Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 98 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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115 Evngr<chorrs»rgamsalio«n mit dem Ersuchen, ihm-ei dem Bestreben, die AuÄvandenmg der ukrainffch-jüdischen FlüchiKnge m die Wege zu leiten, auf -all« Weise behilflich zu sein. 9t Litäne». _ ftobu. Tie Rarionawersommlung bewilligte in Aner-! kcnnSng des Patriotismus der Iicken die Mittel für eine Qhr- Weiterung des jüdischen Ministeriums. j Schweiz. Zürich, s). C. B.) In der letzten Sitzmrg des Züricher Kantonrates erklärte Dr. Mvusson, in Bean-.Wartung einer Interpellation, daß diese Eltern, welche die Befreiung ihrer Kinder vom Schreiben am Sabbach verlangen, zuerst den Beweis > erbringen müssen, daß sie selbst die jüdischen Scrbbarh-Gesetze genau beobachten. Amerika. Reuyork. Tie gesamte Reuyorker Preise widme: der Ankmrsl der zionistischen Delegation spalrenlange Artikel. S.e beschreib: den Empfang der Teleganon durch viele Tauiende von Juden als die gewaltigste Temonstranon und einen geradezu triumphalen Einzug, wie er seit der Rückkehr Rooievelrs aus Uganda in Reuyork nicht dagcwestn ist. ^pe;ielle Artikel werden der Persönlichkeit Alberr Einsteins gewidmet. Ter Bürgermeister ließ die Delegation in seinem Boo: ans Land bringen. Reitzork. Poriessor Einstein ist in Reuvork eingerrossen. Am 10. April sinder eine große Empiangsstir in der Metropolitan-Li per statt. ReuhOLk. (I. C. B.j Tcr Chef der Polizei von St. Louis, Mr. O. Brian, hat erklärt, daß jeder, der die Henry Fnds antisemitische Zeitung „Tearborn Indepentanr" verkamen oder deren Verkauf fördern und unterstützen wird, werde verhafte: werden. — Ein ähnliches Verbot wurde auch .n Tenoi: Michigan), Henry Hords Heimatstad:, erlassen. England. Berli». Bei dem Ministerwechsel innerhalb des englischen Kabinetts hat Sit Alfred Mond, der Borützende des Economic CTcuncit der Zionistischen Lirganisauon, das Ministerium der össentlichen Arbeiten mit dem Posten des Ministers mr Geiundhelswesen verrauscht. iZK.) Berlstr. Rach einer Mitteilung Tr. Veizmanns hat die ^Jca" sIewish Colonisarion Affocciarion) beschlossen, in das m'ter dem Vorsitz des englischen Ministers Sir Alrrcd Mond zu bildende Economic Council der Zionimichen Organisation zwei Vertreter zu entsenden. lZK 1 Palästüm. Berlin. Das „Berliner Tageblatt" rcm 1. April bringt folgende Neutermeldung: Churchill erklärte in Jerusalem gegenüber einer Abordnung des arabischen Kongresses nachdrücklich, dst englische Regierung sei entschlossen, sich an die Erklä. rung Balfours in ihren beiden Teilen zu Hallen, nämlich wegen Errichtung eines jüdischen nationalen Heima-naares und ipegciz, des Schutzes der nichtjÄsschen Bevölkerung. Churchill empfing darauf eine jüdische Abordnung, der er erklärte, die Iudni müßten das Mißtrauen, das ihnen von der mohemmedanischen Bevölkerung entgegengebracht werde, zerstreuen Er sagte alsdann, die britischen Steuerzahler könnten die Ausoaben für die Errichtung einer jüdischen Rationalheimat nicht tragen, die Juden müßten daher größere Anstrengungen machen, um die notwendigen Mittel äufzrchrioqen. Ein Benreter der jüdischen Abordnung erkläne, die ZionHen seien bereit, die nötigen Mittel^zu beschaffen. Lhimhütt M«. Wir geben nachstehend auf Grund des Berichtes im . Daily Telegraph"' (Reuter) einen Auszug aus dem wörtlichen Text der Reden, die Churchill in Jerusalem in Beantwortung der Anstrichen der jüdischen und arabischen Telegaüon gehalten hat. Churchill sagte: _ „Ich bin überzeiqt, daß die zionistische Baoegmrg der ganzen Welt Gutes und den Arabern dieses Landes Herl und Fortschritt brnyen wird. Ich werde mein Möglichstes tun/ um meinem Freund Sir Herbert Samuel bei der Durchführung der von der britischen Regierung vorgezeichneten Politik behilflich zu sein. Ich darf Nnen nicht verhehlen, daß bei den Moslems eine große Furcht'besteht, datz sie ihrer Länder beraubt und durch die gegenwärtige Minorität verdrängt werden. Der Zionismus falbst wird in dem Maße gedeihen, als er sich dem ganzen Lande nützlich erweist. Die Araber haben ihrer Bestürzung über bcn bolschewistischen Charakter mancher der jüdischen Immigranten ausgedrückt. Das wir auch hiervon halten mögen, ist es Jhre Pflicht, diese Befürchtungen durch ein kluges und freundliches Verhalten zu widerlegen und Frieden zwischen allen Teilen der Bevölkerung anzustreben.' ^h fürchte, daß meine der muselmännischen Delegation abgegebene Erklärung diese nicht befriedigt har. Sie glauben nun. daß ich Ihnen eine befriedigende Erklärung geben werde; meine Pflicht aber ist es. beide Gruppen zu beruhigen und zu ermutigen. Sie müssen Ihr Möglichstes tun. der zionistischen Bewegung eine gure Bewährungs-Gelegenheit zu geben. Wir bedürfen Ihrer Unterstützung. und M»ar nicht nur Ihres Enthusiasmus, sondern auch ihrer Zurückhaltung. Die Pioniere Ihrer Arbeit müssen ause: wählte, der Aufgabe würdige Männer sein. Sie müssen Geduld und Vorsicht walten lassen und alle Befürchtungen beschwichtigen. Ich hoffe zuversichtlich, daß Ihre Sache gelingen wird. Sie haben meine wärmsten Sympathien. Die beste Chance für das Gelingen Ihrer Sache iw die Ernennung Sir Herbert Samuels zum L^berkommissar. Er ist durchdrungen von den starken Prinzipien einer liberalen und unparteiischen Gerechtigkeit und Liebe zu dem Volke, w-elckes er regiert, und niemand kann ihm den Vorwurf machen, daß er dem Zionismus gewogen sei. Ich bosse. daß binnen einiger Jahre sich das Gefühl des gegenseitigen Wohlwollens und der Einigkeit unter den Palästinensern verstärkt, und daß sich die Beunruhigung der Araber als grundlos erweisen wird. Ick habe Ihre Darlegung mit Interesse geleien und werde sse dem britischen Kabinen vorlegen. dem somit die Sacke eindringlicksr von beiden Seiten unterbreitet wird. Ich werde mein Möglichstes mn, Sir Herber: Samuel in der ihm von der britischen Regierung zuerteilten Aufgabe zu unterstützen." In seiner Erwiderung an eine muselmännische Delegation sagke Churchill: „Lassen Sie mich Jchnen klar machen, weshalb ich Sie empfange. Ich kam nach Cairo, um die mewpotomiscbe Frage zu untersuchen. Sir Herben Samuel lud mich nach Palästina ein. Er ist der veranrwonliche Vertreter der Krone. Ich nehme nickt seine Stelle ein. Offizielle Weitungen kommen immer durch das Kabinett. Sie baren mich. Sie zu empfangen, und auf Ersuchen Sir Herben Samuels sagte ich aus Gefälligkeit zu. Dies ist keine formelle Unterredung. Ich glaube: es ist am testen, offen zu sein, um Mißverständnisse vmzuöeugen. Ich empfinde Ihre Eingabe zum Teil als voreingenommen und unrichtig. Sie wünschen. daß ich die Balfour-Dekloration verwerfe und die Immigration zum Stillstand bringe. Dies ist nicht in meiner Gewalt und auchnichrmeinWunsch. Die britische Regierung hat durch Herrn Balfvur ihr WoN gegeben, daß sie der Schaffung eines nationalen Heims wohlwollend gegenüberstehe. Dies umschließt auch die Immigration, und die alliierten Mächte, die aus dem Kriege siegreich hervorgegangen find, habe» diese gntgeheißen. Dir Deklaration wurde noch während des Krieges und als noch der Sieg oder die Ri^erlage in der Schwebe waren, gemacht. Sie muß also als durch den Sieg als endgültig feststehend betrachtet werden. Ich zweifle nicht, daß diese Ansicht vom BöKerbnng akzeptiert. werden wird, llcberdies ises nurund billig, daß die zerstreuten Inden ein natümatS- Hei» besitzen