Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 99 (22.4.1921)
- Date
- 1921-04-22
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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mall zum Ausdruck bringen, daß der uationaldeutsche Jude alle Entscheidungen aus seiner Smltsr- »»d Gefiihls-e»ei»sch«st »it Deutschland und deutschen Menschen Heraustresse. Diese Gemeinschaft sei es denn auch, die alle Sondergesühle des jüdischen Deutschen in den einzigen Strom des Teutfchtums fließen lasse. Die Erfahrung Hobe gelehrt, daß es dem,,Ze»traluereiu deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" »icht gründlich gelungen sei, das deutsche Judentum im Deutschtum anfgehen z» lassen. Deshalb müsse man neben dem Zeniratverein den neuen Verband schaffen, um mi: dessen Htlie gegen Erscheinungen anzukämpfen, die entweder die Verricsun^-des jüdischen Nationalgefichls oder gar den Internationalismus förderten. In diesem Sinne gelte der Kamps dem Zionismus, der „Avii'chcnschicht", und vor allem dem verabgemeinernden Antisemitismus. Auf die Lsljndenfraze eingehend, erklärte der Redner, daß er das Problem »ar als Deutscher berrachieu könne. Als solche spreche er der östlicheu Grenzsperre das Don. In der Ausiprach-e wurde rav. mehreren Rednern b-emängelt, daß der Berbasd auch geinnste Inden ansnehwe und dem „Zentralverein" gegenüber eine Stellung zu suchen scheine, die geeignet sei, den An:i»em'.:ismus zu Mördern. Tie Mehrzahl der geladenen G-äsie :ra: 'chi'.eßlich dem Verbände bei. Berlin. In einer Betrachtung über die roten Doche" in Breslau stellt der Breslauer Korrespondent des „Berliner Lokalanzeiger" zwei Flugblätter — ein kommunisinchcs und ein antisemitisches — nebeneinander und schreibt: Die rechtsradikalen An.tiiemttcn und die linksradikalen Moskauanhänger geben, einander auch hier nichts nach. Die einen hetzten zum Bürgerkreg. die anderen zum Pogrom. Ein geheimer Anlisemircnbund in Breslau har bereits begonnen, in der Seffcntlichkci: hcroartreiende Juden ,pvar nicht zu töten, aber zu verprügeln. Ickr halte die Gefahr eiuer Pogromhetze in Breslau für größer als d.e kommunistische; denn dieser sich: die Arbeiterschasi unbedingt ablehnend gegenüber, jener aber arbeiten die gesamte reaktionäre Stnderuewchasi. die Bismarckbütrdler und Schur- und Trutzbündler vor." Berlin. Der ^Zeniraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" hielt arn vergangenen Sonntag eine Sitzung des Gesamtvornandes ab. '.n weicher nachstehende Resolution mit Majorität gegen eine erhebliche Minderheit, die sich lebhaft fiir die Teilnahme an der Paläs'.inaakiion cinsenie, angenommen wurde: „Wäre die Besiedlung Palästinas nichts weiter wie crn soziales Hilfswerk, dann näre vom Standpunkt des Zemralvereins nichts dagegen ein.uwenden. Die Besiedlung Palästinas ist aber in erner Linie Ziel r.atwnaljüdischer Politik. Ihre Förderung und Unterstützung in daher abznlehrren. Solange die sozialen und kulturellen Einrichtungen des deutschen Volkes und die religiösen und kulturellen Bcdür'niyc des deutschen Judentums binerne Rot leiden, solange zablieiche heimatlos gewordene Juden unsere Hnw dringend brauchen, Kat jüdischer Wohltätigkeitsssnn P'l'.cht und Möglichkeit nr 'ruchbarer Arbeit." . umfangreich Es sind deshalb 6 Restarts eingerichtet, die Unterbringung, Verpflegung, Propaganda, Bcchcho^dienst ustv. vorzübereiten haben. Es soll auch eine Festschrift hercnsLgegeben werden, dre einen Beitrag zur Geschichte des Zionismus m Hannover enchalien wird. Ter Hannoversche Delttperteutag wird a!s Vorbereitung des für August d. ). einberusenen Zioniitischen Weitkor.greges eine große Bedeutung haben. Mcm ist ssch in_ den maßgcberLen Kreisen bewußt, daß es sich im Laufe des nächten Jahres entscheiden wird, ob der deutsche Zionismus die rührende Rolle, die er bis ,zum Kriege spielte, wenigstens im beschränkten Maße wieder wird an sich bringen können. Tschecho-Slotoakei. Warschan. Dem „Nascr Heiht" entnehmen wir, daß das Zentralkomitee der orthodoxen Gemeinden in der Slowakei dem englischen Kolonialminister Churchill ein Memorandum überreich: habe, in dem es darauf hinweisi, daß die Hoffnung Churchills, der Zionismus würde die jüdische Jugend dem Bolschewismus eniziehew nur dann in Eriüllung gehen würde, nenn das neue Palästina aus religijser Grundlage ausgebaul \ wurde. Er biuet daher den englischen Minister, beim Völkerbund dahin;u wirken, daß die orthodoxe Delrorganisation i „Aoudas Israel" als die Vertreterin des orthodoxen Juden- I :mns anerkannt wir und ihre religiösen Forderungen in bei er die Gründung Palästinas anerkannt werden. Ein nicht relig'.ö'es Palästina würde weder die jüdische noch die allgecl: befriedigen. *- -»** - Österreich. Wien. ,I. E. B.) Dre Verhandlungen der jüdischen Paiäsnna-Re.'e- und Tr-ansportgesellschasi „Laawirin" mit dem Lloyd Tr-.esirne wegen der Ausrüsmng eines speziellen Damp- 'ers 'ür Paläsiinareisen. stehen vor dem Abgüsse. Das Schiff, das nach allen modernen Erfordernitten eingerichtet sein wird, wird iür 7<>i»>Panagiere Raum biercn und den Weg von Triest! nach Ia''a in sechs Tagen zurücklcgen. Die Reisenden erhalten rituelle Verpflegung. Die erste Fahrt unternimmt dieser . Tamvicr bereits Ende April rtxr Anfang Mai. Schweiz. Zürich. 10. April. iI. E. B.) In einer hier stattgeiundenen siark besuchten Versammlung der Züricher Juden, wurde nach einem ausführlichen Referate des Kanionrares, Dr. Farvstein. die Gründung eines Verbandes d-er schweizerischen Juden be- ' ch! essen. In politischer Hinsicht soll der Verband vollständig neutral sein und sich ausschließlich mit Hilfeleistung an notleidende Juden und vor allem an durchwandernde Emigranten befassen. Die „Jüdische Rund'cbau betrachte: tiefe Ablehnung als eine direkte Kampianlagc' an den Zionismus, der die Gegensätze im deutschen Judentum erheblich zu verschärfen droht. Frankfurt a. Main. In einer Sitzung der Gemeindevertretung der Isracltiischen Gemeinde in Frankfurt am Main verlas der Vorsitzende ein Schreiben der Jüdischen Frauenbundes, in welch.m dagegen Verwahrung eingelegt wird, daß bei den Wahlen in der »konservativen) Synagoge am Börneplatz die Frauen übergangen wurden. Die Berireterin der Konservativen, Frau Adele Mever. erklärte hiezu, sie siehe auf dem Boden der Tradition, doch sebc sie nicht ein, warum in der Frauenabteilung nicht Frauen dre Aussicht sichren, also als Synagogenvorsleher fungieren sollen. Hnnnnver. Am Mcruvoch. den 6 d. M. fand eine Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe zwecks Vorbereitung des Dekegiertenrages starr. 'Der Vorstand legre der gur besuchten Versammlung einen Plan der Vorarbeiten usw. vor. Von den Vorschlägen des VorstorLes dürfte folgendes von allgemeinem Interesse sein. Der Delegierten rag wird in sämtlichen Räumlichkeiten des „Vokksheim", Nicolaistraße, starffinden. Von der Londoner Executive wird ein Mitglied — vermutlich Chaim Weitzmann oder Jabot insky — erscheinen und über die allgemeine Lage des Zionismus 53erichl erstarken. Man rechnet auf 300 Delegierte und mindestens 300 auswärtige Gäste. Au dem zwischen den VerhanbluuMagen liegenden Sonnabend wird abends eine große jüdische MasseuversamuLmg swstfindew, in der die bedeutendsten Zionisten sprechen werden. Die Borarbenru sntd.schr Amerika. Re»hork. Anläßlich der Ankunsi der Zion. Delegation hat das Crganffa:ionsdepar:cmcnt der amerikanischen Zionist Föderation den 3. April als „Weizmann-Tag" bestimmt. Alle Ortsgruppen werden verständig:, daß die'er Tag, wo zum erstenmal ein Präsident der Zion. Weltorganisation nach Amerika komm:, als Festtag gefeiert und zu erhöhter zionistischer Aktivität, insbesondere der Werbung neuer Mitglieder, benützt norden soll. Revhork. 6. April. iI- E. B.) Ucber Einladung des Newnorker „Morgen-Journal" hat Mendel Beilis angefangen, feine Erinnerungen aus dem Kiewer Prozeß in diesem Blatte zu verösncntlichen. . Indien. Bnmbntz. Lord Reading, der neue BizeSnig von Indien, ist am 2. April in Bombay gelandet und in feierlichster Weise degrüßt worden. Die Stadwerrretrmg von Bombay überreichte ihm eine Adresse, in welcher anscheinend aus sein Judentum Bezug genommen worden ist; denn in seiner Antwort an den Sucktral, meldet Reuter, erwähnte der BizeEnig; Die Stadtvertremng habe Bezug genommen aus sein altes Volkstum sturcieut race); er wolle gerne sehen, ob nicht vielleicht dank eines glüSicheu «rü> uüdestnierbaren Aktes des lluterbewußtseins N j.