Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-12-03 · 79 (3.12.1920) · p. Seite 458

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
79 (3.12.1920)
Date
1920-12-03
Page
Seite 458 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/3947615-6435930-6437169--0892-3948427
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

468 \ Größe! Hier ist Geist. Adel. Glaube. Seele, Ewigkeit! Ter kleine Jude siebt am Fuße der goldenen Himmelsleiter! Schämt euch alle miteinander! Herrliches Ehanuta! Fest des Geistes und der Größe!' Entflamme »ns und »njere Mittbcr zrnn böchsten Mute, den die Erde kennt: dem Mine, anders zu sein als die andern, »nd den Mampf »msRecht ,;» kämpfen als den Makkabäertampf. der »eine Sireiier aufrufl mil dem Tonnenvort: ..Sei du!" Emil Lohn. r iUMOMMl M m GQocbenfcbau» Tatsachen und Ergebnisse. S ei« aaaia nm •' Deutschland. ' Berlin. Tie „Jüdische Lesehalle und Bibliothek" ist von dem gleichnamigen Percin niit allen Bücher- und Zeir-;«l risleiileständen. der Berliner jüdischen (Gemeinde überliste» norden: diese bilden den Grundstock einer dieser Tage eröjsne.en Zireigbibliothek und öffentlichen Lesehalle im Flügel des Simagogengrundstückes Fasanenstraßc. Tie Lese;eit ist: Montags dis Tonnerstags 0—fl, Sonnabends i >..!i>—>.:»>, Sonntags IO—1 Uhr. Hm Lejcsaal, dessen Benupung für jederlnann frei ist, befinde» sich über 50 jüdinbe :',eii»»gen und Keilschriften ohne Unterschied der Baileiricküuiig. Österreich. Wien. Der Lieg der Christlichsozialen bei den Wahlen zur österreichischen Nationalversammlung hat ihren Appetit gereizt, und sie gehen nun auf die „Wiedererobeiring" von Wien aus. Tie anlifeinirische Hetze gegen die Ostjuden, d. h. jene Juden aus Lstgalizien, die beim Ausbruch des Weltkrieges teilnvise vor den heranrückenden Kosakenhorden geflüchtet, zum großen Teil aber von der damaligen k. u. k. Militärverwaltung getvaltfam Evakuiert wurden. wird jetzt mit aller Energie betrieben, in der Spekulation. eS werde auf diesem Wege gelingen, bei Neuwahlen die Sozialdemokraten zu stürzen, da sie als die Beschützer der Lstjuden verschrien werden. Den Auftakt zu dieser Hetze gab eine Massenversammlung, die jüngst im Rathause stattfand und in der die Führer der Ehristlichsozialen und einige Hetzapostel blutrünstige Reden vom Stapel ließen. Eine Resolution diesei Persammlung fordert die Austveisung und Jnterniernng der Ostjuden oder die Ausfertigung spezieller Lebensmittelkarten mit höheren Preisen für dieselben. Gleichzeitig wird der nnmeruS clausus für Ostjuden in den Schulen sowie den StturtSämtern gefordert. » Wien. Anläßlich des 70. Geburtstages dcS Gründers und.Herausgebers der im vergangenen Jahre nach 30jährigem Bestehen eingegangenen „Tr. BlochS Wochenschrift. 'Zentralorgan für die gesamten Jnteresien deS Judentums", Tr. Josef S. Bloch, erschien eine nvrtvolle, illustrierte einmalige Ausgabe der Woclx'irschrift. Block) war 1881—A4 Reichsralsabgeordneter und bekämpfte rnit Unerschrockenheit den Antisemitismus. Ungarn. Berlin. Seil den letzten Jahren hält sich in Berlin eine größere Anzahl junger jüdijckwr Künstler aus Polen. Liliuien und kltußland auf. Mehrere von ihnen arbeiten schon als feil ständige Künstler, während die .anderen zur Forlfetzling ihres Studiums hierherkamen l>ezw. flüchten müßten. In diese» Tagen har sich diese Gruppe unter der Beeichnung „Ostjüdstckrer Künstlerbund" zujaiiiiiiengeschlojjen. Ter Bund bezneckt die Förderung der ostjüdisck)en Künstler ui iriujchasllickier und sozialer Beziehung. Es wird u. a. tereiis ei» Atelier eingerichtet, um denjenigen Kunstschülern. die nicht in der Lage sind, einen eigenen Raum zu ii.ieien. oder die nach den heutigen Bestimmungen in Berliner Kunstschulen nicht aufgenommen n>eldtn, dort die Möglichkeil zum gemeiiljaiiien Arbeiten zu geben. Der Bund tesredi aus ordentlickw» Mitgliedern lostjüd. Künstler und >iü»sileriirnen. die sich in Deutschland aufhalten), jc-uie aus folternden Mitgliedern, die den Bund oder seiüe?,necke »iileistützcn. Ailsragen und Zuschriften sind zu richten an den Porsitenden tes Bunde» Joseph Budko. Berlin NW. 23 <Moalii 7>>lii>, Sieguilindshos II. Berlin. Tie :ie»lralwvhlsahrlsstel>k der deutschen Jude» veiüirsiallkt am Montag, den 24. und TrenStag, den 25. Januar IA2I, im Anschluß an den t^meindeiag des Teuijch Israelitischen Gemeindebundes. in. Berlin ihre Woblfah.israguirg. auf der eine Reihe für die Ausgestaltung der jüdische» Wohlfahrtspflege in Teulfchland überaus nichtiger Frage» zur Besprechung gelangen iverden. Frankfurt a. M. Tie hier am I I. November stattgesundeneii Wahlen zur Studenteirschafr hatten folgendes Ergebnis: Gruppe vaterländisch christlickn'r Studenten 20 Sitze. 2llleii«geinei»jchafl freier Studenten fl Sitze, ArbeitSgemeinfchnsl jüdischer Studierendes 5 Sitze. Die Wahllrereiligung betrug 50 Prozent. s Berlin. Aus Tanzig wird »ritgcteilt, daß am vergangenen Freilag ein anierikanisck)cs Schiff 23 jüdische Emigranten aus 'Amerika zurückgebracht hat. weil sie ohne die »öligen Dokumente hingefahren sind. Die jüdischen Emigranten werden daher geivarnt, ohne die nötigen Papiere. Päsie ujw. die Reike nach Amerika anzutreten. Budapest. Tie Judenschast der ungarischen Hauptstadt hat einen bedeutungsvollen Schritt zu ihrer in den jetzigen Zeilen so notwendigen Konsolidierung gemacht. Sowohl die Pester Jsmelitijck^e Religionsgemeinde als auch die Ofener Jüdisckie Gemeinde haben ihre Bereinigung zu einer großen jüdischen Gemeinde beschlossen, die die bisher geirennlen, angesehenen Gemeinden einer einheitlickM Verwaltung zuführt. Eine von beiden Gemeinden entsandte gemischte Kommission ist jetzt bestrebt, die Details der für das Gemeindeleben der Judenjckmft Budapests so bedeutungSvollen Verschmelzung festzustrllen. Polen. Warschau. In Wilna. Lida und anderen Städten deS von General Zieligowski lesetzwn ElebieteS wurde ein Aufruf an die jüdifckw Bevölkerung reröffentlicht. in welchein Zieligowski die jüdisckw Bevölkerung auffordert, in seine Armee einzutreten. um Zentral-Litauen zu schützen. Der Ausruf ist in jiddischer Sprack-e abgefaßt und beginnt mit den Worten: „Jüdisckw Mitbürger!" (Demrtige Aufrufe erinnern stark an den berühnit gewordenen Aufruf Nikolajewitjchs: „An meine lieben Juden!") ' Warschau. Die Zahl der Judentaufen in Polen und besönders im Warschauer Bezirk hat in der letzten Zeit in überraschender Weise zugenommen. Es fck)eiiit, böff die Vorgänge bei diesem Seelcnschack)er schon zu geschäftsmäßig sich abwickcln, denn selbst in den .greisen deS katholische» Klerus.hat diese Angelegenheit großen Widerwillen hervorgerufen. Mit Rücksicht auf diese „skandalöse Praris" ist dieser Tage den katholisck>en l^eistlick)en des Bezirks'Warsckiau von der Warjckmuer Kurie eine Ermahirrrng zugegangen, den Uebcrttilt der Juden zur katholisckien Kirckie. der auffallen derlreije überhand nimmt, nach Möglichkeit zu erschweren, die Gründe des UeJertritts zrr erforjckien und den Täufling erst^irach gründlick>er Porberritung in den Schoß der alleinstligmackwnden Kirche auszunehmen. ' Ukraine. Warschau. Die ...hazefim" veröffentlicht folgenden Hilfsschrei aus der Ukraine:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.