurde in Bonn Max Herschel, der Senior im Vorstand seiner Gemeinde, der Ächter des „Tales Saron" und mancher schönen Wein- und Minnekieder, von seinen Freunden und Verehrern zu Grabe geleitet. Wir haben an dieser Stelle mehrfach die Bedeutung Max Herschels im rheinischen Judentum gttoürdigt — wir erinnern att sein 50. Gemeindevorsteher-KLiindem wir ihn selbst hier zu seinen Freunden reden lasten, und zwar mir den »einer Peßachhagada entnommenen Worten des 113. und 114. Psalms: Psalm 113. Lobe: den ewigen Schöpfer, Jubel: dem «achrigeu Herr»; Künder. ihr Dieser be£ Höchsten. Preis dem erhabenen Gott. Tor:, wo die Sonne sich hebet. Bis wo sie finke: ins Meer. Tönen bem Name» des Ew'gen Jubelnde Lieder znm Preis. Heber die Völker erhaben Thronet der ewige Gott; Ueber die HimmÄ erstrahlet Leuchtend feia blendender Glanz. Wer ist wie Er, der da thronet lieber der Wolke» GebAd? Wer ist wie Er. der da schonet Tief ans der Menfihe» Gefildk Hebt ans de» Staube de» Armen. Richter de» Tnrst'ge» empor. Setzet sie neben bic Firsten. Reben die Höchste» des Volks. Leben eipengl er i» Schooße de empfinde, dm F«nde liche Mntter z, faa. \