Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 82 (25.12.1920)
- Date
- 1920-12-25
- Page
- Seite 483 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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kte, baß We «aßmstnifche. Föderation für dm Äeten Halefiod für das erste Jahr bereit» 500000 Pestta» ernaezahlt hat. Außerdem verpflichtet sich die Föderation, im nächsten Jahr 1 Mistion ^Pestms (100 000 L) für den «ered Hajestod. sowie 150 000 Peseta» (15 000 L) für den Rationalfonds atzzuführen, (Z. St.) Frankreich. " ' Pari». Der Oberkommissär von Dirien, General Hourauv. äußerte sich n. a. im Parlament über die syrische Frage txchtn. daß die Politik' Frankreich» und Englands ,. in» Orient erfordere, daß alle Mittel angewandt werden müssen, um eine große jüdische Immigration nach Palästina zrt ermöglichen. Die Organisierung einer jüdischen Schutztruppe würde die bolschewistisch-moÄemrtische Gefahr beseitigen. General Horrraud beendigte seine Rede init dtm Auftufe an die ftanzösischen Zionisten, die zionistische Sache mit astm Kräften zu unterstützen. Pari» Wie der Peupst-Julf berichtet, ist Max Nordau plötzlich an einer Lungenentzündung erkrankt. Bei seinem hohen Alter gibt jede ernstliche Erkrankung zu Bedenken Anlaß. Zürich. Der Pariser J.-Korrcspondent der „Jüd. Preßzentrale Zürich" telegraphiert unterm 7. Dezencher: Für dm 6. und 7. Januar ist nach Paris eine Plenarsitzung betz Komitees der jüdischm Delegationen einberufen worden. Enalantz. - London. Tie Zionistische Organisation teilt mit: Nebyr die Nordgrenze Palästinas ist folgendes Uebereinkommen zwischen der englischm und der ftgnzösischen Regierung getroffen worden: Alle zurzeit bestehmden jüdischm Kolonien im Norden Palästinas einschließlich Metulahs. sowie ferner die Stadt Bantas sollen innerhalb der Grenzen»Palästinas verbleiben. I, bezug auf die Wasser des Iarmuk sowie seiner Nebmslüsse und des obersten Jordanlaufes hüben die bridm Rrgierrmtzen beschlosien, daßdie Frage ihrer Stutzbarmachüng für Palästina und der für ihre RegulierunG und Nutzbarmachung erfordcrlichm technischen Anlagm an Ort und. Stelle durch eine Kommission festgesetzt werden soll, welche aus Vertretern der französischen Regierung und aus zionistischm Ingenieuren besteht, zusammen mit Vertretern der britischen Negierung. Sollte kor« Einigung zustande kommen, so wird die Sache an die beidm Rrgierungm zurückgegeben, und die Vereinbarungen werdm alsdann ein Teil eines intemationalen Abkommen». Dt« französische Regierung hat die Erklärung abgegeben, daß sie diese Angelegenheit in sehr entgegenkommendem Geiste erledigm chill. (Z. K. Londa». Die „Tribüne", die während der Kriegszeit in Kopmhagm erschim und seit längerer Zeit, eingestellt wurde, begann vom 15. Dezember ab in London als Zwei- Wochenschrift unter der Redaktion von Sedw Jabotinski und M. Großmann wieder zu erscheinen. London. Auf eure Anfrage über die Bedeutung des Keren Hajesiod antwortete Mr. Bonar Law im englischen Unstrhaust, daß sein Zweck ist. Fonds von Juden der ganzen Welt zur ökonomischen Entwicklüng Palästinas zu erhalten. um ein nationales Heim der Juden zu errichten. Berlin. In der englischen Zeitschrift „Sandal, Pictor.ial" wandte sich kürzlich der Herausgeber, Lord Rothermere, heftig gegen die britischen Ausgaben in Palästina. In Verfolg der Balfourschen PSlitik lverde in Palästina ei« große Garnison unterhalten, lvelche die britischen Steuerzahler 7 Millionen L. jährlich kostet. „Den Zio- . nistm der ganzen Welt steht es frei," schreibt Lord Röthermere, „ei« nationale Heimstätte in Palästina aufzubauen, wmn sie e» wollen", "aber nicht auf unsere Kosten. Die Judm müßtm die Sache selbst in die Hand nehmen und nicht Englische Staatsbürger für den Zionismus besteuern. (K.Z.) PMWst» - Jerusalem. Am Montag, den 6. d. M„ wurde hier die Hochzeit des Herrn Edwin H. Samuel. Sohn des Gouverneur Herbert Samuel, mit Frl. Hadasia GrosowSti gestiert. Die Zeitungen bezeich«» dst Zeremonien al» pikant und eindrucksvoll. Ein arabischer Führer ernannte best jun- , gen Ehemann unter Anlegung der dazu gehörigen Kleidung 'zum Scheich eines Stammes. Berlin. Die gesamte Familie des Oberkommistär» Sam«l befaßt sich, laut Zionist. Korr., zurzeit mit dem Erlernen de» Hebräischen. Außer dem Oberkommistär selbst, der bereits ziemlich gut Hebräisch kann und sich ständig weiter ausbildet, nimmt Lady' Samuel, die schon in England mit dem Studium begonnen hat, täglich hebräischen Unterricht bei Ben Jehuda. Der älteste Sohn. Edwin Samuel, der während des Kriege- Offizier in Palästina war, spricht perfekt hebräisch, der jüngere Sohn und die Tochter Samuels'nehmen hebräischen Unterricht bei Jsak Abadi, einem ehemaligen Lehrer der ortodoxen Schule Taschkemoni und gegenwärtigem Leiter des Dolmetscheramtes, welches die Regierungsakten ins Hebräische und Arabische übersetzt. (ZK.) Jerusalem. Der Kahengadal (Hohenpriester) der Samariter. wurde vomDberkounNissär in einer halbstündigen Audienz enchfangen. Beim Abschiede überreicht« der Oberkommiffär dem Hohenpriester zum Andenken stine Photographie mit Unterschrift. , Chanako bei den ostfOdlsdicn fttditllngcn. Rabbiner Dr. Ludwig Rostnthal, Köln, schreibt unS: Alles, was ich persönlich an. diesem Chanuka .mrterstbst, in der Synagoge und im Festsaal, bei den Alten, den Jungen und den Kleinen, tritt zurück hinter dem Eindruck, den ich in den ersten Stunden des 8. Chanukatages bei den ostjüdischen Durchwanderern auf dem hiesigen Bahnhof empfangen habe. Gegen 8.30 Uhr abends betreten wir die für die Durchwandere! reservierte Hälfte, des Wartesaales 3. Klaffe. Eirr buntes Gewimmel empfangt uns. in dem wir rurs zunächst nicht zurechtzufinden vermögen. In Eile und Hast drängt sich einer der Ordner durch die Maffen, unaufhörlich*die airwestnden.jüngeren männlichen Auswanderer zum endlichen Verlasset des Raumes errmchnend: sie muffen im Logierhaust in der Rubensstraße und in anderen Unterkunftsstätten nächtigen, nur die Alien, Frauen und Kinder dürfen Zurückbleiben, denn es muß Raum geschafft werden für 250 ne« Ankömmlinge, die soeben telegraphisch von Hannover aus für 12 Uhr nachts gemeldetsind. Das Work ist endlich vollbracht, -jnicht leicht, denn die behcAliche Wärme im Wartesaal wirb von allen als die größte Wohltat eiypfunden — und wir können uns in dem Raum etwas Umsehen. Wandersturm in Juda. Tie da vor uns sitzen, gelaugten Hauptes, mit so müden und verlorenen Blicken, sie sind also von diestm Simm erfaßt worden und tverden getrieben, zu Hunderten und Tausenden, wie tvelke Blätter im Herbstwind, von Ost und West, durch Mittesturopa hindurch, nach Frankreich. England und Ainerika, nur irgendwo, nv,m das Ziel überharrpt erreicht tmrd. im neuen Lebenskampf aufs neue um Heimat und Existenz, Mcirsärenwürde und Rächsstnliebe zu ringe». Doch lassen wir Vergangenheit rurd Zukunft und suären den Augenblick zu erfassen.' Vor den Männern uuj> Frarren dampfen die Kaffeetassen, die immer neu von flinken und unermüdlichen jugendlichen Helfern und Helferinnen gefüllt tverden. Tazwiscl>en stehen Frauen an Bstcticiinern mit warmen Wasser und besorgen die Wäsche für ihre Säuglinge. Oben in der rechten Ecke hat man hinter einem Vorhang ein Lager für erkrankte Kinder zurecht gemacht / schon ist auch die schnell herbeigerust« Aerztin zur Stelle und bemüht sich uni die Kleinen. Das buntbewegst, typische Bild der Auswand«- I