Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 92 (4.3.1921)
- Date
- 1921-03-04
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Re»-A»rk. Ter jüdischen Zeitnng ^Morgeujourual" entnehmen niir folgende Nachricht über den 17. Telegirrteatag der kanadischen Zionisten: ,Ein TelegieNer ans Winnipeg brachte den Vorschlag ein. die kanadische zionistische Organisation möge einen „Board of Eolonastion and Liquidation" eröffnen, um jüdischen Farmern aus Westkanada die Möglichkit zu geben, ficb in Palästina meder-alassen. Ein Delegierter der Western Farmers erklärte unter großem Beifast, daß 300 reiche jüdische Farmer und außerdem 25 jüdische Farmenamilien aus Lipton, Las., bereit sind, nach Palästina aus- -moandern, wenn die Zionistische Organisation durch Gründung einer Liquidationsbank es ihnen ermöglichen würde, ihre Besitzungen zu liquidieren. Die Resolution über die Eröffnung dieser Liquidationsbank wurde einstimmig angenommen." Amerika. Re»-Aort. Rach amtüiten Feststellungen sind vom 20. November bis zum 17. Tezember 1020 im Äcw-Horker öa»m 11 702 jüdische Emigranten angekommen. Tie meisten kamen über Tanzig. Re»-Kork. Dos .Ereknlivkomitee des provisorischen jüdischen Kongresses" hat ein Rundschreiben an sämtliche Gemeinden und Organisationen in Amerika versandt, in welchem ans die Notwendigkeit der Einberufung des iüdisch-en «ongrenes und denen permanente Arbeit zugunsten der Zuden Europas binaewie'en wird. Fravkreich. Paris. Wie der Variier ö.-8orrc'po:.der:: der P.-Z." mitte-!!. sind Mond und Weizmann. au» der Rückreise von. Palästina naw London, am l'\ Februar in Paris eingetrofsen. wo ne eingehend mir Lokolow konferierten. Beide äußerten nch über die Aussichten und Möglichkeiten in Palästina außerordentlich befriedigt. Mond ist am H. Februar nach London weitergefahren, während Weizmann bis zum 0'.. in Paris rerbleibt. England. 8»&ten. <F. vS. B.i Lord Reading übersandte dem Icwish Board of Teputis ein Lchraiben. in dem er für denen Begrüßung anläßlich seiner Ernennung zum Bizekönig von Zndien dankt und -einer Freude darüber Ausdruck gib:, daß »eine Ernennung allgemeiner Zufriedenbeit bei der englischen )uden'cha»t begegne!?. Palästina Jer»»«lem »). E. B.) i?:er troien beunruhigende Nachrichten aus Transjordonien ein. demzufolge zwischen den arabischen Ltämmen im Tistrikte von tzerak schwere stömvie ausgebrochen seien, denen bei den ersten Gefechten 22 Araber zum Opfer gefallen sind. Jerusalem. Das Organ der ,Achdulh yaawodah" in Palästina. der „Kuntreß". ist auf Verfügung des Gouverneurs von Jerusalem. General Ltorrs. für die Tauer eines Monats verboten worden. Als Ursache dieses Verbotes diente ein Artikel von Tr. Nachm.an Lyrkin mit der überschriil .Pontius Pilatus", in dem General Ltorrs eine grobe Beleidigung »einer Person »ah. ' Berlin. Tic durchschnittliche monatliche Einwanderung in Palästina beträgt zurzeit 1000 Personen. Ter Chef derEinwanderungsdepanements der Zionist Commiinon erwartet während der nächsten zwölf Monate etwa 18 000—20 000 Einwanderer. (Z. 8.) yv; Die Mittel aber für dieses großzügige Werk amh^die jüdische Gesamtheit selbst aufbringen. »*•--> Unter den Organisationen, welche zur Durchfühnmder jüdischen Kolonisation in Palästina berufen mM^steht' an erster Stelle der Jüdische &*tio«uDo*te. crtfya Be» reits vor dem Kriege eine Anzahl bluheicker FttMen in Palästina geschaffen, er hat wnhvend deS Kriege- )ckrch Schaffung von Notstandsarbeiten und dmch Lieferung von Lebensmitteln aus seinen eigenen Fermen ganz wesentlich dazu beigetragen, daß das palästinensische Kolomsatümsiverk, trotzdem es zeitweilig von der Welt abgtschmtten war, den Weltkrieg überdauern konnte. Der Nationalfonds ist also als erster zur Förderung der bereits begonnenen Maffenfiedlung berufen. Er kann aber seine Aufgabe, Grund und Boden in Palästina zu erwerben und ihn jüdischen Ansiedlern in Erbpacht zu überkiffen, nur dann erfüllen, wenn er den Anforderungen der Gegenwart, entsprechend, ganz erhebliche Mittel zur Verfügung hat. Das bevorstehende Purim-Fest, das iradirionelle Fest des Schenkens, gibt nun jedem Juden ^Gelegenheit zu tatkräftiger Hilfe. Wem die Befreiung vieler Tausende seiner Brüder am Herzen liegt, der wird dies Fest nicht vorübergehen lassen, ohne den Nationalfonds in seiner segensreichen Arbeit durch eine großzügige Lpende zu unterstützen. Die jüdische Gebefveudigkeit, die sich zu ollen Zeiten bewährt hat, darf in diesem historischen Moment nicht versagen, wo es sich darum handelt, ein Liedlungsweik von ungeahnter Größe und unter Bedingungen, wie sie seit zweitausend Jahren dem Judentum zum eisten Mal wieder gegeben find, zu errichten. Der Natio-. nalfonds ist kein Institut einer nur vorübergehenden Abhilfe, sondern er ist der Volksschatz der jüdischen Gesamtheit, der die Grundlage für ein freies jüdisches Gemeinwesen schafft, die sichere Basis für die jWische Maffenfiedlung. die bereits in großem Umfang eingesetzt hat. Der Erwerb großer zusammenhängender Bodenflmhen ist eickgcleitet, die Aufforstung des Landes hat mit der Anpfbmzung von 2 Millionen Nutzhölzern bereits begonnen. Verlegt das Judentum an diesem historischen Wmdepunkt seiner Geschichte, dann ist die grüßte Chance, die ihm während der ganzen Diaspora geboten wurde, unwiederbringlich verloren. Daher ist jeder Jude, unabhängig von irgeMvel- Her Parteirichtung, verantwortlich für das Gelingen; jeder hat die heilige Pflicht, nach besten Kräften daran mitzuwirken. Deutsche Juden, beteiligt euch zu Purim mit einer o.oß zügigen Landspende an dem SiMungsverk des jüdischen Nationalfonds! Opfert für den Aufbau Palästinas, für die Zukunft eurer Brüder! Ser Aufbau Palästinas. Bon der Leitung des Jüd. Narionalsonds in Berlin c> halten wir mit der Bitte um Abdruck folgenden Artikel: Ter Ausbau Palästinas beginnt. Durch die feierliche Erklärung von San Remo ist den Juden das Land ihrer Ater als Heimstätte zugejprochen worden. DaS fruchtbare Wirken des bedeutenden Staatsmannes, Sir Herbert Samuel als Obeckmumffar von Palästina, hat r.de Tausende nrit neuer Hoffnung erfüllt. Dieser histoiische Augenblick §bt «ns wie nie zuvor die Möglichkeit, große jüdische besonders des Ostens, die im Kriege auch das Letzte veaopm haben, in Palästina anzufiedel« und daddurch die >5vdenfr^e iherrr Löftmg ein gutTeil nnherzubrmge». Zur Berufswahl unserer Sinder. Am Schluffe eines jeden Schuljahres ist es vieler Eltern große Sorge: Was soll mffer.Sohn werden? Soll unfeie Tochter sich einem Berufe widmen? Und diese Fragen werden mit jedem Jahve schwerer zu beantworten sein. In früherer Zeit besuchte der Knabe die Schule, bis zum 13. Jahre, ging dann in ein Geschäft und vockrachtr seine Lehrzeit und Gehilfenzeit, bis er sich, selbständig machte. Das Mädchen besuchte nach der Schulzeit noch einen Handarbeitskursus und half dann der Mütwr in der Wirtschaft, vielleicht auch in Vaters Geschäft, bis es sich versorgte. Die Zeiten haben sich gründlich geändert, der größte Teil der jüdischen männlichen Jugend besticht die Mittelschule und die flnßpgen, absolrnevü? dieftkbe^ die minder talentierten" oher minder ernstm besuchen dße Handelsschulen oder widmen sich dem Hmcklel.^ " Koukuuenz ist den männlicheck Arbeitern entstanden und himdert^ mämckiche ~ schon Leiste Unterkunft