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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-07-23 · 60 (23.7.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
60 (23.7.1920)
Date
1920-07-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erschrtutjikn gftitaa- ^IM*1 pf«U 1.60 9t. Marti. Za ßeiirhra Hrt| |tadW|^ fijNhattr itn durch kn Brtta»nU| ii 8nt VOM RHEIN Jüdisohes Yolksblatt ■«ititnkTttt: l.&OK.(«tkk>ltt< >»sp. fdt4»Ut. Di» |M«t Srlt« rafattseOAtttn. Pstschrttkaat, BittaMtl«! «mm, tlla ft». 74747. q«rau»g,g»ben von Rabbiner vr. Amlt Kohn. Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, BrLdergaff« V2. K»«»ur 60 Monn, L8. Auki 1920. — -8 8. Zichrß«^ Die Hnhunft der Mener Rinder Wenn unsere üefer dieses Blatt erhalten, sind 70 arme jüdische Wiener Kinder für Bong und Umgebung eingetroffen. Leider haben nicht alle, die unS s. Zt. zugesagt hatten, ein Wiener Kind aufzunehmen, infolge der veränderten Verhältnisse, der Reisezeit usw. ihre Zusage halten können. Dadurch sind eine Anzahl dieser Kinder noch ohne Unterkunft und wir bitten recht inständig und herzlich alle diejenigen sich umgehend zu melden, die imstande und gewillt sind, ein solches Kind — unter Umständen gegen Entgelt — bei sich in Pflege zu nehmen. Alle diejenigen aber, die ihre Zusage zurückziehen mußten, bitten »vir herzlich, Geldmittel zu spenden, damit den armen, elenden und hungemden Kindern ein kräftiges Aufkommen gesichert werden kann, und dieses so schön begonnene Werk jüdischer Menschenliebe auch schön vollendet »verde. Wir bitten, alle Geldsendungen auf unser Postscheckkonto Köln Nr .74 747, Botenverlag Bonn.^nit dem Vermerk „Wien" zu xichten. Jüdischer Bote vom Rhein Bonn, Brüdcrgasie 52. Die Zlonidc oon Jchuda Ualevl. Zion, willst du nimmer wieder Die verbannten Kinder grüßen, Sie, dir letzten, deiner Herde, Dir dich immer wieder grüßen? Osten, Westen, Süden, Norden, Alle Nähen, alle Weiten — Horch, von allen fernsten Borden Grüßt es dich: Höre sie, Zion! , Höre auch mich I Armer Gefangener ich. Ich mit »neinem Sehnen, Harmonstau meine Tränen! Hermonstau?,—'0 wär' es nur, ' . Daß ihrer Tropfen Spur Deine ewigen Höhen benetze! N Ich aber, ein Tier der Wüste, Kann nur heulen ob deinem Falle; Nur, »venn im Traume die Zukunft mich grüßte: Heimwallende Scharen — zum Liedeshalle Meine Schmerzen all«, Zm jubelnden Harfe »varen. Dort ließ der Herr sichenden Und wohnte im lichten Flor, Dort ließ dein Schöpfer münden Deine Tore ins schimmernde Wolkentor Hoch oben in ewiger Ferne: Und war deine Fackel und Leuchte und Licht, Und Sonne und Mond, sie leuchteten nicht. Und ach, lvie bleichten die Sterne I Sein ewiger Geist ergoß sich dort N Auf herrliche Kinder der Wahl: O könnte an jenem heiligen Ort Auch meine Seele immerfort Ergießen ihre Qual I O Königshaus! O Gottesthron Wie darf ein Knecht und Knechtessohn Auf Heldenthronen fitzen? Könnte ich lvandem über die Stellen, Wo der Herr sich so herrlich gezeigt, Wo er in Flammen sichstrahlenden, Hellen, Deinen Priestern und Sehern geneigt! Flügel, »ver gibt mft mächtige Flügel, Daß ich mich schwänge zum Lande der Lust, In eure Riste, ihr zackigen Hügel, Trüge die Risse der leidenden Brust. O, dann stürzte ich jubelnd nieder. Meine Arme griffen das Land, Streicheln würd' ick die Steine, die kalten, Schmeichelnd würd' ich dich fasten und halten — Tu der Heimat glühender Sand. Wie erst, stünd' ich dort an den Grüften. Die mir künden der Väter Gruß, Könnte durchwandeln in Hebrons Lüften Stolzeste Gräber mein zagender Fußk O, dann schritt' ich durch deinen Garten, Ginge waldüber nach Gilead, Sln deinen Bergen und Felsentvarten Staunt' ich die durstige Seele mir satt. Hör, Abarim, o eivige Wonnen! Mose und Aron, begrabene Sonnen, Leuchten und Lehrer, wo finde ich euch? Seclenlgbe sind deine Lüfte, O du hochgesegnetes Land, 1 Deine Ströme sind Honigdüfte, Myrrhe spendet dein wirbelnder Sand. Doch das süßeste Sehnen für immer Bleibt bei deinen Hallen stehn, Zion, über deine Trümmer Möchte ich nackt und barfuß gehn: Sehen, wo die heilige Lade Am geheimsten Orte stand, Wo im stolzesten Flügelrade Man die goldenen Engel fand I Um Bethel stöhnt mein Herz, Um Peniel muß ich »seinen. Um Machanatm und die reinen 'Stätten alter Gottesschau! Herunter daS Hqar vom lockigen Haupt, Herunter dir von der Stirne geraubt Des Reifes goldene Bande!

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