Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 96 (1.4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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99 gitfttCB. Staoro. iI. (£. d.) An der litaui'ch-russischen Grenze treffen täglich neue Flückllingsrransporte aus Rußland ein, die in Litauen wohl Aufnahme finden, aber mangels an Dehnungen meistens obdachlos bleiben, selbst die reichen Flüchtlinge können keine Wohngclegenheit finden, wodurch das Elend allgemein ist und ums» größeren Umfang anzunchmen droht, als men mit dem Frühling einen überaus großen Flüchtlingszuftrom aus der Ukraine erwartet. Lettland. Rig«. Fm Zusammenhang mit der Tätigtest des Herrn Tolzmann ist in Riga ein geschäilsführender Ausschuß für die Kcrcn- Hajenod-Arbeil eingesetzt worden. Tic Arbeit wird von H-errn Finkelmann geleitet. Tic ersten 15 Zeichnungen crgacn l Million lcttl. Rubel; man hofft, die Lumme an» 25 Mill. Rubel zu bringen. Unter den Üomitcemitgliedern befindet nch der Kontrolleur der lettischen Staalsiinanz.cn, Prof. Min.;. Ein Tamenkomirce beicüästiar »ich mit der Sammlung von Scbmuckiackrn. lZ. st.» Sowjet-Rußland. Lsudou. tJ. (5. B.f Tic aus Rußland unter Führung Saltzmanns rurückaekchrre Hilfsorganisation berichte:, daß in allen russischen und ukrainischen Städten jüdi'che Selbstwehab- »cileugen organisier: n-urden. Tie find von der Regierung anerkannt norden, die ihnen Dassen und Instruktoren zugewicien bat. Die'c Abteilungen haben keinen politischen Charakter. Schweiz. Zürich. Lau: eidgenössischer Volkszählung pom 1. Dczcin- K’~ 1920 zähl: die Schweiz bei einer Geiamtbevölkerung von 3 857 840 Leeren, 20 951 indische Scrlcn. Ihre Vertretung aus die einzelnen Kantone in sehr oerschicden. Zürich .zählt etwa 7000, Bern 2057, Bast! mehr aro 26»X», Lurern 558. Gens 2772, 2i. Gallen über 1100 jüdi'cbe Seelen. Ter Kanton Uri zähl: nur 7 Jud-en, Appenzell nur 2 und Ridlvalden. keinen einzigen Juden. Hingegen zählt Aaraau immer noch 091 jüdische Seelen. Amerika. sächlich aus jüdische» Bdtbaitn bestehe» und von Col. Margolin befehligt werden, welcher bereits der Kommandeur der „Jrrdeans", der jüdischen Legionäre im englischen Heer, war. Das Südbaiaillvn soll vorwiegend ans Arabern bestehen. An der Spitze beider Bataillone steht General Lastell. Die Dienstzeit wird aus ein Jahr festgesetzt, und alle sechs Monate soll eine neue Rekrutierung stattfinden. sZ. 8.) Berli». Aui Grund einer Besprechung mit dem Jüdischen Rationalkomuee versprach Cberkommissar Sir Herbert Samuel, Jnsrrnklionen zu erlaffen, wonach die jüdischen Stadträte als die alleinige jüdische Repräsentanz in den statischen und ländlichen Siedlungen anerkannt werden sollen. Als oberste Vertretung soll das Rarionalkomitee sVaad Leunrjj gelten. Den kommunalen Vertretungen soll ferner das Besteuerungsrecht cingeräumt werden. jZ. K.) Berli». De Mandatsgebiete Palästina und Mesopotamien, sowie die sonstigen, in die englische Einflußzone fallenden arabischen Gebicre unterstehen seit dem 1. März dem englischen Ko-onialminisrcrium, während Aegypten, Sudan und Hedjas weiterhin dem Außenministerium unterstehen. sZ. 8.) Berli». Tie bebräische Tageszeitung .Haarez" sIerusalemt teilt mit. t-aß die Prägung palästinensischer Münzen in nächster Zeit bevorstehe. Die Modelle sind bereits von dem Numismatiker Ranaeli entworfen und fertiggestellt, welcher gleichzeitig eine Denkschrift über das hebräische Münzwesen heraeßelll har. >Z. Kl Jerusalem. Zur befferen Ausbildung der palästinensischen PoliOsten wurde in Jerusalem eine Polizeischule eröffnet, die von Major Menienore geleitet wird und mit der Zeit von allen Polizisten. Palästinas besuch: werden soll. Einstweilen werden 50 Polizisten in der Schule ausgebildet. ' I»ff«. Tie Abteilung für Landesvermessung beim Arbeitsdepartement der valestinensijchen Regierung hat ihre Tätigest begonnen. Tie Vermessungsarbeit beginnt im fiidlichen Gebiet von Be-'r-chaba und soll nach Norden fortschreiten. Sie wird mehrere Jabre in Anspruch nehmen und erfordert einen Stab durchgebilddter Landmesser. Die Leitung besindet sich in Jaffa, wo auch eine Schule für Vermessungswesen errichte* wird. Au der Lhauffee im Tale Zsrael. (B i i e r eines jüdischen Chaluz.) Re»tzkrk. II. (5. B.j Der Bürgermeister von Rcuyork ha: ein. offiriellcs Komitee -n.m Empfang Dr. Dcizmanns und der mir ihm reisenden zionistischen Delegation nach Amerika eingesetzt. Reuyork. Ein Dhealeruniernehmer Gast har gegen Henry Ford die Beleidigungsklage erhobest, da dieser behauptet Hane, das ganze Thea:et5vestn liege in jüdischen Händen und werde von einer Gruppe ehemaliger Schuhputzer, Zeitungsjungen und Billetichleichhändler beeinflußt. Der bekannteste unter ihnen sti der runi'che Jude Ga'st. Gau stellte einen Schadenersatzanspruch von 5 Millionen Dollar gegen Ford. Eine Reihe äbnlicher Klagen ist gegen Ford im Gange. tD. M.s . Berlin. Eine große Konferenz amerikanischer Rabbiner »and im Neuner k im Großen Hamidrach in Hartem statt. Rach den Reden des Rabbi Josts Meir aus Cincinnati, Rabbi Löb - Epstein aus Neuyork und Rabbi Jurman aus Darerbnry, Conn. wurde einst mmig eine Resolution angenommen, welche die Mitarbeit für Palästina als Pflicht aller Juden bezeiget. lZ. 8.) Acgyvtc». Berli». Ter englische Kolonialminister Churchill ist in Aegypten cinoelroncn und hat Verhandlungen mit den Vertretern der mesopotamischen Verwaltung ausgenommen. Ferner will Churchill mit dem Dberkommigar für Palästina, Sir Herbert Samuel, zusammen:ressen. Von Seiten der Zionistischen Srganisation wurden im Zusammenhang mit diesen Verhandlungen der Vizepräsident der Organisation R^chmn Sostssow» sowie das Mitglied des Ecconomie Council Baron 3<uned Rothschild nach Palästina entsandt. sZ. 8.) Patäftio« BerU». Tie palästinensische Regierung trifft Borebreitnngen siir die Ausstellung einer eigene» Truppe, «Mjpeist» von zwei Bataillonen von 600 Mam^ Dos RorÄataW» solkhanpt- Lir sind im. Tale Israel, in demselben fruchtbaren Tale, das immer der Schauplatz der palästinensischen Kriege war. Hier bar Detorah gemeinsam mit Barak Sisra ge- 'chlcgen. und das jüdische Volk vom Joche Jawins befreit. Richr meir von unstrem Lager auf einem Hügel find noch die Ruinen des Hauptquartiers von SiHza, dem biblischen Cbaroschelb Haaojrm, zu sehen. Das Torf trägt noch jetzt den Namen Cbaroßja und ist ebenso schmutzig wie die meisten arabischen Dörfer im Lande. Lehmhütten, Löcher statt Fenster, keine Vegetation. Unsti Lager ist auf einem Hügel ausgeschlagen, gegenüber der langen Äerre des Karmelgebirges. Unten dehnt sich das Dal bis nach Tscheda und weiter. Tie Chausseen, an denen unstre Chawerim arbeiten, schlängelt sich vom Gebirge ins Dal hinab, von wo aus sie fich wie ein weißes Band bis zum Horizont zieht. Unser Lager besteht aus mebr als 50 Zelten, die reihenweise aufgeschlagen'find, sodaß sie gewissermaßen Straßen bilden, die auch ihre Ramm nagen. In der Mine befindet fich ein Riesenzelt. dessen eine Hälfte als Speisezimmer dient, in dem bis 200 Mann u gleicher Zeit eboesenigr werden können, während die zmeire Hälfte mr Bortröoe. Tänze und sonstige Veranstaltungen reiervien ist. Bei Tagesanbruch, sobald die Bergjpitzen am blassen Himmel zu erkennen find, beginnt das Ledm im Lager. Die Chawererh bereiten das Frühstück in der Küche beim Schein von Petroleumlampen. Gruppenweise betreten die Chmoer;m das Speisezelt, jeder trinkt feinen Tee, nimmt Bpot und Jam mit, hängein Trinkgefäß mit Tee an den Ämt. nnd io begeben fie fich an ihre ArbeÄstÄtrn, bcwnffaet mit Dt» ArberEyeräten. Der Morgen ist ficht noch die Sterne, XjKlr