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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-09-17 · 68 (17.9.1920) · p. Seite 366

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
68 (17.9.1920)
Date
1920-09-17
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
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Wfrfccn dev Beamten Vergütungen gewährt. Die Teilnahme des Abgeordneten Oskar Cohn förderte die Verständigung. Danzig. Von den 10 000 polnisch-jüdischen Auswanderern, die in letzter Zeit in Danzig eingetrofscn sind, sind die meisten lvreiis nach Amerika abgefahren. Berlin. Die zionistisct>c Organisation hat beschlossen, sn Berlin ein Svnderbüro für den Kontinent zu errichten mit der ausdrückliclien Aufgabe der Propaganda und Sam« ineltätigkeit für den 2', Millionenfonds für den Ausbau Palästinas. Teutschösterreich. Wien. Die jüdische Nationalpartei hat beschlossen, für die am 17. Oktober stallsindenden^Wahlen zur Nationalversammlung in allen in Betracht kommenden Wahlbezirken Wiens eigene Kandidaten aufzustrllen. Pole«^ Warsclw». Laut Gcneralstabsordnung dürfen jüdische Offiziere und Soldaten in Zukunft weder im Frontdienst noch im Bürodienft wnucnbct >rerden, da sic erstens sich als Unzuverlässig erwiesen und ztreitens bolschewistische Propaganda getrieben hätten. Warschau. Am 24. August hat in Warschau ein Ministerrat stattgefunden, dein auch die Vorsteher des Sejmtlub», l^rünbaum und Prilucki. beiwohnten. Es handelte sich um neue antisemitisclie ^Verleumdungen. Die jüdischen Vertreter forderten die Rücknahme der nettesten Heeresveroldnungeu gegen jüdische Soldaten und die Einsetzung einer Untersuchlingskoniinission gegen die Juden. Der Vertreter des >triegsniinisteriu»is erklärte sich bereit, die jüdischen Forderungen tn'ilerzugeben. Warslt-au, 1(). September. (W. P. W.) Generalstabsdu‘f (General ^liozimdoirski erließ einen Tagesbefehl an die Arinee. betreffend die Haltung der Soldaten gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Ter (^neralstal>sch>es stellt fest, daß die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung tmhrend der bolscheiristischen Invasion eine loiwlc, ja foflnr patriotische Haltung eingenommen habe. Er verurteilt alle Erzesse und kündigt eine strenge Ilitiersuchung der Vorfälle in Whszkow und Sokolow an. ' > ^ritzruHlaud^ Minsk. Die Grnieinde von Minsk ist jetzt in der Lage, die ireltberühmie Jejckmw in Wolosin tvieder aüfzurichlen. Zu diesem Zireck sind große Snmmcn in Amerika gesammelt worden. Das Fundament für ein treues Clebäude. wurde dortTinier großer Freude gelegt. Tfchecho-Slowakei. Preßburg. (Orthodore W e l t k o n f c r e n z.) Am 24. August lvgann hier die jüdisck>e Weltkonferenz des Verbandes „Agndas Jisroel". Ziveck der Konferenz ist. den ersten internaiionaken Kongreß der orthodoren Juden vor.r»bereiten. Das Programm des Verbandes ist die Zentralisierung des rechtgläubigen Judentums der ganzen Welt, die Organisierung der Hilfe für alle leidenden Juden, sowie tH'ii Ausbau Palästinas > nach religiösen Priirzlpien. Es wurde twsckckvssen. d«is Zentralburcau von Zürich nach London zn r>erlegeir und eimm Zentralmt arrs 45 Vertretern aller Länder aus Bürokratjjäwr Grundlage zu wrählen. Am letzten läge begrüßte Ptgierri»gSt»ertreter 0r. Simkovic die .Konferenz. Er rvrsichrerte den Anuvsenden, daß die Tschechojloinrkischre Republik die Bedeutung des Judentums als eines wertvolle» Elenientes für die.Konsolidierung des neuen Staates nicht »nirrsächtze. Auch die Minister Srobsar, Markouic. Derer und Habennan und in letzter Zeitauch Präsident Majaryk haben eine Versicherung in diesem Sinne abgegeben. Zürich. In der Schweiz ist wieder di« Schächtsragr aktuell geworden. Wie bekannt, hat vor mehreren Jahren infolge der Agitation des Tierschutzvereins in der Schweiz «ine Volksabstimmung stattgefunden, durch welche das Schächten erboten wurde. Damals wurde hart an der Schtveizer Grenze ein rituelles Schlachthaus errichtet, aus dem Koscherfleisch in die Schweiz kam. Da während des Krieges die Grenzen gesperrt waren, hatte die Regierung die provisorische Erlaubnis gegeben, Vieh in einer kleinen Swdt bei Luzern zu schachten. Jetzt hat der Tierschutzverein wieder seine Kampagne gegen das Schächten ausgenommen. Die Juden haben jedoch die Behauptungen über die inhumane Art des Schächtens energisch abgewehrt und das .^Israelitische Wochenblatt für die Schweiz hat eine Enquete veranstaltet, bei welcher eine Anzahl «gesehener Proflssorrn erklärte, daß das Schachen viel hunmner-und hygienischer ist als die bei Nichtjuden geübten Arten er Tierschlachtung. Diese Enquete hat ihre Wierkung nicht verfehlt. In Kürze soll eine Volksabstimmung wegen der Schächtefrage stattfinden und es ist atkzunehmen. daß der Antra« der Regierung, dos Schächtverbot aufzuheben, durchgehen dürfte. ' Italien. Zürich. Seit Anfang Juli haben sich 1800 Emigranten in Triest nach Palästina eingeschifft, davon 90 Prozent Kulturpioniere. Dank der Energie der in jüdischen Händen befindlichen Triestcr Agentur vollzieht sich die iÄrschiffung mit großer Präzission. Bisher hat sich noch kein einziger Unfall ereignet. Der Gütcn>ersand nach Palästina nimmt ebenfalls einen AufsäMmg; jeder von Triest abführende Dampfer führt 80—100 Tonnen Ware mit sich. (I. P. Z.) Palästina. Jerusalem. Das Datum des ersten Zusammentretens der Konstituante der palästinensischen Juden (Assefath haniivchariin) ist für den 7. Oktober festgesetzt wordem Jerusalem, 5. September. (Jewish Corr. Bur.s Die langwierigen Unterhandlungen mit der Jca (jewish -Colonization Association), betreffend die Übergabe ihrer Erzirhungsinstitutionen in Palästina an das Erziehungsamt der Zionist Commossiün wurden jüngst abgeschlossen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wird somit das gesamte jüdische Schirlwesen der ausschließlichen Kompetenz des Waad Hachinuch unterstehen. Nur in budgetärer Hinsicht ivird die Jca für ihre Schulen und Erziehungsanstalten ireiter sorgen. (Der „Waad Hachinuch" (Erziehungsrat). ist die zentrale zionistische Organisation für Erziehung in Palästina.) D«r Kampf um £in«Mn. Eine sogenannte „Arbeitsgemeinschaft deutscher Naturforscher" hat einen Feldzug gegen Professor Einstein und seine Relativitätstheorie unternommen. In Broschüren und Versamnüungen wird Profesior Einstein der Eitelkeit, Reklamesucht und dergleichen beschuldigt. Alle diese seit Monaten dauernden Angriffe und zuletzt antisemitisclie Anrempclungen in einer Versammlung in der Berliner Philharmonie hatten Profesior Einstein bewogen. Deutschland zu rrerlasien. Darauf erhielt er vom preußischen Unterrichtsminister Haenisch folgenden Brief: Mit Empfindungen des Schmerzes und der Beschämung habe ich aus der Presse ersehen, daß die von Ihnen vertretene Lehve in der Öffentlichkeit Gegenstand gehäsiiger. über den Rahmen sachlicher Beurteilung hinausgehender Angriffe gewesen, und dqß selbst JH«mchqsichafÜjche Per-

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