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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-05-21 · 51 (21.5.1920) · p. Seite 231

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
51 (21.5.1920)
Date
1920-05-21
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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.Ich bin Cinna der Poet! Ich bin Cinna der Poet! Ich bin n i ch t Cinna der Verschworene!" 2.. S i m o n u n d I u d a e. Nichtjüdische Träger des Namens Simon haben es gegenwärtig nicht leicht. Allein die Juden haben es noch schwerer. Denn alles, was die Nichtjudcn, die Simon heißen, sündigen, müssen die Juden, die nicht Simon heißen, büßen. Z. B.: Ein der 11. S. P. angehöriger Münck>ener Stadtral, der bis vor kurzem init der Beaufsichtigung des städtischen Wohnungsanites betraut lwir, aber wegdn verschiedener Übergriffe von dieser Funktion enthoben wurde, heißt Simon. Der stockkonservative preußische' Landrvt von Gumbinnen, der kürzlich wegen seiner Beteiligung am Kapp-, Putsch gemaßvegelt wurde, heißt gleichfalls Simon. > Di« Judenschaft kann weder etwas für die Talen des Einen noch für die Untaten des Anderen. Trotzdem wird sie für beide haftbar gemacht, ohne daß ihr gestattet würde, irvnigstens mit dem Stadtrat gegen den Landrat und mit dem Kapp-Putsch gegen .die Mißstände im Münchener Wohmrngsamt aufzurechnen. „Simon und Judäa ists. Da rast der See und will sein Opfei haben." :i. Kabinett Hirsch. „Ich versickere Ihnen, es kommt viel darauf an. ivie man heißt; der Name tut viel" — ließ Heinrich Heine vor hundert Jahren den Hamburger Schutzbürger Hirsch sprechen, einen kleinen Mann von großer Begabung, der es aber selbst als getaufter Jude nur vom Lotteriekollekteur, Hüh- . ncraugenoperateur und Tarator bis zum herrschaftlichen Kammerdiener bringen konnte. „Der Name tut viel. Weil Hirsch ein jüdisches Wort ist mb auf deutsch Hnacinth heißt, habk ich den alten Hirsch laufen lasten und unterschreibe mich jetzt Hyacinth." Seitdem sind zahlreiche jüdische Hirsche dem Beispiel des Herrn Hyacinth gefolgt und haben sich auf. ähnliche Weise assimiliert. Sie sind infolgedessen keine her-rschaftlichen Kammerdiener und tragen'kein jüdisches Kreuz mehr, sondern sind Volkskammerdiener und tragen das Hakenkreuz. Es wäre zu weit gehend, deshalb behaupten zu wollen, alle heute noch vorhandenen Hirsche seien arisckp: Rastenhirsck)e. Es gibt einige Ausnahinen. ° Absr das verflossene preußische Kabinett Hirsch bestätigt die lltegel. Sein Präsident kapn beweisen, daß er mit Hirsch-Hlwcinth, uviland Schutzbürger in Hamburg, nicht einmal weitläufig venvandt ist und daß er unter seinen Ahnen Nieder einen Latteriekollekteur noch einen Hühneraugenoperateur. noch einen Taxator besitzt. Aber Herr Hirsch hatte in seinem Kabinett einen unbrauchbaren Minister. Dieser Mann ist seines Berufes Rechtsanwalt, wohnt in Berlin, hängt der Sozialdemokratie an und schreibt sich, als ob es an alledem nicht genug wäre, Heine. Mit dem durch die deutsche Literaturgeschichte von?ldolf Bartels bekanntgeivordenen jüdischen Schriftsteller gleichen Namens ist er so wenig verwandt. wie Herr Paul Kirsch aus Esten mit Hern« Hirsch-Hyacinth aus Hamburg. Aber - ims nützt das? Wer das Unglück hat. „Hirsch" odet „Heine" zu heißen, kann in der demokratischen Republik Preußen auf die Tauer nicht Minister sein. Er muß sich damit abfindc», es im preußischen -Staatsdienst nicht weiter zu bringen, als bis zum wirklichen, geheimen oder tvirklichen geheimen Juden. „Das Jüdische Echo." » > Moses als Elektrotechniker. Ten Versuchen der Rationalisten, alle Wunder der Bibel auf eine einfache Weise zu erklären, seht folgende i bochnmüjante Hypothese die Krone auf, die in Moses nichts , anderes als einen klugen Elektrotechniker sehen will und von folgenden Erwägungen ansgeht:! Die Bemühungen, die ick der Atmosphäre stets vor- > handene elektrische Energie nutzbar zu verii'erten. sind schon! alt. Es ist ja selbstverständlich, daß der Naturvorgang. . der. sich mit der Entladung-der atmosphärischen Elektrizität ' durch den Blitz abspielt, die Erfinder schon immer angeregt hat. dies^augenscheinlich gewaltigen Kräfte zu bändigen und auszunützen. In einer neuen Veröffentlichung „Gewinnung und Veriveitung der atmosphärischen Elektrizität" stellt Hermann Plaujon die bisherigen Erfindungen und Versuche zusammen und inacht eigene neue Vorschläge zu einer praktischen Ausnutzung. Auf den technischen Teil dieser Ausfühnmgen einzugehen, ist hier nicht der Platz. Aber es wird allgemein interessieren, daß die Vertvertung der atmosphärischen Elektrizität zu praktisckren Zwecken schon sehr alt ist. Der älteste Elektrotechniker ist nämlich Moses selbst, der fein Wisten vielleicht von den Agl»ptcrn bereits milgebracht hatte, jedenfalls aber außerordentlich große Kenntnisse über die Wirkungen der atmosphärischen Elektrizität besesicn haben muß. Denn di« Vorschriften, die er für den Bau der Bundesladc gab, entsprechen durchaus den Anweisungen, nach denen ein erfahrener Elektrotechniker einen großen elektrischen Kondensator oder eine Leydener Flasck-e bauen lasten würde. Im 2. Buch MoseS. Kap. 2b. heißt es: „Machet eine Lade aus Akazienholz . . . und sollt sie mit feinem Golde überziehen, inivendig und äusivendig." In die Luft gerichtete Stangen, mit Gold überzogen, dien ten als Leiter für das Laden dieses elektrijckren Kondensa tors, der für jeden Unberufenen eine große, Gefahr barg. Die Heilige Schrift spricht nicht nur an vielen Stellen von dem Feuer. das aus der Lade fuhr, sondern lynchtet auch von Entladungen, die tödlickx: Folgen hatten. So wnrde» Nadab und Abihu, die Söhne Aarons, vom Feuer des Herrn getötet und das erste Opfer Aarons ivird vom Feuer des Herrn verzehrt. Auch der Tempel SalomonS ist später entschieden mit Rücksicht auf die Lndungsfähigkeit der Bundesladc gebaut worden. Geivaltige Blitzableiter zierten ihn, vor deren Feuer das Volk goetessürchtig zu Boden sank. Von Moses bis zu dem Erfinder des heutigen Blitzableiters. Franklin, ist es ein iveiter Weg. Trotzdem sind wir beule in der Ausnützung der atmosphärisckre» Elektrizität praktisch kaum tveiter als jener kluge Elektrotechniker Moses. Gleichberechtigung. Am sonnigen Pestacknag schlägt im Garten der Sohn des jüdischen Lehiers mit der Hacke nach einem Maullvurf, der das Beet zerwühlt. Der Vater komint hinzu und sagt xntrüstet: „Mußt du das grade am Jomtow tun?" Darauf der Sohn in der „Trop" gehcißeitc» Singsangivcise des Talmudstudentk»: „Wenn dem Maulwurf erlaubt ist. am Jomtow nach mir zu werfen, muß mir auch erlaubt sein, am Jomtow nackt ihm zii schlagen." S. A. * ' Die Juden In den guten alten Stöckerversammlungen tat sick, Hinte» stets ei» kleiner Man» mit einer piepsigen Sixinme als ^irischenrufer im Streite lrervor. Die Sache gi»K so vor sich: Wer hat die Moral unseres Volkes zerstört? — Die Juden! Wer ist schuld an all dem Elend des ehrlickten deutschen Esewcrbes? - Die Juden! Wer l>edrohl nnier geliebtes deutsches Vaterland mit dem Untergang? — Die Juden? Aber eines Tages erpiepste es im Zwange der Gewohnheit bei der Tchlußfrage: „Wer al'ki trird uns beravsführcn aus diefem Jammer und herrlichem 'seiten entgegen?" — Die Juden! Worgns die Karriere des wohlbestallten Rufers für diesen Ab.'nd einen plötzlichen Abschluß fand. Er fühlte sich ge Packt, gehoben und in hohem Bogen in den Hof bciregt. Als ich jüngst mit den Neunjährigen die ..Schema».' esre" durchnehme und an die Stelle komme „er l>ewahri, «eine Treue de» im Staube Schlafenden <>«',,r-

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