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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-01-07 · 84 (7.1.1921) · p. Seite 4

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
84 (7.1.1921)
Date
1921-01-07
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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LKer die nötige» Mittel. Die Hilfe, bie von Zentraße des Joint Distribntio» Committee »eyfMgt nnd auch bald geschiÄ wurde, ^ht i» gar Leine« BerhaÜms zmn nngehemM Elend dei' Flüchtlinge. \o daß die gpßstfdjen Juden sich bald genötigt fahr», dem größere Nkttanen einznleiten, um ihren Brüdern zn HSfe z» ömwe». In Tamopol entstand ein Hilfskomitee, welches von allen jüdischen Parteien gestützt wird und für die Flüchtlinge nach Möglichkeit sorgt. In Lemberg find mehrere AKronen im Gange, die den Zweck verfolgen, die Heimlost» mit dem Notwendigsten zu versorgen. Tie hiesigen jüdischen Gewerkschaften, die in der Poale-Zion-Partei organisiert find, haben Sammlungen großen Snls veranstaltet nrch mehrere Fachgenossenschaften haben bei ihren Mirgliedern eine Art Selbstbesteuerung eingerührr. Tie Restanrant- und Kaffeehausbefitzer bestimmen ein Pro^nr von einem Monatserlös ihrer Unternehmungen, die jüdisches Friseure nnd die jüdischen Kellner verpflichteten sich, einen gewissen Teil ihres Monatsverdienstes für die Flüchtlinge ans der Ukraine zu geben. Als ein sehr inreresiantes Charakteristikum möge bei dieser Gelegenheit erwähnt werden, daß die christlichen Kellner es als ei« Beleidigung hielten, daß sie von dieser Telbstbesreuerung befreit wnrden. nnd « erklärten sich bereit, zusammen mit ihren jüdischen Kollegen! in gkicher ZSeiie zur Linderung der Not der Unglücklichen! beizutragen. Auch die Lemberger Lrrhodorie har sich in ' den letzten Tagen endlich zur Tat aufgerarrr und in einem | warmen Appell die jüdische Bevölkerung zu einer ausgiebigen Hilfeleistung aufgefordert. In mehreren großen Synagogen und Berbäusern find Sammelsekrionen errichtet, wo Spenden an Geld, Nahrungsmitteln und Wäsche emgeyengenommen werden. i Fast alle Flüchtlinge betrachten ihren jetzigen Ausenrhickt als einen nur zeitweiligen, denn sie warten nur auf Geld und Papiere von ihren amerikanischen Verwandten, um dann ihre Reise nach Amerika bezw. nach Palästina forisetzen zu können. Sehr viele mittellose Flüchtlinge, die kerne Verwandten in Amerika haben, werden auf Rechnung ihrer reichen amerikanischen Landsleute dorthin befördert Unter den Flüchtlingen befinden sich auch einige hnuderr Chalnzim, für welche dex, ostgaliziscbe Merkas cbaluzim in aufopferungsvoller Weise sorgt. Die galizischen Juden tun also nach Möglichkeit ihre Pflicht gegenüber ihren ukrainischen Brüdern, aber trotzdem ist es klar, daß bei einer so großen Zahl der Heimloien das ganze Elend nicht so leicht gelinden werden kann. (Wiener Morgenzeiinng.) i jmnmimiiiTTimmiimniiimii Von Berg nab Tal ... Chauukafeier in bet Jüdische» ffimbeiheilpitt« Srev »»ach. S«u astet de» viele» Qtandafwn ber fcexangeae» Woche i» Nah »»d Zer» getc^e »»» Mffn. bte tag» ialpftiti Rshnae, verlcuise» ist. der Lffnttbchkeil »ilgttnlt »M, |> aqt Wt 9tnb i» be» »eit verbreitete» 3iünrff, W in btei» be» totf- — chr ul fettes bei «ichkch »ett §ma& t bni bk i bk sie Mi narr festliche» Stak nfctset W «weihte» Stätte tz. be» 11 Xegener, inja verte» ven o»Tll»«tej 9Ü», 5tw»g»»ch a»b Kaan i» bk tätet »nt t^bUbc «ib »fstch ■4 ehtwätdige Gestalt bet Stabbüteri, tissZ »» ih» bk horchende Li»> bersihaar, »icht »st au leine» flj»f hwwoch kteu «ach bk dte ewig »ne Geschichte n» glihnabe» Eise» «iterz»hle,b Dnnmf folgte» hibsche A«ff»ht»»ge», ,» be»e» bie tätet M» brat i» ber Anstatt herrschende» Seist u»b Zou ei» übe^r»schenbe4 AeamMis «blegte». 3»» Schlnß mürbe» fte an bk arii (Mn mch bebrrfte» Seschenküsche geführt, m» bie sich ganz besonders ber Srenznncher Israel. Fraoeuverein verbie»t &maaft hat. Ei» stelles, erhebendes Fest, doppelt erhebend b»rch bas mäe, pefnmbe Aussehen ber fiinber, denen »a» bte kräfiigrnbe Siiung der Sur und der sorgsame» Hanspsleae dentlich ansak obgleich sie sich erst 10 Tage iu der Anstatt befanden. SS zeigt sich rbeafwi bk Sisterfara noch intensivere und raschere Heilwirkwagen z» zeitige» vermögen, als die im Sommer. Gerade deshalb hat sich die Verwaltuug. trotz bet unendlich gesteigerte» Losten, z»r Anfrechterhattnng des Betriebes auch i» Winter entschlossen. — Mit trafn Empfiuduügcn und wohlige» Ei »drücke» verließen wir bk behaglich d»rchwärmte». von freundliche» Geistern der Menschenliebe »nb hing^knbe» Fürsorge durchwehten Räume und »ahnten diese Eindrücke mit in die feierliche Wiuterlandschaft, die uns branße» mit de» schateekd>eckteu Höhen der RaKeberge umfing. Tie Heimreise traten wir an mit dem Bewußtsein, daß bie Lölner Indiscye Smnetnde «nt berechtigter Geuuteuuug auf diese, ihre jüngste jniste Schöpfung Hinblicke» darf. Mögen sich bald recht viele Gemernve» dem lubenswerte» Beispiel Lrenznachs nnd Bingen anschließen nnd das segensreiche Werk nach ihren Kräften fördern und unterstützen. Bo»». Die Chevroh G'millns Chefsidi» Bo«» hielt kurz vor Iahresschluß eine Generalversammlung. Herr Eoßmann als Borsitzender eröffneie die Bersammlong mit einer kurze» Ausprache und gedachte der verstorbenen Mitglieder, zu deren Andenße» die Miiglieder sich von ihren Sitzen erhoben. Za Punkt 1 der Taqesoib- »nng verlas Herr Rollmann das Protokoll ub gab anschtießeno einen übersichtlichen Lafsenbericht, woraus hervorging, daß der Verein nuauziell gut gestellt ist und 135 MiHlreber z^lt. Er bittet die Mitglieder weiter zu werben, damit die »och Fernstehende» sich restlos zur Ehevroh melden. Ter alte Vorstand wnrde per Akflamarion wiedergewählt und dann beschlossen, Mine Februar das SnitnngSfest mit eine« Festessen zu begehe», waches eine Äommissio» vorbereitet. Außerdem bewilligte» die Mitglieder VtOJX. für die Flüchllingszentrale in Köln. Zuguterletzt wnrde deschlogc», daß alphabetisch abwechselnd 15 Mitglieder an dem Werkwgsgottesdienst Montags und Tounerstags sowie an IahrzeitStagen im Sc meindehanse erscheinen, um ein volles Minjan zn haben. Bonnr Bon der hiesige» zion. Arbeitsste^ erhalten wir folgende Mitteilung: Ja der Zeit vom 1. bis 15. Jammr wird in Bonn die Schekelaktiou durchgeführt. Ter Schekel, der für Deattschland 10 M. beträgt, ist eine feit vielen Jahren übliche Abgabe, zu der jeder bewußte und aufiechte Jude verpflichtet ist. Geraae heute ist es für alle deutschen Juden wichtig, sich an dieser Aktion zn deleiligeu, wenn sie nicht jede» Einflnß aas die Gestaltnwz der jüdischen Geschichte über die engen Grenzen Dentschlands hinaus verlieren wolle». Zn j^er weiteren Ansruuft ist die JA. Arbeitsstelle. Bonn. Weberslr. 31, bereit. Lee selb. Tie Repräseutantenwahleu sind oh»e sonderliche Bewegung vollzogen. Eine Anzahl GemeiademitgliAer, deren Mitlätiafat scho» auf anderen Gebiete» erprobt ist, tritt meu nnd wohl auch mit manche» neuen Absichten in die Lörperschafi ei». Bedanert wird der Rücktritt ihrevieljährigen Vorsitze«», des JnstizrcttS vr Simon, der mit anerkannter Sachtichtett nnd Geschöstskenntnis die Verhandlungen leitete. Sei» Verzicht liegt, wie verkantet, ldiglich in seiner überreichen beruflichen Inanspruchnahme bearünoet. Auch in der Zusammensetzung des Vorstandes dürfte keine allzugrßoe Luderung eintreten. Sie ZUeUedattr ia kt tMtaflil 9mm. Tie Universität Bonn sucht die Erörterung über die Judenfrage auf akademisches Niveau zn bringen. Prosefforen halten pabli£a ab und diskutieren ihre Thesen mit BUbemten. Man durfte auf das Ergebnis gespannt sein. Es »iüßte «icht nur über die Judeufrage, sondern auch über das Nivean^der Akade- »ttker entscheiden. Leider ist das Beste, woS «a» »oer die Debatte fcmeu kamt, daß sie im Stafpaen ber W»hta«flättbiigfeit nb ber maßwllen äußeren Form fttiA, Uder richtiger, baß tat beut geschickten Leiter, Geheimrat DLeli»s» die a»ch z»» Wort gemtibtit „Stimme des Haffes" zurückgewiese» nutze. S^fimnen der Liebe waren nicht hörbar, anch «icht jener platoaischeu Liebe zur Reinheit «Ad Wcchrheit des Getzmckeus, die «llan das von der Parteien Leideusckaft «nd vo» tzer Kraft deS politische« Schtagwortes niedergihalteae Urteil hätte» zur Eutfalttlug kl»o»eu laffeu. . Riänstz erkannte, daß für De»tsche kei «e J«tzenfr««e bestehe Wohl aber für die J«tze« tiu* L«tife «rte«frage. Die richtige Frage fiele», heißt atzer/>tzie ptnbe wiiwu geveu. Zi &teJU tonbett deutsche 3jrim§g» durch bk IAde»^«chelffch»ftzDUtzpe, dSf-zi»l»§DfcheE^»hei^

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