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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-12-25 · 82 (25.12.1920) · p. Seite 484

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
82 (25.12.1920)
Date
1920-12-25
Page
Seite 484 (sequence 4)
Language
German
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verhalle, nur im engen unb dürftigen Rahmen, von dem man meint, daß, die hin. und hnfchiebende Menge ihn spengen müßte. . (e^ukjoiat.) ▲ ▲▲▲▲▲▲ JlAAAlWAAAA AAAAAAAAAA CrcodcrL ' Eine Geschichte au» Böhmen vo»L«»poldS»mp«rt. ▼fTTVTTVTTYVYTTyTTTTTTTTTT^' (Sor<fe»BBg.) Gleich darauf sagt« Taub« abrr seufzend: „Jetzt ist» freilich au»i" „Mit mm und warum?" fragte der Schlosser erschrocken. - „Eie fürchten sich ja nicht . . ." flüsterte sie leise. „Und soll ich» denn?" mf er bebend, joD Hirsch Blaser, da» gescheit Jüdel, sollen die christlichen Schlosser mir sagen können, wo» ich selbst von meinem Meister und meinem Kameraden nicht habe hören können: Jud, sürchtst du dich?" „Und Wie War», wenn Sie «in Weib hätten? . . .und da» Weib Sir himmelhoch möcht bitten?" sagt« Taube mit unau»sprechlich zitternden Lauten. . > Trenderl unterdrückte «inen so gewaltigen Freudenschrei, daß, hätte er ihn auSgestoßen, di« ganze Welt ihr« schlummernden Augen ausgetan hätte. Sein Atem flog so rasch, al» lagt« ihn ein Stttrmwind vorwärl», al» befände er sich mitten in einem brennenden Hause und mühte eilen, au» der Gefahr zu kommen! „Nein, nein. Taube", schrie er mit ungeheurer Anstrengung, „da» können Sie nicht fordern ... ich möcht auch kein«, die einen Schlosser nicht Will ... so muh sie mich nehmen, Wie ich bin . . . ich bleib bei meinem Handwerk..." Zwei Seelen pochten um diese Stund« mit allenSchauern ah-' nunaSvvller Lieb« sich entgegen; sie ersahten sich bereit» Hand an Hand und doch blieb da» Geständnis auf ihren Lippen . . . „Sie wollen also nicht? . . ." sprach Taub« mit einem vorwurstvollrn Blick, der ihm tief in da» Herz drang. „Ich kann» nicht ... ich kann» nicht", riest er mit schmerzlicher Urberwindung, „und daß ein anderer Schlosser für mich die Arbeit macht, gar nicht." Tonlo» sagte da» Mädchen daraus: „Ta Iverd ich der Mutter eine schlechte Nachricht bringen", und ohne AbschicdSwort, ohne Rachtgruh war sie au» der Werkstätte hinauSqegangen. ' ,01» da» Mädchen fort war, schlug sich Trenderl mit der geballten Faust an di« Stirne. „Narr, Narr!" rief er. „Du hast ihr ja gar nicht» gesagt." Der Doktor jubelte vor tiefster Freude auf, al» er vernahm, heute werde der Schlosser den Blitzableiter aus dem Dach« aus- -sgden. Au» dem fast krankhaft aufgeregten Wesen der wackeren Mindel hatte er entnehmen können, däf> all. die feinen Rehe, die sie und da» „gescheit Jüdel" gesponnen haben mochten, ^zerrissen sein mutzten. Trenderl erschien ihm al» «in zweiter Simson. Am Tage de» „grotzen Ereignisse»" ging ein ungeheurer Jammer durch die Seele der armen Frau. Sie konnte sich am frühen -Morgen kaum au» dem Bette erheben; sie nahm da» Psalmenbuch und betete lange daran». Aber ihre Angst wich nicht; denn die Gefahr, in di« sich heut« ein Judenkind begab, war noch nicht vorüber Sr begriff nicht di» aaMntafe. 9nMtnia*g, tetnnik Ihn Mindel von diesem Sang» zurückhalten Wollt«: .chatz er sich selbst an Gott versündige, wenn er einem Werke beiwohnte, da» Sott nicht wohlgefiel." ' „Sei du kein Narr!" rief er. „da» ist vielleicht «ine Sünd, wenn inan auf Gotte» Hag» «inen Blitzableiter aussetzt, daß e» nicht getroffen Wird? Mein Schlosser ist «in schöner Jung, und der ist zu etwa» Besserem aufgehoben, al» vom Dache herunierzufallen und da» Genick zu brechen. Hab ich nicht recht. Taube, Mein Kind?" Wir wissen nicht, ob vi von dem schönen Mädchen «ine Antwort erhalten! Trotzdem kam nur wenig Ruh« in da» aufgeregt« Gemüt der guten Frau; «ine mächtig« ^»annung hielt alle ihre Empfindung«» in Aufruhr und lieh sie au» jedem Geräusch auf der Gasse, au» jedem eiliger nahenden Schritt da» gräßlichste Unglück ahnen, da» die Einbildungskraft nur ersinnen könnt«. sSchluß folgt.) Ko» Ktrg und Tal. Köln. Die diesjährige Makkabäerfeier de» Jüd. Turnverein» zu Köln, di« am 28. Dezember im großen Saale der Lesegesellschoft zum ersten Male seit dem Krieg« wieder im altgewohnte» grotzen Rahmen stattfindet, versvricht in jeder Hinsicht vielseitig und genußreich zu werden. Durch die Mitwirkung der auch in Köln rühmlichst bekannten Geigenvirtuosin Elvira Schmuckler, Bonn, so wie d>» beliebten Rezitator» Herren Alfred Schmitz wird da» reichhaltig«, künstlerisch« Programm der Feier aus ein besondere» hohe» Niveau gestellt. Die turnerischen Darbietungen,,ausgeführt von den Damen-, Herren- und Jugendabteilungen, werden zeigen, welchen Aufschwung der Verein nach dem Kriege genommen bat, Ein rituelle» Buffet wird für di« leiblichen Genüsse der Besucher sorgen. Bonn. Am morgigen Sabbath begeht Herr Mar Herschel die- Feier seine» 80. Geburtstage». Aber mit Taube war eine wunderbare Veränderung vorgegangen; sie blickte mit freien Augen umher, uiid «ine leuchtende Glut, di« dem Morgenrot ihre Flammen entlirtzin zu haben schien, lag aus ihrem Antlitze. Mehr al» einmal sagte sie im Lauf« de» Tage» zu der jammernden Mutter: „Dil wirst sehen, der kommt gesund und stark zurück: den wird Gott nicht fallen lassen. Ter furcht sich nicht.". Taub« stand am Fenster, al» der Schlosser mit seinen Gesellen und Lehrjungen, di« di« Eisenstangen trugen, sich zur Synagoge begab. Trenderl betrachtete die» al» «in gute» .Zeichen. Ihre Blick« trafen sich, senkten sich, aber jede» schien sich stinen Teil zu deiiken. Dennoch bebt« sie innerlich, al» der Schlosser um di« Gassenecke verschwunden war. Man wird e» gewiß nicht verlangen, daß wir unfern Trenderl an sein Werk begleiten und in einer Schilderung dartun, wie von ihm der stlitzableiter auf dem Dach« der Synagoge aufgesetzt Ward. Trenderl wurde un» auSlachen, Wenn er vernäHne, daß wir au» einer Tat feine» Handwerks „eine lange Geschichte" er onnen haden. djr für ihn, der auf dem St. St«phan»turm« gearbeitet, ein« so kurze war._ , um dem Schlosser ,z»q«- verriet nicht der leiseste ünuchr. für da» Schicksal Trenderl» empsiu ■ I ■ — Mm IferMi«!. 1 (Zu seinem 80. Geburtstag.) v Wir haben vor nicht langer Zeit bei Gelegenheit de» Jubiläum» seiner Gemeindewirksamkeit eine Würdigung seiner Person und seine» Schaffens gebracht. Heute bringen tpir dem greifen Jubilar unsere Glückwünsche dar, indem wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß dem Dichter de» Werke» „Im Tale Saron" ein glücklicher und ungetrübter Lebensabend b«schied«n sei.' Kreuznach. Jrau.Klgra Steinau in Peorta, Jll. B. St. sAm«- rikal machte e» sich zur Aufgabe,.«in« Kollekte zu veranstalten für Notleidende in der alten Heimat. Sie hatte damit einen großartigen Erfolg. .Ihr Onkel Herr I. M. Groß, gebürtig in Hochstätt«» iRheinpsalzj veranlaßt« Frau Steinau,.seinem alten Freunde, tzrn, E. I. Eccardt, Klosterkellerei, Kreuznach, einen ansehnlichen Teil de» gesammelten Belde» zu übersenden mit der Weisung, dasselbe unter die Hilfsbedürftigsten der Kreuznacher jüdischen Gemeinde zu H«»r Cttari* »bergab tum erhaltend» Betraa zu oenannlern Zwecke Herrn Rabbiner Dr. Tawroaj, welcher alle» Weiter« b«- sorgt. ES sei an dieser Stell« der Frau Klara Steiau für ihr «die» Werk im Na»,« »er Empfänger herzlichsten Dank auSgesprocha«.

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