Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 53 (4.6.1920)
- Date
- 1920-06-04
- Page
- Seite 247 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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größer«« Gruppen von solchen Juden machen, die Angehörige in Amerika besitzen, welche sie seit Jahr und nicht gesehen haben. Diese Ausnahmen sollen dann in Amerika gezeigt werden. Man kann sich denken, welche Zugkraft dieser Film besitzen wird. Warschau. Der Klub der jüdischen Abgeordneten im s polnischen Landtag hat sich an das Außenministerium mit einer Interpellation gewendet und es auf die Verfolgungen aufmerksam gemacht, welche die während des Krieges 'nach Ungarn gebrachten Flüchtlinge aus Galizien dur^die gegenwärtige ungarische Regierung zu erdulden-habem Das polnische Außenministerium beantwortete diese Interpellation mit der Versicherung, daß die polnische Vertretung in Budapest nach Kräften bemüht sei, den galizischn Flüchtlingen ohne Unterschied dev Konfession die Rückkehr nach der Heimatnicht nur zu ermöglichen, sondern auch zu erleichtern; sie interveniere auch wegen der ^Verfolgungen der Juden in Ungarn und trete mit aller Energie für den Schutz der Betroffenen ein. Warschau. „Hazefirah" meldet: Aus sicherer Quelle verlautet, daß sich die polnische Regierung mit der Absicht irägt, den Juden in den Plebiszitgebicten nationale Rechte zu gewähren. Im Zusammenhang damit wurde in das unabhängige Litauen ein Spezialkommisiar entsandt, welcher über die jüdischen Angelegenheiten Erhebungen Pflegen soll. Die Regierung will auf diese Weise die Juden beeinflussen, beim Plebiszit f ü r P o le n zu stimnien oder sich neutral zu verhalten. Jtalieu. Rom. Die Stadtbchörde von Roin hat verschiedene Kurse zur Erlernung der orientalischen Sprachen eröffnet und den Kurs für die hebräische Sprache dem Führer der italienischen Zionisten und Redakteur der Zeitung „Israel", Rabbiner Dante Lattes übertragen. Leiden. Für den Schöpfer der Relativitätstheorie, Profesior Albert Einstein, ist an der Reichsuniversität in Leiden eine Profesiur geschaffen worden. Profesior Einstein hielt am 19. ds. in Leiden die öffentliche Antrittsvorlesung über „Äther und Relativitätstheorie". Die Schaffung einer Ehrenprofesiur für Albert Einstein an der Universität Leiden bedeutet in der Universitätsgeschichte eine Neuerscheinung. Einstein wird seine Ämter an der Bor', liner Akademie der Wissenschaften als lesendes Mitglied und an der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft als Leiter des Instituts für Physik weiter beibehalten. Türkei. London. In dem Friedensvertmg mit her Türkei, welcher demnächst zur Erledigung kommen soll, sind auch die Bestimmungen über den Schutz der Minoritäten enthalten, so daß diese speziell für die Juden von Konstantinopel zur Anwendung kommen werdend Es wird vielleicht möglich sein, die über diese Klausel hinausgehenden Ansprüche der türkischen Juden auf Sicherung ihrer bisherigen national-religiösen Autonomie in einer speziellen Form im Vertrag festzulegen. , ' > Amerika. Netv Aork. Der außerordentliche Kongreß der amerikanischen Zionisten hat einen Beschlußgefaßt, vdn der britischen Regierung nachdrücklichst die unverzügliche Freigabe der jüdischen Immigration mach Palästina zu l»erlangen. (I. C. B.) Philadelphia. „Jewish eWorld" in Philadelphia bringt aus Cincinnati die Meldung, daß der Senat des Hebrew Union College beschlosien habe, Jakob H. Schiff und Louis Marshall mit der Verleihung des Ehrendoktorats der jüdischen Rechtswisienschaften auszuzeichnen. Das Hebrew Union College ist die von der amerikanischen Reformjuden ins Leben gerufene Hochschule für die Wissenschaften des Judentums und dient auch zur Heranbildung von Rabbinern für die jüdischen Reformgemejnden in den -Bereinigten Staaten. An dieser Hochschule wirken als Profesioren unter anderen auch der aus Galizien stammende Geschichtsphilosoph vr. David Neuniark und der vor vielen Jahren aus Mähren berufene Profesior Or. Gotthard Deutsch. r England. London. Eine Anfrage des Unterhausdeputienen Mr.Ormsby-Gore über die Ersetzung der Militärverwaltung in Palästina durch eine zivil« Administration und über den Zeitpunkt der Bekanntgabe des Namens des neuen High-Commissioners für Palästina beantwortete Mr. Bonar Law dahin, daß die Regierung darüber keine Auskunft geben könne, da die genaue Fonn des ManhatcS über Palästina noch nicht akzeptiert wurde. Zuinindest müsien wir die Unterzeichnung des türkischen Friedens- Vertrages abwarten. --Ich kann nur soviel sagen, daß.die Zivilvertvaltung in Palästina tunlichst rasch eingesetzt tvcrdcn wird. London. Die zionistische Erekutive teilt mit, daß die Iahrcskonfercnz am 4. Juli anstatt nach Karlsbad nach London einberufen wird. Palästina. Berlin. Ein Telegramm aus Jerusalem vom 18. Mai meldet, daß die paiästinensisck)e Verwaltung die Einberufung der Assifath Niwcharim, welche für den 2l>. Mai erfolgt war, verboten hat. Die Vorbereitungen und die Wahlen sind öffentlich und mit vollein Wissen der Administration vorgenonime» worden. Das Verbot lintrbe motiviert durch die militärisch Okkupation, welche den Zusammentritt eine rgewählten Versammlung nicht zuläßt. Aus gleichem Grunde sei der arabische Kongreß verboten wdrdcn. Jerusalem. Das durch Regierung und Munizipalrat bestätigte Jahresbudget von Jerusalem imist einen Betrag von 144 Pfd. St. für einen Beamten auf, der Hebräisch in Wort und Schrift beherrscht. Bekanntlich mußte jüdischerseits viel gekämpft werden, um die Anstellung eines derartigen Beamten vom Jerusalemer Munizipalrat zu erwirken. Jerusalem. Dr. Goldblatt, der im Aufträge von 2W Lodzcr Fabrikanten, denen sich auch Bialystoker und Wiener Fabrikanten angejchlosicn haben, nach hier gekommen war. um einen Plan über die Gründung einer Tcrtil-Fa brikstadt in Verbindung init Baumwoll-Plantagcn mlszuarbeitcn, hat sich nach Lodz zurückbegrben. (I. P. Z.1 London. Die Times melden aus Haifa: Die Araber hqben christlickie Dörfer in der französischen Zone südlich von Tyrus überfallen. In Air-Jbl sollen 50 Menschen getötet worden sein. Ein Strom von Flüchtlingen ergießt sich in die engliscl-e Zone. I ‘JUdlfcbc C3d>tcr. Von Samuel Gordon. Brrecht. Übertragung au« dem Engl, von M. Pulvermann. lFortsetzung.I Zillgh sah ihn befremdend an; seine Worte klangen so herzlich und wahr. Tann hob sich ihre Brust in plötzlichem. namenlosen Zorn. Was vcranlaßtc ihn. diesen hohnvollen Vorwurf ihr gerade jetzt ins Clesicht zu schleudcrn? Und doch hat er recht! Es war etwas Herrliches, auf die Liebe stolz zu sein, die man für eine Mutter empfindet. Nicht jeder konnte sich desicn rühmen — sie selbst am allerwenigsten. ■ „Sie muß gewiß eine sehr gute Mutter genvjen sein", sprach Salka. unfähig, ihrem inneren -Drangt zu wider-