Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 73 (22.10.1920)
- Date
- 1920-10-22
- Page
- Seite 406 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ßUICi1 in*«; s (nocbenfcbau. Tatsachen und Ergebnisse. «MEBaiBiMaiMH S IS m lasiaiii J Zürich. Wie öer I. P. Z. aus Wien telegraphiert <>rird, intervenierte auf Empfehlung der britischen Gkstmdtschaft der Sekretär der Zion. Organisation, Landman, beim Ministeiium des Äußern negen Errichtung eines Lagers für ein^5l-aluzimfeim. Das Resultat der Intervention dürfte ein günstiges sein. ' Deutschland. Berlin. Der Präsident der Delegation der jübiidycu '.»üuioimlniU’ Sofoloui in Paris har mir General Le^liond, dein liln'i ter^frattzösisä»en Mission in Oferschlesien. ivegcn der Austreijedrohung der nach Lästesien aus Polen flüchteirden ^ude». unter deiien sich auch Palästinair-aiiderer befinde». gesprochen. .Herr Le Rond versich/erle, dag vorläufig von Ausweisungen keine Rede sei. und versprach. .die Frage sorgsam prüfen, zumal auch Palästinairxtnderer unter den -<5inu anderer» seien. Berlin. Der Perband der Ostjuden in Deutschland hat im Perei» mit dein Arfei lersürsot geanrt der jüdisäre» Otaanisaiionen das städtische Ashl für Obdachlose in der Wicsenstraste. die sogenannte „Wiesenburg", deren Betrieb mangels der erforderlichen l^ldmittel sei Monaten stillgelegt ivar. eigens zur llnierbringung der durchreisenden Emigtanie» gemietet. Dieses Ashl, das jm Jahre 1890 erlmut ivorden ist, bietet Rannt für insgesautt 700 Männer und 0>0 Frauen. Zurzeit lägt der Betband der Ostjuden die «P'bände mit eigenen Mitteln instandfctzetr. Für strenge Hngiene ist in weilesiem Maste gesorgt. Die neu Ankomtnenden tr-erdeu zunächst mit allelt ihren Saclwn einer gründlichen Desintettion unterzogen. Bade- und Waschgelegenlrett ist zur «Genüge vorhanden. Estjäle und Cchlaffäle mit guter Pentilntion bieten genügende Oleivähr für die gesunde llnterbringnng der Ajhlisten. Bon seiten der jüdisifen Organisationen wird angenottrme». das; die ..Wiesenbprg" zur Unterbringung sämtlicher Flüchtlinge in Berlin ausreiche, da eltrxr!»0 Ptozent von ihnen Durchwanderet sind, die sich nur ganz kurze Zeit >ii Deutschland anshalten. Die tatkräftige Selbsthilfe des Oststidenverbandes — man rechnet mit laufenden jährlichen ''Inegalen bis zu einer halben Million Mark — wird allgemein fegnisti. i Berlin. Ans die Bejchn-erde des Zentralvereins deutschci Staatsbürger jüdijM'ii Glaubens an den Reichspostininifter hatte dieser eine Persügung an iömtlidvc Dienststellen in Aussichi gestellt, die das Verbot der Beförderung der mit Hetzzeiteln beklebten Postsendungen in Erinnerung bringen sollte. Diese Persügung liegt nuirinehr vor, sie lautet: „Petfmutng Rr. 5,17. Unzulässige Vermerke auf Postjendnitgen. In letzter^ Zeit sind im Postverkehr des öfteren Briesseitdungetr vorgekoinmen, die handsck>rtftlick)e Permerle oder ausgeklebte Zettel mit aniijentitisciient oder jenstigem Anstoß erregenden Inhalt trugen. Mehrfach sind legründcie Klagen darüber geführt ivorden. dast Briefsendnngeit an Israeliten während der Pvstbcjörderung, also von Posifeamten, -mrt derart igeh Bemerkungen versel>en' worden seien. Wenn Brieftendungen mit nnzulässigen Betnerlungen oder '.'Infllebnngen eingeliefert tverden, so ist die Besiiintitung in '.'I. D. A. P., A.'B. zu 8 zu beachten, tronach Sendungen mit beleidigenden Eingaben von der eBfotderung auszuschliesten sind." Österreich. Wien. Der a hortende Rektor der Wiener Universität, Prof. Schivind, Hai eine Verordnung erlasien, laut ivelchcr Ausländer nur bis höchstens 10 Prozent der Studentenschaft zur Inskriplion zugelasieu werden, sofern die Rarnnvethältnisse es znlasse». Das Unlerrichtsamt link diese deutlich gegen die ausländischen Juden gerichtete Verfügung sistiert und in einer offiziösen Verlautbarung darauf -hingewiesen, dast solclw allgemeine Ausnahmebestimmungen unzulässig sind und Einschränkungen fei der Inskription nur iir Fällen, wo es sich r>»> Arbeitsplätze handelt, statt- Haft jeien. Pole». Warschau. Durch das rasche Arbeiten der Feldgerichte sind im Verfolge deS letzten polnischen Krieges soviel unschuldige Menschen, zumeist Juden, ums Leben gekommen, dast sich nun, freilich etwas spät, dig öffentlicl^e Bteiuwng dagegen arrflehnt. In einer Interpellation der Deputierten Grünbaum, Farbstcin, Hartglas nnd Genossen wird der Landtag dringerrd ersucht, eine Revision aller Urteile des Feldgerichts, die nach dein 9. August 1920 gefällt wurden, anzuordnen-, hauptsächlich soll eine Revision in Sachen des Rabbiner Cchapiro und anderer bekannter jüdischer Persönlichkeiten eingeleitet Norden. Die Resultate der Revision. fei deren Durchführung die indischen Abgeordneten^ mir heranzuziehen siird, sollen der Öffentlichkeit übergeben" lverdeu und als Unterlage für ein Verfahren gegen die schuldigen Offiziere dienen. Litaueu. i Kowno. Der Iüdisck)e 9iationalrat hat einen Anftuf an die jüdisä-e Bevölkerung Litauens erlasien, in dem er sämilirfe Juden auffordert, Litauen in dem Kainpf gegen Polen feizustefen und die Truppen der Negierung zu unterstützen. Die jüdisäre Jugend soll gleichfalls mit den änderen Bürgern in die Reihen der Freiwilligen treten und kein Jude soll in diesem schilderen Augenblick abseits stehen. - Eowjet-Ruhlantz. Moskau. Mitte September fand eine Vertreter-Konferenz der jüdischen sozialistischen Kulturinstitutionen Sowjet-Rustlands rurd der Ukraine statt. Die Konferenz war von 150 Delegierten der Kommunistischen Partei, des Bundes und dek Poale Zion, ferner von Vertretem der vereinigten konunuuistisäM jüdischen Jugend besucht. Die Regierung irxrr durch den Kommissar für jüdische Angelegenheiten vertreten. Der Antrag der Poale Zion, die jüdische Kulturarbeit in Rußland ausschließlich durch diejüdiscfen Arbeiterräte zu leiten, ivurde abgelehnt, hingegen ivurde der Antrag der Kommunisten angenommen, die jüdische Kulturarbeit durch allgemeine jüdische Komitees für BolkSerziehung unter Aufsicht der jüdijcl-en Arbeiterräte auSzuführen. ■— Amerika. Newyork. Jewish Korr.-Bur. Das American Joint Distribution Eoinniittee hat beschlosien, eine neue Körperschaft nach Europa zu entsenden,'die die Hilfe für die jüdiscfen Kriegs- und Pogromleidcnden organisieren soll. Diese Körferschaft wird aus 20 Mitgliedern unter Vorsitz Captain Whasingets bestehen und hat mir 9. Oktober Nelvhork vcrla sien. Retvyork. Unter den Vermächtnissen des verstorbenen jüdisctM Philanthropen Jakob Schiff befindet sich eine Million Dollar für verschiedene jüdische Institutionen und 25,000 Dollar für ein Wisienscl-aftsinstitut in Frankfurt am Main (zusammen etwa 72 Millionen Mark). Rcwyork. Auf eitler besonderen Sitzung der Exefutiw der Zionist-Föderation Amerikas, chrrrdc die Ernennung eines Konritees feschlosicn, das die untnittelbar in Palästina aufzunehnrenden Arbeiten festsetzen rmd sich mit allen Fragen, betreffend die Aufbringung des 25 Millionen Pfund-Sterlingfonds für den Wiederaufbau Palästinas fefasien soll. England. ' London. I. C. B. Aus Anlaß der bevorstehenden Abreise deS Chiefrabbi Dr. Hertz nach den Dominions fand