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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-12-26 · 30 (26.12.1919) · p. Seite 342

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
30 (26.12.1919)
Date
1919-12-26
Page
Seite 342 (sequence 4)
Language
German
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34t tose*. Der Abgeordnete Gustav 9tam4 schließ Lßer diestß Buch eine» ArtiÄ. in dem er die Frage stellt, ob die Administration und die Regierung auch weittrhi» de» AntifemiüSmus in Algerien begünstigen und auch die Menschen- und Bürgerrechte der französische» Juden verlern walle», deren Mut und BatettandStteve durch obige Ziffer» fo gut illustriert werden!' PE»m Jerufatan. Der Kampf gegen dir Teuerung der Lebensmittel wird von de» jüdischen Organisationen energisch geführt. Besonders beschäftigt sich mit dieser Frage der Laad Hair von Jerusalem. Vertreter der Baad Hair und der Palästina-K ommission sprachen bei dem Gouverneur vor und stellten das Verlangen. LebenSmitrel auS Ägypten nach Palästina zu bringen. Eie erklärten sich bereit. als erste Anzahlung 8000 ägyptische Pfund zu entrichten. Der Gouverneur versprach, diesem Verlangen nachzukommen. Am selben Tage wurde ein höherer Beamter zwecks Ankauf der notwendigen Lebensmittel nach Ägypten beordert. Ter Vaad Hair hat Maßnahmen ergriffen, daß die eingeführten Lebensmittel nicht den Händlern, sondern de» Gemeindeverwaltungen zum Verkauf überwiese« werden. Jaffa. Ter kürzlich ernannte Chef der britischen Verwaltung in Palästtna. General Dgtson. wurde bei seinem Besuche in Haifa von Vertretern der jüdischen Gemeinde begrüßt. Auf einige Beschwerden der jüdischen Delegation erwiderte General Vatson. man dürfe nicht vergessen, daß die Lage gegenwärtig noch anormal sei; er werde seinerseits alles tun. um den Stand der Dinge allmählich zu verbessern. Vorläufig sei Geduld notwendig, aber er denke, daß die Juden zufrieden sein werden, sobald die allgemeine Loge geklätt sein wird. General Datson besuchte dann die landwirtschaftliche Schule „Mikweh Israel" bei Jaffa, die er unter Führung des Leiters der Schule, des Herrn Krause, eingehend besichtigte. Im Hebräischen Gymnasium iy Jaffa wurde General Vatson von den Lehrern des Gymnasiums und der Zionistischen Kommission empfangen. vr. Moffinsohn richtete eine Ansprache an ihn in hebräischer Sprache, die ebenso wie die weiteren hebräischen Reden von Herrn Gordon ins Englische übersetzt wurden. General Vatson erwiderte auf l)r. Mossinsobns Rede; er sprachen dann noch die Herren Dr Lurie. Dt Mctman und Dr. Rosenstein. General Datson wohnte den turnerischen Vorführungen im Hofe des Gymnasiums bei und begab sich dann in das Zionistische Palästina-Amt zur Besichtigung der Agrikulturellen Ausstellung. St. Z. B. Jaffa. Tie Zahl der jüdischen Berufs- und Nichtberufs-Arbeiter. die bei den palästtnenfischen Eisenbabnen beschäftigt find, bettägt gegenwärtig 450. In der Zentralstatton El-Kanrara find als Maschinisten und höhere Beamte ca. 150 Juden angestellt. » Hilfe für ostjüdische Vaift«ki»der. Tie verheerenden Dirkungen deS Krieges in den Ostgebieten haben unzählige jüdische Kinder ihrer Eltern und Ernährer beraubt. Viele dieser unglücklichen Kinder find durch die Zeilwirnifie nach Deutschland verschlagen worden. wo sie sich häufig in ttoftloser Lage befinden. Desen elenden Vaisenkindern Hilfe und Rettung zu bringen. — ist heiligste Pflicht! Vir richten daher an unsere Brüschätzbare gute Verk auch zu vollbringen, und uns von dieser Bereitwilligkeit Kenntnis zu geben. Wer selbst nicht imstande ist. ein Waisenkind bei sich aufzunehmen, der sollte nach Maßgabe seiner Möglichkeit durch Leistung von materiellen Mitteln zum Unterhalt der ostjüdischen Waisenkinder beittagen. . Brüder! Erfüllt Eure heiligste Pflicht gegenüber den verlassenen, hilflosen ostjüdischen Waisenkindern. Verband der Ostjuden. Bettin. Liniensttaße 19. Dr» Derirt ®*1. «gen den Antisemitismus". I» llarrr. saHch« und überzeo«nder Spruche legte er dar, daß der SnttsemittSmuß. au» der Lage deS jüdffchen Volke» entspringend, nicht dmch Gesinnung allein überwunden werden könnte» daß er baße» nicht mit kleinlichen Mitteln au»-urotten sei. Dah er» dann und desto wehr die Verachtung schwinden würde, j« mehr die Judenheit sich durch eigene Leistung Achtung verschaffen werde. — Der jüdische Jugendverein Sachenbur, hatte am Sonntag den 14. Dezember eine gut besuchte Vevsammlung einberuftn. i« der Herr Landauer über ..Jüdisch« Gegenwartsfragen" sprach. Er verstand e» i» formvollende, ttr Rede, seine Zuhörer über drei akute jüdische Fragen, in», besondere der der Erhaltung de» jüdischen Volke», der Ost» judenftage und der Palästinaftage aufzuklären. Sn de» Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion, die de» ausdauernden Gästen Gelegenheit bot. sich über Ziele und Zwecke de» Zionismus zu informieren. Eiy in Selter» beabsichtigter Vorttag mußte wegen der großen BettehrSschwiettgkeiten auSfallen. Im großen und ganzen scheint das jüdische Leben im Westerwald sich zu intenfiviettn und die Amellnahme an den jüdischen Weltgeschehnissen zu wachsen. — Samstag abend finden in Hachepburg und Ham» Chanukafeiern statt. Linz a. Rh. Am Donnerstag den 27. Nov. sprach i» hiesigen Beain für jüd. Geschichte und Literatur die Hauptlehrrttn Frl. Paula Löb aus Köln über „Die Enttoicklun, der neujüdischen Lyrik". Frl. Löb vetttand e», ihre Zuhörer von Anfang an auf» äußerste zu fesseln. Wie wahrhaft die Rednettn. insbesondere auch durch ihr« Rezitationen. zum Herzen ihres lauschenden Publikums gesprochen, zeig« die lamlose Stille während des VorttageS und de» laute Beifall am Echlufie desselben. — Ein zweiter Vortragsabend fand am letzten Samstag abend stillt. Her» Dr. med. Wolf von hier sprach über da» Thema „Uttel Acofta". In außerordentlich gründlicher und tiefgehende» Ausführung ging dtt Redner mit den Charaktenn und Motiven des Bühnenstückes ins Gettcht und wies nach, wie weit dieft dem echt jüdischen Wesen entfernt seien. Überaus reicher Beifall lohn« dem interesianten. nach Inhalt und Form gleich mustergiltigen Vorttag. — Am kommenden Samstag nachmittag veranstaltet der Benin für die Schuljugend eine Chanuka-Feier.— Der bisherige Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Köln. Im Jugendverein Gabttel Rieffer sprach am vorletzten Donnerstag Herr I. Paul über „Tie Psychologie des Expressionismus und des modernen Menschen inbezug auf seine Rassenangehöttgkeit". Der Redner vermochte in anschaulicher Weise seine Zuhörer über die Entwickelung und die Verwirklichung dieser eigenartigen Kunstrichtung aufzuklären. Er wies besonders darauf hin. daß man unterscheiden müsse zwischen dem falschen und dem echten Expressionismus. Die vornehmste Aufgabe der expressionisti» scheu Kunst sei die Wiedergabe der Seele, düs inneren Leben» zum äußeren. Das Subjektive des Künstler» ttete hierbei besonders in Erscheinung und eS sei daher für den Laie» nicht leicht, sich in das Schaffen eine» Expressionisten hineinzudenken. Eine bettächtliche Reihe der Expressionisten entstamme dem Adentum. Das sei durch die besondere Veranlagung der Juden zu erklären, innett Empfindungen der. die imstande find, einem Waisenkind« bei sich für kür— -zum Ausdruck zu bttngen. sowie auch durchras seelische Luzere oder längere Zeit Aufnahme zu gewähren. dieses unsammengehörigkeitsgefühl der auf der ganzen Mit zerstreut lebenden Juden. Die flattn Ausführungen des jungen Redners ernteten wichen Beifall. Frankfurt a. M. Am 11. Dez. erfolgte die Konstituierung einer fteien Zionist. Verbindung .Hasmonäa" an der Universität Frankfurt a. M. Die Verbindung steht auf dem Boden deS Baseler Programms. Ihm Farben find: blau auf weißem Grunde mit goldener Perkussion. Die Verbindung als solche gibt unbedingte Satisfaktion. Mensuren mit Juden find verboten.

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