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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-01-07 · 84 (7.1.1921) · p. Seite 5

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
84 (7.1.1921)
Date
1921-01-07
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
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beriefet? DieS mühte in eonereto ausgedeckt sein, offentzrodög, unbestritten von irgend einem denkende« wahrheitSliebachen Menschen, bevor Deutsche von Iudenfrage sprechen, bevor Juden auf Angriffe erwidern dürften. Kapitalismus oder Bolschewismus ober Kosmopolitismus oder ein sonstiges vaeuum der Schädeldecke mit den „Juden" zu identifizieren, die Juden gleich, zeitig als Kriegsschürer und Revolutionsstifter zu bekämpfen, sollte dem diskutierenden Akademiker auch in wohlanstäÄdlger Form nicht erlaubt sein. Es verstößt gegen Den^esetze, o§ne bie man nicht das einfachste Urteil bilden kann. Wo bleibt da die Forderung der Wissenschaft! " -Die Deutschen haben nichts über die Judensrage, die Juden nichts über die Antilemitenfrage Zusagen gewußt. Aber die Einheit der gedrillten Parteipyrase trat hier in zwei völlig voneinander unabhängigen Rednern, verschiedensten Lebensalters und akademischen Grades, hervor, im Professor und jüngsten Semester. Bon beiden wurde dieselbe Galerie „hervorragender jüdischer Männer" im deutschen Leben vorgesi'chrt, um die viel zu starke Assivnlationssucht und die von den Deutschen insgeheim gefürchtete Produktivität und Initiative der Juden auch noch zu „beweisen"; beide ersetzten den Mange! eigenen starken Empfindens durch Beschwörung des großen Rhetorikers Gabriel Rießer, noch dazu durch denselben Satz: „Wer mir mein Deutschtum bestreitet, den bekämpfe ich wie einen Mörder" — einen Satz, der nur aus dem Munde eines löwenmutigen Mannes.kommen darf, und dann auch nur im Überschwang des Gefühls! Kein Jude sagte etwas über das Wesen deS Antisemitmus, der stets eine geistige Epidemie und heute auch noch ein politisches Mäntelchen^ist, und für den es keine richtige Therapie geben kann, solange sich lauter falsche Diagnosen allgemeiner Beliebtheit erfreuen. Ein deutscher Sprecher empfand die Unzulänglichkeit und Verworrenheit der beiderseitigen Reden und wünschte gründlichste seminaristische Behandlung der Frage. Der Leiter, Herr Dibelius, unterstrich den Wunsch. Er ist dort jeder Unterstützung wert,- wo sich nicht nur der Drang nach vorurteilsfreier Forschung, sondern auch die dazu unerläßlichen geistigen Mittel vorfmden. •tf. TTl llllim ITTTTTTnrrTTTTTTTTTI ■ l niTI 1 H Die^ Botentasche rri im rn m in ■ i m ■ rmrmm ■■■■■■rT Sie Heimkehr nach Zemsalem. Folgende gedankenreichen und formvollendeten Verse, die der Herausgeber aus dem Französischen übertragen. hat, haben den jungen französischen Dichter und Publizisten R. R. Lambert zum Bersafser, der zurzeit als Attache bei der Hohen Interayllerten Kommission in Bonn tätig ist. R. R. Lambert ist Professor der Germanistik in Paris, ividmet aber neben ausgedehnter * publizistischer Tätigkeit seine besten Kräfte der jüdischen Sache. Still, bie Toten find nur neuer Ernte Ähren, Eine neue Sonne strahlt und trocknet Zähren: Unter eines ewigen Landes Krumen, Tausend Jahr Verlässen, froren Blumen. Schwere Schiffe nehmt, die ersten Fahrten wägend, - Mitnehmt eure Lieb' zum Abendlande, Junge Wanderer, die ihr der Knechtschaft Bande Kennt, und Todesfurcht im Kindesblicke tragend'. Baut die Stadt, die sich des Wat^erers Blicken Offnet wie dem Vagabund dile Blüte: Hat man hilflos einmal Schmerz geLtten. Stift tagg, daß kein Glück P rchne Güte. Finde« werdet Und das Land« wo M Äch Ud Fern von unfern Häusern^ Mnern, Werdet schlichte Bibellense ihr genßeft«. Ja, nun schließt sich der Verachtung MMeNüMVer lM Singt zur Kindheit mm den HeÄnwÜctSschritk, Das erkämpfte Recht am eigenen Grunde, Ach, und zu vergessen rndkch, wcS matt Ütf. *' tKSi Singet wie aus wildem Wald Befreite, Hinter euch, die Schwachen, blieben hängen: Unvollendet ist die Bittl auf der letzten Seite, Längst nicht lauscht die Welt des Psalters Klängen. Allzulange fremd und' auf dem Pilgerpfgde, Immer 'wen erschlagenen Bruder im Gemütr, Seid ihr ein Jahrhundert jetzt in nett» Blüte, — David, wieder tanzend vor'der BundeÄiade. R. R'Lamb.rt «ichafcha»'). . Die Medizi» bei Flavins Joseph,-. Bon Professor £r. aefcT und phil. Max Reuburger, Wien. Verlag „Buchkunst", «eftkschaft mit beschränkter Haftung, Bad Rrich«hall. Alhochttflkkommene und wichtige Ergänzung des bedeutsamen SamWeVoecke» des Rabbiners Tr. -Max Grunwald „Ueber die Hygiene des Judentums" erscheint jetzt das Buch deS herühwbe»Siencr Historikers der Medizin, der es sich zur Anmabe'faß** anch die kleinste Rotiz zu sammeln, die der noch lauge ui« genug ge»tzird«te Historiker des jüdischen Krieges, Josephus JlavikS, über me A«Hte, und alles, »vaS nur im entferntesten mit der Medizin im Znsannnenhange steht, in seinen Werken Gemeldet hat. Wir gewinnen aus dem Buche ein, lebendiges Bild über Vk medizinischen and' hygienische« Anschauungen der Kulturwelt «n das Jahr SO n. Ehr. Josephus FlaviuS schrieb in gri« Sprache keinesivegs für Juden, sondern für daS Rom des Hofes, an dem er lebte, und zwar waren ftinz Bücher E« gnngcn und Berteidigungeu gegen Angriffe jenes berüchtigt» Äpio», der ein höchst würdiger Borläufer des lebenden Arthur Trebitsch in seinem Angriffsbuch gegen die Juden ist. ' Das Werk Reuburgers -ist aus den vier Werken deS Jofep^S Flavins „Heber fcen jüdischen Krieg", „Jüdische Altertümer", ^Gegen Apion" und seiner Selbstbioaraphie züsaounengepÄt. Baimr-. kungen über die Medizin sind in diesen Büchern natürlich »ipk ganz' gelegentlich angebracht, und gerade bieS verleiht ihnen de» hflhe» Wert, daß sie nicht, wie es sonst in der Tendenz der damaligeU Zeit lag. jemandem znm Aeraer oder zur Freude gefärbt pich sondern vollkommen unbefangen die Ansicht des Autors wiÄerWODeüu „ . Freilich verwechselt Joseph«- ^ebr oft die tfotäoirafltf ftarnt Zeit mit denen der Bibel uno des TalmndS, den» ArchünkyH» trieb man damals nicht und die damalige Zeit war sich. Höchst wnßt. wie weit sie sich von ihren Ahnen entfernt hätte, fl keineswegs ausgemacht, wie Josephus eaunimmt, d-ß je»» im 2. Buch Mosis 21,19, wo von den Ersatzkosten für ' zweite die Rede ist, die jemand leiste» »nß, »er eine»' letzt hat, gerade ärztliche Honorare in unser«» €>iftae seine weit fortgeschrittene Auffassung tter heiten, Simulation, Verletzungen und» noch vielfach fremd gewesten sein, ober vir Josephus Flavins darüber war, tm sehr die vorschnfte» der Bibel «chde» Labimdans Menscheazucht lEonaeni-mnSj hinanSgehe«, gefetze — nrsprü^Üchrein ücktrsch — »Nb«e gesttze hygienische» Wert ha' “ natürlich oL« j«e Tendenz, , Punkt, oehr iuleressanL ist, tv«e ' des Körper-, sonder» anch der Plizierteste» Eeelaqnstanbe di sche SonigthanS »nstoie-. literatnr ver eingchende» DarsteAt dige» «erhält«- de» _ Schildernng Hecke ich wie »»tische «ans' ««er ~ besoWeraber dem Die tb>ori<$ 1) «Le hier k» NN» »nnornmom» vurue

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