Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 63 (13.8.1920)
- Date
- 1920-08-13
- Page
- Seite 328 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Tschechoslowakei. Karlsbad. In 2lntriesenheit von 80 Delegierten, die 2^ Läirder und <><) Hilfsörganisatio«rcu vertreten, ivurde hier m» .1. August die Wdlthilfskonsercnz von Leo Motzkin eröffnet. Ter Präsident der tschecho-slou>akischcn Republik, Masanck, jondte ein hcrzlick-es BegrüßungStelegiami». Von den erschienenen Delegierten hicltenXSimonscn, Sliosbcrg, Ringer lPiag) und Ujsischkin Begrüßungs«rnsprackwn. (I. E. B.) Preßburg. ^eit inehreltn Wochen treffen täglich jüdische ,Flüchtlinge, zumeist aus Polen, in Preßburg ein. Das Los der Unglückliclien ist lvjammernsN'ert. Die Stadtgeineinde Hai Lokalitäten für uirgefähr 100 Personen zur Verfügung gestellt.. Auch .Siofdxiu pasfielen in letzter Zeit massenhaft aus Ungarn ausgeiviesene galizisckw Flüchtlinge. Die israelitiscl-e (Gemeinde tut ihr Möglichstes, uck, das Elend zu lindern. Prag. Der auf dein Brünner^Kongrcß neugeivählte und aus 41 Mitgliedern bestehende jüdiscl-e Nationälrat für Bphnien. M'ähien und Schlesien konstituierte sich am :t«>. Juni. Tr. Ludwig Singer wurde einstimmig zum Präsidenten iriedergewählt: ins Präsidium, wurden geivählt: Mar Brod, Artur Mauders und Markus Ungar. Amerika. Retryork. Vier europäische Drimpfer auS Holland, England und Frankreich brachten dieser Tage erstmal wieder eine größere;}ah( jüdisclrer Einwanderer: 1100 Personen, gieist Frauen und Binder, die auf Grund der von Leon Jamaika eingcleiteten Aktion zu ihren Familienoberhäuptern herübergeholt rrorden sind. Die Emigranten stainmen nieist ans Polen, teilnvisc aber auch aus Palästina und der Türkei. Rcwyork. <J. E. P.) Auf einer Vollsitzung des Anreriean Joint Distribution Evminitlce wurde beschlossen, die Rameu der in der Ukraine ermordeten Teleglcrten des A. I. D. E. Prof. Friedländer und Dr. Kantor zu verewigen.;>>recks Ausarkvitung von Vorschlägen ivurde ein sspezielles .Komitee eingesetzt. Zürich. An Stelle des von den Boljä>e>visten ermorde-' len Dr. Miimov ivurde Field, bisheriger Leiter des „Joint" in Minsk, zum Vertreter des „Joint" in Ostgalizicn ernannt. <J. P. Z.) Rcwqork. Es ivurde hier ein Abkommen mit den Eigentümern des Metropolitan Opera House getroffen, demzufolge jeden Freitag und Sonntag alends und an allen jüdijclicn Feiertage» jüdische Theaterstücke im genannte» Theater ausgefnhrl werden sollen. Türkei. Paris. Der lürkisrlre Frieden-Vertrag ivurde hier am t. August unterzeichnet. Algier. V — Paris. Über die algerische Siadt Setif mußte der Belagerungszustand verhängt werden, weil, aus kleiuliäMi Anlatz. Tausende von Arabern das Jrrdenvierlel stürmten nnh ausraubten und zahlreiche Juden tätlich misihandelten. (Lchif ist ein Städiclwn von etwa 2.1000 Einwohnern südwestlich von Eonstauline.) Frankreichs Strasiburg. Die sranzösisclie Regierung erteilte die Einreiserlaubnis für <>0 jüdisilw Wiener Binder, die zu einem sechsivöcheniliäw» Erholungsaufenthalt nach dem Elsas; verbracht werden sollen. Da die Ul »der aus streng religiösen Familien stammen, hat es der Präsident deSMis- >achi in Strasiburg übernommen, diese in religiösen Familie» »»lerznbringen. Syrien Paris. Ai» .2.1. Juli besetzten dje französischen Truppen Damaskn». Eine neue Regierung Ivurde eingesetzt pud im 'Rainen Ewneral Ewurands wurde folgende Bekanntmachung veröffentlicht: -/ ’ „Emir Feisul, der dirS Liristl an den Abg-rrmd lstz RuiwS gebracht hat, ist abgesetzt. Eine Kriegskontribution von zehn Milliöncn als Schadenersatz für die Zerstörungen durch den Guerillakrieg in der westlichen Zone wmd auferlegt. Allgemeine Abröstung mutz sofort einsetzen, die Armee in Polizei rnngeivandelt und reduziert werden. Die hauptschllldige Partei wird vor das Militätgericht gebracht iverden." Die neue Negierung hat die Bedingungen angenommen. Ennr Feisul, von allen verlassen, kehrte nach Damaskus zurück. Paris. Nach einer Havasmeldung aus Beirut hat der Emir Feisul am 28. Juls tnit seinem Gefolge Damaskus verlassen und sich nach Hedschas begeben. Kairo. Emir Feisul verließ am % August Haifa, um über Alerandria nach England zu Visen. England. London. In der Schlußsitzung der Zion. Jahreskonferenz teilte Weizmann mit, daß vom I. August ab. die meisten Einwanderungsbeschränkungen abgeschaffb sein würden. Er sagte: „Es werden Möglichkeiten zur Einwanderung gegeben sein, die vielleicht unsere Kräfte übersteigen." Er verlas sodann ein Telegramm von Herbert Samuel, das folgenden Wortlaut statte: „Die Zioiristen mögen wisien, daß, menn sie tun, was nötig ist. kein Zlveifcl daran ist, daß das zionistische Programm in kurzer Zeit restlos verwirklicht Werder^kann." London. (I. C. B.) Ter Ehrenpräsident der zionistischen Organisation Oberrichter Brandeis und der aktive Präsident Prof. Dr. Weizmann bleiben noch während fünf Woche» in London zurück, um sich eine Zeit hindurch gemeinsam der zionistischen Arbeit zrk widmen. Palästina. Jerusalem. (I. C. B.) Seit der Einnahme Damaskus' durch die Franzosen hat sich die Lage in Galiläa bedeutend gebesiert. Gegenwärtig herrscht vollkommene Ruhe. Tie Personenzüge verkehren bereits bis Damaskus, doch noch nicht die Gttterzüge. Es verlautet-, daß am 29. Juli eiire Zusaininenkunft zwisclren Emir Feisul, Lord Allenb». Sir Hertwri Samuel und General Gouraud in Haifa stattgefunden hat. Jaffa. Mit dem Dampfer „Tirol" kamen in der vorigen Woche aus Triest 60 Chaluzim, die einen sehr guten Eindruck machen; die Mehrzahl hat in Ländarbeiterguippen in Österreich und Polen gearbeitet und.spricht gut hebräisch. Sie sind kräftig, gesund. Sic tvurden in ihre Onartiere gebracht und zur Arbeit cingeteilt. Mit dem Schiffe, das aus Konstantinopel kommt, erwartet man .10 Ehaluzim aus Güdrußland. Zur Aufnahme der in de» nächsten Wochen eintresfenden Chaluzim tvird zu den bereits l>cstrhenden ztvei Baracken eine weitere große errichtet. Jerusalem. Rabbiner Jehoschua Joseph (Profesior Kolbo) ist Hierselbst am 24. Juni im hohen Alter von 11.1 Jahren verschieden. Prof. Kolbo war als großer Gelehrter bekannt und hat sein garizes Leben der Palästinakunde geividmet. Besonders bekannt tvar er durch sein Buch „Binjan-Ariel", in dem der Plan und die Form des ehemaligen Tempels in Jerusalem und des Thrones König Salomos rekonstruiert werden. Ein entsprechendes Holz- - niodell befindet sich im Britischen Museum in London. Das Buch ist in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Jerusalem. (Reuter.) Ajts Anlaß des Beginnes der Weintraubenlese in Palästina.besuchte der High-Commijsioner Sir Herbert Samuel die Kolonie Rischon-le-Zion. Bei der Entlecruirg des ersten Traubenkorbes in die Weinpresse sagte Sir Samuel, daß die britischen und zionistischen Flaggen, die nebeneinander flattern, für die Zukunft Palästinas sl>mbolisch sind, besten Gedeihen und Glück von der freundschaftlichen Zusammenarbeit der Christen, Mohainedäner und Kolonisten abhängen. i i i