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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-04-15 · 98 (15.4.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
98 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erschei«t jede« Freitag. Bezvgspreis 3.— M. mouatl. Zu beziehen durch sämtliche Postämter oder .durch de« Boteuverlag in Bonn. VOM RHEIN ««zei>e«preis:2.— M fLrdir»iergesp. Petitzeilr. Die i«»-e Seite ««ftrßt 360 ZrUr». P»stsch«rk,»t- Voteuverlaß v»», Läl» Nr. 74747- 4üäisolis8 VolLsdlstt ^erausgegeben von Rabbiner Or. Kmit Kohn, Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergasse 52. Kummer 98 Worin. 15. April' 1021. — 7 Mssan 6681 [ z. zahr-aiK. Aufruf! An die Mitglieder der Synagogengemeinde Sonn und an alle, die es sonst hören wollen. Furchtbares Elend ist über unsere oftjüdischen Brüder und also auck). über uns hereingebrochen, ein Elend, dessen Jammer diesmal nicht nur wie früher über die (Grenze schallt, sondern dicht vor unserer Tür liegt mit seinem Hunger, seiner Entehrung rurd seiner heimatlosen Schmack'. Unsere Rachbargemeinde Köln hält seit zwei Jahren heroisch dem Anprall dieser Woge oftjüdischen Elends ftand, hält ihn durch eine großzügige Hilfsorganisation von uns, vom Lande, von den allein- und Minelgemeinden fern. Dieses großartige Kölner Hilfsrverk aber ist schwerbedroht. Wenn Köln, das die ganze materielle Last bisher jo gur wie allein getragen hat, nicht schleunig Hilfe erhält, brichr das Werk zusammen, und lvas dann geschieht, ist nicht auszudenken: Wie durch einen gebrochenen Damm wird die Ein- und Durchwanderenlut ziellos sich über unfti Land ergießen. Unsere arnren Brüder lverden dabei ganz zugrunde gehen rurd wir selbst werden dann nicht mehr helfen können. Die Unterzeichneten Wohlsahitsvereine rufen deshalb die Mitglieder der Bonner (Gemeinde zur materiellen Hilfe auf und eröffnen eine Sammlung, die in der nächsten Woche statlfinden soll. Helft und gebt! Ihr gebt euch selbst und helft euch selbst! Der ebenfalls Unterzeichnete „Jüdische Bore vom schein" richtet dieselbe Bure an all seine Leser in Stadt und Land und eröffnet hiermit eine Hilfsaktion für das Kölner Durchwande.erhilfswerk, deren Gelder hier ausgewiesen werden sollen. Helft und gebt! Gebt aus jüdischem Herzen und helft der jüdischen Not! Beträge find auf das Postscheckkonto Köln Nr. 74 747 Boteuverlag Bonn. Brüdergasse 5)2, einzuzahten. Die vereinigten Wohlfahrtsvereine der Synagogengemeinde Bonn. Ter „Jüdische Bote vom Rhein". Tr. Emil Cohn. oooooooooooooooooooooc^^ Der provmzialverban- (ftlal Zisroel II) m 23. Januar d. I. wurde, lvie wir an derselben Stelle berichtet und als entscheidende Wende begrüßt haben, in Berlin der Deutsch-Israelitische Gemeindebund zur Gesamtorganisation der deutschen Juden umgetvandelt. Am 3. April fand im Sitzungssaal der Synagogengemeinde Köln der N. Gemeindetag des Provinzialverbandes rheinischer Synagogengemeinden') statt, der nach Anhörung des Jahresberichts seines Vorsitzenden Geheimrat Apfel und eines Referats, das der Schreiber dieser Zeilen hielt, einmütig folgende Erklärung beschloß: „Der Provinzialverband rheinischer Synagogengemeinden begrüßt freudig die Verwirklichung der Gesamtorganisation der deutschen Juden und erblickt in ihr allein die Grundlage für die fernere gedeihliche Entwicklung des deutschen Judentums in all seinen Richtungen. Er beschließt einstimmig, mit allen Kräften für die Idee der Organisai) Liehe auch Abschnitt „Bon Berg und Tal" dieser Nummer. lion und den Anschluß sämtlicher rheinischer Gemeinden, an die Organisation zu wirken." Mit diesem Beschluß beginnt auch für unfern Provinzialverband eine neue Epoche seiner Wirksamkeit. Äine Tätigkeit krankte bisher und vor allem in den letzten Jahren an den geringen Mitteln, die ihm zu Gebote standen. Dank der Bereitwilligkeit der Groß- und Stadtgemeinden werden ihm künftig erhebliche Zuschüße zu Gebote stehen, sodaß er sich seiner hohen Aufgabe, die schwachen Gemeinden zu stützen, alle Gemeinden aber zusammenzufasfen, mit voller Energie wird zuwenden können. Alle Gemeinden sollen aber auch wißen, und Zweck dieser Zeilen ist es, ihneru in diesem Punkte das Gewissen zu scharfen, daß es für sie das Gebot, der Stunde ist, sich dem Provinzialverband, an-üschließen und ihn als das einzige Tribunal zu betrachten, vor das sie ihre ptovinzialen Sorgen und ländlichen Nöte, ihre Fragen und ihre Bitten, ihre Anträge und ihre Mitteilungen zu bringen haben'). Zweifelnde Stimmen haben geäußert, und nbcroptimistische es nachgesprochen, daß setzt nach Schaffung d« Gesamtorgauisation die Provinzialverbande würden überflüssig werden. Das ist nicht wahr, sondern das Gegenteil f . t) .Propinzialverbmrd rheinischer Ly«agogr»gndeiiide«, KA«, Elisrirstitaße^b. ', . *

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