Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 60 (23.7.1920)
- Date
- 1920-07-23
- Page
- Seite 302 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Fluch dem Geschick, Much der Zeit. Die heilige Häupter so schmählich entweiht In schmacherfülltrm Lande! Essen und Trinken, wie kann eS mir numtzen? Deine Löiven seh' ich zerbissen von Hunden. Deine Aare zerrissen von gierigen Staden — Licht de- Tages, wie kannst du mich laben? Ha, du Becher des Grams, Fort mit dir, lasse mich loSl Angefüllt ist meines Leibes Schoß Schon längst mit bitteren Gallen! Um Israel hob ich deck Kelch zum Mund, Um Juda leert ich ihn bis zum Grund, Mein Tropfen der Hefe gefallen! Zion, Zion, du Krone der Zeit, Schönl)eit und Liebe sind dein Kleid So hältst du die Kinder gefangen; Sie lachkn mit dir zur Lachenszeit, - Sie stöhnen um dein bitteres Leid, Um dein Ende tropfen die Wangen. . k Sie schmachten aus Kerkcrsnöten empor. Sie neigen sich deinem ewigen Tor,' Wenn ihre Gebete trauern. Deine irrenden Herden allzumal. Verjagt vom Berge ins dunkle Tal, Ach, sehn nur deine Mauern, Rur deiner Schleppen Zipfel erreichen. Nur deiner Palmen Wipfel ersteigen, Hajck-en und greifen nach ihren Zlveigen, Das ist ihr Sehnen und das wird dauern. nender B nmg fremdstammig« , .. _ I erscheinend« Wesse darauf hinzuwirken, daß frembstänunige Elemente, sowei! sie sich als lästig «weifen, über die Grenze, sofern angängig, zurückgebracht und erforderlichenfalls inzwischen interniert werden, 3. dem Reichstag beim Wiederzusammentritt «ine Denkschrift üb« die Einwanderung fremdstämmiger Elemente seit 1914, üb« di« gegen unerwünsthte Einwanderung getroffenen älteren und neuen Maßnahmen und üb« daS bisherige Ergebnis derselben vorzulegen. Berlin. Bei d« Etatb«atung bei der Preußischen Landesversawmlung wurde von demokratisch« Seite, und zwar von dem Abgeordneten Dominicus, «ine Aufforderung an di« Regireung gerichtet, das ,Loch im Osten" zu schließen. Ein anderer-demokratischer Redner wandte sich ebenfalls gegen die Zuwanderung de» Ostjuden. Bon der Regierung und von mehrheitssozialistischer Seite wijrde diesen "Ausführungen entgegengetreten. H,»»,»er Die hiesig« iörtsgrupp« des ZentralvrreinS deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubenhat mit dem StaatSutinister a.- D. Helfserich folgende Depeschen gewechselt: „Billigen Euere Exzellenz dl« iu hannoverschen Zeitungen zur Unterstützung Ihrer Kandidatur erlassenen Ausruf« mit folgendem Inhalt: „r. Auslaugung deS deutschen Volkes durch da« ocldgewaltig« Judentum. vaS in den KriegSgesellschaften sitzt, in Höh« von jährlich 12 Milliarden Mark. 2. Wollt ihr eure Söhn« und Töchter bewahren vor jüdischer Vergiftung in schmutzigen Sinostücken und anrüchig«» Nachtlokal«»?" Erbitten dringend Drahtantwort an Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Hannover: Rechtsanwalt Lichtenorrg, Herschelstraße 32." Dr. Helfserich antwortete am 31. Mai: „Betreffende Zeitungsartikel find mir bisher nicht zu Gesicht gekommen, ich verantwone meine eigenen Erklärungen, sehe keine Veranlassung, gegenüber Dritten zu ZrilungSäußerungen billigend oder mißbilligend Stellung zu nehmen. Helfserich." Wohlan, »vcHill sich messen? .. . Ha, Patros. Schinear, Wagt ihr's? Habt ihr vcrgesicn, Vergcsien ganz und gar Das heilige Zionpriestcrkleid? O über eure Nichtigkeit, Und eure morsche Größe! Wein, neben dich kann niemand treten,!j ^!^in König koinuit den deinen gleich: < Was sind die Allcrweltspropheten ' Vor deiiicm hcil'gcn Priesterreich? Ach. alles stürzt von seinen Thronen. Es sinkt der falschen Götter Recht, Doch ewig bleiben deine Kronen, Tein Schatz ins tausendste Geschlecht! . -Tu Gottesschnsucht, Menschensehncnl— Wem deine Mauer wiedn Heimat bot, Heil ihin und wer durch Sehnsuchtsträncn - Erblickt dein ew'ges Morgenrot, .Dein Morgenrot, da alle Wolken fallen, Und hundertfacher Glanz vom Himmel bricht- Da drille Kinder jauchzend heimivärts wallen linden vcs Jauchzens Hall und Wiederhallen Ausstrahlt dein alteS königliches Licht. , Übersetzt von Emil Lohn. sÄuS Jehnda Halcvi, ein Diwan, übertragen und mit einem Lebensbild versehen von Emil Bernhard. Erich Reiß-Berlag.) Qtocbenfcfoau« . Tatsache» MpHshGsHp, Deutschland. Berlin. Dem Reichstag liegt ein deutschnationoler An» trag vor. der die Regierung «sucht: 1. in geeignet erschei- Berlin. Die Gesellschaft zur Förd«ung d« Wisienschaft des Judentums hat Herrn Prof. Dr. Moritz Sobernheim-Berlin zum Vorsitzenden gewählt. Bonn. Der Vertreter d« Zionistischen Ortsgruppe Bonn auf dem Berliner Delegiertentag sendet uns folgende Berichtigung: „Aus dem Bericht des „Jüdischen Boten" über den Zionistischen-Delegiertentag in Berlin (Nr. S8, S. 286) könnte die irrige, von dem Berichterstatter sicherlich nicht beabsichtigte Meinung entstehen, als wäre durch die infolge d« politischen Verhältnisie notwendig gewordene Verlegung der zionistischen Zentralleitung nach London dn Einfluß der deutschen Organisation so gut wie ausgeschaltet. Dies ist nicht d« Fall. Die Botschaft der Londoner Zentralleitung an den Delegiertentag, die Berufung deutsch« Führ«, wie z. B. Dr. Hantke in die ersten Stellen der Bergung, die Anwesenheit viel« deut ch« Delegi«t« bei der jetzt in London tagenden Jahveskonferenz, u. a. Bodenheimer, Klee, Blumenfeld, Walt« Moses, Struck, Schockn, Steinitz beweisen zur Genüge die prominente Bedeutung des deutschen Zionismus und die Unentbehrlichkeit seiner Mitarbeit in der Gesamtbewegung. Sämtliche Erklärungen der Zentrale wie auch der Landesverbände weisen darauf hin, daß d« Zionismus nach wie vor sich als eine Weltbelvegung darstrllt und aus dieser Tatsache allein seine Stoßkraft und seine Erfolge schöpft. Auch die Diasporaarbeit ist durchaus nicht, wie Uneingeweihte den Bericht mißverstehen könnten, von dn Bewegung vnnachlässigt worden. Der kurze Hinweis auf die zionistische Ostjudenfürsorge, die Arbeitsämter, Wanderzentralen, Gemeindearbkit, hebräisches Schulwerk in Deutschland usw. dürfte genügen." \ Ungarn. Budapest. Der Wien« Arbeiterzeitung werden auS Budapest zwei Berichte zugesandt, die auch dem italienischen Bevollmächtigten übergeben wurden und einen Schritt der Ententrvertret« bei der ungarischen Regierung veranlafsen sollen. Diese Berichte enthalten den Plan eines organisi«ten Massenmordes, da auf ein gegebenes Signal alle politischen Gefangenen, die noch in Freiheit befindlichen