Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 83 (31.12.1920)
- Date
- 1920-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscheint j,»„ g«tita|. |Mi* 8.60 St anwll. Zn te^ehe» dr<rch sinnlich« fiptaiR «kn k«rch kn Batmtttai t» Sasa. VOM RHEIN Jüdisohes Volksblatt Va{ti«ca|»rtif: 1.50 K. fftr k it in« >«sp. Pettt«rtle. Di« |ii)( Leit« »*f«H 380 gellem. P^ischNN»»«» BttnDKilM Be»», «UW». 74747. Herausgegeben von Rabbiner vr. Amil Aohn. Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Vrüdargaff« 52. Wnmer 83 > Nonn, 31. Aezernver 1VL0. — 20 Febeth 5681 2. Zchtzr-»-^ An unsere Leser! Der „Jüdische Bote vom Rheiü" tritt mit Nr. 81 das erste Vierteljahr seines 3. Jahrganges an. ' Vir richten an unsere Leser, welche das Blatt durch die post oder den Buchhandel beziehen, die Bitte, die Bestellung für das vierte Vierteljahr schnellstens, falls noch nicht geschehen, zu erneuern, damit die Zusendung Blatter keine Unterbrechung erleidet. Diejenigen Bezieher, welche die Zeitung direkt von uns erhalten, bekommen dieselbe ohne besondere Erneuerung fortlaufend zugesandt, wir bitten unsere Leser höflichst, den Bettag von Ulk. 7.5O für da» nächste Quartal umgehend auf unser Postscheckkonto Aöln Nr. 7-17-1?, Botenoerlag Bonn, zu überweisen. Nach Ablauf eines Monats werden wir uns erlauben, die noch nicht eingezahlten Abonnementsgelder durch Nachnahme zu erheben. 'tftF“ Zufolge vielfacher an /ins ergangener Anfragen, und um den wünschen der meisten unserer geehrten Bezieher zu entsprechen, erklären wir uns gern bereit, der Einfachheit und der porlo Lrsparnis wegen Abo.nnements. beträgt auch für mehrere Vierteljahre auf einmal im voraus entgegenzunehmen. Die'Expedition. | »! Zahrgangswende -192-1 \ Sin Brief an den Leser. Mein lieber Leser! Schon lange wollte ich Dir cininal schreiben, aber der gute Will« blieb mir immer in der Tasche stecken, in der Botentasche versteht sich. Jetzt gibt mir die dritte Jahres- . runde, die ich beginne, Gelegenheit und Neigung, Dir zu sagen, was ich auf dem Herzen habe. Erschrick nicht! Uh werde Dir nicht-feierlich kommen, auch nicht den Bezugspreis erhöhen, chas w'chölilo! Aber Du darfst Dir nicht einbilden, daß es für einen einzelnen Mensck)en gar so leicht > und einfach sei, ein solches Blatt zu schaffen und zu erhaltcn, zumal in solcher Zeit. Da fehlte es einmal am notwendigen Papier, da traten zwei-, dreimal gcrvaltigc Er- Höhungen des Druck- und ^Herstellungspreises ein, die uns unsererseits wieder ztvangen, erhöht« Zumutungen an Dich, lieber Leser, zu stellen. Die Bezugspreise stiegen, der Um-' fang mußte eingeschränkt >verden. Dabei hatten wir noch! . Glück: Während andere altangesxhen« Blätter sich zu einem ’ nur allvierzehntäglichcn Erscheinen bequemen mußten, noch andere sogar eingingen, haben tvir uns durch die böse Krise richtig durchgefressen und lverden'Dich im kommenden,Jahr 1981 wie immer ällsabbaWch begrüßen, vielleicht sogar bald wieder in alter Leibesfülle. Und daß Du es »veißt: . Wir sind eines der gelesenstep jüdischen Blätter unseres Vaterlandes geworden. Nein, es ist in der Tat nicht leicht für e i n e n Mann, so ein ganzes Blatt ganz allein zu machen. Ja, wenn man noch ein bischen gesinnungslos wärel So immer mit den: pfiffigen Seitenblick auf die,Konjunktur nach dem gefundenen Fressen ausschauen könnte, dem politischen Kampf, gleich von welcher Partei, dem politischen Stunk, gleich von welchem Mistbeet kommend, wenn er nur das schafft, wovon so manches Blättchen lebt: — Die Sensation! Ach, könnte ich doch nur einmal so ein ganz klein ^bischen gesinnungslos sein! Denn könnte ich das, könnte ich so, wie die gewissenlosen Bäcker heute ihr Brot mit Mfeie „strecken", mein Blatt mit Sensationen und sonstigem faulen Zauber sich aufschlvcmme» lassen, dann solltest Du cininal sehen, lieber Leser, wie die Abonnentenziffcr noch ganz anders cmporschnelltc! Denn dann tväre ich „leistungsfähig", dann ,!böte" ich ctlvas, dann brauchte ich mit oben an meinen Kopf nur noch das Wörtck)en„Faiuilienblatt" hinzuschreiben, um mir alles erlauben zu dürfen, so ruppig zu sein, >vie ich wollte, und auch, nach welcher Seite ich Ivollte, vor allem aber in tausend Farben zu schillern und inein Wetttrfähnchen in den Wind zu hängen und sich drehen zu lassen, wie der halt weht! So aber kann ich Dir leider nur mit einem Programm auftvarten. Nur »fit einem Programm! Du lieber Gott! Mein lieber Leser! Es ist sehr billig und einfach, ein Blatt mit der Elle zu messen und danach fein Werturteil zu fällen. Nur Draußenstehendc tun v das. wie auch immer nur diejenigen über den Zaun zu spucken pflegen, die nicht darüber gucken können. '' Der „Jüdische Bott" steht und fällt mit seinem Leitartikel, jener kurzen, bündigen religiösen Betrachtung, um deren willen allein er gegründet worden ist. Er allein ist sein Rhythmus, seine Farbe, feine Energie. Nur lver ihn liest, und nicht nur dann und lpann, sondern ihn immer liest, ist