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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-02-20 · 37 (20.2.1920) · p. Seite 76

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
37 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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bis Boljchewistenrcgiinkö ununterbrochen aus Rußland via Japan nach Amerika flutet, in Tokio das „American Emigration Jewiih Mielief iSüiiimiaoe" gebildet, das sich aus amerikanischen und einlieiiniichcn japanischen Juden zusaminenietzt.;?neiitinl nvchemlich passieren einige luindcrt jüdische Emigranten aus Wladiwostok koininend die Hauplsiadl Japans, uo sie von der» genannten Momitee koscher 'verpflegt und mit dem Nötigsten verseilen nerden. BfS zu ihrer Weiterreise niinnn sich das Komitee dieser Emigranten in ieder Hinsicht an. Unter den Turchreisenden befinden sich nicht nur Angehörige des russischen Staates, sondern auch jüdische xlausleute ans Amerika, d?ren Eristcnz durch die Bolschcu iki-Herrschaft vollständig zerstört wurde und die jetzt »littellos nach Amerika znrüctkchren. Tie japanischen Juden geivährcn ihren bedrängten jüdischen Brüdern reichliche itiaterielle Hilse und stehen ihnen, falls sie eine neue Eristenz in Japan gründen wollen, mit Rat und Tai zur seite, Holland. Ten Haag. Tie Gesamteinnahmen^ des Jüdischen NationalfondS im Jahre Hilf) betragen 5 hol, 5 3 9.5 0 Fr. und 1,190,(>75.13 Rubel, die noch nicht realisiert werden konnten. Frankrrch Paris. Tas Komitee der Jüdischen Telegationen empfing die ainerilanisch-jüdische Hilfskontmijsion — Richter Fischer-Chicago. Professor Friedlacndcr-Neiv Jork und Pinc, sekretär der jüdischen Geivcrkschaflen —. die auf der Reise nach der Ukraine Paris berührte. London. Zur Feier ihres 500jährigen Jubiläums hielt die „Jüdisch-Historisclfe Gesellschaft" ein großes Festmahl ab. dem der Lord-Lberrichter, Reading, präsidierte und an dein auch der Lordkanzler, der amerikanische Gc- \ sandte und andere politische Rotabilitäten teilnahmcn. Zangwill utid.Dr, lauster sprachen über das Thema „Gesetz und Cleschichte", nachdetn der Präsident die Leistungen und die Blutopser der engliichen Judenheit int Kriege gefeiert hatte. London. Bei einer zu Ehren Rordaus abgehaltenen Festverjamniluitg dankte Mar Rordan auf eine von den Leitern sämtlicher zionistischer Vereine unterfertigte Adresse u. a. mit folgenden Worten: „Tas jüdische Volk durchlebt jetzt die nichtigsten Tage in seiner vieltaujendjährigdn Geschichte. Ter Weltkrieg, der noch nicht völlig beendet ist, war hauptsächlich ein Krieg gegen das jüdische Volk. Tas klingt vielleicht parador. ist jedoch absolute Wahrheit. Wir haben 900 ()()() Soldaten beigestellt in den verschiedenen Staate», welche sich an dem Kriege beteiligt haben, das heißt 7 Prozent der Volkszahl der Juden. Wir haben 80OOO Menschen im Kriege gelassen und säst WO 000 Opfer." London. Wie mir erfahren, ist anstelle des nach Jaffa übersiedelten Rabbiners Tr. .stuf Lberrabbiner Tr. schapiro-Kowno nach London berufen worden, schapiro ist Mitglied der politischen Kommission der- Agudas Jisrocl. Palästina. Jcrusalun. Tie antifranzösischen und antichristlichen Unruhen in Syrien greifen nach den entlegenen Ecken Galiläas über, wo die Beduinen christliche Siedlungen heiinjuchen. Es passiert hier und dort, daß sie irrtümlicherweise auf eine jüdische siedliM stoßen, in welchem Falle sie sich nach Aufklärung des Irrtums sofort zurückzichen. indem sie betonen, sie wollen den Juden nichts tun. Wie ...Haolain" in.itteilt. erhielt das Londoner Zionistische Zentralbüro vor? Uisijchkin folgendes Telegramm: „In Lbergaliläa sind Feindseligkeiten ztvischen den Franzosen und den Beduinen ausgebrochen. Obwohl die Beduinen versicherten, daß sie keine feindselige Absicht gegen die Juden Metullahs haben, hat doch die Molonie unter den Verhältnissen gelitten und ztvei Menschen wurden getötet. Tie Mehrzahl der Bewohner von Metullah haben die Kolonie verlassen und sind gemeinsam mit den Franzojen nach Norden gezogen, andere gingen nach Haifa und einige von ihnen sind verschwunden und bis zum heutigen Tage wurde keine spur von ihnen gefunden. Es besteht die Absicht, die Flüchtlinge in Untergaliläa unterzubringen." Zwei Tage nach diesem Telegramm kam die Nachricht, daß die Berhältnisie in Obergaliläa sich gebessert haben und daß die Flüchtlinge nach Metullah zurückzukehren beginnen. (Metullah ist eine Kolonie int Norden Galiläas. Sie ivurde int Jahre 1886 von Baron Rothschild gegründet und ging 1890 in den Besitz der Jca über. Sie zeichnet sich durch ihre Schönheit und das gesunde Klima aus. 5fjr Flächenmaß beträgt 16 907 Runam.) Jerusalem. Tie Englische archäologische Expedition, die gegenwärtig in Jerusalem Ausgrabungen ausführt, hat bei ihren Arbeiten einen unterirdischen Gang bloßgelegt, der unter dent Zionsberg durchführt und den Brunnen der Jungfrau mit der Siloahquelle verbindet. Der unterirdische Gang wurde von Hiskia ausgeführt, jenem König der Juden, der, von 725 bis 697 vor unserer Zeitrechnung regiert hat. Unter den Gegenständen, die bei der Aufdeckung dieses Ganges gefunden wurden, sind besonders gut erhaltene Töpferarbeiten aus dem neunten Jahrhundert der vorchristlichen Zeitrechnung sowie eine Lampe aus dem elften Jahrhundert zu nennen, Tie gesamten Fundstücke sind bereits nach England geschickt worden. Jerusalem. Hier ist vor kurzem ein kaukasischer Jude namens Aron Gawrielow angekommen, der den Weg aus seiner kaukasischen Heimat nach Palästina zu Fuß zurücklcgte und auf der ganzen Reise sich niemals eines Vehikels bediente. Er brauchte zur Absolvierung dieser Fußpartie gcnaw ein Jahr, wobei die Sabbate und jüdischen Festtage in Abrechnung kommen. Gawrielow, der die Reise in Erfüllung eines Gelübdes unternommen hat, nahm feinen Weg über Persien, Bagdad. Jerusalem. Jerusalem. Wie der I. P. Z. Zürich meldet, hat sich in Jerusalem ein Verein zur Aufführung hebräischer Operetten gebildet! Haifa. Tie hebräische Realschule in Haifa macht erfreuliche Fortschritte. Aus Raummangel war man gezwungen, einige Klassen im Volkshause einzurichten. Der Schulleiter Herr llr. Biram ist besttebt, das Lehrprogramm dahin zu erweitern, daß auch der Unterricht iy der Landwirtschaft an der Realschule erteilt wird. Jaffa. Tcr>W"ad von Tel-Awiw veröffentlicht in den palästinensischen Zeitungen einen Wettbewerb für die Berget nng von Bauarbciten für eine Synagoge. Dieses Gotteshaus soll nach den Plänen von Prof. Geddes und seiner Genossen ausgeführt werden und wird ein großer Prachtbau Werden; daher ist es für den Waad schwer, den ganzen Bau an einheimische Unternehmer zu vergeben, die die Arbeit Mich gar nicht übernehmen könnten. Es wurde beschlosien, vorderhand nur einen Teil der Bauarbeiten zu vergeben, und zwar das Fundament und den Sockel. \ Jüdische Töchter. Von Samuel Gordon. Brrrchngi» ltbrrlraipiiig ans dein Englische» von M. Putvermann. Der Bote erzählt iFortsetzung., salka trat zu ihrer Schwester und wendete ihr Gesicht dem Lichte zu! und nachdem sie deren Antlitz betrachtet, scküttelte sie schweigend ihr Haupt. „Du meinst, ich tverde gut genug für ihn sein?" fragte' Zillah beklommen.

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