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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-12-03 · 79 (3.12.1920) · p. Seite 460

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
79 (3.12.1920)
Date
1920-12-03
Page
Seite 460 (sequence 4)
Language
German
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des Rutenbergschcn Projektes für die Elektrifizierung Palästinas bereits gemacht. - In Galiläa wurden Messungen für die Ausgrabungen eines Kanals vorgenommen, durch ivelchen dem Jordan Wasser entnommen iverden soll. Tie Länge des Kanals ivird t<0 Kilometer betragen; an seinem Ende wird ein IOt) Meter hoher Wasserfall gebildet werden. udrfK’r elektrische Kraft von .10 bis 3ö PL. liefern soll. Ticie .Krastmengc ivird für die ersten Bedürfnisse Palästinas genügen. kZ. K.) Berlin. Ter Llvikommifsar für Palästina, Sir HeriH’rt Samuel, hat. wie die „Zion. Korrespondenz" mitteilt, eine Koinmisston eingesetzt, um eine durchgreifende Bekämpsung der Malaiin in Palästina in die Wege zu leiten. «Gleichzeitig hat das Gesundheitsamt in Jerusalem die geiannc Bevölkerung des Landes dringend aufgefordcrt, sic im Kampf gegen die Malaria nach seinen Anweisungen zu unterstützen. Ter Malariakonimission gehört u. a. Dr. Brunn an. (Z. K.) Jerusalem. (I. E. B.) Ter bekannte Jerusalemer '.'Int. Tr. Mazic. der von einer wisienschaftlichcn Reise aus Euiopa zurückgekelwt ist. brachte photographische Kopien seltener medizinischer Werke in hebräisclicr Sprache mit.-die er in den groszcn Bibliotheken in Paris, London. Rom. Benczien, Florenz und Mailand gefunden hat. Unter diesen Kopien bciindet sich auch, das Werk „Asaph Haropheh". London. kJ. E. B.s Einer Reuteimeldung aus Bar- Lcheba zufolge sind die dortigen Brunnen, die der biblischen Sage nach von Abraham ausgebohrt worden waren, letzt mit modernen Wasserpumpen ausgerüstet, die die ganze Oiadt mit Wasicr, versehen, - Eine Episode der jüdischen Delegierten Versammlung in Jerusalem. Im Warschauer „Moment" schildert Emannel den unvcrgeszlichcn Eindruck, den die Eröffnungssitzung der verflossenen ersten Session der Jüd. Tklegiertcirpersamm- Iiiiig in Jerusalem machte, die erschütternde Verrichtung des „Eil ^Nolei raäwniini" seitens der T^lcgicrten an der Westniauer im Andenken der jüdischen Opfer der letzten Jahre und den Augenblick gleichfalls von historischer Bedeutung, als der bisher ivegen des Wahlrechts der Frauen abseits stellende Flügel der Orthodoxie in den Sistungssaal trat. Auf der Eröffnungssitzung hatte man die Wahlen dicier Oiibodorc» bestätigt, obgleich sie nicht nach dem für die Wahlen vorgrschrikbenen Modus vorgenomnien waren, und baue ihnen io die Türen geöffnet. Samstag abend erschienen >'e auf der Sitznna und lösten —jo schreibt Emannel — im g n'eit Saal ein Eenibl der Bcoeistcrnng aus. „Einer nach dem anderen kamen sie herein, die Führer der alten Jerusalemer Orthodoxie. Ernste Gestalten mit langen Minen und Stirnlocken, mit langen Kaftanen und i breiten Mützen. Fromme Juden von jenem bekannten Thp, ivie ilm die Bilder von der Westmauer zeigen. Man iims; diesen T»p kennen, unsere osteuropäischen frommen Jüden tragen auf ihrem (Gesichte einen Ausdruck von Niedergeschlaaenbeit. Elend und Golnsnot, — in Erez Israel aber fühlt siä, der orthodoxe Jude frei und stolz in seiner nationalen Kleidung. Ter wahre Tvp eines frommen Juden ist nur in den «Kassen von Jerusalem zu treffen. Als diese Männer in den Saal traten,! war cs, als ivenn ein erzürnter Vater endlich seinem Sohne, der ihm Kummer machte, die Hand reichte. Alle Telegierten, Käste und Journalisten erhoben sich spontan, nur die Linken blieben sichtl>ar ungern, aber aus Prinzip sitzen. Etwas Großes war in diesem Augenblicke geschehen«. Das Bild der vollkommenen Einheit schtvebte vor den Augen aller, als sich jetzt im Saal alle Kinder des jüdiidvn Volkes fanden. Greisgrauc Rabbiner, aristokratische Seiardii» mit ihren Ehackxims an der Spitze. Kaufleute, Lehrer. Akademiker. Kolonisten und Arbeiter in Arbeitslleidnng. Rur in der aktneuen jüdischen Hauptstadt war ei» solck'cs Bild der jüdischen Einheit möglich, eine solch reiche Zusammenstellung jüdischer Typen. Und der Führer der sozialistischen Arbeiterpartei, Blumenfeld. der gerade den Vorsitz führte, wandte sich an die Eintrctendcn mit den Bcgrüßungsworten: „Wir haben auf euch geivartet, daß ihr kommt imd mit uns das jüdische Heim baut." Und wieder fühlte ich. daß solche Worte eines Sozialisten an einen Orthodoxen.man izur in Erez Israel hören kann, nur dort, wo sich echte jüdische Arbeit und echtes jüdisches Leben verwirklicht . . Von Kerg und Tal. Saarbrücken. Unter der Beteiligung der hiesigen jüdischen Gemeinde, der jüdischen Vereine aller Richtungen sowie »witfr privater Kreise ist die Jüdische Arbeiterfürsorgestelle für das Saargebict als Ztveigstellc des Arbeiterfürsorgcamtcs der jüdischen Organisationen Teutschlands gegründet worden. Ter geschäftsführcnde Ausschuß der neutralen!Kommission setzt sich aus den Herren M. Mendelssohn, G. Worms. S. I.- Levy, Tr. Sender zusammen. Tas Sekretariat, welches .Herr Paul Heimann leitet, befindet sich in der Futterstraßc 2ö. Wir bitten alle jüdischen Kreise dringend, durch Mitteilung von Arbeitsgelegenheit diese Stelle unterstützen zu wollen. Köln. Am Tonnerstag den l. November ist eine Ortsgruppe des in ganz Teutschland verbreiteten Bundes jüdischer Frontsoldaten auch in Köln gegründet worden. Tie Leitung liegt in den Händen des Herrn Landrichters Siegfried Jkenberg. Sclrriftliche Meldungen unter Angabe der genauen Adresse, des- Tienstgrades und ehemaligen Truppenteils, sowie der Auszeichnungen und Verwundungen sind zu richten an Herrn Lehrer Eugen Jacobi, hierselbst. Moltkestraße 1l, l. Etage. Bonn. Ter Ortsgruppe Bonn und der studentischen Ortsgruppe Bonn des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist cs gelungen, Herrn Tr. Jsrnar Freund aus Berlin für einen Vortrag in Bonn zu gewinnen. .Herr Tr. Jsmar Freund gilt als ein Mann voller Begeisterung, der selbst begeistert. Tag und Thema des Vortrags konnten noch nicht festgesetzt iverden. Voraussichtlich nbcr wird die Versammlung im Laufe der kommenden Woche stattfindcn. Näheres ivird demnächst in der Tageszeitung und durch Einladungen bekannt gegeben iverden. ... v Bonn. Am Mittwoch den 8. Tezember, .1 Uhr nachmittags, findet im Treikaisersaal. Kölnstraße. 1. Stock, das diesjährige Kinderchanukascst statt. Es-werden Vorführungen geboten, denen eine Bewirtung der Kinder folgt. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Eintritt nur gegen Vorzeigung der Einladungskarten gestattet wird. Auswärtige Kinder, soweit sie nicht Bonner Schulen besuchen, zahlen für die Bewertung 5 M. y e Aktentasche. Ehanukageld. > Von Lchalom A lechem. «Fortsetzung.) In der Nacht liege ich im Bett und denke: wieviel Ehanukageld ungefähr werde ich wohl sammeln, wenn alle ' Onkel, alle Tanten und alle Verwandten uns Ehanukageld schenken? Schenken werden sie uns alle etwas: Onkel Mojsche-Aron. der Bruder meiner Mutter, ein sehr geiziger, aber reicher Mann; Onkel Jtzig und Tante Twora, mit denen meine Eltern seit vielen Jahren böse sind; Onkel BeinuS und Tante Ente; meine Schivester Eidel und ihr Mann Scholom Seidel. Und alle übrigen Verivandten.. „Mottl, schläfst du?" „Ja, ivarunr denn?" „Wieviel, glaubst du, wird Onkel Majsche-Aron uns geben?" „Woher soll ich das wissen? Bin ich ein Prophet?" Nach einer Minute: ' „Mottl, schläfst du?"

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