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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-08-20 · 64 (20.8.1920) · p. Seite 334

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
64 (20.8.1920)
Date
1920-08-20
Page
Seite 334 (sequence 2)
Language
German
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tuten, die Lot volle und uneinGschräpkt» WMaacht für »te M-teiU M«l. «KrlAeinMiESrbeiWL^lwLdeN eMgchtznde Raferate erstchtet. — $fe Stoffe a» Akdetem, bet Kchhehe bvt FmschMte «nacht. Die PtePmMtöt der WimchUngM-gewachsen und ftnf Brautpaare ktmkten bereits ausgestattet werden. — Uber die Schulpflege, die der Verein seit einiger Zeit in sein Programm ausgenommen hat. fand eine eingehende Aussprache statt. Die Quaker« speisung wurde mit Hilfe des Jüdischen Frauenbundes, und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auf 900 jüdische Ättiber ausgedehnt, die an zehn Stellen mit rituell zubereiteter Nahrung versehen werden. Am Schluffe der Verhandlungen erfolgten die Neuwahlen, bei denen Frau Martha Ollendortt zur ersten Vorsitzenden. Frau Henriette Mich zur zweiten Vorsitzenden wiedergewählt wurden. Auch die übrigen Ämter wurden ebenso wie im Vorjcchre wiederbeseht. Danzig. Die balttsch-amerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft hat einen direkten Dampferverkehr Danzig-New- »ork eingerichtet, der für die jüdisch-polnische Auswanderung nach Amerika von höchster Bedeutung, zu werden verspricht. Eine Fahrkarte Danzig-Newyork 3. Klaffe kostet 146 Dollar, was allerdings ungefähr 25 000 polnische Mark bedeutet. Trotzdem hat es dem am 10. August obgegangenen Dampfer, der 2000 Passagiere faßte, wohl toum an Reisenden gefehlt. Die bisher vorgeschriebene Quarantäne ist aufgehoben. Auch werden in Warschau beim amerikanischen Konsulat in der letzten Zeit große Erleichterungen hinsichtlich der Paß-Visa gewährt. Berlin. Vom 22.—24 August findet Hierselbst der 8. Turntag des Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerjchaft statt. Nach langer Unterbrechung ist es der erste ordnungsmäßige Turntag, der die Richtlinien der weiteren Entwicklung der Tunrbewegung sestlegen wird. An Veranstaltungen sind vorgesehen am Sonntag vormittag ein Wetturnen, am Nachmittag ein größeres Sportfest. Den Abschluß bildet eine Regatta der Rudervereine, zu der eine gemeinsame Wanderung der Teilnehmer führen wird. Berlin. Im Alter von 37 Jahren ist der jüdische Komponist Boris Großmann verstorben, der sich als Schöpfer Zahlreicher Lieder und klangvoller Kammermusikwerke einen sehr geachteten Namen gemacht hat. Unter seinen Arbeiten ist eine große Anzahl jüdischer Gesänge hervorzuheben, die bereits vielfach aufgeführt worden sind. Die letzte große Arbeit des verstorbenen Komponisten, ein Stteichquartett, wird im kommenden Winter in der Berliner Sing-Akademie zur Aufführung kommen. Der so früh verstorbene junge Künstler weist in allen seinen Schöpfungen eine statte eigene Note auf, die zur weitgehenden Hoffnung berechtigte. Wiesbaden. Am 22. August findet im Vauliüen, jchlößchen Hierselbst die zweite. Delegiertentagung des Hes. fischen Landesverbandes (der Jüdischen Jugendvereine) statt. Paai». fe* Kamttee der jüdischen Delegation toBoris hat an die österreichische Regterung folgende» Schxteben Richtet: „An kdl Staatsamt für Archeres in Wien. Das mit« der jüdischen Delegation bei der Friedenskonferenz in Patt» Hat Meldungen erhalten, daß die östorreikhlsche Regiemag die während des Krieges zuaewanderten galizischen Juden aus ihren Wohnungen vertreiben und aus dem Lande weifen will. Das Könnt« kann nicht glauben, daß die österreichische Regiemng solcherart die Gesetze der Menschlichkeit und die Bestimmungen des Hriedensvertrages verletzen will, und bittet um beruhigende Aufllärung. Gez. Sokokow."! Budapest. In der ungarischen Nationalversammlung! wurde ein Antrag eingebracht zur Lösung der Judenfrage.! Dieser Antrag fordert die Ausschließung aller Juden von! der Staatsbürgerschaft, die Konfiszierung des Vermögens aller seit 1914 eingewanderten Juden, sowie aller Vermögen, die aus Kriegsliefemngen entstanden find, das Verbot jüdisechr Schulen, die Ausschließung der Juden von der Leitung von geschäftlichen Unternehmungen. Banken und Zeitungen, sowie von allen öffentlichen Stellungen, das Verbot der Anstellung christlicher Diener usw. durch Juden, das Verbot des Kaufs oder der Pacht von Bodenbesitz dmch Juden. Der Antrag wurde mit Stimmenmehrheit auf die Tagesordnung gesetzt, dagegen stimmten nur etwa 20 Abgeordnete, unter ihnen Graf Apponyi und Graf Andrassy. Zürich. Der vor kurzer Zeit verhaftete Rabbiner .Löw wird, ständig von drei Polizisten bewacht, dieselben konnten oder wollten aber nicht verhindem, daß kürzlich eine bewaffnete Bande in das Haus eindrang und ihn lebensgefährlich verletzte. Die Polizei hat bisher die Jdentilär der Demonstranten nicht feststellen können. Budapest. Wegen der fortgesetzten Verfolgungen verlasten die Juden scharenweise das Land. Da jedoch die Erlangung eines Auslandspaffes mit vielen Schwisrigkei« ten t»erknüpft ist, werden die falschen Pässe für bemittelte Juden gewerbsmäßig hergestellt. Die tschechoslowakische Vertretung in Budapest gibt kund, daß von nun ab gefälschte Pässe auch dann nicht anerkannt werden, wenn sie mit regelrechtem tschechischem Visum versehen sind. Ukraine. _ ' Rewyork. Mr. Kaß, der Vertreter des Joint Distributton Cainmittee?der eine Reise durch die Ukraine unternommen hat. um Unterstützungsgelder zu verteilen, berichtet, daß unter den Juden Podoliens fmchtbarer Hunger und dauernde Angst ums nackte Leben herrsche. Berlin. Die Jugendzeitschrift „Bar Kochba'^ hatte vor einiger Zeit einen Aufrufen ihre jungen Leser ergehen lassen, eine Gabe von 10 000' M. zu sammeln, die zu gleichen Teilen notleidenden jüdischen Kindern in Deutschland und in Österreich zugute kommen sollte. Die Bar Kochba- Leser find diesem Rufe mit solcher Begeisterung gefolgt, daß in ganz kurzer Zeit weit mehr als 10 000 M. zusammengekommen sind. SeutWftcmM. Wien. Auf der Weltkonferenz der Poale Zion sind mittlerweile die russischen Delegierten eingetrofsen. Sie bilden keine einheitliche Gruppe. Sie sind teils rein bolschewistisch, teils national-kommunistisch. teils sozialistisch. Obwohl die Frage noch nicht entschieden ist, so läßt sich doch schon erkennen, daß der Anschluß an die 3. Internationale erfolgen wird. Die palästinensischen Delegierten trcmeg allerdings wegen der Orientpolitik der Bolschewisten Bedenken, die den jüdischen Interessen in Palästina zuwiderläuft. Die Amettkaner find an sich gegen den Eintritt in die 3. Internationale, dürften daraus aber keine Prinzipien frage machen. Rnwitnie». Kischeniew. (I. C. B.) In den letzten Tagen sind viele jüdischen Heimlosen aus der Ukraine in Rumänien, besonders Bestarabien angekommen. Die rumänischen Behörden machten ihnen anfangs Schwierigkeiten. Nachdem aber der Vertreter für zionistische Angelegenheiten des englischen Außenministeriums bei der rumänischen Regierung interveniert hatte, erließ der rumänische Innenminister eine Verordnung, der zufolge allen aus der Ukraine zugereisten jüdischen Heimlosen der Aufenthalt in Bessarabien bis zu dem Zeitpunkt, wo sie wieder die Möglichkeit haben »»erden, heimzukehren, gestattet wird. Eine Abschrift dieser Verordnung wurde dem 'Rabbiner Zirelson in Kischeniew und dem englischen Innenministerium übermittelt. Tschecho-Sloteakei. Karlsbad. (I. C. B.) In seinem vor der Welthilfskonferenz in Karlsbald erstatteten Referate über die Lage der Juden in Ungam schildarte Oberrabbimr Dr. ChajeS in ergreifenden Worte» dte schrecklichen Leiden des ungari-

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