Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 93 (11.3.1921)
- Date
- 1921-03-11
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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W^WWWW — T5 — folgten Vorlegung des JlldenauswessllugSdekretS, sprachen Balfour und Bourgeois, die von beiden Parteien eine Zusatzerklärung forderten, worauf Askenazy den Ltandvunkl vertritt, Polen wäre Österreich gegenüber äußerst günstig gestimmt, müßte aber von t?stercich verlangen, daß in bezug auf fremde Staaten liberale und dcrnokratijche Prinzipien zur Anwendung gelangen. Hiernach stellte Balfour dem polnischen Vertreter anheim, eine ausführliche schriftliche Erklärung in dieser Frage einzureichen. Der Beschluß des Völkerbundes ist vertagt worden. Ungar». Zürich. Fm Fenster der Ganenwshnung des jüdischen Advokaten Dr. Horvath in Cjeglcd erplodiene dieser Tage ein halbes Kilo Ekrasit, ohne das glücklicherweise Menschenleben zu beklagen gewesen wären. Es ist dies bereits das zweite, gegen Horvath unternommene Bombenattcntat. Ahnichc Attentate fanden auch gegen den greisen jüdischen Advckaten Reuman und den angesehenen staufman Eigmund Beck statt. Ter jüdii-^e Artt Dr. Emmerich Beker wurde vor einigen Wochen am be2i<bten Tage nicdergeschosscn. Sämtliche jüdische öffentliche solare wurden gezwungen, auf ihr Notariat zu verzichten, ebenso die jüdischen Trafikanten und der jüd-ische Hotelier, Pein jüdischer Kaufmann dar» ''eine Ware auf dem offenen Markt der Stadt feubietcn. Eie mußten nch in den Tempcldof zurückziehen und dort einen Markt etablieren. 1I. P.-Z.) Pole«. Zürich. Ter Warschauer nichtjüd. ..Kurier Polski" schildert das skandalöse Verhalten der Warschauer Bevölkerung bei jüdischen Leichenbegänanissen. E^lbü Mittelstarker versperren den Kondukten den Weg, veranstalten eine Katzenmusik und überschütten die Trauernden mit Hohn und Schimpfworrcn. Tie am Leichenzuge Teilnhemenden sind den gemeinsten Beleidigungen ausgesetzt, die ihnen aus vorbei »ährenden Trams entaegengeschleudert werden. Es märe höchste Zeit, dagegen einzuschreiten, und man könne sich kaum vorstellen, welchen Eindruck ein derartiges Verhalten, das jedem natürlichen Gefühle des Schauers und der Ehre angesichts des Todes Hcchn spreche, auf die zmveilig in Warschau weilenden Fremden mache. Auf Grund dieses Artikels des „Kurier Polski" ha: die Warschauer Polizeibehörde eine Verordnung erlassen, im Wi^erholungssalle alle Schuldigen unverzüglich zu verharren und derartige Vorfälle mit allen Mitteln zu verhindern. (I. PL) Warschau. Unter der jüdlschen Bevölkerung von Boiwitz (bei Wilna) herrsch: eine Panik, die das Verschwinden eines christlichen Mädchens hervorgerufen hat. Angeblich wurde die Verschwundene zuletzt gei'ehen, wie sie den Laden eines jüdischen Kaufmannes betrat, nachdem sie vorher das elterliche Haus Streitigkeiten halber verlassen haue. Natürlich wird jetzt das alte Märchen vom Ritualmord auigebrachr. obwohl keine einzige begründete Angabe gemacht werden kann. Tie Juden des Städtchens haben den Schutz der Regierung nachgesucht. Berlin. Tas Zentralkomitee des .Hechaluz" in Polen veröffentlicht einen Aufruf an alle Zionisten. Bücher für Danderbibliocheken für die Arbeitergruppen in Palästina zu spenden. Erwünscht sind Bücher in hebräischer, jüdischer, russischer, polnischer und deutscher Sprache. Es wird geplant, in den nächsten Wochen 15 kleine Wanderbibliotheken zu schonen. lZKZ Tschecho-Slovnckei. P"g. In der tschechoslowakischen Republik wird die erste Volkszählung vorgenommen. Tie Sprachensrage sicht im Mittelpunkt der Tiskussion. Tie Belehrung zur Bol^zöchlang sagt: „Unter Nationalität ist die Stauuneszugehörioftit zu verstehen, deren äußeres Merkmal in der Regel di« Muttersprache ist. Juden kSuueu die jüdische Nutivuulitüt «»suche». Paris. (I. E. B.j Tr. Roftikblau. Vertreter des American Ioint Distribution Committee ist hier aus Moskau «»getroffen. Er gibt an, daß die Pagrams i» der Mrmne fmtt- Nuuulure». l Flüchtlingen ausgesucht. Sie limn», i» die 1m9 | Bessarcckvu ganz SersüLt ist. Die »eiste» FSchLume tmmtm; ohne jedwede Ausweispapiere und stoße» lei de» 9nMor«f j große Schtoieirgketteu. Das Recht Hhutzdüro deS Zm»WPhr» Landes komiffees hat sehr viel (&rigw)nmi»w der de» ra»imischen Behörden gefmÄeu u»d in de» »eiste» FaLe» stir die Flüchtlinge AusenthaltsbewiLiguug erwirkt. Lopeuhageu. Gegen de» Jnstiz»»uifier Ritter Vorwurf erhoben worden, die Ausweisung der Dänemark angeordnet zu haben. Zu eiuer öffattkiche» rung pratestiert Ritter gegen diese Behaupt»», seien mchrere Ausländer ausgewieseu Warden, unter Deutsche, Polen und Russen befarwe», weil sie gegen die SstuttS^ gesetze gefehlt haben. Die Polizei empfahl da»» da» 3»ftifr minister die Ausweisung aLer Ostfttde» «tter BejfigMg nart Verzeichnisses der Sstjodea in Dänmmark. Dich» Bachhla» »idersetzte sich jedoch der Minister mit der a»Sbr»ckkche» Begründung, daß die Sage der jüdischen Flüchttioge iuftüge der Pogrome und Verfolgungen in ihrer Heimat eine rige ist, daß Tänemark ihnen das Gastrecht so lomge » sagen kann, als sie sich keiner Gcsetzübertrettmg schmdig haben. M«drid. Hier fand eine Konferenz der sephardischen Juden unter Vorsitz des bekannten Don Angel PuLo FeraaNdez statt, die den Gedanken einer Weltorganislttio» der Sephatdim diskutierte. Die sephardischen Gemeinden in Spanien, Marokko und Amerika haben ihre Bereitschaft znm Beitritt erklärt. In Madrid bestrü>et sich der Sitz des LmmteeS. Amerik«. Washisgt»». Tie vereinigte Sena^ mck» 5bu»merko»o»ission, die den Gesetzentwurf über die Beschränkuuq der Cu»» derunq in die Vereinigten Staate» zu prüft» hat, hat de» Entwurf des Senats angenommen, wonach während fünfzehn Monaten vom 1. April an gerechnet die Zahl der Eii»oa »derer einer Nation drei Prozent der Zahl ihrer zur Zeit der IM&- zählung des Jahres 1910 in den Bereinigte» Staate» angesessenen Bolks^nossen nidjt übersteigen dürft. Reutzork. Auf Initiative des jüdisch-nationale» Waisenhauses vom St. Marc's Place fand hier eine Ko«ftreuz der eristiercnden Waisemmstalt«! und verwandter statt, um die Frage der Versorgung der jüdische» ui Europa zu behandeln. Die Konferenz siand i» sierten 8 reisen einen warmen Anklang. Der darin, daß alle in Amerika besuchende» Warsena»st»8e reitungen zur Aufnahme der möglichst größte» Zahl qromwaisen treuen sollen. Re»tz»rk. Ter Bürgermeister von Groft-Remyork hat de» bekannten Zionisten Mr. Bernhard Roftnblatt. der des Zion Commonwealth ist, zum städtische» stimmt. . «astziuzt.,. (I. C- B.) Tie ^Sajhingw» ein Interview mit Henry Ford dem berüchtigte» Hetzer in Amerika, über seine llcherpckle o»f Jude» Ford leugnet entschiede» seine antiftmiHche Aber erst in di^er Ablengnnng steht mau sei»«» Berdimß seine Feindschaft gegen die Jndmr. „Ich attackiere die jüdische» Boarkere, — sagte Ford i» seinem Interview — um den Weltfriede» z» retten". Als Beweis, daß er kein Antisemit ist, führte er die Tatsache «, daß er in seinen Fabriken 5000 jüdische Arbeiter „Ich hätte den vom minenten Männer» Unterzeichnete« Proftst mitismns auch mituntersertigt, legenheit gegeben hätte. „Mit mrftrer ihrer Gleichgültigkeit und denselben Ernst wie die Dieft plötzliche € ^esftntlicht' da» sei» da seine kanische» £> darauf . mmente tiglett Eznmowitz. (I. C. B.) Zu Lar letzten Zeit um» auch die Bukowina, ganz besaaders aber Ezeuroooitz wm ,ft»i»jsche>