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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-01-09 · 32 (9.1.1920) · p. Seite 15

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
32 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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far ftoi Erste»» m|tn der Tallache, bafc bte Berhandlung ifet den Fttedewsvertraa mit der Türktt unmittelbar bevorsteht und daß die zweite Hälfte de» Januar aller Wahrscheinlichkeit nach für die definitive Festsetzung de» Mandate» über Palästina entscheidend sein dürfte, ko daß die Leitung gegenwärtig London und Pari» unmöglich verlassen kann: zweiten» wegen de» Umstande», dag für die Zionisten Amerika», Canada» und Sudrußland» die Teilnähme an der Jahve»konferenz unmöglich wäre. E» wurde beschlossen, da» Große Aktions-Komitee ^tctt wegen der Mandatsfrage für einen noch zu fixieren- Termin der allernächsten Zeit nach London einzuberufen. . London. Die englische Regierung hat den Lordchief Alstice of England, Lord Reading (Rusu» Jkaar») dringend gebeten, vom hohen Stuhle de» höchsten Richtemmte» herabzusteigen und den äußerst wichtigen Gesandtschafts- Posten in Washington anzunehmen. Lord Reading wurde vor seiner Abreise vom König in spezieller Audienz empfangen, zur Hoftafel zugezogen und mit speziellen Mis- " neu betraut. London. Dt L. F. L. Oppenheim, Professor für internationale» Recht an der Cambridge-Universität, ist verschieden. Palästina. London. Vom Londoner Jüdischen Korrespondenzbüro wird au» Jerusalem unter dem 25. Dezember telegraphiert: Weizmann verließ Jaffa an Bord eine» französischen Kreuzer», um sich nach London zu begeben. Jerusalem. (L. I. C. B.) den letzten Wochen wurde aus Angehörigen der drei jüdischen Battaillonen, die demobilisiert wurden, und Freiwilligen eine neue jüdische Legion unter dem Namen „Judaeans" gebildet. Jerusalem. (L. I. C. B.) Der Plan de» Univerfitätsgebäudes, der von Kapitän Moarse entworfen und unter Leitung von Professor Patrick Geddes zu Ende geführt wurde, ficht eine große Gruppe orientalischer Gebäude vor, die eine Halle in sich einschließcn, in welcher 3000 Personen Platz finden würden. DaS Gebäude wird zahlreiche Flügel für die verschiedenen Fakultäten, Laboratorion, Büchereien usw. enthalten. Jerusalem. Der bekannte Ouellensucher -(Rutengänger) Ingenieur Fischer ist auf Einladung der allgemeinen zionistischen Organisation in Jerusalem eingetroffen, zum Aufsuchen von Quellen und Metallagern im Gebirge Judäas. Line Aktion des Hilfswerks für Palästina (PalästinaaufbausondS). Die Umgestaltung der politischensVerhältnisie in der Welt hat zur Folgesatz mit der Entwicklung Palästinas zu einem jüdischen Gemeinwesen als mit einer sicheren Tatstiche gerechnet werden kann. Der Judenheit der ganzen Welt steht damit eine gewaltige Aufgabe bevor, durch deren Losung sie da» vielfach zum Ausdruck gebrachte Vertrauen der Mächte rechtfertigen wird. Die Vorbereitung dieses Werke» ist das dringendste Gebot der Stunde. Eine große Reihe wichtiger Arbeiten kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Natur harren in Palästina der Inangriffnahme. Die Juden aller Länder haben die Notwendigkeit begriffen, mit ihren Mitteln zur Stell« zu sein. Auch da» deutsche Judentum wird nicht fehlen. Soeben versendet daS Komitee de» „HllfswerkS für Palästina" (Palästina-AufbaufondS) einen Aufruf an die deutschen Juden, ohne unterschied der Partei, mit aller Kraft durch tätige Teilnahme da» Werk zu stützen. Dem Komitee gehören eine große Zahl hervorragender im deutschen Judentum bekannter Persönlichkeiten an, u. a. Rabbiner ProfessorDr. Banoth, Berlin, Universität-Professor Dr. Albert Einstein, Berlin, Dr. Siegfried Jarobsohn, Herausgeber der „Weltbühne", Oberkirchenrat Dr. Kronor, Stuttgart, Prof. Dt O. Watburg, Berlin. — Spenden find auf das Postscheckkonto. Berlin Nr. 4192 (Hilfswerk für Palästina) oder auf da» Kvnito de» Hilfswerks für Palästina (Patästina-Aufbaufond») bet der Rationaloank kür Deutschland. Depofitenkasse, Kurfürstendamm. einzuzahlen. Zur rumänische» Jndenfrage. Da» Kopenhagen«! Zionistische Bureau berichtet: In letzter Zeit sind in der Presse einander widersprechende Meldungen über die Behandlung der Judenfraae i« Vertrag« der Alliierten mit Rumänien autz«taucht. Einige Blätter wußten zu berichten, daß die Behandlung der Judenfrage auf wringende Vorstellung der rumänischen Regierung hin au» dem Vertrage ausgeschaltet worden sei. andere Meldungen besagen, daß Rumänien sich weigere, auch den allgemeinen Vertrag über den Minoritätenschutz in Rumänien zu unterschreiben, und daß die Mächte W -hiermit einverstandeu «märt hätte«. Meder andere Be» richte behaupteten, der Minotttätenvertraa sei von Rumänien „mit den bekannten Änderungen" unterschrieben worden. Demgegenüber können wir auf Grund sicherer Information festfttllen, daß der Vertrag mit Rumänien bezüglich der Rechte der Minoritäten dieselben Bestimmungen enthält, wie der Vertrag mit Tschechoslovakien und Jugollavien, jedoch unter Hinzufügung «ine» Paragraphen, der ausdrücklich besagt, alle in Rumänien lebenden Juden werden automatisch rumänische Bürger. Wie e» zurzeit mit der Lage der Juden in Rumänien ausfieht, zeigt folgender authentischer Bericht, den da» „Komitee der jüdischen Delegattonen" in Patts verbreitet: Die Pogrompropaganda, die von der früheren Reaierung des General» Vattojano unter der Flagge dt» Kampfes gegen den Bolschewismus gettteben wurde, hat jetzt begonnen, ihre Früchte zu tragen. Di« Regierung de» Genrals Vaitojano hat in allen Orten Rumänien» große Plakate mit der Aufschrift „Die roten Bestien" anschlagen lassen, in denen erllärt wird, daß nur die Juden Bolschewiki seien, und daß man daher einen Kampf bis zum äußersten gegen sie führen müsse. Eine Broschüre gleichen Inhalts, die in der Staatsdruckerei in Bukarest gedruckt wurde, ist in tausenden von Exemplaren über da» ganze Land verbreitet worden. Alle Vorstellungen der rumänischen Juden bei der Regierung, die auf ein« Einstellung dieser gefährlichen Hetzpropaganda abzielten, sind erfolglos geblieben, dagegen ist cs in einem Falle bereits zu einem regelrechten Pogrom gekommen: In Adjud, einer kleinen moldauischen Ottschaft mit einer verhältnismäßig statten jüdischen Bevölkerung, haben die von der Regierung verbreiteten Hetzplakate mit der Aufschttft „Die roten Bestien" den Leutnant Eonstan» tinesco, militärischer Bahnhofskommandant, veranlaßt, eines Tages die jüdische Bevölkerung mit Hilfe seiner Leute zu überfallen. Viele Juden wurden grausam geschlagen, aüderr wurden gemattert, wieder andere verhaftet, und mehrere'jüdischen Läden geplündert und verwüstet. Unter den Gemarterten befindet sich auch der Präsident der dortigen jüdischen Gemeinde, Hermann Marcovici. Sech- Juden wurden schwer verletzt, und zwar Atthur Rosenberg. Cretzu, Mayer, eine alte Dame Frau Mina Goldenberg und ihre zwei Schwiegersöhne. Krfolge dieses überfalle» Kfie die ganze jüdische Bevölkerung von Adjud nach sezittshauptstadt Focsapi. Die jüdische Bevölkerung Rumänien» befindet sich infolge dieser Exzesie in größter Aufregung und Besorgnis, da man befürchtet, daß dt« Vorfälle in Adjud da» Signal zu einem allgemeinen Pogrom werden können, zu dem die Partei des Herrn Brattano und die übttgen antisemitischen Gruppen schon längst systematisch hetzen. Eine Million Nationalfonds-Einnahmen in Deutschland. Als vor Jahresfrist das Hauptbüro des Jüdischen Narionalfonds für Deutschland einen Voranschlag von 1 Milliou Matt aufstellte, zweifelten viele, daß diese Summe Zusammenkommen werde. Das Jahr ist beendet, und die deutsche. Sammelstelle kann ihren Ausweis mit ejner Million Matt absckiließen. Diese» Ergebnis erfüllt uns mit

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