Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 76 (12.11.1920)
- Date
- 1920-11-12
- Page
- Seite 430 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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i:m>crftonbcnvl*on ihrem ungebildeten Manne beklagen, weil sie bei alt ihrer Bildung eben dumme Gänse geblieben sind und zu-gute Männer haben, das heißt solche, die bewundern. ivo gar nickus zu bewundern ist. Denn zu bewundern an einer Frau sind weder'ihre Gaben, noch ihre Taleule. am alleiwenigsteu ihre Bildung. Nur eins, lv*ctt ci' sehr rar beim schonen G>e schlechte ist: das Erbe der Skcbetka, der gesunde Verstand. Emil E o h n. L Mockenfckau. L « * g w Tatsachen und Ergebnisse. Z Deutschland. Berlin. Seitens der Großgcmeinden ist der dringende Bunich geäußert ivorden, vor dem Zusammentritt dcS GeG lneindeiages mit dem Ausschuß des D. I. G. B. über die einzelnen fragen der Gesannorganisation noch cininal zu verhandeln. Da der.Ausschuß den größten Wert darauf legt, alle möglielM Tiffcrenzpunkte vorl-er zu klären und insbeiondete mit den Großgcmeinden zu einer restlosen Vcr-> jländigung zu gelangen, hat er der Anregung Folge gegeben und beschlossen, den auf den 17. November d. I. anbcraum- >eit Gemeindelag zu vertagen. Ter neue Termin des Gemtindetages, der für die zweite Hälfte des Monats Januar, ln Aussicht genommen ist, tvird sobald als möglich bekannt gegebeu werden. ' Berlin. Ans Grund der Intervention Sokolows beim Ehef der Enieiuc-Mommiüion in Oberjchlesien hat das Komitee der Indischen Telegationen die Nachricht erhalten, daß die Ausireijungen der jüdischen Flüchtlinge aus Oberfchlesie», deren Zahl gegen 200t» N'iragl, eingestellt worden spien. Teil Flüchtlingen droht jedoch jetzt eine ztvcitc Gefahr.— eine vlonomijäw' — da laut Befehl des deutschen Temobilinachungskoiiunissars bei Zulvcijung von Arbdilsmöglichkeiten die demobilisierten Loldaten den Vorzug gcinei.en. Es ist zu befürchten, daß infolgedessen die jüdischen Flüchtlinge, die giößtenieils in den Kohlengruben Arbeit gefnnden haben, ihre Posten vcrliercw >verden. Berlin. In der „Jutuufl" vom 2.1. Oktober veröffentlicht Matimilian Harden einen Artikel „Judenhatz", in ivelchem er auf die grauenhaften Judeumetzcleicu in der Nlraine ausmeiliain macht. Ferner schildert ewden Fall der Fran Hamburger in Budapest, welche von dem bekannten Judenpeiniger Leutnant Hejjas ineiner in ihrer perversen G-tattjauiteii völlig ungtäublichen Weise gequält wurde, ein Fall, der deutlicher splicht als die summarische Aijfzählung zalilreicher Berblechen. Harden richtet zum Schluß seines Auitkls einen lebhaften Appell an den hohen Rat des Völterbundes. nicht schweigend und wartend zuzusckunicn; einen großen Teil der Sckuld an dieser Gleichgiltigkeit der Welt gegenüler den siuchtbarsten Bluttaten, die seil den Zeiten der Xreuzzüge in Europa vollbracht tvurden, i-iägt die ß.Giroßmaau der von Juden beherrschten, von Juden dedienten Presse, deren Wahn, durch feige» Velschwvigen dcs> ^stjuteneleuds sich Nu Ire erkaufen zu können, längst als eitel erwiesen ward." Köln. Ter Prolestbeivegung gegen die antisemitischen und anlisoziaiistischen Beschlüsse des letzten Ejsenacluw Burscheniages bäben siäs über Erwarten viele.Alte Herren der Bulschenjchasl, vor allem auch Universitälsprosesioren wie Natvrp. Lrlh und Wilbrandt angejchlossen. Zurzeit wird von den sülnenden Persöulichkeiten dieser Bewegung eine Ptvleslerllätung e»»rorseu„'die sich, gegen die unburschenschaslliäe Natur jener Beschlüsse tvendeu und die Burscl-enseliaft zur Besinnung aunusen soll. Ferner will man diejenige» allen Herren, die die Einzelheiten der Eisenacher Beschlüsse norb'nicht kennen, nälrcr mit ihrem Inhalt vertraut »unten. Welchen Geist jene Nesolüiiunen atmen, gehl u. a. auch daraus hervor, daß der Burschcntag eS den einzelnen Burschenschaften zur Pflicht gemacht hat, „ihre Mitglieder so zu erziehen, daß eine Hcitat mit einem^jüdischen oder farbigen Weibe ausgeschlossen ist oder daß bei solcher Heirat der Betreffende ausscheidet". München. Tie ministerielle Genehmigung zur Errichtung einer jüdischen Volksschule in Starnberg ist bereits erteilt; die für München steht unmittelbar bevor. -Deutschösterreich. Wien. Auf dein zionistischen Delcgiertentag in Wien wurde berichtet^ daß das Palästinaamt während der letzten 12 Monate im ganzen 5200 Palästinadurchtvanderer zu versorgen gehabt hatte. Der Oberrabbiner Chajes begibt sich nach Amerika, um dort für den Palästinaaufbaufonds Propaganda zu machen. Wien. Ter neue Rektor der Wiener Universität, Profesior Dopsch, hat in seiner Antrittsrede u. a. auf den seines Erachtens höchst bedenklichen Zustrom von Ausländern hingewiesen. " Ausländischen Medizinern, die vor der. Promotion stehen, wird neuerdings die Unterschrift eines Reverses abverlangt. nach dem sie sich verpflichten, auchaim Falle der nachträglichen Erwerbung der deutsch-österreichischen Staatsbürgerschaft im deutsch-österreichischen Staatsgebiet Praxis nicht auszuüben. / ' v. Pole«. Berlin. In einem , ,Geheimbefehl" des polnischen Kriegsministcriums findet sich folgender Erlaß: „Ta wir den polnischen Soldaten so erziehen müsien, daß er ein festes Fundament für den Aufbau und Wohlstand Polens bilde, gebietet cs die eigene Ehre, von ihm Juden und Deutsche fcrnzuhalten, da diese stets Unseren Gefühlen M'd Bestrebungen feindlich und sogar schädlich gegenüberstchen tvcrdcn . . . Daher tvird eindringlichst darauf aufmerksam gemacht, daß keine Jud^n und Deutschere, welche bekanntlich intelligenter sind als der Durchschnitt unserer Soldaten, in Kanzleien und Büros einzustellen sind, wo sie stets eine Gelegenheit suchen werden, um Dinge zu erfahren und zu hören, die Geheimnis sein sollen. Gerade die Jirtelligenz der Juden wird da dem Dienst und dem Staate nicht Stutzen bringen, sondern sie bedeutet im Gegenteil fei*" neu Untergang ... Es wird daher verordnet, in Zukunft keinen Juden oder Deutschen in Büros und Kanzleien zu nominieren." Lodz. Hier brannte das grösste jüdische Theater Europas ab. 206 Artistcnfainilien sind brotlos geworden. Tschecho-Slowakei. Prag. Wie das Abendblatt des „Pravo Lidu" meldct, begann dm 20. Oktober vor dein Kascharrer Divisionspericht eine Verhandlung gegen fünf Soldaten, die beschuldigt sind, anr 12. Juni 1919 nach dem Einmarsch des tschecho-slowakischen Militärs in Groß-Vytosch eine ganze Reihe voir Juden erinordet zu haben. Sie hatten den Befehl, diese Juden, die des Verkehrs mit den ungarischen Bolschewisten verdächtig waren, zum Feldgericht zu eskortieren. An Stelle dessen crschasien sic die Juden während der Eskorte, l»egruben ihre Opfer und rückten dann zu den Abteilungen ein. Als Haupirädclsführer ist der Korporal Karl Horak vom 21. Jnf.-Leg.-Rgt. angeklagt. , Frankreich. ^Paris. Das französische Blatt „L'oevre economique" trilt in einem sckrarfen Artikel gegen Sir Herbert Samuel auf. der als offizielle Landessprachen nur die englische, hebräische und arabische Sprache einführt«. Das Blatt behauptet, daß die französische Sprache seit jeher von der palästinensischen Beamtenschaft und Intelligenz benutzt wurde und noch, jetzt sämtlich^ Erziehungsinftitutionen mit Ausnahme von zwei französisch sind.