Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 87 (28.1.1921)
- Date
- 1921-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3947615-6435932-6437188--0967-3948492- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
itrscheist jede» Areiw, SeAUH»- Preis 2.60 M. «o»«l Z» beAirhr» »urch st«lltche P»ßL»1er «der »urch de» B«te»»erl«O i» B»»». kid|nr<Ü:l>fiOfl »efp. ydfaygc. Die 6dtt Jüdisches Volksblatt .74747. Heranrgegeben von Rabbiner Dr. Krnik KoHn, Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Vrüdergoge 62. Jtattwn 87 ZLorrn, 28. §anuar 1021. — 19 ScHebrrL 6681 j S. H«tzrD«»A. i r i Am Sonntag, den 23. Jan. 1921, erlebte die deutsche Judenheit in Berlin einen der denkwürdigsten Augenblicke ihrer neuzeitlichen Geschichte: die Schaffung der Gesamtorganisation des Deutschen Judentums. Was vor 50 Jahren der Deutsch-Nraelirische Gemeindebund begonnen, was ebenso lange die Sehnsucht aller Gutgesinnten war, aber immer wieder durch die Sonderwünsche und partikularistischen Interessen der Parteien, der Stände, der Gruppen und Grüppchen sabotiert wurde, die Not der Zeit hat es endlich geschaffen. Eine An jüdischer Nationalversammlung hat getagt und dem deutschen Judentum eine Verfasiung gegeben, die seine Rettung vor drohendem Untergang werten kann, wenn wir wollen. Unter voller Wahrung der Autonomie der Gemeinden wird künftig über den Gemeinden, derr Gesamt i me retzen dienend und alle strafte zusammenfässend, überall helfend, stützend, fördernd ein Bundestag stehen, der nach dem freiesten, demokratischsten Wahlrecht der Welt gewählt, alljährlich zusammentreten wird. Ihm zur Seite tritt der R a r des Bundes als Exekutive und Geschäftsverwalrer. Mit beiden zusammen aber arbeiten diesechsAusschüssesür Kultus, Unterricht, Wissenschaft, Wohlfahrtspflege, Politik und Rechtssachen Damit ist das Werk des D. I. G. B. vollendet und gekrönt und es beginnt eine neue Aera im deutschen Judentum: die Aera des „K la f Jisroel". Als der würdige Präsident des D. I. G. B., Professor Dr. S. Kalischer, der Nachkomme des hochberühmten Rabbi Zwi Hirsch Kalischer, in seinen Eröffnungsworten unserer Tagung dieses Wort vom Klal Jisroel fallen ließ, da ging ein Raunen und Flüstern durch den Saal. Die deutschen Juden, ihre vielen hundert versammelten Vertreter sahen sich fragend an und verstanden nicht das Wort. Es war für den Wissenden ein Augenblick tragischer Ergriffenheit, als er den rings Sitzenden das nächst dem Worte Tamoh gewaltigste und tönendste Wort der jüdischen Jahrtausende erst wieder erklären mutzte. Ein Wort, das in Deutschland seit mehr als ei«m Jahrhundert verloren, verhallt und vergessen war und am letzten Sonntag aus seinem Zauberschlafe geweckt worden ist. Klal Jisroel ist eines jener unübersetzbaren Worte, die eben durch ihre Nichterschöpfbarkeit ihre Größe beweisen. Er ist die Einheit Israels und doch mehr als das; ist das Wort, daß ganz Israel Bürge zu sein habe einer für den andern und auch noch mehr als das; der Klal ist die Gesamtheit der Gemeinden, der Ga«, der Provinzen, der Lande, der Länder, der Zonen, der Erdteile, der Welt und selbst noch ein Stück Himmel des Alden ist dabei.. Er ist Gehäuse und Jtrhalt, Organisation und Id«, er ist das jüdische Herz und sei« Fülle, der jüdische Geist und seine Strerme, Zwang und Freiheit st gleicher Zeit, er ist des Juden zweite Imme; da die K>yser Tsurvh ser« «stk'ist: Klal Jisroel ist die Pflicht des Juden, über sich selbst, sei« Familie, sei« Khilloh. hinauszusehen und der Gesamtheit zu dienen um jeden Preis und mit jedim Opfers sttter Tat. Die geschichtliche Tagung des 23. Janums 1921 hat in ihrem Perlaufe bewiesen, daß dem deutschen Judentum der Sinn des Klal zu dämmern begann. Heftige Kämpfe hat es gegeben, jawohl, aber der allgemeine Wille, endÜch zur Einigung zu kommen, har schließlich gesiegt. Jede Parlei hat Opfer gebracht, aber wenn ei« gufc Tat sich mißt an den Opfern, durch die sie vollbracht wird, so war das, was die Vertretung der deutschen Judeuheit am letzten Sonntag schuf, ei« geschichtliche Guttat, ei« Großtat ersten Ranges. Die Großgemeinden haben eine Verfassung angenommen, die in allererster Linie s i e belasten wird. Die Gesetzeslveuen, zwar noch nicht ganz überzeugt, haben doch in großzügigem Weise die Hand zum Friäen hmgeftreckt, und sofern sie nicht schon gekommen find, werden sie noch kommen und man wird mit Opfern zu ihnen kommen, um sie zu holen. Die Zionisten und Natronaljuden haben ihrer Überzeugung die schwersten Opfer zugenmtet wch feieüich vor aller Welt erklärt, daß ihnen SkA Jifroü über alles gehe und es war von mehr als nur sinnbildlicher Bedenmng, daß gerade i h r Führer die Tagung beschließen dnrste — unter dem Jubel der vielen Hunderte beschloßt» durste — mit dem Tanke für die mit Lasern erbmste, cwer gerade dadurch um so fester geschmiedete Einheit und Unteilbarkeit des deutschen Judemwns und mit dem stärksten Bekenntnis zum Klal Jisroel. So bringen auch wir unter dem starken Eindruck der denkwürdigen Geburtsstunde der jüdischen SStr» fassung dem D. I. G. B., allen seinen Mitarbeiteoen, vor allem aber der deutschen Judenheil, unser» Glückwunsch dar. Emil Cohn. - Wochenschau Tuff «fr* (biMfc;o;oTo:o;o;oTo;o~oTo,oTo.o.o.oTo.o.o.o.o.o.o.c c o c e.oe:o ooo o;o:o:o:o:oio:oio:o:e;o;o:o;o;o;o;o DentfchlOnb. Berlin. Der HauptanHchnß beS Beratmme» über den HanShoL des fort, wobei Ava» Wurm sll. Pf 17. November, der die XIbIi ifnimjii ft.,,,,- *- - —«r: -- *»--. * •irr. nt Dtnagr, traqitn. läsidifche T-chater nicht eingestellt wabealle «iuheLchhen «rbei«KWe^n»rLrit nmrift« des rstmorwSvch die "" *“ fetzte seine