Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 79 (3.12.1920)
- Date
- 1920-12-03
- Page
- Seite 459 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3947615-6435930-6437169--0893-3948428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
45J »Mit der ersten Möglichkeit, die sich uns bietet, senden wir unseren Hilferuf an das Judentum der ganzen Welt.^- Helft uns aus den Händen der Mörder. Gewalttäter, der Schänder unserer Töchter und Frauen. Bedient euch aller Mittel diplomatischer Hilfe, öffentlick-er Versammlungen ustv. Unser Leben ist jeden Moment in Gefahr, unsere Habe wird verwüstet und wir selbst niedergeworfen. Reitet uns vom Tode, Schande und Hunger! Richt durch Almosen kann uns geholfen trxrden, sondern wir erwarten Errettung. Ein großer Teil des Judentums sieht völliger Vernichtung entgegen. Drei Jahre schon verblutet sich das ufwuiiijdx' Judentum, und jede Hoffnung ist geschwunden, nur ihr, unsere , jüdisckxn Brüder, die ilw unsere einzige Hoffnung seid, nxrdet nicht ruhen und nicht rasten, uns neue Hilfe zu leihen! Eilige Hilfe! Fast sind nur verloren. Marclxschlrwn 5K81. Ter Rat der Jüdijclxn (Gemeinde. Zionistisches Moinitcc." Lettland. Riga Die Rachrichten ülxr die Greuel der Balachowicz-Truppen gcgcir die jüdische Bevölkerung haben in Ententekreisetr großes Aufsehen erregt und starkesMißtrauen gegen Balachowicz' aiitibolsclxwistisckx Campagne hervorgcrusen. Die Enreiiteregierungeir haben ihre Gesandten und Konsuln in Riga, Moirno und Warschcku angewiesen, so schnell als möglich genaue Berichte über die OKtvalttaten der Balachowicz-Truppe» gegen die jüdische Bevölkerung einzusendcn. Der englisckx Vertreter lxi der lettischen Re- ' gierung in Riga ist nach Düna bürg ab-gereist, uni von dort nach den Orten zn gelangen, rvelchc von Balachowicz-Truppen besetzt sind. Die Reise hat den Zweck, eine Untersuchung über die Judenpogrome der Balachowicz-Truplxrr zu führen. Zusammen mit dem englischen Diplomatischen Vertreter reisen einige englijckx Offiziere. Schweiz. Genf. (x'iib. Korr.-Bur.) Wie zuverlässig verlautet, beschäftigt sich jetzt der Pölkerbundrat mit der verzweifelten ^Lage der ungarische» Juden. Herr Evlban. Mitglied des Bureaus des Völkerbundratcs, wurde mit der Untersuchung dieser Angelegenheit betraut. Rumänien. Bukarest. In den neuen rumänischen Gebieten beträgt die Zahl der Juden nach einer jetzt erfchienencn aurtliclxn Statistik rund liOOOOO, und zwar in Besiarabien 267 000, in de» Bukowina 102 000. in Transsylvanien <>4 074. in dem Banat 14 5,20. in dem Distrikt MoroS 5,2 760 und in Marmvrojch und Szatmar!W .'!!)<>. Bulgarien. Sofia (I. IS. B.) Auf einem statlgefuirdenen Morr gieß des bulgarischen Judentums wurde beschlossen, die L-rganijation der gesamten Judenheit Bulgariens auf nationaler Basis durchzufü!>ren. Ein durch allgemeine Wahlen für die Dauer voir drei Jahren geivählter permanenter Mongieß soll die oberste Instanz der bulgarisclxn Jriden bilden. Italien. Triest. Durch Interimion deS Generalsekretärs der zionistisclxn Erekulive ist cs gelungen, beim Triester Lloyd für die Auswanderer nach Palästina bedeutende Erleichterungen Zu eihalten. Für die Zwischendeckpassagierc wird eine besondere MtidK eingerichlet und gedeckte Räume zum Schutz vor dem U »netter gesckmffen. Der Lloyd erklärte sich bereit, ein besonderes Schiff mit 6—700 Betten für die Ausw-anderer umzubauen, das ohne Fahrtnnteibrechung regelmäßig von Triest nach Jaffa fahren soll. < Amerika. Retvyork. Ricbter Hartinann, Großmeister der Loge Brith Arbraham, empfing von dem neugewählten Präsidenten Ha rdi ng einen Brief, in dem dieser sich sckrarf gegen die antisemitisckx Strömung aussprichl und sic einen wmporären Wahnsinn nennt. Ganz besonders scl-aif »endet er sich gegen die unmenschlickx Behandlung der Juden in den östlichen Ländern uird fügt zum Schluß hinzu, daß er die Juden säwtze wegen ihres C4enics, Fleißes. Ausdauer. 0>te duld und Beharrlichkeit, »vegen ihrer Wohltätigkeit und Menschenfreundlichkeit und endlich wegen ihres Gehorsams gegenüber den Gesetzen der Länder, in denen sie leben. Newyork. Die American Federation of Labour null bei der nächsten Session des Mongresies einen Antrag überreichten. durch den die Einirxrnderung nach Rordamerika für die nächswn vier Jahre geschlossen werden soll. Der Preissturz und die Arlxitslosigkeit sollen als Hauptgründe angeführt ivcrdcn. Frankreich. Paris. Professor Glotz, Dozent für griechisch»' Oieschichte an der Universitär in Paris, wrrrde zur» Mitglied der Akademie ernannt. Damit zählt die Akademie >2 Juden und zwar: Hcnri Bergso». Hadanrard. Lippstiann. Ferdinand Vidal. Brunschwig. Levy Brühl. Lyon-Eaen. Raphael Georges Lev». Salonion Reinach. Theodore Reinach und Baron Ednrvnd de Rothschild. Syrien. Damaskus. <J. (i. B.) Die Erössnung hebräijclrer Schulen in Damaskus havallgemciue Zufriedenheit hervor gerufen. Auch in Beirut wird die jüdische Bildungsarbeit intensiv geführt. Es ivurde hier eine neue Talniud-Thora- Schulc für 200 SchülerXröffuet. deren »ronatlickxs Budget 110 egyptisckx Pfund beträgt. r London. Im Anschluß an die kürzliche Konferenz der zionistischen und iiichtzionistisclxn jüdischen Mörperschaften Englands, welche in einem genicinsamen Bekenntnis zum Meren hajesfod endigte, wurde ein provisorisches Komitee gebildet, welches die Aufnahme einer allgemeinen Arbeit in England beschloß. 'Eine englisch-jüdijckx Konferenz io» am 5>. Dezember in Manchester eröffnet irerden, zu der alle angesehenen jüdischen Organisationen Englands eingeladen werden sollen. In den größeren Städten sollen Bersamm lungcn abgehalte» werden, in denen Jabolinsk» spreche» wird. Auch die Versammlung des Friendly Sociei» Eou» eil beschloß, sich ganz in den Dienst der Meren Hajessod-Ar lcit zu stellen. Jerner trat das von der Monferenz der Sn nagogengemeinden aeivähltc Komitee zusammen und beschloß, die Mer- .! essod-Arbcit zn sördern. Es wurde be schloffen, einen S.,»agogen-Eouncil zu bilde», bestehend aus zivei Vertretern jeder Gemeinde, um die Arlxit für den Meten hajesfod zu fördern und die Gemeinden in den Dienst der zionistisch»» Bewegung zu stellen. Araqptrn. Mairo. <J. E. B.) Die jüdische» Lrganijaiioyen 'Aegyptens waniwan sich an den High Eommijsioner Palästina» mit der i'bnfrnge, >ras im gegenirärtigeiV Momente dein Lande am meisten »otlril. denn sie möchlen zum Wie deraufbau Palästinas beitragen. Der High Eomiuissioner schlug in seiner Antwort die'Gründung einer Agrarbank i» Palästina vor. Der Vorschlag wurde angenomiuen und es werden bereits Vorbereitungen gelrosfeir. diesen Vorschlag zu realisieren. PaUiftina. Berlin. Wie der Wiekrer Morgeuzeiiung aus Haifa gemeldet wird, sind die ersten Schritte zur Verwirklichung