Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 100 (29.4.1921)
- Date
- 1921-04-29
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Psalm 114. Israel zog aus Aegypten. Aus der Barbaren Gewollt Judo, dich nannte er heilig. Israel wurde sein Reich. Meer, du crblicklesl es weichend. Rückwärts du. Jordan, entflichü. Berge, ihr springt wie Widder. Hügel, den dämmern ihr gleich!. Vas isl dir. Meer, das; du weiches: Was isl dir, Jordan, du fliehst? Warum, ihr Berge und Hügel, Zeh ich Euch springen einher? Toch heule will ich König sein. Ich will euch segnen mir den Prieslerhändcn 2eid mir willkommen in den kahlen Wänden! Hier nebr das Bro: bereit und bier der Wern. Ter Iüngne an dem Tn'cbe «oll mich frage-: Warum in drcic Rackr: ror anderen Rächten 2o ansgezeichne: uvnn gleich Pharaos Kr.ccknen Wir zniern ror des Morgens bleichen Tagend Ars den neu a::'ge!eg:en «Gedickten Huao pv±:zz:crr:-. R. oöi.vi-Veriaa. * Eliahu ha-nabi. eine Pes' ach - Erinnerung aus der £in'zi\t \ t Bebel oor «'-oll dem Erhab'nen. Zineri' vor Jakobs Gon. Kieselstein er zu Wasser. Ielsen zu o.uellcn er mach:. 11 1I1ITTTITTTTTT111 ITH UJULlTrnn »Tnj Bon Berg und Tal mn ■ i iiTrri 11 ■ nurim htittttti ttttt irri Düren jRhld.E Tas eiwas abgeilaule Eeben unieres Iri schen Iugcndvereins erfuhr durch eiiicn Bornagabend des H-...r Opernsängers Dalicr Woog, Mrcielb, eine Al'.ffrischung. las l^altige Programm sührie in lress.ichcr Weise in das Wer'::: der niodcrnen und osrjüdischen Eilcralur ein. Tie feine Ponraasa.: Woogs brachie cs zustande, die osljüdische Tichlnng icLbü dem r. r nrlcilsvollen ivensüdischen Publikum mundtzerecbl zu machen .r.d dadurch zu zeigen, daß es ..selbst" nn:cr den Titjuden >lün'':-er 2eine angenehme 2limme eigne: sich gleich guk zum Ge'ara .r zur Rezilaion. Ter sinnverfrändige Inlerprel ivußle. durch e n. inuslerhastc Begleining unterstützt. die ivehmüligeu Iaraenl'.ed-er „Tes Millners Trären". ,.A Brivele der Mamen" so vorzriraaer. daß sie einen liefen Eindruck hinlerließen. Woog rezi:ier:e süd-'che Gedichte von Münchhausen. Ilvan ('-oll und brachie die lv.rk'imc und bcgeislcrnde 2ch!ußszene ans ..Ierimias" von -'gveig :r.''..ch zum Borlrag. Ten errungenen großen Erfolg haue 'Wooa wen. verdicnl und gönnen wir seiner Vermiuluiigsgabe noch üa.:..: Widerhall in andern Bereincii. r Essen. Am 14. April l>aue sich die gcsanne jüdische Ina.r.d Essens zu einer Aussprache über das Thema „Tle Üfljudc.'.'iar.' und die jüdischen Arbeilerfürsorgeslellen im Teulschen Reich' e.r gesunden. Tic Versammlung gab das Bild jüdischer Euunüugl. - die dein deutschen Iudentnrn heute dringend notlur. Es wurde ."ue Einheitsfront geschaffen, an der sänuliche .greife der luD.'diei' gend von den Ralionaldeulschen über die Reniralen o's;u :.r radikalslcn Zioninen aibeiten können, iii-iei Eii'h-.-'-sn:ll? Zionisten arbeilen können. Tir-ler seinen Ausdruck in einer Rcsv.in>on, die nach längerer Aus>r a.-d einmütig angenommen wurde: ..Tie am 14. April lb-I verdamm..u jüdische Jugend Essens steht ottf dem 2landp'.!:ik:e. daß d:e Iüdr'che Arbeilersürsorgeslelle Tuisbnrg unler allen lln'.fkäuden mu der Beschaffung von Geld und 2lellen ninerititP.t >verden muß. Wir ho--er. auf die Hilfe der älicren Gemeindcmitglieder." 2 Tage fp-rer wurde ein zchngliedriger Arbeitsausschuß gebildet, dem Ver:re:e: aller Bünde und Richtungen angehören. Wir hoffen, daß v:e» r erste 2chriu -u gemeinsamer Arbeit der jüdischen Jugend nichr der letzte sein tvi'.d. und daß. speziell in Essen und speziell zu diesem Zweck, die „Alten" unscrm Beispiel folgen werden. Icden'alls honen wir auch, damit einer so guten 2ache. wie die Jüdische Arbeitcrsüri'orgestclle Tu:?burg in. viel geholfen zu haben und we::er zu Helsen. G. ■ummin,,iimm mmmi rrn mnn Die Botentasche niTTinilmimimimn im mi» nrm > Leder im Ghetto. Von Hugo Z u ck c r m a n n. Wer" müde und beladen, trete ein In meines Hauses engumgrenzten Iriedcn: Lb sie auch ängstlich meine 2chwellc mieden. Heut soll ein jeder hochwillkommen sein. 2tels einsam ist mein Tisch und karg mein Mahl. Bin selber fremd in meinem eigenen Haus — Vielleicht treibt man mich morgen schon hinaus. Man raunt im Torf, datz man ein Knäblein stahl . . . ron Or. Samuel Ravvsron. ' Iornetzung.s i'tü&fceiH i*vi Großvater mir d-.r 21 r beit. ::e :rn an- :tt tmenb nid't Ux'ina enniibei darre. f*::ng eenr-oröen. die? arm hier und auf feinen Plan pefrolir. liefe: üd> ad fernen :n‘f/n 2mM nieder. zog mich liebeimll :.:i ü* ur.e- 'ehre auf feine Mnie. idnriinneriHt. und tecerüer: erMlie er mir ron der dcr.Iidifeir Eie; I'taels. ireher dre'e >4öfr- ::d feiten gekommen. von jenem schonen ramm fände ur.-- Volkes, aus dem uns der Zorn Gotttes r-erniebeo. .:■> nah in uns aber die ahrlidv C^nabe. irre uns;e:erlid’ ..v'.reuen, ganz deüunmr zurüdvtingen. wirb. .-deute u.\: ■“ — »aaie der iXronr-crer — ..zum ref-e: wird Elrabu . .u. eie'em Erez I'rael-Wein der uns trinken., auch du fok-'r dauon. ü'i feine ...Ros'or" dekommen-. nun Mklü fu mos -ff'".' und Mdi bald schlafen leeren, bann: du den aan-eu dl'rch mach dleidü und Eliabu fich nich: -chla'enb >> ....ch! ::-e fen neuen Vmiai.'. zu 'chfa'en. >u:nn! .a: u. f. lernen V'ach.: zumeim lna.chaedkieden rr*.::. Ich nur de : :: 'enarmes Junmer aemlur. damit rd: im nicht;e-*:ni: nerde, und zu Bert gebradu. Es mar mein bäüer euuu'chlafeu. Ich schloß bald die ^luaen. aber zum '.'.naiüd moUte kein schlaf kommen. Ich miede.bol:e un- \ih!:;e :niale den für schnelles (finnt-kren errrobtes Brbel- ’ ..Ido. ad um ab laut: 2'io-cheb". aber t^eraebensf Ein- 'nla'eu. kannte idi noch nicht. Unzabliae Eedanken und Bilder. in deren Ainc Eliabu frand. schwiriren mir durch den '.ern:. machten ein Einschlafen vollends unmöalich. 2o meh: als drei stunden. L):e eine Erlöfuna emvf.it.d im es. als der Großvater leise auf den Zebenwiken des Itmmet betrat, um nach mir zu schauen. Ich lag mu ebenen Iluaen da. — sagte der GroZvarer — ..bin ’ür den?eber gut ausge'chlafen. Jetzt wusch dich und kleide duo an. denn bald wird es Zeit zum ^bendgebei." Vot Anbruch der Vf acht machte ich noch einen Torung den Eltern, um über die Erlebnisse des Tages 'u betichten. -Zum Abendgebet ging ich mit d-em Vater in die arr-fze Tl.nrnrae und nach Mbünguna des ...dollefs" b-eaab ich mach nolz und erwartungsvoll mit meiner ..daaadab" — ein r'eichenk des Großvaters — tn das daus der lchroßeltetn. Eine beendende Helligkeit und um'agbar wonnige, aber gebeimnisvolle Stimmung erfüllten d-en Raum, als tch denselben betreten. Ter Tf'ch war für den Teder bereits b-.raerichtet. Im 'echsarntigen. vorn Plafond berabbängenden. Mcmngleuchter. einem von den ülbnen üoetnomtnenen Erbmtck, flammten würdevoll die Kerzen. 21m Tücke brannten außerdem vier Kerzen in Tilberleucktern und zwei Lelflaw.men in uralten kunstvollen Glasleucktern. die meine (Sroßmuncr nack alter Tirre neben den Kerzen an jedem Freitagabend anzuzünden pflegte. 2kackdem nock mancke Vorbereitungen getroffen waren, legte der Großvater feinen ..Kiuel" und die mir. feinem, zarten Goldwerk geickmückre Kappe an und nun begann das I-üllen der Becker mir dem köttlickfren aller Getränke — mir dem Dein aus Erez Israel. 21uck mein kleiner Becber wurde zu meinem Entzücken mir diesem wunderbaren Laste gefüllr. In der Mine des Ti'ckes frand ein besonders fcköner und großer ä^ilberpokal. der Becker des Eliabu. Mir schien es. daß Großvater