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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-04-15 · 98 (15.4.1921) · p. Seite 114

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
98 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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$ fer $r<dL Den» rineö muß mo» wissen: Was enti 23. yyaxtw die denkwürdige Berliner Ttynng schuf, ist nur ein Anfang. Noch fehlen in Preußen die stsatSvechttichen Boransfetzuugeu für die Organisation. Sie werden kommen,' aber noch hat die Landesversammlung diese Gesetze weder entworfen noch verabschiedet. Ta erwächst für die Provinzialverbände eine hochbedeutsame Aufgabe: die Durchdringung der jüdischen Gemeinden und Gemüter mit eben jenem Gedanken des Klal Jisroel, der Einheit Israels. In Berlin ist der Mittelpunkt der Bewegung, hier aber leben wir auf dem Rande. Wenn man aber hier am Rande von der Mine etwas erwarten will, so ist es notwendig, daß man vom Rande auch nach der Mitte strebe. Wir wollen den dicken Berg der Widerstände, Hemmungen und Vor- 7reite, der sich dem großen Werke entgegenstrllt, durchsuchen. Will man nun einen Tunnel bauen, so fängt man von beiden-Seiten zu hacken und zu hämnwrn an. So müssen auch wir. die minder des rheinischen Judentums, von der andern Seite her beginnen, der Idee des Klal Jisroel in Stadl und Land zum „Durchbruch" zu verhelfen. Kömmt dann die Geiamtoiganisation, dann muß sie in den Gemütern, den Seelen, den Geistern schon fertig sein. Das in bocbwickng. und was ich jetzt sage, sollte man in Stadt und Lano mit scharfen Ohren hören: Schon machen sich nämlich Widerstände bemerkbar. Wir ziehen ein einen End? des Seils und spüren den Gegenzug am andern Ende. Es ist ner bedauerlich, daß die Hemmungen aerade von derjenigen Seite kommen, die wie keine andere r.'nifen wäre, die Führung unserer großen Sache zu überleb men. weil sie wie keine andere mit dem Geiste derThorarieue den Geist der Verantwortung für die Gesamtheit übernommen bar. Wir baten keinen Hehl daraus gemacht, daß man bei der Berliner Tagung den Gesetzestreuen zu Unrecht dic nötigen Konzessionen versagt har. Was aber jetzt von dreier Seile aus — leider eine Folge, die wrr voraussahen — geschieht, davor wainen wir. Vir warnen die Kleinaemeinden. im besonderen die Landgemeinden unseres^Provinzialverbandes, aus btt Organisation herau^uspiingen. Sick von ihr lossagen, beißt die Einheit des deutschen Judentums untergraben, den Klal Jisroel verleugnen. Haltet neu zum Provinzialverband. und gebörr ihr ihm noch nicht au. kenn schleunig hinein in ihn! Faßt keine entscheidenden Beschlüsse, ohne euch don allein zu befragen, denn dort allein kann man euch helfen. Turckdrüngung mir dem Gedanken des Klal. das ist die Parole! Vir alle wollen gute Bergarbeiter sein und unfern Trmnelbau beginnen, jeder mit seiner Hacke und seiner Schaufel. Tie geistigen Ingenieure des deutschen Judentums haben die Richtung gemessen und berechnen An die Arbeit nun. Pionieie! Und wenn jeder, der das liest, sich vormmmr. der Einigung des demschen Judenrums in allen seinen Parteien und Richtungen zu dienen in jedem Sinne und um jeden Preis, sei es auch mir Opfern und Verzichten, dann werden wir eine herrliche Stunde erleben: die Stunde nämlich, die jeder Arbeiter im Tunnel als die höchste seines Lebens träumt: Wenn unterm heißen Gotthard man die Hacke tönen hött von drüben, wenn die unterirdischen Hämmer sich näher und näher kommen. wenn die Arbeit immer fieberhafter von statten geht. Tag und Nacht und Hammerschlag auf Hammerschlag. i»s die letzte Wand durchbrochen ist und das Diesseits dem Jenseits erschüttert in die Arme sinkt! Ja, wir Waden es «leben! Auch wir werden de» Durchbruch sehen! Schon hatte twrru wir das ferne Klopse» von drüben, und täglich wird es näh« kommen. Das ab« Wiste jeder: Bas da fijpft und was da tönt, jed« Hammaschlag aufs Eisen, jede Hacke auf Schief« nnd Stein, es ist mchds andaeS als der Erzklaag des jüdischen Lebens.' dbr durch alle Seelen Kennst und das Äed da jüdischen Arbeit fingt, das Lied der heiligen Thon» im heikgen Volke: — Aal ZSmel! Emi^Loh«. Dentfchlaäd. MochrÜfchau Tatsache« «ch Ergebaiffe r r ,• a « « Al ooo 0 0 0 o o OOCOOOOOOO CO OOOGO 0 oococ 0 2 0 0 0 0 0 0.0 Berlin. Ter Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Jndendvereine Teutfchlands, Herr Dr. Alfred Apfel sowie die stellvertretende Borsitzende, Frl. Dr. Cora Berliner, haben ihre Aentter als Mitglieder des Hanptvorstaades des Centralvererns deutscher Staatsbürger fÄnscheu Glaubens niedrgekegt. Zürich: Die „Jüdische Preffezenrrale" meldet: Der Geschäftsführer der von der Agüdas Jisroel mit dem Hauptsitze in Bien H„ Malzgaffe 12» begründeten „Silooh- Berkchrs- und Transportgesellschaft Pinkässeld, weilte vorige Woche in Triest, wo es chm im Vereine mit dem hiesigen Vertreter der neuen Gesellschaft gelang, mit einer italienischen Schiffahrtsgesellschaft einen Lätrag abzaschließen, laut welchem sich diese verpflichtet, all« Palästinasahrer zum ermäßigten Preize von Lst. 5.8 ach chren eigenen modernen Dampfern in ^hn Tagen t»n Venedig nach Jopa zu befördern. Jedem Paffagier wird e:n Bett mir Matratze mrd zwei Decken zur Verfügung gestellt und überdies werden den Passagieren auf den Schiffen eigene Küchen für die Zrüxreitung ritueller Soft überlaffen. Ter Konkurrenzkampf zwischen den beiden an der palästinensischen Aus- Wanderung beteiligten Schiffahrts-Gesellschaften wird den Passagieren ebechalls nur zum Nutzen gereichen. Budapest. Tie Sraatsamoalffchaft har mm endlich die Anklageschrift gegen den Szeqediner r^berrabbiner Tr. Immanuel Low Zustande gebracht. Es ist ein ganzes Bukett von Ai> klagen, die die StaatsaMvoltschcht gegen Löw, der sich sett dem 23. April 1920 in ünt«rs»chu«zshast befindet, erhebt. Sie lamen ain das Verbrechen der Aufreizung zum Klaffen-, Rationaliräten- und konfessionellen Haß, ferner ach das Vergehen der Majeftäisbeleidignuq und der Beleidigung der Person des Reichsverwesers. Paris. Tos Komitee der jüdischen Telegaiinnen ist auS Prag verständigt worden, daß dott die jüdischen Kriegsstüchtlinge ausgcwiezen werden sollen. Es handelt sich im ganze» um 600 Personen, die ökonomisch mit der Tschechoslowakei verbunden sind, und deren Ausweisung de» Rchn fiir sie beduten würde. Das Komitee der jüdischen Delegationen, das bereits öfters in der Angelegelcheit der Flüchtlinge in der Tschechoflmvakei interveniert $ü! und stets dobei ach das wohlwollende Entgegenkommen des Ministers der auswärtigen Angelegctcheiten Dr. Benes telegraphisch ersucht, mir Rücksicht aus die geringe Zahl der Ausgewieienen und die sie bedrohende Katastrophe, den AuSweifungsdesehl zurückznziehen. - Pule». Barsch»». Die Unterhaodtvngen der jüdischen Abgeordneten mir der polnischen Regierung in der Fluchtlingsfrage haben zu folgenden Resick taten geführt: Die ukrainischen Flüchtlinge, welche nach dem Prälinvnaftrieden mit Rr^aUd» das heißt seit 12. Oktober, in Polen weilen, werden registrier^ und bekommen spezielle Legitimationen. Wer sich nicht registrieren lassen roill, soll ausgewiesen werde». Ab 15. April wevden an die ukrainischen Fbachttinge «tslättdffche Paste nach Amerika oder Palästina ausgefolgt. Innerhalb eines begrenzte» Termins mästen die Betreffmden aaswaüdera. Die lokalen HistskounteeS werden vo« der Rrgienmg «»erkannt uüd fallen eia» hatboffrzielle» Charakter trage». Die lokalen Behörden werden beauftragt, de» Wünschen der Hilstkomitees ei f,Mm»» Für die Tatzeit dies« KmntteeS trägt der Sepmklüb die Stnatort—fl Die XenmoQ hat diese i» der ErwarNmg gpgtbe», da» die M die det sich der

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