Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 97 (8.4.1921)
- Date
- 1921-04-08
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
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Italien. Berlin. Prozessor Eoloncko aus Rom, der Palästina besuchte, ist nach Italien zurückgekehnt. Er bringt eine Reihe von Vorschlägen für Knpiicrtanlogen in Palästina mit. Vor allem soll in Galiläa die M«kk>ro»i-Iod»strie eingesührt werden. Auch soll durch italienische Sackjverftäickige der Fischfang verbeffert werden. tZK.l Amerika. Neutzork. In Anwesenheit von 500 Telegireren, die 97 sowohl zionistische als auch nichlziomswcde Organisationen repräsentierten,-fand hier unter dem Vorsitze Richter Harrmcmiis, des Grvhmeisterö der „Brirh-Abraham"-Loge eine begeisterte Konferenz statt. Es wrrrde befchlvffen, der zionistischen 'Delegation unter Führung Dr. Weidmanns eilten volkstümlichen Empfang zu bereiten. — Die offizielle zionistische L°rgaimanon war aus dieser Konferenz nicht vertreten. Tiefe veranstaltet zu Ehren der zionistischen Telegmivn am 10. April in dem Metropolitan i~ pera Hvuse einen oniziellen Empfang. England. London. Tic neue Eiekm-ve der zionistischen Lroan.'ation hat auf ihrer ersten Sitzunv beschlossen, die EilNvanderung nach Palästina in verstärktem Mähe in die Wege zu le'ten. Die ersten 1000 Ehaluz'm werden bereits in nächster Zeit berüberaeschaftt werden. Palästina. Iervsolem. Aus Anlaß der arohen Rabbinerkonierenz wurde in Jerusalem ein Volksfest beganaen. an dem sämvliche Konserenzrabbiner beteiligt waren. In nms Automobilen, die vom Publikum mit Jubel bevrüßr wurden, wuvdeit die Teilnehmer in die Synv-gvve der ..Ehurba" gebracht, die sinnig geschmückt und bis am' den levten Plan angesüllt war. Nach restlichem Minckxt-Gottcsd'enst diel: Rabbiner Fi'chmcmn die Feldrede, in der er an die Festlichkeiten, des Erilarchen in Sura anknüpfre. Er verlas dann ein Borrühunesschreiben des Tberkominissars Tamuel. Nackt einer Ansprache des Instiizsekrerärs Bentwirsch bekam n an nvck etwa 2^ längere und kürz-ere Reden zu hören. Den Ab'chstrß b^det^n die Reden der beiden Präsidenten Rabbiner Jakob Meir m-.d Rabbiner Kuk. Im Hotel „Amdorski", wo eine reichacdeck'.e Ta.sel der Delegierten barrie, wurde die Festlichkeit noch b'ö zur Mitternachlsirunde sortgesetzt. In der Synagoge des Rabbi Jecha na n bcn Sakkai hielten die beiden Präsidenten Rabbi Jakob Meir uitd Rabbiner Kuk halachische und homiletische Red.n, zu denen ein ungemein zahlreiches PuWkum erschienen war. Berlin. Nach einer Mitteilung des „.Haarez" sJerusalem) har die Baron Rvthschildsche Venvalmng in Palästina mit dem Bau einer groben mvdern°7n Mäkle in Hai'a begonnen. Ter Bau wird ein Kav'tal von lOOOOO Pnmd S-t. erfordern Die Leis mngssähigkeit der Mühle ''oll w arvh sein, daß sie ganz Palästina mit Mehl verborgen kann. lIK.) Berlin. Nach einer Meidnr.a dos „Toar Hcrsom" iIerusalems ist in Haiia Frank, der Vertreter der ^Ica" lIewish Eolouisarion Associarionl eingerrossen, um die Unterhandlungen mit der Regierung zum Abschluß zu bringen wegen der Pachtung des Küstenstrichs bei Athlir aus die Tauer von 50 Jahren. Es handelt sich um ein Gebiet von mehreren tarnend Dunom, das die >,Ica" durch Einwanderer erschließen und alsdann an Kleinesidler zu verteilen beabsichtigt. iZK.) Jaffa. Die Linie Ierirsalem—Jana wird setzt durch ein neues Arnchlubgeleise bis zum Meere verlängert. De Arbeit bot bereits begönnen und wird in ungefähr einem Monat zu Ercke sein. Tiefes AvschlußacEene wird Tel-Awiw mit dem Meere und mit dem zukünftigen Hasen verbinden. Am Ende dieses Geleises wird ein Güterbahnhof errichtet werden. An dieses Geleise wird arrch die augenÄ-icklich im Bau begriffene Baumaterialiensabrik „Silikat" icwie das neue Schlachthaus angeschlossen werden. Am diese Weise werden zwischen T6ll. Awiw und dem Meere die Vorbedingungen für ein neues Industrieviertel in Jaffa geschaffen. Iernsale». De palästinensische Regierung verfügte, daß die Wächter fSchomrim) der jüdischen Kolonien mit Feuerwaffen Md M«nrüon versorgt und als behördlich vereidigte LandgotaoRrii betrachtet werden. Berli». Ter Verlag ^Torgeman PiEEshi« Company" in Jerusalem veröffentlichf' die erste hebräische DckenS-Nebersetzimg. Es ist die Uebersetzung von David Eopperfiek», vvrgenommen von Ben El-iefer. lZK) Berlin. In der letzten Zeit haben in Aemeu wieder schßoere IrLenversolgungen skrvtgesuttdeu Der Jüdische Narionakrat in Palästina sVvad leumi) wandte sich an ilberkommiflar Samuel mir der Bi ne um Intervention bei der englischen Regierung zugunsten der Juden in Jemen. Der Lberkvmunffar nahm sich der Angelegenheit lebhaft an und versprach, die engjlffche Regierung um schleunigste Intervention in Jemen.zu bitter. lZA.) Der Prophet Sllahtr im jüdifchea Votvlebeo. Bon Jakob Kraus^ UebTrall, wo wir im althebräischen Schrifttum Hinweise aus die künftige Erlösung der Menschheit, der die Erlösung des jüdischen Volkes von der Galuch vorangchen wuß. finden, begegnen wir auch der lieblich anheimelnden Gestalt des Propheten der Hoffnungsfreude, Eliahu. Wenn wir am Sabbatausgang die „Königin" aus dem Hause geleiten, um an die sechstägige schwere Arbeit zu schreiten, singen wir frohgemut das Lied des Propheten Eliahu, der die Sorgen des ganzen Volkes auf sich genommen, um, wenn die Zeit der Erlösung gekommen, pünktlich zu erscheinen und unter zlveimaligem Posaunenschall die Toten wachzurufen und den Messias einzusührrn in das Reich Judas, das ein Reich des Glückes, des Friedens und vor allem des gegenseitigen Erkennens ist. Nicht an der Spitze eines Soldatenhecnes koch zu Rotz, unnr WaffengeNiir unb Kanonendonner wird Eliahu vor dem Messias einherzieken, sondern schlicht, wie der Einfachste aus dem Volke, aus einem Maultier reitend, ein Decker der Erschlafften, der Kinder einer neuen Zeit. in der alle Menschen gleich — gleich gur oder gleich bös — sein werden. Der Sage nach will Eliahu seine Mission überhaupt nickt eher ausführen, als die Delr, vor allem aber das Volk Israel, völlig ausgeglichen ist, bis die Menschen aufgehört haben, einander in Neid und Selbstsucht zu zerfleischen, bis ne sich zu dem höchsten Moralempfinden emporgerungen haben, für einander und nicht gegen einander zu leben. Aber auck bis zu jenem „großen Tag" bleibt der Prophet Eliahu nickt untätig. Unendlich groß und vielfältig ist seine Arbeit. In dem Herzen eines jeden Juden lebend, trägt er seinen Kummer und ist ibm Trostspender und Hosfnungszauberer zugleich, nimmt teil an Zeinen Freuden. ruft ihm aber gleichzeitig die Endlichkeit allen Genusies in Erinnerung, führt dem Reichen den Armen vor Augen und zwingt ihn. mildtätig zu *eni, beruhigt den Gelehrten, der die Wahrheit sucht und sinder sie nicht, daß er dereinst, wenn er den Wefterlöier bringen, auch die Lösung aller Delträtiel erschließen werde. So ist der Prophet Eliabu für jeden guten, volksbewußten. zukunftsgläubigen Juden die Ouelle jenes Optimismus geworden, den man an dem jüdischen Volke schon so oft bewundert hat. Im Talmud wird eine Frage aufgeworfen. Die Talmudisten sinder: keine Antwort, die ihre logische Denkungsart, aber auch ihr äußerst empfindsames Rechtsgefühl zu befriedigen vermöchte. Der Sckarmnn der größten Geister versagt. Man fühlt beim Leien solcher Stellen gewisiermaßen den tiefen Schmer; der Dabrheiriucher über die menschliche Unzulänglichkeit, die selbst den Gottbegnadeten unter den Menschen mchcrftet. man empfindet förmlich die Tragik, die in der Begrenztheit menschlichen Denkens liegt. Da kapituliert der stolze Geist, da ergibt sich der Schöpfer menschlicher Gesetze und nimmt Zuflucht' zu der erlösenden Formel: „Tiku!" Tischbi jetarez kulchjoth ubaajot! Tischbi. der Prophet Eliahu, wird Antwott bringen auf ungelöste Fragen und Dilemmen! Purim, die Erinnerung an die umäderbore Befreiung der Äbe« aus dem Jntrigennch des Persers Haman. das