Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 99 (22.4.1921)
- Date
- 1921-04-22
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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12* t 4. Leiche Möglichkeiten fiuH gegeben, den Einrlttß »ichtzicr-. frischer Spender auf die Berwend.ttlA der Gelder stcherzu^lle»? Sollten diese Auskünfte für d.'^ Nichtzioninen berrredigend äuSfallen, empfeyle ich die sofortige Bl.'knng eines großen deutschen Komitees zur Aufbringung von Mitteln ^ür den Ausbau Palästinas, und zwar möglichst mit nichtzwnist/scher Mehrheit. Um den Fortbestand des G. B. zu sichert und zur Behebung der ab iraio gefaßten Beschlüsse appelliere ich hierdurch cs die Führer des C. B., so schleunig wie möglich eiJt Haupwerscmm - lung einzuberufen und dieser die lehren Beschlüsse des HauprvornatUteS zu unterbreiten, da mir ihnen ohnehin der .Kompetenz der Hauptversammlung vorgegrissen worden in und ^gan; zseifeklos ZMfende von Mitgliedern des E. B. dieie Beschlüße niätt bitifnz. Auch erscheint eS auS mancherlei Gründen zweckmäßig, daß der derzeitige Hauptvorstand des (5. B. nch re seiner Ge^'amth«'.: rsrr 5rs* wähl unterzieht. So wie die Tinge jetzt liegen, können ne nicht wettergehen, TaS deutsche Judentum wird umrost rort den Logen deschamlosesten Antisemitismus' an den Grenzen stehen ungezählte Üstjuden voller Verzweiflung; nicht weit von T^ut'tblaud werde:» Hunderltausende von Juden in barbarischer Le':> niederaes:etze!:: in Palästina befindet sich eine Möglichkeit. dre Jndeusraae. wer::, auch, vielleicht nur zu einem kleinen Teil, einer gÄvisten Lb'uug enraegenzuführen; die jüdische Jugend ist erfüllt von netter Sehnsucht nach Beendigung des Parieihaders. nach neuem Meu'chentuu-. und nach wahrhaftem Judentum. Und in dieser Stunde iazU rrzz üch in Berlin unter den soqenan.'trcn Führern um den alten Aank! Tr. Apiel schloß seine, mir nerer Bewegung roraeitggcne- Aussührungen mit einem, mir stürmischem Betsall au'genrmmenen Appell an die überaus stark besuchte Versammlung, an der 'ch ■: gleicher Leise die Mitglieder der Ortsgruppen des E. 5.. der Zionistischen Bereinigung, sämr.icher Juaendgruppen und de 'übrcnden Persönlichkeilen der Trcsdener Gemeinde bete:!:g: h-atter rroh dieses Rückschlages in den Bemühungen um Herstellung der Einheitsfront der deutschen Juden und einer aröalrchü baden Betrachtungsweise jüdischer Probleme nrcbr nachzolLsieu. IUI IfirTTTTTITTTTTTT I F» I 1 1 I I 1 B'ITII Hin Von Berg und Tal mim ITTTTTn 11IIHTII IIIIIIXD Köln. Am Tienstag, den 26. April, sinder in Köln :m größtn Saal der Lese eine Lewandowskiseier starr, in welcher der als Kanior der Frankfurter Gemeinde und als Konzerriänger rühmlich'': bekannte Herr Naumow-Zleischmana Lewaudowskische Gesänge vortragen wird. Ter Reinertrag ist zugunsten der ostjüdisckeu Flüchtlinge bestimmt. Ter Name Naumow-Fleischmann in »o bekannt, daß ein Hinweis aus den bevorstehenden hohen Kunstgenuß stch rrübrigen dürste. Lewandowskis Gesänge sind die klartckckeu Liedergaben der altüberlieferten synagogalen Melodien. Lir wm'en '.'.nsere Leser auf das Inserat in" dieser Nummer htn. Lil». Einem hüb'chen Bericht über eine zwettägise Liste r wanderung mit der Vanderaruvpe des jüd. Jnsentwere ns Gubrr. Rießer entnehmen wir: Noch dunkel lag die Sradr, als wir früh um 'ün'e zu Fuß »rrr Bahnho' marschierten. Ter Himmel bar:e ein werner'.ches Gestckn aufgesetzt, doch was kümmerrs uns! Hab Sonne :m Herzen! rud voll frohen Landerünnes begann unsere Fahr:. Zu 2b Jungens uud Mädels verließen wir in Eobern den Aua. iexten der Fädre über die Mosel und ba.d naren beim Klettern de durch txe hrsge Bahnsahr: steif geworde.-.e.i Glieder wieder geienk.g geworden. Telweise aur breiten Legen, teilweise uns nur mühsam durch dichie? fpitzes Gestrüpp arbeitend, ging? vorwärrs. Bon der Spitze des Berges Hanen wir eine prächtige Aussicht aus d:e Eise!. L'r r.zr Reliefkarte lag daS von uns o^i durchwanderte Land vor rns. und liebgewordene Erinnerungen snegen in uos auß Ertuneruugen frohe, zusammen verlebte Stunden, die sich dem Gedächtnis 'ur immer einoeprägt haben. Nach der Mirragsrast ging? daun weiter über Berg und Tal. Bor unseren Blicken raucht d.e Brrg Tbnraudt aut, und in einer guten halben Stunde sind wir obe» au^der Ruine der ehemals prächtigsten der Moselburgeu. Letter gehr es auf schmalen SBewn über die Schiererberge und bald habe» wir das Ziel deS ersten Tages. Brodenbach, erreicht. Ter Abeud vereiuigt bei eiuer kleinen Bowle frisch schäumenden MorelwaKers zu fröhlicher Gemütlichkeit, und wir suhlten uns i» echter jüdischer Gemeurschafr verbunden. als wir auf das Loht unseres neutralen jüdischen Jugendverbandes tranken. Bereits um b Uhr des nächste» Morgens marschierten wir von Brodeubach ab. Lrr folgte» z»»ächst de« romantischen Brodeabachial bis kurz hinter dem Touma~t 100 to‘r dieses wilden LaßerrcLes eine Aufuahure machleu, uud kletterte» daun über die Höhe» rechts i»s l^rbachtal und auf die Ehrenburg. Tie Besichtignng der Ruiue bietet allerlei Jutereffantes. Vir klettern daun weiter auf halsbrecherische« »ege zur höchste» Spitze des Turmes empor, »o ni MW herrliche Sosficht für unsere MZche betohut. A» uritic» Fitze, •*f «aer Wiese a» ^hrbache liegt ei» jüdischer Ariedhof, der mit ^»e» schlichte» Srah^ue» eiue» Fremckk^fristzkche» ^xArwi t wach,, gar nicht wie eine Stätte des TodesgraueuS. fouderu wie ei» j Rafyplay nach einer glücklich überstandenen Wanderung. Nach kurzer Frühirücksrast wandern wir dann weiter durch die schönste Gegend ^uusercr^ heutigen Tour, die soo. Ehrbachklamm. Zu Füßen von Schloß Sihöneck aus einer Liese am Ehrbach machen »vir Mit- 'aarast. Nach andächtigem Benschen wandern wir weiter an den vielen Mühlen des Ehrbachrales vorbei nach Buchholz an der Huns- ' rückbahn Boppard- Simmern und crre:ck»?n weiter Boppard kurz vor i ^lb'ahrt des Auges. Tamir war unsere Tour beendet, und als wir ' "'üier dtchtgedrängl im Auge saßen, da ließen wir uns alle besriedig- . reu H-cr;ens nochmals die Erlebnisse der beiden Tage durch den . äo?' gehen; Hanen uns doch die Tage zu' innigster Gemriuschan! r-tre'.n:g:. und auch äußerlich war der neue Geist in unserer jüdis '-che- Jugendbewegung erkennbar, indem zum ersten Male Mitglieder t'.ouistischer Jugendvereine mit uns wanderren. Honen wir. ' daß dteier Geis: der Bersöhnlichkci: gerade aus unseren Vaudernuaen weiter zum Ausdruck kommt; ist doch draußen in der Natur die S:ä::e. wo sich am ehesten Herz jmn Herzen rindet, zur Gemein- , 'chast. :ur jüdischen Gemeinschaft. Ü»l». Im Lerern für jüdische t^eichichle und Literatur hreir rut Monraa. den 4. April, Rabbiner Tr. Earo einen Bortrag „Jü- , d:rche Probleme der Gegenwart^, in welchem er die drei wichtigsten! Probleme, die augenblicklich im Mittelpunkt des jüdischen Inter- "tes stehen, l-ehandelte: den Antisemitismus, die Lrgauisierung der » d.-stitsLen Juden und den Ausbau Palästinas. Hinsichtlich des Änn- * 'cmtt:st?tlls verlangte der Redner Umkehr von der bisherigen Taknk.? au' wußgebende Kreise b-er Regierung einzuwirken; man müsse dae.ntrcten. daß die Idee der Rcchlsg'.eichheit Aller im Bolkst rLwußt'e:n;ur Anerkennung gelange, ungeachtet der großen Schw:e-? r-okriten d:e besonders von Seiten der Rat'sensanatlker der Tnrch- ' -'udrut-a d'eies Planes gemach: werden. Man müne dre Teutschen über >:< eihticken Lehren unserer Religion und über die historischen <vitrbc. b;f zu der jepioen Stellung der Juden im deutse^n Gerst-suns Ltrn'cha'tslebcn geführt haben, amklären. Ter Redner r:wtrst 'odann ein Bild von der geschichtlichen Entwicklung der t?^strebunqen, eine Gesamtorgamsatiön der deutschen Juden herbe:- ru'ükrin. T:e neue Reichsversassung har nun alle die Srhivrerigleiten, die bisber der gesetzlichen Regelung dreier Frage im Lege staridetbeseitigt, und demgemäß ist auch unter Austinimung aller Par:e:.'n und Richtungen eine solche Gcsamrorganisalion am 23. Januar beschlossen worden, von der eine Neubeiebung des Judeniums . e:w»a:ier w:rd. Las den Ausbau Palästinas betristt. so stellt« sich * d r Redner unbedingt auf den Standpunkt, daß alle Juden, welcher .'Tariei sie auch ar.gr-hörcn mögen, an diesem Werke Mitarbeiten ^ü"er. denn nvr in Palästina sei es möglich, eine neue jüdische vr.'rur zu schawen. aanz abgesehen davon, daß auch durch d'e Manen- ‘ anstedluLg von Jut<n in Palästina die große iurchrbare Tragödie. di« du:ch die Pogrorne in Polen. Ungarn und der Ukraine, sich ab- . 'vielt, zum wenigsten gemildert werden könne. Ter in 'reier Rede gehaltene Borlrag zeigte, daß der Redner der zcrrirz Sio'i beherrschte, und feine nach Jnha:l und Form ge- - d.e deren, ror. Begeisterung getragenen Austührvngen. denen das t rbl.kum mir größter Aufmerksamkeit lauschte, fanden den herzlichen Bei'dll aller Anwesenden. Zwischen mir und cinein kleincn nebenjäbrigen neu- ' dcduckenen Reliclionss'ckmler wickelte nck» eimnal folgendes t^ipiäck» ab. nockdem i-ck seinen Namen resryeslellr bane. ..— Und wie beitzs dein Barer?" ..Bmer!" ,.Nein, nitdr so: die iaqen denn die Lenre;u ihm?" .^e:x Tokror!" ..L<üon rechr! r'lder wie ift denn sein Name?" ..Nun. wie iaar deim die Murrer zu idm?" „Dicker!" * (5liahu ha-nabi. i'int Pesfach-Erinnerung aus der Ainderzen von Dr. Semnel Rcppcpsrt. Har jemand von euch schon den Propheten Elzahu mir eigenen Augen gesehen? Ich glaube kaum. Nur einen ha: es gegeben, der Ekiahu geschaut, und dieser Glückliche war sch. Die süb dies zWerragen har, wiü ich im folgenden erzählen. r Schon lange, sehr lange ift es her. Ich war dazumal t ein rttt» «chtjchriger BlnKu, der nicht nur « der Bibü,