Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 83 (31.12.1920)
- Date
- 1920-12-31
- Page
- Seite 490 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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TtifAü^^MflKne Llttie/fvÄA verschwiege««'Vhyth« rM, jenaMMM Mstiv HÄMSSiche« Judentum» zu erkenne», da» iho belebt. - Beißt Du, lieber Leser, wa» ein „Maggld" ist? Der Maggid ist'der jüdische Redner de» Osten»:. Rabbis und Volk»m«rn, Prediger, und Humorist, Prophet und Gassen« mensch zu gleicher Zeit, ist er die lebendigste Gestakt.de» jüdischen Osten», mit der M<utz chMbt, zum Volke zu reden, weil selbst au» dem Volke'gewachsen, und dem Volke ewig verbunden, 'weis immer am Herzen de» Volke» lauschend: Dq» ist der Maggid. Run denn: Der Jüdische Bote vom Rhein hat seinen Ehrgeiz darein gesetzt, ein deutscher M a g g i h z ü s e i n, d. h. kein Theoretiker de» Judentum», kein Philosoph und noch weniger ein Mystagoge im ästhetischen Mäntelchen, sondern ein völlig unliterarischer religiöser Volksmann neuen Stil». Aber selbst wenn diese» Ziel ein leerer Traum wäre, sei e». daß e» an der Unzulänglichkeit seiner eigenen geistigen oder moralischen Mittel scheiterte, sei e», daß e» bei uns im Westen nicht mehr die Menschen gibt, die solchen Stiiw men lauschen, so könnte der „Jüdische Bote" immer noch beanspruchen, in seinem Wollen respektiert zu werden: Lt io rnagnia volaine Mt eat. Dieses Wollen geht noch weiter: In einer Zeit des Niederbruchs all^r Werte, noch einem Jahrhundert der Gleichmacherei, in einer neuen noch viel fürchterlicheren Gleichmacherei und Assimilation an die sich überwirbelnden Gedankenstürme der erschütterten Zeit, gesellt sich der Jüdische Bote zu 'dem Häuflein der wenigen, di« sich mit ihrem Judentum nicht wollen umwirbeln lassen wie Schwuygbälle in Knabenhand, um dann irgendwohin zu fliegen und aufs neue aufgelesen und gewirbelt zu wtzrden. Nicht die Macht^ der Presie ist die Macht, um di« er ringt, sondern die stille Macht der vielleicht nur wenigen Herzen, die mit seinem Herzen klingen. So stellt er sich zur Tauroh, zum Gesetz, das in gesetzlosen, schrecklichen Tagen allein Erlösung bedeutet und Heimkehr und Erneuerung und Gott! So stellt er sich zum Volke und lauscht der warmen Quelle seines Blute» in -en letzten Rinnsalen der Abenddämmerung. So stellt er sich zu — Dir, mein lieber Lestr, den er mit seinem besten Gruße grüßt! Der Jüdische Bote vom Rhein. Mockenfich-u. Tatsachen «nb Ergebnisse. .olo.o7o7olo.o.o.o.ololo.o^o.o.o.o.o.v.o.o.o^o.o^o^o^o^o.o.o7olo7o.olo.o.o.o.o. ooo noo 0.00000 O O OPOOD J O O o O o O O O O 0.0 O OOOOOOO t Deutschland. Frankfart t. M. Die „Zentrale für Mazzptversorgung" in Frankfurt a. M. war bisher außerstande, die jüdischen Gameinden über di« neuen Grundsätze der MazZotver' da» nächsttähriae Pessachfest zu unterricht«,^ weil die gung der Reichsgetreidestelle noch vuSstcht. Dach dürften folgende Bestimmungen keine «chentlichen Amdenmgen mehr ersichren. Di« vqtellung der Mazzot erfolgt durchweg durch Vermittlung der Mchen Gemeinden, di« ihverseit» verpflichtet sind, di» Bestellungen zu sammeln imd den Backereien weiterzugeben. Bei der Wahl der Bäckereien , sollen die Gemeinde di« Wünsche ihrer Mitglieder tunlichst berücksichtigen. Umnil» teldar« Bestellungen an» dem Publikum darf keine Bäckerei am nchmen. Auch d,e Erteilung von Bestellungen an Händler ist I mombe van den' Pudtikmn Übertrag« tpet&n. BemgSberechtigt füm Hte Vv>e Mazzotmenge' di« wesentlich gvrrngr» stu»toich^s» i» voyahre — sind lediglich viejenw«D 8e erd«»sta«sktch versichern, daß sie sich am vorjährig«» Pessachfeste de» EhcrmeAgenzckst» enthalten hatten. Wer der Mazzo« nnr zur Sederse^r «darf, ethätt «in Pfunds Den Mazzchbezieher» ist. da» gewichtmäßige Aequidalent an vortkorten, da» ihrem Bezug eatstnicht, «inzubehakten. Berlin. Da» neue Gesetz über den Austritt au» dev Landeskirche und au» den Sunagogengpneinben hak «uamehv die Zustimmung der Preußischen ÄandeSdersouinckuno gesundem Rach diesem Gesetz ist der Austritt au» einer WtT schaft öffentlichen Recht» beim Amtsgericht de» «ovnsitze» zu Protokoll de» GericbtSschreibers zu erklären oder al» Eimeterklärmg in öfsentllch beÄattbiqter Form einzuoeichen. Die rechtlichen Wirkungen des Austritt» beginnen «inen Monat danach,- ln» dahin kann er zurückgenommen weiden, (chegatten sowie Eltern und Kinder körmen den Austritt in derselben Urkunde Erklären. Da» Amtsgericht hat dem Vorstand der Religionsgesellschaft über di« Austrittserklärung zu benachrichtigen und den Austritt zu bescheinigen. Der AuStrtt befreit von allen persönlichen Lersttmaen firr die ReligionSaemeinschM mit dem End« des lausenden Steuerjahre», jedoch mcht vor A», lauf von drei Monaten nach der Erklärung de» Austritts. Lei- Cgen, die Krach besonderer Rechtstttel auf bestimmten Grundn haften, bleiben jedoch bestehen. Das Verfahren ist kosten- und stempelfrei. Ein au» einer Synagoqengemeinde auStretender Jude kann nur durch schriftliche Erklärung einer anderen Synagogengemeilwe beitreten. Berlin. Jabot, nssi, kommt Anfang Januar zu Zwecken der Keren Hajessod-Prrpaqanda nach Berlin. Gr wird m zwei Versammlungen reden, das eine Mal in russischer, da» andere Mal in deutscher Sprache. Die erste Versammlung fmdet am 5. Januar in den Soph,e»ttäken, die zweit« am 6. Januar im, 'LehrervereinShau» statt. sZ. K.) > l Polen. Warschau. sJ. C. B.s Der jüdische Sejmdeputierte Hirschhorn brachte eine Interpellation an den KireqSminisker betreMnd die ungesetzlichen Schtoierigkeiten «in, die die potz nischen Rekrutierüngskommissionen den imS Ausland reisenden Juden bereiten. Äe Betroffenen müssen eine Deklaration unterfertigen, daß sie auf die polnische Staatsbürgerschaft derzichten, und nie wiedcr nach Polen zurückkehren werden. Wilua. Dies Aushebungen« der Jahrgänge 1890—1900, die durch General ZeliaowSki im Namen der „Regierenden Kömmission für ZentratzLitouen" anaeordnet würden, ergaben, daß die meisten der ausgehobenen Rekruten Inden sind.' ' fhiMiwitm. Bukerest. „Mantuirea", di« vorzüglich geleitete jüdische Tageszeitung, drückt ihr Bedauern aus, daß di« Thronrede «H keinem Worte di« Politik der Regierung den Juden gegenüber erwähnt«, als ob der König nicht' wüßte, daß daS neue Rumänien eine zahlreiche jüMfedf» Bevölkerung hat, deren Wünsche Md Forderungen an den Staat noch immer unerfüllt blieben. DaS Blatt fragt, ob die vielen Judendekrete dem König nicht bekannt seien, und ob auch de Krone den Minoritätenvertvag von Sainl-Germain unbeachtet lassen will. Kischeuew. Di« jüdische Schrlkommissicm in Beharabien wandte sich an den Generalsekretär de» Departement», für Volksbildung mit einer Petitton zur--Grrichdmg von jüdischen Lehrerbildungsanstalten für daS Studium der jiddischen Sprache. Der Generalsekretär, Herr Tschebay, hat dem Gesuch swttgegeben und die Errichtung solcher Kurse angeordnet. LdL. - Gens. ß. C. B.s Nahm» Sokolvtv und Leo Motzkini haben namens de» Somit» des' Delegation» Jnive» der fünften Kommission der Völkerbundsversamrnkmg. ein Memorandum über die Loge der Juden in Finnland überreicht mit der Forderung, daß Fennland gelegentlich der DiSkoHsion über sein« Aufnahme, in den Völkerbund, sich zur Gewährung der MmoritätSrechte der Juden verglicht«. Die Kommission'hat auf die warme B» fürworttmg von Lord Robert Eecil der simckändischm Deleg» \ \ i 1