Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 97 (8.4.1921)
- Date
- 1921-04-08
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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eudchchleichen. Zahlreiche Personen, die dies versucht haben, sittd in dem amerikanischen Staate Teras interniert worden, Hecken min schwere Bestrafung und Rücksendung zu erwarten. Andere sind nach Meriko zurnckgesandr worden und befinden sich dorr in der schlimmsten Lage. Durch ihre Unbesonnenheit haben sie sich außerdem die Möglichkeil, nach Amerika zu kommen, für immer verscherzt. Berlin. Das europäische Bureau des Neuyorker Tageblattes „Forward" ist aus Kopenhagen nach Berlin übergeficbdl*. Das Bureau ha: eine telegraphische Abteilung, die t ä glich außer Telegrammen über verschiedene aktuelle Stvnc einige lausend Wo::e über da-) jüdische Leben in Europa sch.ckt. Eine besondere Ab'-eilung iammelr Informationen und Material aus dem jüdischen Leben Europas. Die Lldressc des Bureaus in: Berlin-Schöu.berg, Gruuetvaldstr^rße Nr. 74. Berlin. Der 17. Delegier rer. :aa der Zionini'chen Bereinigung mr Deutschland w rd nir den 13.. lö. und 16. Mai nach Hannover berufen. Berlin. Dre Änglo Paleüine Ernrpany in Palästina l>i: m den wichtigsten europäischen Ländern mir bedeutenderen Banken Abkommen getroffen, betretend Honvricrmtg ihrer Schecks, fodaß es sich empfiehlt, bei Reiien nach Palästina statt baren Geldes Schecks dieser Banken mir.zunchmen. Für Deutschland kommen in Betrach: die Bank mr Handel und Industrie und die Narionatbank nir Deui'cbland m>.r mehreren ihrer wichtigsten Zweigstellen. Berli». Das Berlrner Zwnini'chc Bureau erhielt ein von Einstein und Wei.zn-.auu uu.rezeichrx'-.es riiadiorelegramm vom 37. März, rr-erin die beiden Herren allen Berliner freunden bene Grüße von der Fayr: senden. Polen. > scher» Zionismen im Monat Iüm a^uhalten. Das aktive und j passive Wahlrecht wird nur der» SchekeHahtern von 5681 zuge-! standen. - Warschau. Im Verlauf der zweiten Märzwoche sind hier 116 Juden geftovben. Die Sterblichkeit unter den Juden Warschaus erreichte damit die höchste Zrper.! Budapest. Der Magistrat von Btckapesl, dessen Bevölkermtg zu eir^ Drittel aus Hilden besteht, beschloß, Itcken serner-! hin keine Stände in den Markthallen und Marktplätzen zu « überlassen. | _ Wien. Nach Meldungen aus Budapest befindet sich der Szegcdiner L berrabbiner Dr. Imanuei Löw noch immer unter > strengster Bewachung als Untersuchungsgefangener in seiner Wohnung. Diese Untersuchungshaft dauert nun schon 10 Monate und wird auf Aiwrdnuivg der Staatsanwaltschaft von D^mar zu Mona: verlängert. Die Staatsanwaltschaft stellt die Anklage dem Strafsenat nicht zu. so daß dieser garnicht in der Lage ist, über seine -Haftentlassung zu beschließen. Sowjet-Rußland. Kowno. Die „Kownoer Stimme" teilt aus sicherer rSuelle mir, daß in der Gegend von Lojew, Patirsch, Lubawicz im Gou» vertremem Hömel fast alle Juden in den StöäMen durch Bauernbanden, wSche für die von den Bolschewiken vorgenommenen Requisitionen Rache nehmen wollten, ausgeplündert und ermordet wurden. Ein« spezielle jüdische Delegation sei ui dieser Anacleaenhei: nach Moskau gereist, um ter Regierung dos bezügliche Material uird eine Liste von 22 000 geröteten Juden tu :il'cn.ci<f/*n. Berlin. Israel Belkind. >?r Leiter der oarm Kiriarh 2ckr, ist in Warchtu cir.gc-.ro''cn. um die Uebersicdlurg von vorerst 200 jüdischen Pvgromwaven rach Palästina in die Wege zu leiten. I^t.j Warschau. D:e Advoiatenkammcr in Warschau beschloß. Advoka-.en, die sich zur jüdischen Nationalität bekennen, nicht in rhrer Liste aus.zun.hm.-n. 2ie veriargen, >?.ß die Betreffenden sich zur ponlischen "Nanoneäiiäl rechnen. I.idt'cheriei:-:- in die Auchebrmg des Be-cklusscs bereit beantrag:. Warschau. Da die pvlnvche Regierung bisher die jüdischen Interpellationen lvegcn der Mißhandlung der in den Inrernierui^slagern beitudlichen Iudei: nach: beannrvrte: l)a:. hab.n die jüdischen Sejmdepu:ier:en eine neuerliche icharic Anfrage an derr Ministerpräsidenten Witvs gerichtet, in der sie aus die schäMiche Behandlung der jndi'chen. In.ereu'.ericu hinwiesen. Der Interpellation sind 'chwcre briefliche Anklagen einiger internierter jüdisch:r Frauen beigeschlossen, die lvegen grausamer Mißhandlungen rn den Hüngerstreik gc:re:en sind. Warschau. Die polnische Abteilung des American Joint Tisiribmion Eommit-.ee hat für den 12. April eine Konferenz aller bedeutenden jüdi'chen sozialen und philaniropischen v rganisationen irr Polen einberuscn. mit der Ausgabe, den Wirtschoftlicheu Wiederaufbau der polnischen Iudcnheil mir HiEe ter vom Ivinc hierfür ausgervorsenen Fonds zu organisieren. Warschau. Das anterikanische Konsulat in Warschau hat infolge der geplanten Einwanderm>gsbeschränkungen in Amerika in letzter Zeit die Erteilung von Paßvitas fast gänzlich eingestellt. Nur Emigvrmen. die zu ihren Eltern fahren, erhaltet: Bisa, während diese allen andern, selbst wenn es sich um Reisen zu Brüdern uird Schrvcslern handelt, vordcrlxnrd vetweigen weiten Zahlreiche jüdische Emigranten sind dadurch in große Not geraten, da sie nach Erhalt d-er Affidavits und Schissskarten durch ihre Verwandten chren Hausstand bereits aufgelöst haben und durch die ihnen unverhofft aufgelegte Wartezeit in Warschau die ihnen zur Verfügung stehenden geringen Mittel auchrcuxhen. Ezeust»cha». Das Ministerium richtet an den Schul inspekwr folgenden interessanten Brief: „An dem Herrn Schulinspektor von Czenstochau. In Beantwortung des Brieses wegen Erteilung einer Konzession an das jüdische Arbeiterheim in Cznestochau zur Eröffnung einer Dolksuniversiiät mir jüdischer 1Ur-errichlsjprache teile das gefertigte Ministerium mit, daß es die Erlaubnis dazu »icht gebe« kau», da die jüdische Sprache jede Inspektion und Kontrolibe der erwähnten Institution unmögpch macht." Worfth«, Die letzte Sitzung des Zentralkomitees der polnischen Zwvksten bejchwß die fünfte ÄandeskonsereiH der polni- Berlin. Dr. Eder, jetzt Mitglied der Erekurive der Ziomsti'chen Weltorganisation, bereiste mir Erlaubnis der Sowjetregierung einige Wochen Sowjet-Rußland. Es wurde chm crmixssich:. über die zionistische Arbeit und das jüdische Palästinan ci f i 'scnlliehe Bonräge zu halten. Er konferierte mit den Zionisten in d.lroskau und Petersburg. Tie zionistische Tätigkeit . und das hebräische Schulwerk begegnen in Rußland den größten Schwierigkeiten. Die Auswanderung ist verboten, da junge Leure für den Staatsdienst ei-ngezogcn werden. Als Vertreter für -ionistische Angelegeicheiten betrachtet die Sowjeiregierung ausschließlich die mariisnjche Arbeiterpartei Paale Zion. sZK.) Lettland. Riga. Hier wurden bei der ersten Volkszählung 30 769 jildische Seelen festgestellt. 24 168 davon gaben als ihre Muttersprache jiddisch an, 51 hebräisch, 1745 rupisch und 1789 deutsch. Litauen. Kowuo. Die Regierung har beschiossen, die jüdischen Soldalen koscher zu beköstigen. Die Zubereitung der Nahvtlng steht unter Aussicht der jüdischen Gemeinden. - Holland. Amsterdam. Dayan I. v. Maarsen aus Amsterdam, früher Präsident der Aguddas Iisroel in Holland, hat sein Amt niedergskegt. In einem Interview mit einigen holländischen Misrachisten erklärte der Dayan, daß er mir der zeguerische« Haltung nicht vbereiustimmen könne, die die Azu^as Jisroel dem Misrachi gegenüber eirmimmt. Dies sei der Grund seines Rücktritts. Griechenlaud. London. Der KriegSminisier Gunaris hat Thrazien und Lstniazedonien besucht und überall die Vorsteher der kleinen jüdischen Gemeinden empfangen, die ihm ihre Wunsche vorgetragen haben. Einen besonders freudigen Empfang hat er bei der Gemeinde in Adrianopel gefunden. Herr Gunaris stellte freundschaftliche Beziehungen zwischen Grrechen und Juden fest mck versprach die Wunsche der Gemeinden zu» erfüllen. Salouiki. Der Gemeinderat von Saillmiki beschloß, 10 000 Drachmen zur Unterstütz«« der Saloniki passierenden Palast., na-Cha l uzi m zu spenden.